Goethe Zitat - Nachweis gesucht

Von: , Frage gestellt am Mo, 6. Dez 2004

Liebe Leute,

ich suche den Stellennachweis für folgendes Goethe-Zitat. Er spricht von einer "Werkstatt, in welcher der Mensch geschmiedet, zurecht gehämmert, das Edle von den Schlacken gereinigt wird".

Dilthey zitiert dies an einer Stelle in einem Manuskript ohne Angabe, worauf er sich bezieht. Mittlerweile bin ich beinahe überzeugt, dass es sich gar nicht um ein wörtliches Zitat handelt(da ich es mit entsprechenden Stichworten nicht finden konnte). Vielleicht ist es eine sinngemäße, inhaltliche Umschreibung einer Stelle.

Wer weiss, worauf sich das beziehen könnte? Vielleicht ist es ja doch ein wörliches Zitat?

herzlich,

Tim

2 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 43 Minuten 0 hilfreich
    Re: Goethe Zitat - Nachweis gesucht

    Hallo Tim,

    Ist es vielleicht das:
    Lass mich ein Gleichnis brauchen. Wenn du eine glühende Masse Eisen auf dem Herd siehst, so denkst du nicht, dass so viel Schlacken d’rin stecken, als sich offenbaren, wenn es unter den großen Hammer kommt. Dann scheidet sich der Unrat, den das Feuer selbst nicht absonderte, und fließt und stiebt in glühenden Tropfen und Funken davon, und das gediegene Erz bleibt dem Arbeiter in der Zange. Es scheint, als wenn es eines so gewaltigen Hammers bedurft habe, um meine Natur von den vielen Schlacken zu befreien und mein Herz gediegen zu machen. Und wie viel, wie viel Unart weiß sich auch noch da zu verstecken. [Goethe an Jacobi, 1782]

    Guckst Du hier, da hab ich's abgeschrieben: http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/biog...

    Viele Grüße
    Bonsai

  2. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Goethe Zitat - Nachweis gesucht

    Hallo Tim,

    ganz spontan fällt mir da lediglich "Prometheus" ein:

    Bedecke deinen Himmel, Zeus,
    Mit Wolkendunst
    Und übe, dem Knaben gleich,
    Der Disteln köpft
    An Eichen dich und Bergeshöhn;
    Müßt mir meine Erde
    Doch lassen stehn,
    Und meine Hütte, die du nicht gebaut,
    Und meinen Herd,
    Um dessen Glut
    Du mich beneidest.
    Ich kenne nichts ärmeres
    Unter der Sonn' als euch, Götter!
    Ihr nähret kümmerlich
    Von Opfersteuern
    Und Gebetshauch
    Eure Majestät,
    Und darbtet, wären
    Nicht Kinder und Bettler
    Hoffnungsvolle Toren.
    Da ich ein Kind war,
    Nicht wußte wo aus noch ein,
    Kehrt' ich mein verirrtes Auge
    Zur Sonne, als wenn drüber wär'
    Ein Ohr zu hören meine Klage,
    Ein Herz wie mein's,
    Sich des Bedrängten zu erbarmen.
    Wer half mir
    Wider der Titanen Übermut?
    Wer rettete vom Tode mich
    Von Sklaverei?
    Hast du nicht alles selbst vollendet,
    Heilig glühend Herz?
    Und glühtest jung und gut,
    Betrogen, Rettungsdank
    Dem Schlafenden da droben?
    Ich dich ehren? Wofür?
    Hast du die Schmerzen gelindert
    Je des Beladenen?
    Hast du die Tränen gestillet
    Je des Geängsteten?
    Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
    Die allmächtige Zeit
    Und das ewige Schicksal,
    Meine Herrn und deine?

    Wähntest du etwa,
    Ich sollte das Leben hassen,
    In Wüsten fliehen,
    Weil nicht alle
    Blütenträume reiften?
    Hier sitz' ich, forme Menschen
    Nach meinem Bilde,
    Ein Geschlecht das mir gleich sei,
    Zu leiden, zu weinen,
    Zu genießen und zu freuen sich,
    Und dein nicht zu achten,
    Wie ich!


    Viele Grüße
    Jana

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