Dunkelmänner oder Diskretion?

Von: , Frage gestellt am Fr, 17. Mär 2000

Immer wieder passiert es mir, dass ich einem Link in einem Posting folge, der mich zur Website einer (sehr umstrittenen) Sekte führt. Oder dass jemand nur nach eindringlichen Bohren bekanntgibt, wer die "paar befreundeten Christen" sind, die er/sie kennt - wieder eine (sehr umstrittene) christliche Randgruppe. Oder: ein Posting weist auf eine Website mit Materialien, die von Herrn X zusammengestellt wurden - wie Recherchen im Internet ergeben, ist dieser seinerseits der Guru einer (sehr umstrittenen) Sekte. Das führt mich zu der Frage, wieweit es mit der Diskretion über den eigenen Standpunkt hier gehen soll. Muss man sich outen? Soll man? Ist Schweigen ein Zeichen zwielichtiger Vereinigungen, die lieber untergrund arbeiten? Oder geht es das Forum eigentlich nichts an? Ist es wichtig? Ist es uninteressant, weil es hier nur um die Meinung des Teilnehmers geht? Besteht die Gefahr, dass das Forum nur dazu dient, Ahnungslose in verschiedene (sehr umstrittene) Gemeinschaften zu locken?
Würde mich interessieren, was ihr dazu sagt.
P.S. Hut ab vor Carlos und Onkel Tom, die sich geoutet haben, obwohl ihnen das nicht nur donnernden Applaus eigetragen hat.
PPS. Ich bin Mitglied der evangelischen Kirche A.B. (Lutheraner).

5 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Gar nicht sooo dunkel, oder?

    Hi Barbara,

    wenn die betreffenden Leute selbst URLs angeben, die ihren Hintergrund beleuchten, dann ist die Sache ja gar nicht so finster. Ich denke, daß zunächst mal jedes Posting hier für sich steht (und häufig bereits laut genug spricht). Wer mag, soll sagen, wes Geistes Kind er ist, bzw. wie die Schublade heißt, in die er einzusortieren ist. Eine Forderung würde ich daraus nicht machen. Besteht die
    Gefahr, dass das Forum nur dazu dient,
    Ahnungslose in verschiedene (sehr
    umstrittene) Gemeinschaften zu locken?
    Daran hatte ich noch gar nicht gedacht, wahrscheinlich, weil ich mich selbst in religiösen Dingen für sehr missionierungs-resistent halte. Aber diese Gefahr mag bestehen. Nur würde ich die dann auch für Postings in "Psychologie", "Parawissenschaften" und "Esoterik" sehen.

    Gruß
    Michael

  2. Antwort von nach 6 Stunden hilfreich
    Re: Dunkelmänner oder Diskretion?

    Hallo Barbara Besteht die
    Gefahr, dass das Forum nur dazu dient,
    Ahnungslose in verschiedene (sehr
    umstrittene) Gemeinschaften zu locken?
    Würde mich interessieren, was ihr dazu
    sagt.
    Diese Gefahr besteht meiner Meinung generell im Internet, nicht nur in diesem Forum. Und diese Gefahr ist Teil der persönlichen Glaubensfreihheit. Jeder hat das Recht an alles zu Glauben, und sei es noch so abstrus. Er hat auch das Recht seinen Glauben weiterzuvermitteln, es sei denn, er ruft zu kriminellen Handlungen auf. P.S. Hut ab vor Carlos und Onkel Tom, die
    sich geoutet haben, obwohl ihnen das
    nicht nur donnernden Applaus eigetragen
    hat.
    Ich halte es nicht für angebracht, daß sich Autoren von Artikel in diesem Forum
    ihre Glaubenszugehörigkeit erwähnen sollten.
    Bei der überwiegenden Mehrzahl der Beiträge ist die Religionszugehörigkeit der Schreiber nicht erkennbar und wird als selbstverständlich akzeptiert.

    Die Frage nach Religionszugehörigkeit spielt erst dann eine Rolle, wenn erkennbar wird, daß der Schreiber einer umstrittenen Sekte angehört.

