Re: Roman 'weibliches Genre'??
Hallo Jonas,
die erste Stelle die da in meinem Gehirn geklingelt hat, war Ludolf Wienbargs "Tagebuch von Helgoland" (Hamburg: Hoffmann & Campe, 1838. Reprint bei Athenäum ca. 1973. Auszüge auch in Wienbarg: "Nach Helgoland und anderswo", Nördlingen: Greno-Verlag, Ende der 1980er?)
Wienbarg (1802 bis 72) war Abgehöriger des Jungen Deutschlands, wurde 1835 verboten, ging daraufhin für ca. ein Dreivierteljahr nach Helgoland und bettete in sein Reisetagebuch - als gescheiteter Ästhetik-Dozent mit nicht bewilligter Professur - auch eine Literaturtheorie ein, in der er die Gattungen nach Geschlechtern sortiert. Bzw. auch von "weiblichen" Männern sprach. Den weinerlichen Werther z.B. ordnete er Goethes "weiblicher" Seite zu, Faust I und Götz seiner männlichen etc. Ist ganz lesenswert. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man die jungdeutschen Männer gerade wegen ihrer Romane verboten hat... War aber vermutlich eine Unterscheidung, die damals einfach "in der Luft gelegen" hat.
Viele Grüße
Petra