Man nehme sich das Buch "Tierische Geschäfte" von Eimel und
Kleinschmidt zur Hand, dann sieht man sehr deutlich, dass die
Zensur nicht nur "ihre Schranken in den Vorschriften der
allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze
der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre" findet,
sondern auch da, wo Industrie und Kapital angegriffen werden.
Und wenn die ganzen geschwärzten Stellen in diesem Buch keine
Zensur sind, dann weiß ich auch nicht mehr ...
Ich kenne dieses Buch zwar nicht, aber die Problematik von anderen Büchern, in denen große Firmen und Konzerne angegriffen wurden. Wenn sie können, setzen diese Firmen auf dem Rechtsweg über Paragraphen gegen Verleumdung, unlauteren Wettbewerb oder sonst irgendwas durch, dass ihre Namen oder die entsprechenden Passagen gestrichen werden. Oft kann der Autor eben keine handfesten Beweise vorlegen (obwohl jeder weiß, dass es genau so rennt, wie er es beschreibt) oder der Verlag hat Angst, und die Passagen werden eben gestrichen.
Das hat aber nix mit staatlicher Zensur im eigentlichen Sinne zu tun. die Streichungen werden über Gerichte durchgesetzt, nicht willkürlich von irgendwelchen Beamten durchgeführt.
Tja, du weißt also nicht mehr...
Sorry,
Livia