Servus Werner,
Lesungen...
Vor ein paar Jahren in der Eisenbahnerkantine zu Mannheim (was würde besser passen?) Markus Wolf, gelesen aus "Freunde sterben nicht".
So ein Abend, den man auch mit 45, wenn so langsam die Motten ins Hirn wandern, nicht vergisst.
Viel früher, vor vielen Jahren, im Foyer der Stadthalle eines 6.500-Einwohner-Provinznestes: Martin Walser, aus "Jenseits der Liebe": Ja, auch Volkshochschulen haben mal was anderes gemacht als Selbstfindung durch Raiki-Topflappenhäkeln.
Irgendwann dazwischen: Bei Violes im Rhonetal zu Gast bei zwei gewesenen Buchhändlern aus der Welschschweiz, die sich einen Hof im Grand Midi besorgt und zurechtgebaut haben. Die halbe Nacht mit den (eigentlich kommerziell vermietenden) Gastgebern im Atrium gesessen, viel Wein getrunken, drei Krötenmännchen zugehört und über Bücher erzählt. Dabei Alexandre Vialatte kennen gelernt, den ich seither heiß und innig liebe. Ich hoffe, denen geht es mit Albert Ehrensteins "Tubutsch", den ich ihnen ans Herz gelegt habe, genauso.
Achja, warum die Einmischung? - der Versuch einer Antwort auf Deine eingangs gestellte Frage:
-- Begegnungen mit Büchern und Begegnungen mit Büchermenschen sind etwas Schönes, finde ich. Und beide giebt's hier.
Schöne Grüße
MM