Gott sprach ...

Von: , Frage gestellt am Mi, 23. Okt 2002

Lieber Harald,
Möchte mal gern wissen, wie man die Stimme Gottes hört, ohne dass man paranoid veranlagt ist. Können denn Menschen ohne Schizophrenie ab und zu eine solche Stimme hören? Ist sie eher männlich, weiblich oder was? Natürlich weiss ich, dass Du darüber nicht's wissen kannst - aber Deine Meinung würde mich interessieren!
Mit Gruss: Hardy

11 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Stunden 3 hilfreich
    Re: Gott sprach ...

    Hallo Hardy Möchte mal gern wissen, wie man die Stimme Gottes hört, ohne
    dass man paranoid veranlagt ist. Können denn Menschen ohne
    Schizophrenie ab und zu eine solche Stimme hören? Ist sie eher
    männlich, weiblich oder was? Natürlich weiss ich, dass Du
    darüber nicht's wissen kannst - aber Deine Meinung würde mich
    interessieren!
    Eine gute Frage, die aber nicht nur Harald angeht. Sehr viele Christen können berichten, wie Gott zu ihnen gesprochen hat.

    Allerdings darf man die Aussage nicht ganz so wörtlich nehmen, wie Du das oben angedeutet hast. Die Aussage "Gott sprach..." ist - auch in der Bibel - zu übersetzen mit "Gott hat mir das und das klar gemacht..."

    Wie das passiert ist so unterschiedlich wie die Menschen, die das erleben. Es kann eine plötzliche Klarheit sein, es kann ein Traum sein, es kann ein Gespräch mit anderen sein oder es kann - in seltenen Fällen - auch sein, dass man eine Stimme zu hören meint.

    Ich persönlich habe am ehesten das Phänomen der plötzlichen Klarheit und Sicherheit im "Gespräch" mit Gott erlebt, kann Dir also über die Klang der Stimme keine Auskunft geben.

    Aber mit Schizophrenie hat das alles nichts zu tun, Schizophrenie ist ein klar definiertes Krankheitsbild, über das Du im Psychologiebrett Näheres erfahren kannst.

    Gruss
    Thomas

    • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Gott sprach ...

      Hallo. Eine gute Frage, die aber nicht nur Harald angeht. Sehr viele
      Christen können berichten, wie Gott zu ihnen gesprochen hat.
      Eigentlich kann die ganze Welt das berichten, weil G'tt sich am Sinai an alle Seelen gewandt hat. Und da hat er auch wirklich gesprochen und das dann auch noch gleichzeitig in allen Sprachen. Allerdings darf man die Aussage nicht ganz so wörtlich nehmen,
      wie Du das oben angedeutet hast. Die Aussage "Gott sprach..."
      ist - auch in der Bibel - zu übersetzen mit "Gott hat mir das
      und das klar gemacht..."
      Machst Du es dir jetzt hier nicht zu einfach? So gibt es im Tanach verschiedene Redewendungen und je nach dem ist dort eindeutig von Sprechen die Rede und wird so auch im Judentum verstanden (s.o.). Ausserdem muss deine Interpretation dir ja auch G'tt erst einmal klar machen, weil der Text das nicht hergibt. Bezogen auf unseren Alltag als Nichtpropheten würde ich dir allerdings zustimmen, dass diese G'tteserfahrung nichts mehr mit "G'tt sprach" zu tun hat.

      Schalom,
      Eli

      • Antwort von nach 18 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Gott sprach ...

        Hallo Eli
        Machst Du es dir jetzt hier nicht zu einfach? So gibt es im
        Tanach verschiedene Redewendungen und je nach dem ist dort
        eindeutig von Sprechen die Rede und wird so auch im Judentum
        verstanden (s.o.). Ausserdem muss deine Interpretation dir ja
        auch G'tt erst einmal klar machen, weil der Text das nicht
        hergibt. Bezogen auf unseren Alltag als Nichtpropheten würde
        ich dir allerdings zustimmen, dass diese G'tteserfahrung
        nichts mehr mit "G'tt sprach" zu tun hat.

        Ich spreche tatsächlich aus meiner Erfahrung bzw. dem, was ich in der Gemeinde so mitbekomme.

