Orthographie Johnson+Kafka
Von: , Frage gestellt am Di, 14. Sep 2004
Hallo liebe Literatur-Freunde,
ich habe gleich mal 2 Fragen:
1) Gerade quäle ich mich durch Johnsons "Mutmaßungen über Jakob". Schnell fällt auf, dass sich der Text weder an die Regeln der Orthographie noch an die Regeln der Zeichensetzung hält. In anderen Texten von Johnson, in die ich stichpunktartig reinschaute, war das nicht so. Die Frage ist: Warum tut der Autor dem Leser das an? Schon inhaltlich sind die "Mutmaßungen" recht schwere Kost. Die Willkür in der Zeichensetzung nimmt dann aber komplett das Lesevergnügen. Ist die Johnsonsche Zeichensetzung ein Ausdruck künstlerischer Freiheit?
2) Ein anderes Problem mit Rechtschreibung und Zeichensetzung fand ich bei Kafka. Ich "leistete" mir die absolute Spar-Variante seines Werkes von einem Verlag namens "Eurobuch". Auch hier fehlen Kommas, manchmal Buchstaben... Mein Verdacht war, dass der Verlag ein bisschen geschlampt hat. Ein Freund erklärte mir dann, dass gerade bei Kafka die Zeichensetzung eine inhaltliche Funktion erhält, dass der "Sinn" des Textes durch die spezielle Zeichensetzung eine neue inhaltliche Dimension erlangt. Ich halte das für stark überzogen.
Kann mich jemand trösten?
