@Pendragon betr. Zen-Buch aus 'Sonstiges'

Von: , Frage gestellt am Mi, 18. Sep 2002

Hallo Marion,

bezüglich deiner Antwort zum Zen-Buch in "Sonstiges" hätte ich noch eine Nachfrage.

Im ersten Posting stand laut Mail " das klingt nun wiederum recht empfehlenswert, (sofern die Übersetzung was taugt :-)". Im endgültigen Posting steht "auch wenn ich nach genauerem Hinsehen diesen Koun Roshi Yamada für etwas suspekt halte."

Meine Frage ist, woran du denn das "Suspekt-Sein" festmachst. Soweit ich mich erinnere, ist der Autor gleichzeitig christlicher Pater und Zenmeister, was natürlich die Sache schon problematisch macht, aber immerhin ist auch Enomia-Lassalle (Schreibung wahrscheinlich nicht korrekt!) meines Wissens beides gewesen, oder irre ich mich da? [... Mein Gott, ist das alles lange her ...]

Den Tipp mit dem BI-YÄN-LU nehme ich übrigens dankend an, ich werde mir die Ausgabe besorgen.

Herzliche Grüße

Thomas

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Re: @Pendragon betr. Zen-Buch aus 'Sonstiges'

    Hallo Marion,

    bezüglich deiner Antwort zum Zen-Buch in "Sonstiges" hätte ich
    noch eine Nachfrage.

    Im ersten Posting stand laut Mail " das klingt nun
    wiederum recht empfehlenswert, (sofern die Übersetzung was
    taugt :-)".
    Ja, sorry, ich hab beim ersten flüchtigek Überlesen das Buch um das es hier geht mit dem unten von mir genannten verwechselt (der Titel ist ja ähnlich und das unten genannte ist auch mehrbändig). Allerdings bin ich dann doch noch über den japanischen Namen des Autors gestolpert und hab diesbezüglich ein wenig recherchiert.

    Im endgültigen Posting steht "auch wenn ich nach genauerem Hinsehen diesen Koun Roshi Yamada für etwas suspekt
    halte."

    Meine Frage ist, woran du denn das "Suspekt-Sein" festmachst.
    Koun Roshi Yamada war wohl ein Lehrer der sogenannten Sanbo-kyodan Schule. Weder von Schule, noch von lehrer hab ich je was gehört, wohl auch, weil es sich nicht um eine Schule handelt, die der DBU angehört. Die Schule ist relativ neu (erste Mitte der 50er Jahre in Japan gegründet). Auch war Yamada meines Wissens nicht ordiniert sondern Geschäftsmann in Kyoto. Weiter Infos findest du u.a. auch auf Jägers HP: http://www.willigis-jaeger.de/Sanbokyodan/sanbokyoda... und Peter Lengsfeld ist für mich schlichtweg ein katholischer Thologe. Dass die beiden nun Lehrreden zu Koans verfassen find ich dann doch sehr bemerkenswert :-) Dennoch muss das alles nichts heißen. Vielleicht ist das Buch auch ganz klasse.

    Aus "offiziellen buddhistischen Quellen" wie z.B. der DBU hab ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd aber mal drauf achten, ob da was kommt.

    Was mich persönlich interessieren würde ist, welche Übersetzung hier zugrundegelegt wird, oder ob gar eine ganz neue, eigene Übersetzung gemacht würde. Dazu steht leider nichts in der Buchbeschreibung, vielleicht steht was im Buch selbst und du verrätst es mir, falls du es dir kaufen solltest :-) Soweit ich mich erinnere, ist der Autor gleichzeitig
    christlicher Pater und Zenmeister, was natürlich die Sache
    schon problematisch macht, aber immerhin ist auch
    Enomia-Lassalle (Schreibung wahrscheinlich nicht korrekt!)
    meines Wissens beides gewesen, oder irre ich mich da? [...
    Mein Gott, ist das alles lange her ...]
    Ja, Hugo Lassalle war wohl auch bei eben dieser ZEN-Schule, sowie jede Menge andere katholische und evangelische Mönche, Priester etc.

