Antwort von
nach 2 Stunden
hilfreich
Redewendung
Hallo,
ist schon faszinierend, womit sich manche Leute schon vor dem Frühstück beschäftigen...
Nun gut: ich bin mir ganz und gar nicht sicher, ob es eine angabefähige Zitatquelle für diesen Ausdruck gibt; dies nicht nur, weil er recht unspezifisch ist, sondern vor allem, weil die Frage, ob z.B. der Mensch wirklich freier Entscheidungsträger, bloßer Schicksalserfüller oder auch nur ein etwas intellektuell verschleierter Triebtäter ist, philosophische, theologische und anthropologische Diskussionen schon seit Jahrtausenden beherrscht. Auch die im Begriff "WIDER die Natur" steckende Implikation, den Menschen als Gegensatz zur natürlichen Umgebung zu sehen, ist schon alt - allerdings in dieser Form wohl eher ein Kind des Okzidents.
Wenn überhaupt, dann findest Du die erste Erwähnung dieses Gedankens bei den antiken Philosophen, vermute ich mal.
So gibt es auch in zahlreichen außereuropäischen Märchen oder Fabeln (die in "Voyager" vom 1. Offizier wiedergegebene kannte ich, habe aber noch nicht raus, woher) Verarbeitungen dieser Fragen.
Sei noch erwähnt, daß jede Kultur hierzu (z.B. in der Rechtssprechung) ihre eigene, meist höchst aufschlußreiche Entscheidung getroffen hat. Nicht umsonst wird bei uns immer zuerst nach dem Motiv gesucht. Nicht umsonst gerät bei uns alle Juristerei etwas ins Schwimmen, wenn es um die Definition von Affekten oder derlei geht. Übrigens galt es - ich weiß es jetzt z.B. von den Aran-Inseln im 19. Jahrhundert - auch in Europa an vielen Stellen auch in der Rechtsprechung als anerkannt, wenn jemand (z.B. ein aus Eifersucht zum Mörder gewordener Mensch) glaubhaft machen konnte, von seinen Leidenschaften überwältigt worden und damit nicht verantwortlich zu sein. Die Natur des Menschen wurde teilweise als außerindividuelle Naturgewalt gesehen.
Auch Grüße,
hendrik