        Was die Bibel angeht, so gibt es einige Texte, in der ganz klar hervorgeht, dass hören wie gesprochenes Wort gemeint ist - ich denke hier an einen Text aus dem alten Testament, wo einer der Propheten als junger Mensch - glaube ich - immer nach nebenan läuft und seinen Meister fragt, ob er ihn gerufen hat.

        Aber ansonsten geht das aus dem Textzusammenhang in der Regel nicht klar hervor. Dein Hinweis auf die sprachliche Wurzel bedeutet im wesentlichen, dass diejenigen, die die Texte aufgeschrieben haben, die Ereignisse als gehörtes Wort verstanden haben, aber das muss ja nicht unbedingt so gewesen sein. Eigentlich wichtig ist die Botschaft, die vermittelt wurde.

        Gruss
        Thomas

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Gott sprach ...

          *einmisch* Dein Hinweis auf die sprachliche Wurzel
          bedeutet im wesentlichen, dass diejenigen, die die Texte
          aufgeschrieben haben, die Ereignisse als gehörtes Wort
          verstanden haben, aber das muss ja nicht unbedingt so gewesen
          sein.
          auf dieser grundlage keonnten wir die ganze religion gleich in die tonne kippen. wenn keiner mehr sicher ist, ob das auch so gewesen ist wie es da steht, ehm, woran glaubt man dann nochmal? da steht sprechen, so wie jeder spricht. naja ich kann mir nicht im entferntesten vorstellen wie sich das anfuehlt, vielleicht so wie das borg-kollektiv, aber wenns da steht, entweder ich glaubs oder eben nicht. :)

          gruss lehitroat.

          • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
            Re^5: Gott sprach ...

            Hallo lehi
            auf dieser grundlage keonnten wir die ganze religion gleich in
            die tonne kippen. wenn keiner mehr sicher ist, ob das auch so
            gewesen ist wie es da steht, ehm, woran glaubt man dann
            nochmal? da steht sprechen, so wie jeder spricht. naja ich
            kann mir nicht im entferntesten vorstellen wie sich das
            anfuehlt, vielleicht so wie das borg-kollektiv, aber wenns da
            steht, entweder ich glaubs oder eben nicht. :)

            Das sehe ich ganz anders, denn ich habe ja nicht davon gesprochen, dass alles Unsinn ist, sondern davon, dass nicht wesentliche Details anders gewesen sein könnten als es sich die Schreiber vorgestellt haben.

            Dahinter steckt natürlich eine bestimmte Vorstellung. Gott ist real, so real wie Du und ich. Und wenn Gott redet, dann kommt es - wie in jedem zwischenmenschlichen Gespräch auch - nicht nur darauf an, was er sagt, sondern auch, was verstanden wird.

            Mit anderen Worten: Gott steuert diejenigen, die die Bibeltexte geschrieben haben, nicht fern, sondern das, was Gott sagt, wird von diesen Schreibern im Licht ihrer kulturellen, sozialen und persönlichen Erfahrung verstanden.

            Damit ist kein Text in der Bibel erfunden, aber in jedem Text ist immer auch zu fragen, was ist die reale Botschaft, die wir für uns übernehmen müssen, und was sind zeitlich bedingte Aussagen, die wir in unseren zeitlichen Kontext übertragen müssen.

            Zugegeben: Ein schwieriger und oft nicht eindeutiger Prozess. Aber wir Christen haben wenigstens den heiligen Geist als Hilfe, nicht wahr ;-))

            Gruss
            Thomas

            • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
              Re^6: Gott sprach ...

              Aber wir Christen haben wenigstens den heiligen Geist als
              Hilfe, nicht wahr ;-))
              und woher weisst du, dass dein heiliger geist nicht auch "im lichte der zeit" mit dir redet? ausserdem ist mir nicht klar, was bei dem einfachen satz "ER SAGTE" im lichte der zeit sein soll....

              lehitraot.

            • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
              Re^7: Gott sprach ...

              Hallo Lehi Aber wir Christen haben wenigstens den heiligen Geist als
              Hilfe, nicht wahr ;-))
              und woher weisst du, dass dein heiliger geist nicht auch "im
              lichte der zeit" mit dir redet?
              Aber ich meine doch, dass - auch heute - wir Gottes Wort im Lichte unserer Zeit hören, wir sind nicht besser oder schlechter als unsere Vorväter.
              Mir ist auch klar, dass ich dabei viele Dinge womöglich falsch sehe (vielleicht auch das Sprechen Gottes in unsere Zeit), aber genauso wie Gott Erbarmen mit unseren Vorfahren hatte und sie gemäß ihrer Taten beurteilte und nicht gemäß der Dinge, die sie nicht wissen konnte, genauso hat Gott auch mit uns erbarmen. ausserdem ist mir nicht klar,
              was bei dem einfachen satz "ER SAGTE" im lichte der zeit sein
              soll....