    Ich finde das ganze hochgradig merkwürdig, da sich nach meiner Auffassung Christentum und Buddhismus in einigen wesentlichen Punkten widersprechen. IMHO kann man nicht gleichzeitig die christliche und die buddhistische Lehre als Ganzes für sich annehmen. Mann kann sich jedoch sicher aus beiden Religionen was zusammensuchen für ein eigenes Weltbild, aber ob das dann noch Christentum oder Buddhismus ist ? Ich hab da so meine Zweifel, aber das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung.

    Lieben Gruss
    Marion

    • Antwort von nach 22 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: @Pendragon betr. Zen-Buch aus 'Sonstiges'

      Hallo Marion,

      sorry, weshalb ich im Moment immer mit Verzögerung antworte, aber unsere Zeitplanung ist babygesteuert! :-) Auch war Yamada meines Wissens nicht ordiniert sondern
      Geschäftsmann in Kyoto.
      Ok, das ist bedenklich. Aus "offiziellen buddhistischen Quellen" wie z.B. der DBU hab
      ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd
      aber mal drauf achten, ob da was kommt.
      Es wäre nett, wenn du mich da auf dem Laufenden halten könntest, weil ich momentan dafür keine Nerven habe ... Was mich persönlich interessieren würde ist, welche
      Übersetzung hier zugrundegelegt wird, oder ob gar eine ganz
      neue, eigene Übersetzung gemacht würde. Dazu steht leider
      nichts in der Buchbeschreibung, vielleicht steht was im Buch
      selbst und du verrätst es mir, falls du es dir kaufen solltest -)
      Ich werde das Buch auf jeden Fall erstmal zur Ansicht über die Fernleihe bestellen. Dann kann ich dir auch über die Übersetzung berichten. :-) Ich finde das ganze hochgradig merkwürdig, da sich nach meiner
      Auffassung Christentum und Buddhismus in einigen wesentlichen
      Punkten widersprechen. IMHO kann man nicht gleichzeitig die
      christliche und die buddhistische Lehre als Ganzes für
      sich annehmen. Mann kann sich jedoch sicher aus beiden
      Religionen was zusammensuchen für ein eigenes Weltbild, aber
      ob das dann noch Christentum oder Buddhismus ist ? Ich hab da
      so meine Zweifel, aber das ist jetzt meine ganz persönliche
      Meinung.
      Nun gut, darüber könnte man diskutieren. Beide Seiten sind ja kulturell gefärbt, und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt, dann kommt es ja nicht darauf an, etwas "ganz" zu übernehmen, sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die einem selbst munden. Aber das ist ja letztlich eine Frage, die sich eigentlich doch nicht diskutieren lässt, weil Religion ja von sich aus subjektiv gefärbt ist. Ich denke allerdings, dass die christlichen Kirchen zumindest der ORT sind, wo eine Vermittlung überhaupt stattfinden kann. Denn buddhistische Tempel sind ja immer noch selten (ich kenne nur den in Berlin) - und außerdem nicht jedermanns Sache. Davon unberührt aber ist - meine ich - die Lektüre der Texte.

      Herzliche Grüße

      Thomas

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Buddhismus und Christentum

        Hallo Thomas
        sorry, weshalb ich im Moment immer mit Verzögerung antworte,
        aber unsere Zeitplanung ist babygesteuert! :-)
        Na dann ist ja mit der nächsten Antwort in etwas 4 Stunden in der nächsten Schlafphase zu rechnen *g*. Aus "offiziellen buddhistischen Quellen" wie z.B. der DBU hab
        ich auch noch keinen Kommentar zu dem Buch gesehen. Ich werd
        aber mal drauf achten, ob da was kommt.
        Es wäre nett, wenn du mich da auf dem Laufenden halten
        könntest, weil ich momentan dafür keine Nerven habe ...
        Mach ich. Allerdings kann ich dir nichts versprechen oder vorausahnen, in wiefern dieses Werk "offiziell" überhaupt zur Kenntnis genommen wird. Ich werde das Buch auf jeden Fall erstmal zur Ansicht über die
        Fernleihe bestellen. Dann kann ich dir auch über die
        Übersetzung berichten. :-)
        Danke, das ist lieb. Deine Meinung im Vergleich zum Bi-Yän-lu interessiert mich da natürlich auch. Nun gut, darüber könnte man diskutieren. Beide Seiten sind ja
        kulturell gefärbt,
        schon, aber wenn man das weglässt, was ich auch im Buddhismus immer so gerne etwas salopp als "Folklore" bezeichne, so bleibt doch bei beiden Religionen ein Kern der Lehre vorhanden. und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
        dann kommt es ja nicht darauf an, etwas "ganz" zu übernehmen,
        sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
        einem selbst munden.
        Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.