    Ein zynischer Vorschlag könnte wie folgt lauten:
    Attheisten, Katholiken, Protestanten, Muslime, Buddhisten und Juden benötigen keine Markierung.

    Mormonen, Zeugen Jehovahs, Scientologen, etc. verwenden ein noch zu definierendes Kürzel (zum Beispiel ZJ) für ihre Beiträge. Damit wäre es möglich diese Beiträge unabhängig vom Inhalt zu qualifizieren.

    Da in diesem Forum Niemand zugeben wird intolerant zu sein, wird es wahrscheinlich nicht so weit kommen.

    Gruß
    Carlos

    P.S. Falls es jemand noch nicht gelesen hat, ich bin ein Zeuge Jahovahs.

    • Antwort von nach 7 Stunden hilfreich
      Re^2: Dunkelmänner oder Diskretion?

      Ein zynischer Vorschlag könnte wie folgt
      lauten:
      Attheisten, Katholiken, Protestanten,
      Muslime, Buddhisten und Juden benötigen
      keine Markierung.
      Also das wollte ich nun wirklich nicht sagen und ich habe deshalb auch meine eigene Schublade angegeben. Ich finde es aber schon interessant, zu wissen, mit wem ich es zu tun habe.
      Mormonen, Zeugen Jehovahs, Scientologen,
      etc. verwenden ein noch zu definierendes
      Kürzel (zum Beispiel ZJ) für ihre
      Beiträge.
      Und einen virtuellen Judenstern habe ich auch nicht vorgeschlagen.


      Damit wäre es möglich diese Beiträge unabhängig vom Inhalt zu
      qualifizieren.
      Hmmm ... die Gefahr besteht natürlich. Ich habe aber nicht den Eindruck, dass Postings, von wem auch immer, allein deswegen abgelehnt oder angegriffen werden, weil der Schreiber da oder dort dazugehört. Trotzdem, du hast Recht. P.S. Falls es jemand noch nicht gelesen
      hat, ich bin ein Zeuge Jahovahs.
      Ich habe extra geschrieben, dass ich es gut finde, wie du dich zu deiner Überzeugung bekennst, obwohl du relativ oft dafür gebissen wirst. Also: sei wieder gut, ja?
      bb

      • Antwort von nach 8 Stunden hilfreich
        Re^3: Dunkelmänner oder Diskretion?

        Hallo Barbara, Ich habe extra geschrieben, dass ich es
        gut finde, wie du dich zu deiner
        Überzeugung bekennst, obwohl du relativ
        oft dafür gebissen wirst. Also: sei
        wieder gut, ja?
        Ich war dir nicht böse. Im Gegenteil ich finde es gut, daß dieses Thema angesprochen wird.

        Gruß :)
        Carlos

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Re: Dunkelmänner oder Diskretion?

    Hallo Barbara,
    ich bin mit dir der Meinung, dass man seine persönliche Überzeugung bzw. seine religiöse Einstellung nicht unbedingt wie eine Fahne vor sich hertragen muss, damit jede/r ungefragt erfährt, in welche Schublade ich einzuordnen bin. Ich finde es aber spannend, wenn man im Gespräch mit Menschen, sei es auf dem Campingplatz, im Zug oder auch im w-w-w bei seinem Gegenüber Auffassungen entdeckt, die in einem selbst gewisse Saiten zum Klingen bringen (huch, ist das lyrisch!). Dann bin ich auch bereit, etwas von meiner Überzeugung preiszugeben. Als Outen würde ich das nicht bezeichnen, denn zu einem Outing gehört Mut und die Bereitschaft, auch Nachteile als dessen Folge hinzunehmen. Wenn das Gespräch weitergeht, kann man sich gerade bei einem virtuellen "Gespräch" Mosaiksteinchen zusammensetzen und so das Bild eines Mitmenschen erkennen, den man nicht sieht. Das finde ich in unserem Diskussionsforum hier so faszinierend. Wer allerdings etwas zu verbergen hat, der/die wird die Anonymität ängstlich hüten oder sich allenfalls auf geheimnisvolle Andeutungen beschränken, meint
    Theo aus WT

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