Re: Verhalten in kath. Gottesdienst
Hallo Heidi,
wenn du dir vor Augen führst, dass in früheren Zeiten die liturgische Grundhaltung im Gottesdienst das Stehen war (Kirchenbänke sind eine verhältnismäßig moderne Erfindung, die gibt es erst seit dem Barock), kannst du beruhigt davon ausgehen, dass du mit Stehen nichts verkehrt machst.
Den ganzen Gottesdienst über zu stehen wäre also eine Lösung für das Dilemma, aber das wäre sicher am einfachsten zu bewerkstelligen, wenn du in einem gut gefüllten Gottesdienst die Kirchenbänke gar nicht betrittst, sondern dahinter oder seitlich davon stehen bleibst (aber wo findet man heutzutage noch eine gut gefüllte Kirche? ;-) )
Es gibt im katholischen Ritus eine zentrale Stelle, nämlich die Einsetzungsworte der Eucharistiefeier (beginnend mit "Denn in der Nacht, da er verraten wurde, nahm er das Brot ..."), die aus Ehrfurcht vor dem Geschehen keinesfalls im Sitzen gehört werden, sondern im Knieen oder (wahlweise) wenigstens im Stehen.
Auch das nachfolgende Vaterunser wird im Stehen gebetet, ebenso wie vorher im Gottesdienst das Evangelium im Stehen gehört wird. Alle anderen "Turnübungen" sind im wesentlichen optional.
Üblich ist allerdings auch noch, dass man beim Betreten und Verlassen der Kirche als Zeichen der Ehrerbietung eine kurze Kniebeuge zum Tabernakel hin macht - das ist jenes Kästchen, in dem (nach katholischem Verständnis) Christus in Form des gewandelten Brotes gegnwärtig ist. In älteren Kirchen ist der Tabernakel oft in den Hochaltar eingearbeitet, auf alle Fälle ist seine Position durch das "Ewige Licht" gekennzeichnet, eine Ölflamme, die in einem roten Kerzenglas ständig brennt.
Linktipps:
http://www.liturgie.de/informationen/dokumente/aem.htm
http://www.dioezese-linz.at/pastoralamt/liturgie/reg...
http://www.martinsgemeinde.de/liturgie_nachgefragt.h...
Grüße
Wolfgang