        Aber das ist ja letztlich eine Frage, die sich eigentlich doch nicht diskutieren lässt, weil Religion ja
        von sich aus subjektiv gefärbt ist.
        Sicher hat die Ausprägungsform einer Religion auch sowohl mit dem kulturellen Umfeld, als auch mit der individuellen Persönlichkeit eines Menschen zutun. Beste Beispiele, die ich immer gerne anführe, sind die doch extrem gegensätzlich anmutenden Ausprägungsformen des Buddhismus im Zen und im tibetischen Buddhismus. Nichts testotrotz hab ich noch keinen Buddhisten erlebt, der einer dieser beiden Richtungen absprechen würde, buddhistisch zu sein. Also muss es doch einen Kern einer Lehre geben, der allgemein anerkannt ist und als Unterscheidungsmerkmal beispielsweise zu anderen Lehren oder Religionen dient und der eben nicht subjektiv ist.

        Ich denke allerdings, dass die christlichen Kirchen zumindest der ORT sind, wo eine
        Vermittlung überhaupt stattfinden kann. Denn buddhistische
        Tempel sind ja immer noch selten (ich kenne nur den in Berlin)
        - und außerdem nicht jedermanns Sache.
        hm...ich versteh jetzt nicht ganz, was du mit "Vermittlung" meinst und wofür du dafür einen Tempel brauchst *g*. Wenn sich ein Christ für den Buddhismus interessiert, so gibt es in fast jeder größeren Stadt mittlerweile buddhistische Gruppen, wo er Leute findet, mit denen er sich austauschen kann, oder er nimmt einfach ein gutes Buch zur Hand, oder er fragt bei w-w-w nach :-)

        Hier passen allerdings vielleicht die Aktivitäten von Jäher und Co. Ich hab nämlich den Eindruck, dass diese Gruppe versucht, buddhistische Lehren ins Christentum hineinzutragen. Ich kann gut verstehen, dass sich die christlichen Kirchen von "offzieller" Seite jedoch gegen diese Bestrebungen wehren, denn IMHO würde das über kurz oder lang die christliche Lehre sprengen, sprich: es würde keine erstrebenswerte Reform statt, sondern Dogmen uns Glaubsgrundsätze des Christentums würden vermutlich so auf der Strecke bleiben, dass da Christentum als solches kaum noch erkennbar wäre. Entweder ergäbe das dann einen Buddhismus mit christlichem Anstrich oder ein Christentum mit buddhistischem Anstrich.

        Ich finde aber, diese Zeiten sind eigentlich vorbei. Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die Lehre vom "Ballast" der vor Ort vorgefundenen Religionen und kulturellen Eigenarten zu befreien. Dies liegt auch nahe, weil vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den Christen hier immer so beobachtet.

        Davon unberührt aber ist - meine ich - die Lektüre der Texte.
        Klar, jedes Buch muss für sich erweisen, ob es etwas taugt oder nicht. Die entscheidende Frage ist, welche Kriterien man festlegt, um den Inhalt eines Buches zu beurteilen.

        lieben Gruss
        Marion

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re: Buddhismus und Christentum

          Hallo Marion, und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
          dann kommt es ja nicht darauf an, etwas "ganz" zu übernehmen,
          sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
          einem selbst munden.
          Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit
          dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte
          nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen
          Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein
          eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne
          des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.
          Genau! Das ist auch nicht im Sinne des Christentums ;-) Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
          den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
          Lehre vom "Ballast" der vor Ort vorgefundenen Religionen und
          kulturellen Eigenarten zu befreien.
          Dieser Trend würde den christlichen Kirchen auch guttun. Dies liegt auch nahe, weil
          vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen
          unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie
          heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen
          akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum
          sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer
          Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den
          Christen hier immer so beobachtet.
          Dann wollen wir hoffen, dass die Buddhisten uns ein Vorbild werden. Hier im w-w-w vertragen sich die verschiedenen Gruppierungen schon ganz gut.

