Katholische Hochzeit möglich?

Von: , Frage gestellt am Mo, 25. Aug 2003

Hallo!

Analog zu der Diskussion ums Heiraten in evangelischen Kirchen möchte ich fragen, ob ich katholisch getraut werden kann.

Mein Freund ist Engländer und römisch-katholisch (an sich eine sehr seltene Konstellation ;-) ). Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil meiner Meinung nach zuviel Geld an die deutche katholische Kirche geht. Mein Freund muss keinen Cent (!!) an die Kirche abtragen. Er verdient sein Geld in den Niederlanden . Als ob das nicht schon kompliziert genug wäre, mache ich mir jetzt Gedanken, ob wir kirchlich heiraten können.

Ich will ganz ehrlich sein, ich bin bekennender Atheist, aber den Flair, den einem eine katholische Kirche bieten kann, gibt es auf dem Standesamt einfach nicht.

Können wir in Deutschland katholisch getraut werden?

Auch wenn ich nicht glaube, dass jemand das hier wirklich beantworten kann, versuche ich es einfach mal....

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 59 Minuten 0 hilfreich
    Re: Katholische Hochzeit möglich?

    das ehesakrament kannst du als nicht-katholikin nicht kriegen. es ist verboten.

    es gibt aber pfarrer, die segnen eine ehe zwischen einem katholiken und einem andersgläubigen. es findet ein gottesdienst statt, das brautpaar steht vorn, aber statt dem ehesakrament (unauflöslichkeit usw.) gibt es einen segen (quasi "gott und die gemeinde wünschen euch alles gute"). das ist für jemanden, der auf nicht vielen hochzeiten war, wahrscheinlich gar nicht mal von einer "echten" hochzeit zu unterscheiden.

    ob das der pfarrer der gemeinde, in der ihr hochzeit halten wollt, macht, kann nur ein gespräch klären. manche pfarrer lehen dies nämlich ab. dein partner soll deutlich machen, daß ihm etwas an dem segen der kirche liegt.

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Sakrament auch für Nicht-Katholiken!

      das ehesakrament kannst du als nicht-katholikin nicht kriegen.
      es ist verboten.

      Das stimmt nicht. Entscheidend ist, wie die Ehe und vor allem die Erziehung der Kinder laufen wird. Das muss dann allerdings katholisch sein. Aber niemand ist gezwungen seine Religion/Konfession zu verlassen.

      Übrigens gibt es, auch wenn das einige geschrieben haben, keine katholische oder evangelische Taufe; die ist christlich-allgemein. M.W. bestehen nur die Kopten auf einer eigenen Taufe, falls ein Christ dahin konvertieren will.

      Andreas

      • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
        haste räscht!

        das ehesakrament kannst du als nicht-katholikin nicht kriegen.
        es ist verboten.
        Das stimmt nicht. Entscheidend ist, wie die Ehe und vor allem
        die Erziehung der Kinder laufen wird. Das muss dann allerdings
        katholisch sein. Aber niemand ist gezwungen seine
        Religion/Konfession zu verlassen.
        du hast recht: es steht auf http://www.erzbistum-koeln.de/opencms/opencms/seelso...

    • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Katholische Hochzeit möglich?

      Na dann hoffe ich, dass er gut lügen kann... Nein ehrlich, ich finde die Idee mit dem freien Redner / Theologen sowieso besser.... [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

  2. Antwort von nach 22 Minuten 1 hilfreich
    Re: Katholische Hochzeit möglich?

    Moin,

    auch wenn ich es ziemlich inkonsequent finde, als bekennender Atheist kirchlich heiraten zu wollen, denke ich nicht, daß das allzu problematisch sein dürfte.
    Ihr seid beide katholisch getauft, wenn ich das richtig verstanden habe - das ist die Grundvoraussetzung.
    Jetzt müßt ihr nur noch einen Pfarrer finden, der bereit ist, eine Ausgetretene zu trauen. Wenn sich nur Pfaffen finden, die auf einen Wiedereintritt bestehen, ist das aber auch kein besonderer Aufwand. Dann trittst du eben wieder in die Kirche ein und unmittelbar nach der Trauung wieder aus. Das kostet dann zwar ein paar Euro Gebühren beim Standesamt (Austritt - Eintritt glaube ich, geht über das Pfarramt), die Kosten sind aber wirklich marginal verglichen mit dem, was die Hochzeit kosten wird ;-).

