Hallo Lars,
leider kenne ich kein Buch das Deine Frage zusammenfasst. vielleicht kann ich Deiner Neugier wenigstens etwas abhelfen.
Etwas banales vorab: alle Geldströme laufen über Banken. Staaten die untereinander Zahlungen tätigen benutzen dafür genre mal für solche Zwecke reservierte Institute die keine Banken üblichen Sinne sind.
Der internationale Devisenhandel (Foreign eXchange = fx) nimmt als Basiswährung huptsächlich den US-Dollar. D. h. alle Währungen die gehandelt werden werden in US-Dollar bewertet. Den weitaus überwiegenden und damit preisbestimmenden Anteil des FX tätigen die großen Banken. Dazu kaufen oder mieten sie sich in Handelsforen ein. Die sind sozusagen eine Börse für den FX. Diee Handelsforen sind Netzwerke die alle An- und Verkaufsangebote ihrer Teilnehmer für alle anderen ersichtlich auf einem Terminal darstellen. Die An- und Verkaufsgebote die dem zuletztgetätigten Geschäft preislich am nähesten stehen werden als nächste getätigt. Ein Angebot besteht aus der Info über die Währungspaarung (z.B Us-D gegen Euro), den Preis und den Betrag. Die übliche Beträge die gehandelt werden sind 1, 2, 5 oder 10 Millionen US-Dollar. Die Handelssysteme erlauben die Annahme eines Angebots per aus- oder Tastaturklick. D. h. riesige Beträge werden ohne lange Verhandlungen und Formulare ratz fatz getätigt. 10 Millionen Us-dollar können in einem Moment gekauft und nur Sekunden später schon wieder verkauft worden sein. Diese Systematik ermöglicht, dass der tägliche weltweite Umsatz im FX ca. 2000 Milliarden (!!!) Us-Dollar beträgt. Die FX-Händler in Banken intteressieren sich nicht ob ein Wechselkurs fundamental gerechtfertigt ist. Sie sind am Ende des Arbeitstages alle Frendwährungen wieder los die sie nicht wollen. Sie steigen in Währungen ein und aus innnerhalb von Minuten wenn sie damit einen kleinen Kursgewinn mitnehmen können. Das ist Daytrading auf hohem Niveau und erzeugt z.T abartige Kursschwankungen. Dies gilt übrigens auch für den Euro: sowohl seine Talfahrt nach der Scheineinführung genauso wie sein jetziges Hoch sind zwar in einem akteptablem Rahmen aber dennoch eher ungerechtfertigt.
Steigt eine Währung hat das wie Du bereits vermutest Wirkung auf die Aktienkurse:
Annahme: der Dollar steigt völlig übertrieben: Ein Dollar koste vorher einen Euro, jetzt zwei Euro. Die europäischen Produkte wie z.B. Autos die zuvor für 20 000 Euro = 20 000 Dollar in den USA verkauft werden können jetzt für 10 000 Dollar = 20 000 Euro verkauft werden. (Solche Kurschschwankungen sind stark übertrieben aber übertreiben macht anschaulich.) Die Amerikaner können also die Importautos viel billiger kaufen und werden das vermutlich auch tun. Folge: die europäischen Autobauer machen viel Geschäft. Folge: die europäischen autoaktien steigen wenn der Us-Dollar steigt und umgekehrt.
Ein teurer Euro macht europäischer Produkte in analoger Weise im Rest der Welt teurer und damit werden diese Produkte weniger gekauft. Entsprechend sinken Aktienkurse von europäische exportorientierten Firmen.
Andererseits wird Öl immer in Dollar gehandelt. ein starker (=teurer) Euro führt also direkt dazu dass Öl für Europäer billiger wird. Da fast alles was produziert wird irgendwie mehr oder weniger Öl benötigt kann Alles was zu seiner Herstellung Öl braucht billiger produziert werden und gleicht damit den teuren Euro teilweise aus.
Du siehst, das Thema ist komplex und keineswegs in einigen Zeilen abhandelbar.
Ich hoffe Du konntest trotzdem was mitnehmen. Wenn Du noch Fragen dazu hast melde Dich einfach nochmal.
Udo
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