          Gruss Harald

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^2: Buddhismus und Christentum

            Moin Harald :-) Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
            den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
            Lehre vom "Ballast" der vor Ort vorgefundenen Religionen und
            kulturellen Eigenarten zu befreien.
            Dieser Trend würde den christlichen Kirchen auch guttun. Dies liegt auch nahe, weil
            vermutlich nie zuvor der Informationsfluss zwischen
            unterschiedlichen buddhistischen Gruppen so gross war wie
            heute. Die Lehre dient dabei als gemeinsame, von allen
            akzeptierte Grundlage. Daher wirst du auch vermutlich kaum
            sehen, dass sich Anhänger unterschiedlicher buddhistischer
            Gruppen hier in die Haare kriegen werden, wie man es bei den
            Christen hier immer so beobachtet.
            Dann wollen wir hoffen, dass die Buddhisten uns ein Vorbild
            werden. Hier im w-w-w vertragen sich die verschiedenen
            Gruppierungen schon ganz gut.
            Ich hab eher den Eindruck, dass Problem liegt hier daran, dass das Christentum anders als der Buddhismus eine Religion ist, die auf Glaubensgrundsätzen und Dogmen beruht, die aber von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein können. Hier eine Einigung zu erzielen scheint mir gradezu unmöglich, da sich ja jede Gruppe über eben diese Glaubensgrundsätze und Dogmen definiert.

            Aber da kann ich nicht wirklich mitreden, dazu weiss ich zu wenig übers Christentum und insbesondere die unterschiedlichen Gruppen und ihr Verhältnis zueinander. Ich hatte bislang den Eindruck, diese Gruppen stehen eher in eine Art Konkurrenz zueinander, wer denn nun die "echten" Christen sind. Aber dieser Eindruck ist wirklich sehr subjektiv.

            Gruss
            Mario

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^3: Buddhismus und Christentum

              Moin Marion :-) Ich hab eher den Eindruck, dass Problem liegt hier daran, dass
              das Christentum anders als der Buddhismus eine Religion ist,
              die auf Glaubensgrundsätzen und Dogmen beruht, die aber von
              Gruppe zu Gruppe unterschiedlich sein können. Hier eine
              Einigung zu erzielen scheint mir gradezu unmöglich, da sich ja
              jede Gruppe über eben diese Glaubensgrundsätze und Dogmen
              definiert.
              Dein Eindruck ist leider in den meisten Fällen stimmig.
              Das bedeutet aber nur, dass sich diese Gruppen vom Urchristentum entfernt haben. Immerhin gibt es nur eine Lehre Jesu. Da kann man zwar viel hineininterpretieren, aber um bei der Wahrheit zu bleiben, muss man dann auch Interpretation von Zitat trennen.

              Schon Paulus hatte mit diesen Problemen zu kämpfen. Und er rügte die Gläubigen seiner Zeit, weil Trennung entstand wo Einheit herrschen sollte. Aber da kann ich nicht wirklich mitreden, dazu weiss ich zu
              wenig übers Christentum und insbesondere die unterschiedlichen
              Gruppen und ihr Verhältnis zueinander. Ich hatte bislang den
              Eindruck, diese Gruppen stehen eher in eine Art Konkurrenz
              zueinander, wer denn nun die "echten" Christen sind. Aber
              dieser Eindruck ist wirklich sehr subjektiv.
              Es stimmt leider ;-(
              Jede Gruppe scheint den Himmel ganz allein gepachtet zu haben.
              Wer sich aber ernsthaft damit beschäftigt, wird erkennen müssen, dass nicht die äußeren Unterschiede wichtig sind, sondern der Kern der Lehre.

              Vielleicht sind die Buddhisten uns Christen hier einen Schritt voraus.

