Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus

Von: , Frage gestellt am Sa, 11. Mai 2002


Hallo zusammen!

Mich beschäftigt die Frage, warum es zum Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus gekommen ist. Warum war das was Moses predigte, nämlich , dass es nur einen Gott gibt, plötzlich für menschen populär, die an viele Götter glaubten? Auch Mohammed bekehrte z.B. Polytheisten zu Monotheisten. Weiter fällt auf, dass alle drei monotheistische Religionen in der selben Weltgegend entstanden sind und Jerusalem gleich für alle drei als heilige Stadt gilt. Gibt es für all das eine logische Erklärung? Für Eure Beiträge schon einmal vielen Dank!

Gruß

Christoph

24 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Monotheismus im vorderen Orient

    Hallo Christoph,

    also ob meine Erklärung "logisch" ist und ob es auf Deine Frage überhaupt eine "logische" Erklärung gibt, weiß ich nicht. Meine Erklärung ist vom Inhalt der Bibel und von der Geschichte abgeleitet:

    Was Mose betrifft: Gott ist ihm höchstpersönlich in einer Erscheinung begegnet und hat ihm den Auftrag gegeben, das Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten herauszuführen. Im Verlauf dieses dramatischen Auszugs aus Ägypten und im Verlauf der folgenden 40-jährigen Wüstenwanderung hatte das Volk Israel unzählige persönliche Begegnungen mit Gott, die es veranlasst haben, diesem Gott auf weite Strecken treu zu bleiben.

    Die Araber - zu denen Mohammed gehörte - leiten ihre Herkunft von Ismael ab, der ein Sohn von Abraham war; sie sind also ein Brudervolk der Israeliten. Jesus, auf den sich die Christen berufen, war gebürtiger Jude und ist in der jüdischen Kultur aufgewachsen.

    Thema Jerusalem:

    - Der israelitische König David hat Jerusalem ca. 1000 v. Chr von den Jebusitern (Ureinwohnern) erobert. Seither ist Jerusalem das politische und religiöse Zentrum der Juden (v. a. seit dem Bau des Tempels durch Davids Sohn und Nachfolger Salomo)

    - Für die Christen ist Jerusalem eine heilige Stadt, weil Jesus dort gekreuzigt wurde und wieder auferstanden ist (ca. 30 n. Chr.). Vorher hatte er dort schon gepredigt und geheilt.

    - Da Mohammed im Jahr 632 n. Chr. vermutlich in Jerusalem gestorben ist, hat der Islam später (erst 923 n. Chr.) dann die Stadt Jerusalem zu einer heiligen Stätte erklärt. Für Wallfahrten viel wichtiger sind jedoch die Städte Mekka und Medina. Jerusalem kam erst viel später (wohl während der Kreuzzüge) an dritter Stelle dazu, es wird nicht einmal im Koran erwähnt!

    Herzliche Grüße

    Alex [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Monotheismus im vorderen Orient

      Hallo Alex!
      Aber Erscheinungen haben und hatten doch viele Menschen. Bevor Moses die Israeliten in das gelobte Land führte, musste er sie ja erst einmal überzeugen.
      Der Zusammenhang zwischen Israeliten und Arabern ist mir schon bewusst. Aber meines Wissens war Mohammed der Götzenkult in Mekka zuwider. Mit einer Affinität zu anderen monotheistischen Religionen hatte das , glaube ich, nichts zu tun.
      Die Rolle von Jerusalem ist sicher historisch und weniger religionsgeschichtlich zu verstehen. Das Chistentum habe ich bewusst nicht erwähnt. Denn Jesus hatte es fast ausschließlich mit monotheistischen Juden zu tun, der er ja selber war. Interessanter ist da schon die Frage, was die Heiden in Europa, insbesondere die polytheistischen Römer veranlasst hat, das Christentum anzunehmen.
      Herzliche Grüße und vielen Dank!

      Christoph:

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus


    Hallo zusammen!

    Mich beschäftigt die Frage, warum es zum Übergang vom
    Polytheismus zum Monotheismus gekommen ist. Warum war das was
    Moses predigte, nämlich , dass es nur einen Gott gibt,
    plötzlich für menschen populär, die an viele Götter glaubten?
    Gibt es für all das eine
    logische Erklärung? Für Eure Beiträge schon einmal vielen
    Hallo Christoph,

    es gibt einen Erklärungsansatz, der sich aus den Machtverhältnissen ableitet. Jemand, der sich auf nur einen wahren Gott berufen konnte, war in der Lage seinen Machtanspruch konkreter zu begründen (Herrscher von Gottes Gnaden). Die Durchsetzung von Religionen kam ja oftmals von oben verordnet. Bei der Christianisierung der Germanen und auch der Slawen lief die Abkehr von den alten Göttern z.B. über den Übertritt der Fürsten. Möglicherweise spielte aber auch in den komplizierter werdenden sozialen Strukturen der Menschen die Notwendigkeit fester und einheitliche moralische Grundsätze eine wesentliche Rolle. Die alten Götter hatten allzumenschliche Züge, waren gut und böse wie jederman und taugten somit nicht, die neuen Ansprüche zu erfüllen.

    Gruß Maid

    • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus


      Hallo Maid!
      Sicher hatte dies auch Ursachen in gesellschaftlichen Umbrüchen. Ich kenne die alten Götzenkulte zu wenig. Gab es da kaum moralische Richtlinien?

      Viele Grüße!

