Re: Anteil der Geschenke an den Verkaufszahlen
Hallo Hannes -
ich glaube nicht recht, dass es solche Untersuchungen gibt, denn sie wären aufwendig durchzuführen und die Ergebnisse immer noch wenig aussagekräftig.
Vielleicht hilft Dir der Umstand weiter, dass es Buchreihen bzw. Buchformate gibt, die tendenziell nur als Geschenkbücher gemacht und gekauft werden, z.B. die bekannte Reihe "Kleine Bettlektüre" (Scherz Verlag) oder zahlreiche Jörg Zink-Bildbändchen. Das sind klassische Mitbringselbücher, die kaum jemand für sich selbst erwerben wird, sondern meist nur als Verlegenheitsgeschenk für Kaumbekannte oder Für-Leute-im-Krakenhaus-die-nicht-viel-lesen. Übrigens sind diese Bücher meist eher niedrigpreisig und widersprechen der Annahme, Billiges werde selten verschenkt.
Umgekehrt gibt es natürlich Buchgenres, die wohl nur in Ausnahmefällen verschenkt werden - spezielle Fachbücher vor allem; wobei es natürlich auch wieder vorkommen kann, daß die auf den Wunschlisten geldknapper Studenten auftauchen.
Was belletristische Bestseller betrifft, so würde ich sagen, dass es davon abhängt, wann sie erscheinen. Während Frühjahrsneuerscheinungen vielleicht nur durchschnittlich oft zum Verschenken gekauft werden (sagen wir: 20%), sind im Oktober oder November erscheinende Titel natürlich häufiger auf vorweihnachtlichen Einkaufslisten (deswegen werden sie ja dann veröffentlicht). Viele kaufen ein solches Buch, selbst wenn sie es für sich haben wollen, dann gerade nicht, weil sie vermuten dürfen, dass sie es eh (mindestens 1x) geschenkt bekommen. Es gibt in jedem Jahr ein paar Buchtitel, die daher mit großer Wahrscheinlichkeit zu 70-80% zum Verschenken gekauft werden (die werden dann meist auch rege umgetauscht - Ecos "Das Foucaultsche Pendel" war zu meinen Buchhändlerzeiten so ein Fall). In schlechteren Buchhandlungen wird auch meist standardmäßig nur auf diese Titel verwiesen mit dem Pseudoargument "Wird gerne genommen".
Aus der Preiskategorie kannst Du m.E. nichts ableiten, denn billigere Bücher werden dann eben häufig mit anderen Kleinigkeiten kombiniert. Sehr teure Bücher werden meiner Erfahrung nach oft eher von Sammlern gekauft, wobei es auch da klassische "Geschenkreihen" gibt (z.B. Edelbildbände von DuMont über Gärten und Länderküchen).
Soweit meine Gedanken hierzu - es grüßt
ein Pengoblin
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