    Gruß
    L.

    P.S.: Ich habe auch schon gesehen, daß ein katholischer Pfarrer eine Katholikin mit einem Anglikaner verheiratet hat, nur so btw.

    • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Katholische Hochzeit möglich?

      Moin,

      auch wenn ich es ziemlich inkonsequent finde, als bekennender
      Atheist kirchlich heiraten zu wollen, denke ich nicht, daß das
      allzu problematisch sein dürfte.
      Ihr seid beide katholisch getauft, wenn ich das richtig
      verstanden habe - das ist die Grundvoraussetzung.
      Ich bin getauft, nicht katholisch getauft. Ich war mal evangelisch, bin aber konvertiert, weil ich in der katholischen Kirche hoffte, meinen wahren Glauben zu finden. Hat aber nicht geklappt.... Jetzt müßt ihr nur noch einen Pfarrer finden, der bereit ist,
      eine Ausgetretene zu trauen. Wenn sich nur Pfaffen finden, die
      auf einen Wiedereintritt bestehen, ist das aber auch kein
      besonderer Aufwand. Dann trittst du eben wieder in die Kirche
      ein und unmittelbar nach der Trauung wieder aus. Das kostet
      dann zwar ein paar Euro Gebühren beim Standesamt (Austritt -
      Eintritt glaube ich, geht über das Pfarramt), die Kosten sind
      aber wirklich marginal verglichen mit dem, was die Hochzeit
      kosten wird ;-).
      Ich weiß das der Austritt aus der Kirche kein Geld kostet.. Ich bin nämlich schon aus zwei Kirchen ausgetreten, siehe weiter oben...

      Aber für alle Gläubigen: Ich werde wohl einen freien Theologen, Redner was auch immer nehmen. Aber das mit der Kirchensteuer finde ich dennoch ziemlich übertrieben... seht in andere Länder, da gibt es die Kirchen auch ohne so teure Beiträge....
      Gruß
      L.

      P.S.: Ich habe auch schon gesehen, daß ein katholischer
      Pfarrer eine Katholikin mit einem Anglikaner verheiratet hat,
      nur so btw.

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Katholische Hochzeit möglich?

        Moin,
        Ich bin getauft, nicht katholisch getauft. Ich war mal
        evangelisch, bin aber konvertiert, weil ich in der
        katholischen Kirche hoffte, meinen wahren Glauben zu finden.
        Hat aber nicht geklappt....
        Okay, mit "katholisch getauft" meinte ich, einmal dem katholischen Glauben angehörig gewesen. Ich weiß das der Austritt aus der Kirche kein Geld kostet..
        Ich bin nämlich schon aus zwei Kirchen ausgetreten, siehe
        weiter oben...
        Dann hast du ein sehr günstiges Standesamt. Bei mir hat das damals 40DM gekostet.

        Gruß
        L.

  3. Antwort von nach 2 Stunden 4 hilfreich
    Re: Katholische Hochzeit möglich?

    Hallo Stephanie!

    - Ich denke, die sicherste Antwort bekommt Ihr durch Fragen eines oder gegebenenfalls mehrerer Pfarrer (wenn denn der erste nicht will). In der Regel ist es so, daß die katholische Kirche ihrem Mitglied nicht verweigern wird, es zu trauen, auch wenn der Partner nicht katholisch ist. (Er sollte vielleicht nicht sagen, daß er die katholische Kirche und alles was damit einher geht, doof findet, aber ansonsten...). Soviel an "echter" Antwort.

    Und nun noch ein bißchen Meinung, eine Idee - soll nur zum Nachdenken anregen.
    Ich bin selbst katholisch, hab meinen evangelischen Mann vor gut einem Jahr "ökumenisch-evangelisch" geheiratet und mir war das wichtig: Nicht wegen des schönen Ambientes, sondern weil ich Gottes "offiziellen" Segen haben wollte... Ich hab mich vor der Hochzeit lange und breit mit dem Thema auseinander gesetzt, viele andere heiratende Mädels kennengelernt (www.braut.de) und viele getroffen, die nur wegen des Ambientes und des weißen Kleides wegen kirchlich heiraten wollten und das auch getan haben. Sogar solche, die mal eben schnell wieder eingetreten sind, um hinterher wieder aus der Kirche auszutreten. Für die Taufe geht's dann wieder in die Kirche, hinterher wieder raus und wenn das Leben irgendwann absehbar zuende geht wieder rein... Ich gebe zu, daß ich das immer ein wenig heuchlerisch empfunden habe. Entweder ich kann mich mit meinem Glauben, welcher Art auch immer, ohne Kirche arrangieren - dann kann ich auch ohne heiraten, Kinder kriegen und sterben. Oder ich will genau das eben nicht, und dann bleibe ich in der Kirche...