              Gruss Harald

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re: Buddhismus und Christentum

          Hallo Marion, Na dann ist ja mit der nächsten Antwort in etwas 4 Stunden in
          der nächsten Schlafphase zu rechnen *g*.
          ätsch, nur 2 Stunden! Aber ich muss leise sein :-x Allerdings kann ich dir nichts versprechen ...
          Logo. Danke, das ist lieb. Deine Meinung im Vergleich zum Bi-Yän-lu
          interessiert mich da natürlich auch.
          Kommt, wenn es da ist. und wenn man den Dalai Lama ernst nimmt,
          dann kommt es ja nicht darauf an, etwas "ganz" zu übernehmen,
          sondern man soll lieber gesunde Mischungen bevorzugen, die
          einem selbst munden.
          Ich denke, dass er das so wohl eher nicht gesagt hat und mit
          dererlei Aussagen sollte man auch vorsichtig sein. Das könnte
          nämlich dazu führen, dass sich jeder aus allen möglichen
          Religionen nur das herauspickt, was von vorneherein in sein
          eigenes Weltbild passt, und das ist ganz sicher nicht im Sinne
          des Buddhismus, davor wird sogar ausdrücklich gewarnt.
          Du hast natürlich Recht, das hat er SO nicht gesagt. Was er nach meinem Verständnis meinte, ist, dass es besser ist, Christ zu sein, als gar keine Religion zu haben bzw. dass man sich nicht in ein fremdkulturelles Weltbild pressen (lassen) sollte. Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
          den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
          Lehre vom "Ballast" der vor Ort vorgefundenen Religionen und
          kulturellen Eigenarten zu befreien.
          Die Tendenz zum Urchristentum scheint mir auch deutlich zu sein im Bemühen um Ökomene.

          Mein Interesse an Religion und eben auch am Buddhismus ist - wie du ja vielleicht weißt - eher theoretisch, weshalb ich hier nicht in Streit um Dogmen oder Lehren ausufern möchte. Mir geht es um das religiöse Verstehen als Welt- und Selbstinterpretation überhaupt.

          Herzliche Grüße (mit Grüßen an Harald verbunden!)

          Thomas

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^2: Buddhismus und Christentum

            Moin Thomas :-) Du hast natürlich Recht, das hat er SO nicht gesagt. Was er
            nach meinem Verständnis meinte, ist, dass es besser ist,
            Christ zu sein, als gar keine Religion zu haben
            hm..auch das kann ich mir nicht so recht vorstellen...
            Eigentlich interessieren sich Buddhisten nicht sonderlich dafür, ob irgendwer mal als Christ getauft wurde oder nicht oder ob er irgendeiner Religion angehört. Wichtig ist immer nur der Mensch in seinen Gedanken, Worten und Taten. Wenn du mit "Religion" jedoch ein Wertesystem meinst, dass sich einem egozentrischen und egoistischen Weltbild ein wenig entgegenstellt, dann könnte ich dir bedingt zustimmen. Schade, dass wir das Zitat nicht dahaben, auf das du dich beziehst.

            bzw. dass man sich nicht in ein fremdkulturelles Weltbild pressen (lassen)
            sollte.
            Nicht nur in ein fremdkulturelles...man sollte sich in gar kein Weltbild pressen lassen. Insbesondere im Buddhismus geht der Trend eher dahin, sich auf
            den Kern der Buddhisstischen Lehre zu konzentrieren und die
            Lehre vom "Ballast" der vor Ort vorgefundenen Religionen und
            kulturellen Eigenarten zu befreien.
            Die Tendenz zum Urchristentum scheint mir auch deutlich zu
            sein im Bemühen um Ökomene.
            Siehe auch meine Antwort an Harald. Ich (allerdings als Außenstehende wohlgemerkt) empfinde es so, dass sich unterschiedliche Christliche Gruppen (mit den die Gruppenidentität ausmachenden Dogmen und Glaubensgrundsätzen) eher als Konkurrenz verstehen.