              Ganz einfach: Es ist heutzutage allgemein bekannt, dass man durch viele Wege kommunizieren kann, nicht nur durch gesprochene Worte. Manchmal sind diese anderen Wege sogar deutlicher als reine Worte.

              Gruss
              Thomas

  2. Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gott sprach ...

    Hallo Hardy,

    nur ein kleines-feines Beispiel: Mein Sohn sagt des Öfteren, dass er dies und das gerade nicht tun kann, weil sein Gehirn mit ihm spricht. Zugegeben: Eine sehr kindliche Umschreibung der Stimme, die wohl jeder von uns spätestens im Erwachsenenalter verlernt hat zu hören...

    Ist das Gott? Bin ich nun gar schizophren? Oder paranoid???

    Die Antwort muss sich jeder Mensch alleine geben. Auf jeden Fall kann es wohl nicht schaden, mehr in sich hineinzuhören, Dinge, Geschehnisse zu durchdenken.

    Welchen Namen das "Ergebnis" dann bekommt, ist - denke ich - sekundär. Hauptsache, es hilft!

    Viele Grüße
    Jana

    • Antwort von nach 19 Stunden 2 hilfreich
      Re^2: Gott oder Gewissen...?

      Hallo Hardy,

      nur ein kleines-feines Beispiel: Mein Sohn sagt des Öfteren,
      dass er dies und das gerade nicht tun kann, weil sein
      Gehirn mit ihm spricht
      . Zugegeben: Eine sehr kindliche
      Umschreibung der Stimme, die wohl jeder von uns spätestens im
      Erwachsenenalter verlernt hat zu hören...
      Das ist die Stimme des eigenen Gewissens. Ist das Gott? Bin ich nun gar schizophren? Oder paranoid???
      Nein, das ist keine Schizophrenie, sondern das (gute!) Gewissen. Die Antwort muss sich jeder Mensch alleine geben. Auf jeden
      Fall kann es wohl nicht schaden, mehr in sich hineinzuhören,
      Dinge, Geschehnisse zu durchdenken.
      Das ist definitiv richtig. Welchen Namen das "Ergebnis" dann bekommt, ist - denke ich -
      sekundär. Hauptsache, es hilft!
      Da bin ich anderer Meinung:

      Gott ist eine unabhängige Person außerhalb von uns, die es schon vor uns gab und auch nach uns geben wird - Gott ist ewig und sein Wille ist unwandelbar.

      Unser Gewissen wurde uns mit unserer Geburt von Gott auf diesen Lebensweg mitgegeben:

      Römer 2,14-15 sagt: "Auch wenn die anderen Völker das Gesetz Gottes nicht haben [so wie die Juden], gibt es unter ihnen doch Menschen, die aus natürlichem Empfinden heraus tun, was das Gesetz verlangt. Ohne das Gesetz zu kennen, tragen sie es also in sich selbst. Ihr Verhalten beweist, dass ihnen die Forderungen des Gesetzes ins Herz geschrieben sind, und das zeigt sich auch an der Stimme ihres Gewissens und an den Gedanken, die sich gegenseitig anklagen oder auch verteidigen."

      Dieses Gewissen ist bereits von Gott geschult, d. h. es kann ohne Bildung und ohne Hinweis auf Gott oder irgend eine Ethik bereits zwischen Gut und Böse unterscheiden (das merkt man oft bei Kindern)!

      Da Gott uns aber als freiheitliche Menschen geschaffen hat, hat er uns die Möglichkeit gelassen, dieses Gewissen selber zu beeinflussen. Und es ist so wie Du sagst: Viele Erwachsene hören entweder nicht mehr auf ihr Gewissen oder sie haben es bereits umgepolt oder totgetrampelt! Das ist tatsächlich (leider) möglich.

      Man muss also sehr genau unterscheiden zwischen dem (unveränderlichen) Reden Gottes und dem (sehr beeinflussbaren) menschlichen Gewissen.

      Herzliche Grüße

      Alex.



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