    Es gibt im Übrigen für erstere Fälle auch Alternativen: Nennen sich freie Theologen und trauen Dich, wo immer Du willst mit einer kirchenähnlichen (oder auch nicht, je nach Wunsch) Zeremonie, die dann genau auf Euch beide zugeschnitten ist... Für mich wär das nix gewesen, aber ich fand das immer allemal konsequenter und schöner als das Ein-und Wiederaustreten, wenn man eben gar nix mit der Kirche am Hut hat... Vielleicht wär das ja was für Euch - google spuckt sicher was aus, ansonsten gibt's auf der Seite, die ich oben erwähnt hab, glaube ich, auch Links und evtl. sogar Erfahrungsberichte...

    Grüße und trotz unterschiedlicher Meinung viel Spaß beim Heiraten...
    Kari

    • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Katholische Hochzeit möglich?

      Hallo Stephanie!

      - Ich denke, die sicherste Antwort bekommt Ihr durch Fragen
      eines oder gegebenenfalls mehrerer Pfarrer (wenn denn der
      erste nicht will). In der Regel ist es so, daß die katholische
      Kirche ihrem Mitglied nicht verweigern wird, es zu trauen,
      auch wenn der Partner nicht katholisch ist. (Er sollte
      vielleicht nicht sagen, daß er die katholische Kirche und
      alles was damit einher geht, doof findet, aber ansonsten...).
      Soviel an "echter" Antwort.

      Und nun noch ein bißchen Meinung, eine Idee - soll nur zum
      Nachdenken anregen.
      Ich bin selbst katholisch, hab meinen evangelischen Mann vor
      gut einem Jahr "ökumenisch-evangelisch" geheiratet und mir war
      das wichtig: Nicht wegen des schönen Ambientes, sondern weil
      ich Gottes "offiziellen" Segen haben wollte... Ich hab mich
      vor der Hochzeit lange und breit mit dem Thema auseinander
      gesetzt, viele andere heiratende Mädels kennengelernt
      (www.braut.de) und viele getroffen, die nur wegen des
      Ambientes und des weißen Kleides wegen kirchlich heiraten
      wollten und das auch getan haben. Sogar solche, die mal eben
      schnell wieder eingetreten sind, um hinterher wieder aus der
      Kirche auszutreten. Für die Taufe geht's dann wieder in die
      Kirche, hinterher wieder raus und wenn das Leben irgendwann
      absehbar zuende geht wieder rein... Ich gebe zu, daß ich das
      immer ein wenig heuchlerisch empfunden habe. Entweder ich kann
      mich mit meinem Glauben, welcher Art auch immer, ohne Kirche
      arrangieren - dann kann ich auch ohne heiraten, Kinder kriegen
      und sterben. Oder ich will genau das eben nicht, und dann
      bleibe ich in der Kirche...
      Ich möchte nur heiraten, meine Kinder sollen selbst entscheiden können, ob und wie sie an Gott glauben wollen. Es gibt im Übrigen für erstere Fälle auch Alternativen: Nennen
      sich freie Theologen und trauen Dich, wo immer Du willst mit
      einer kirchenähnlichen (oder auch nicht, je nach Wunsch)
      Zeremonie, die dann genau auf Euch beide zugeschnitten ist...
      Für mich wär das nix gewesen, aber ich fand das immer allemal
      konsequenter und schöner als das Ein-und Wiederaustreten, wenn
      man eben gar nix mit der Kirche am Hut hat... Vielleicht wär
      das ja was für Euch - google spuckt sicher was aus, ansonsten
      gibt's auf der Seite, die ich oben erwähnt hab, glaube ich,
      auch Links und evtl. sogar Erfahrungsberichte...
      Das mit dem freien Theologen ist wirklich eine super Idee, ich kannte nur die freien Redner von Beerdigungen. Da werd ich mich mal drüber informieren. DANKE Grüße und trotz unterschiedlicher Meinung viel Spaß beim
      Heiraten...
      Kari



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