            Bei buddhistischen Gruppen empfinde ich das anders. Jede Gruppe erkennte die gleichen Grundsätze der Lehre an, hat aber (neben den bereits erwähnten kulturellen/folkloristischen Eigenarten) vielfach auch ihren Schwerpunkt auf einem anderen Aspekt der Lehre, als vielleicht eine andere Gruppe. Zum Beispiel hat der ZEN seinen Schwerpunkt eher auf der Erkenntnis durch Einsicht, während andere buddhistische Gruppen z.B. ihren Schwerpunkt eher auf Verwirklichung des Boddhisatva-Ideals haben, also schlicht gesagt, andern Lebewesen Gutes zu tun. Diese jeweiligen Schwerpunkte haben innerhalb dieser Gruppen häufig schon einen sehr hohen "Entwicklungsgrad" erreicht.

            Durch die modernen Mittel der Kommunikation entsteht nun für den Buddhismus etwas ganz Tolles und Spannendes, nämlich dass Buddhisten durch den Informationsaustausch mit anderen buddhistischen Gruppen lernen können, die buddhistische Lehre in ihrer Gesamtheit besser zu verstehen und von dem hohen Entwicklungsgrad von anderen Aspekten/Schwerpunkten der buddhistischen Lehre, als denen der eigenen Gruppe zu profitieren. Mein Interesse an Religion und eben auch am Buddhismus ist -
            wie du ja vielleicht weißt - eher theoretisch, weshalb ich
            hier nicht in Streit um Dogmen oder Lehren ausufern möchte.
            Mir geht es um das religiöse Verstehen als Welt- und
            Selbstinterpretation überhaupt.
            Schon klar. Ich hab auch nicht vor mich hier zu streiten, dazu gibts andere Bretter *g*. Manchmal bedient man sich jedoch eines Vergleichs (zum Beispiel mit dem Christentum), um etwas zu verdeutlichen. Die Gefahr, die dadurch entsteht, insbesondere wenn man das, womit man vergleichen will (in diesem Fall das Christentum) eigentlich gar nicht so genau kennt, sehe ich natürlich auch. Aber dann gibt es ja vielleicht den ein oder anderen Christen hier, der mir widersprechen wird und ich lerne dadurch was übers Christentum. Ist ja auch nicht schlecht :-)

            Im übrigen denke ich, dass man um eine Auseinandersetzung mit Dogmen und Glaubensgrundsätzen kaum herumkommt, wenn man dem Christlich-Buddhistischen Ansatz von Jäger etc. folgen will.

            Lieben Gruss
            Marion

            • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
              Re^3: Buddhismus und Christentum

              Hallo Marion,

              ich habe nachgesehen, ob ich das Buch noch irgendwo habe, aber ich kann es nicht finden :-( . Es handelt sich aber - das meine ich noch zu wissen - um eine (mehrtätige) Vorlesung vor Studenten (Harvard?), die ich in deutscher Übersetzung gelesen habe (Ullstein oder dtv oder so). Da wurde eine Frage gestellt, ob er es als Dalai Lama den Buddhismus-Boom (im Westen) befürworte. Die Antwort habe ich deshalb noch (jedenfalls sinngemäß) in Erinnerung, weil sie mich beeindruckt hat. Er sagte (sinngemäß), dass der Trend zum Buddhismus auch sehr negative Seiten haben kann (für Westler), weil den Suchenden der kulturelle Hintergrund fehle und es daher leicht zu Fehlschlüssen die buddhistische Lehre betreffend kommen könne. Insofern sei es für bestimmte Menschen besser, sie blieben Christen, als dass sie sich dem Buddhismus auf falsche Weise anschließen würden.

              Daraus hatte ICH nun den Schluss gezogen (der vielleicht falsch ist), dass man sich als Christ für den Buddhismus interessieren könne, ohne Buddhist zu sein. Freilich kann man das natürlich auch anders herum interpretieren, dass nämlich eine Übernahme buddhistischer Anschauungen NUR IN GÄNZE sinnvoll sein könne. Diese Interpretation aber scheint mir nicht stimmig zu sein, weil das ja - in letzter Konsequenz - der Verbreitung der Lehre an sich widerspräche.

              Ich bin im Moment (geburts- und schlafentzugsbedingt) etwas verwirrt und kann mir keinen rechten Reim machen [das ist möglicherweise auch der Grund für meine verwirrende Darstellung]. Vielleicht kannst du mir einen Schubs geben. :-)

              Bis hierher in aller Kürze.

              Herzliche Grüße

              Thomas



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