      Christoph

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus


        Hallo Maid!
        Sicher hatte dies auch Ursachen in gesellschaftlichen
        Umbrüchen. Ich kenne die alten Götzenkulte zu wenig. Gab es da
        kaum moralische Richtlinien?

        Hallo Christoph,

        daß ich Götzenkulte kenne wäre wohl auch übertrieben <g>, aber lies nur mal einige Sagen aus der griechischen Götterwelt und ebenso welche aus der germanischen. Die Götter haben recht menschliche Eigenschaften und Moral im heutigen Sinne ist wahrlich nicht ihre Stärke.

        Gruß Maid

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: ethik in Polytheismus, Monotheismus

        Sicher hatte dies auch Ursachen in gesellschaftlichen
        Umbrüchen. Ich kenne die alten Götzenkulte zu wenig. Gab es da
        kaum moralische Richtlinien?
        das steht zumindest fest: sobald man von einem monotheismus ausgeht, geht damit auch ein werte-universalismus einher. in der polytheistischen gesellschaft kann jeder für gut und schlecht halten, was er möchte. wenn der nachbar menschen opfert, soll er das tun, denn sein gott verlangt es von ihm. gibt es aber nur einen gott, dann gibt es auch richtlinien, die für alle menschen verbindlich sind. das wäre sowas wie die dämmerung der menschenrechte.

        grüße
        lehitraot.

        • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: unklar

          Hallo, das steht zumindest fest: sobald man von einem monotheismus
          ausgeht, geht damit auch ein werte-universalismus einher.
          aber der gilt doch nur für die Anhänger dieser Religion? Und haben nicht auch die Anhänger desselben polytheistischen Glaubens nicht auch alle dieselben ethischen Normen... Zumindest so, wie Du es hier geschrieben hast, scheinst Du mir von einer Art monotheistischen Chauvinismus aus zu schreiben...
          in der polytheistischen gesellschaft kann jeder für gut und
          schlecht halten, was er möchte. wenn der nachbar menschen
          opfert, soll er das tun, denn sein gott verlangt es von ihm.
          Du schreibst über religiöse Indifferenz, das hat kaum etwas mit Polytheismus zu tun... Ich kann ja auch Monotheist sein, der Meinung sein, daß jeder glauben solle, was er will, und daher Menschenopfer meines Nachbarn akzeptieren...
          Ich denke, Du solltest genauer beschreiben, was Du denn nun mit Polytheismus meinst.
          Jedenfalls kann man nicht von den Griechen oder Römern der Antike behaupten, sie hätten keine ethischen Normen gehabt...

          Grüße,
          Taju

          • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
            versuch der klärung...

            hallo taju, aber der gilt doch nur für die Anhänger dieser Religion? Und
            haben nicht auch die Anhänger desselben polytheistischen
            Glaubens nicht auch alle dieselben ethischen Normen...
            vielleicht habe ich unglücklich ausgedrückt. wertabsolutismus gab es nicht in polytheistischen religionen. zb. haben die römer niemanden in den eroberten gebieten missioniert. das kann durchaus auch als positiv bzw. tolerant betrachtet werden. die negative seite davon ist, daß gewissermaßen alles erlaubt ist. wenn es keine werte gibt, denen alle menschen unterworfen sind, dann gibt es keinen grund zb. menschenrechtsverbrechen in china zu verurteilen. die haben eben andere wertvorstellungen und basta. Zumindest so, wie Du es hier geschrieben hast, scheinst Du mir
            von einer Art monotheistischen Chauvinismus aus zu
            schreiben...
            *räusper* alle (monotheistischen?) religionen sehen sich als alleinigen träger der wahrheit. wenn das chauvinistisch ist, hast du recht. Du schreibst über religiöse Indifferenz, das hat kaum etwas
            mit Polytheismus zu tun... Ich kann ja auch Monotheist sein,
            der Meinung sein, daß jeder glauben solle, was er will, und
            daher Menschenopfer meines Nachbarn akzeptieren...
            nein das wäre inkonsequent. das kannst du nicht! wenn du überzeugt bist, daß es nur einen gott gibt, der menschenopfer nicht zuläßt, dann opfert dein nachbar einem götzen und begeht eine sünde (abgesehen davon daß menschenopfer mord sind, was noch eine größere sünde wäre). Jedenfalls kann man nicht von den Griechen oder Römern der
            Antike behaupten, sie hätten keine ethischen Normen gehabt...
            ihnen war wurst, was andere taten. insofern hatten sie keine universalen normen.

            grüße
            lehitraot.

  3. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Übergang vom Polytheismus zum Monotheismus

    hallo! Warum war das was
    Moses predigte, nämlich , dass es nur einen Gott gibt,
    plötzlich für menschen populär, die an viele Götter glaubten?
    viele wissenschafter gehen davon aus, daß zwischen poly- und monotheismus eine zwischenform, der henotheismus, existiert hat. wenn du genau in der bibel liest, wirst du feststellen, daß da sehr wohl von anderen göttern die rede ist. jedes volk hatte seine religion und seine götter. nur israel hatte nur einen einzigen gott und nicht zwanzig. die auffassung, daß es überhaupt nur einen gott gibt, der gott für alle menschen ist, kam erst später.

    aus religiöser sicht sind alle anderen götter götzen. schon die ersten menschen kommunizieren ja nur mit einem gott. und adam und eva sind keine israeliten...

    also wissenschaftliche und religiöse auffassungen muß man da auseinanderhalten.

    grüße
    lehitraot.



Keine passende Antwort gefunden? Jetzt eigene Frage stellen!