Re: Solo-Abenteuer-Rollenspiele-Bücher
Hallo,
ca. vor 25 Jahren hatte meine damalige Sandkastenfreundin ein
unheimlich spannendes Buch. Man würfelte sich durch gewisse
Rätsel und Abenteuer.
Kennt das jemand. Ich glaube es gab mehrere Bände, bin mir
aber nicht ganz sicher.
Diese sogenannten "Abenteuer-Spielebücher" gab es in mehreren Varianten bzw. Serien. Sie entstanden Anfang der 80er Jahre in den USA im Zug der Entstehung der Fantasy-Rollenspiele. Mitte der 80er waren sie bei uns auch stark präsent, erstens war hier ein grosser Fantasy-Boom und zweitens wurden auch bei uns Fantasy-Rollenspiele publik gemacht ("Das Schwarze Auge").
All diesen Büchern ist gemein, man liest einen Abschnitt, dann hat man mehrere Wahlmöglichkeiten, auf welcher Seite bzw. bei welchem Abschnitt man weiterliest. Die geschichte kann so unterschiedliche Verläufe nehmen (wie eben beim Tisch-Rollenspiel in der Gruppe). Oft muss man auch würfeln, denn meist hat man vorne im Buch eine kleine Tabelle mit Kampf- und Lebenspunkten des Charakters, den der Leser verkörpert. Bei gefährlichen Situationen würfelt man, um zu sehen ob man z.B. den Sturz heil überlebt oder ein auftauchendes Monster besiegen kann.
Am bekanntesten sind die "Steve Jackson/Jack Livingston - Spielebücher. Waren sicherlich so 30 dünne Bände, Titel wie "Der Hexenmeister vom Flammenden Berg" oder "Das Höllenhaus" haben es sogar zu eigenen Brettspiel-Varianten geschafft (Schmidt-Spiele).
Bei uns im deutschsprachigen Raum abseits der Rollenspiel-Shops waren aber die "Einsamer Wolf"-Bände sehr beliebt, und auch "literarisch" etwas wertvoller als die Jackson/Livvingston-Bücher, weil hier einfach mehr Lesestoff geboten wurde und eine dichtere Handlung dadurch entstand.
Bastei hat später auch Eigenproduktionen herausgegeben; Das "Nibelungen-Spielbuch" oder das "Troja-Spielbuch", wo man Helden der Antike verkörpern konnte.
Und schliesslich haben auch "Das Schwarze Auge" und "Dungeons und Dragons", die führenden Rollenspiele bei uns in jener Zeit, einige eigene Abenteuer herausgegeben, die man nicht in einer Spielgruppe spielen konnte, sondern einzeln "duchlesen" bzw. "durchspielen" konnte. Dies sind die sogenannten "Solo-Abenteuer".
Ja, waren wirklich sensationell damals diese Bücher. Sie haben mich zum Rollenspiel gebracht. Dafür bin ich der "Einsamen Wolf"-Serie heute noch dankbar :)