Wohl in brauner Kutte zur Heiligsprechung von Escr
Von: , Frage gestellt am Fr, 4. Okt 2002
Hallo
Ich frage mich immer mehr, wessen (Un-)Geistes die katholische Kurie ist. Wann sind Franco, Pinochet, Salazar an der Reihe? Hier, wie beim anderen braunen Gesindel muss wohl noch etwas Gras über die Geschichte wachsen. Ich erinnere an die missglückte Seligsprechung des tiefbraunen kroatischen Erzbischofes.
Brennend würde mich interessieren, wieviel Kohle das Opus Dei für diese ekelhafte, demaskierende Veranstaltung locker machte.
Hier ein Auszug aus einem Artikel in der NZZ von heute:
In spanischen kirchlichen Kreisen bestehen grosse Vorbehalte gegenüber Escrivá, die schon 1992 anlässlich seiner Seligsprechung vereinzelt auch geäussert wurden. Der Sohn eines verarmten provinziellen Stoffhändlers, 1902 in Barbastro geboren, hatte schwere persönliche, soziale und gesundheitliche Probleme zu überwinden. Er entwickelte eine Neigung zur cholerischen Selbstüberschätzung und Eitelkeit. Nach Ansicht seiner Kritiker zeigte sich dies schon früh in der Namensänderung und Aneignung eines Adelstitels sowie in der obligatorisch erklärten, im Bereich der Bezeichnungen für Gott und den Papst angesiedelten Anrede «Der Vater». Seinen bekannten Hang zum Luxus mussten die Anhänger finanzieren. Ärmlich blieb - im Gegensatzzum taktischen Geschick - dagegen sein theologisches und intellektuelles Werkzeug. Die 999 Aphorismen im Hauptwerk «El Camino» (Der Weg) von 1939 verlangen ein devotes Dienen. Die Zeugnisse ehemaliger Opus-Dei-Mitglieder, denen der Ausstieg weder leicht fiel noch leicht gemacht wurde, deuten auf eine autoritäre Kontrolle des Privatlebens hin, auch in finanzieller Hinsicht. Das Opus Dei hat dabei in Spanien paradoxerweise fast «calvinistische» Werte eingeführt, das heisst eine gottgefällige Arbeitsethik mit Pünktlichkeit und Effizienz, verbunden mit einer patriarchalisch-orthodoxen Moral für die Vielkinderfamilie.
Der ganze, sehr lesenswerte Artikel ist zu finden unter:
http://www.nzz.ch/2002/10/04/al/page-article8FT7B.html
Sehr nachdenkliche Grüsse
Mäni
