Wer hier ist Buddhist?

Von: , Frage gestellt am Di, 21. Mär 2000

Hallo alle,

wie ist das eigentlich mit dem Buddhismus?

Ich hab mir viele Texte über den theoretischen Teil des Buddhismus durchgelesen. Aber ich weiß nicht wie ein Buddhist sein praktisches Leben aussieht. Ich spreche nicht von den Mönchen. Ich spreche von den Jüngern, so wie es sie im Christentum auch gibt. Gibt es so was auch im Buddhismus? Viele Prominente in Hollywood sind anscheinend Buddhisten. Ich denke aber das sie das nur machen wegen de Kirchensteuer. Aber das ist ein anderes Thema. Wie sieht der Alltag eines Buddhistischen Gläubigers aus?

Nun zu meiner Person ist zu sagen, das ich eigentlich Christ bin. Dennoch sehe ich das Christentum nicht als die eine Religion an. Eigentlich haben alle Religionen Wahrheit in ihren Lehren. Dennoch gibt es ebensoviele falsche Lehren die vermittelt werden. Der Buddhismus interessiert mich sehr. Ich erwäge auch die Möglichkeit die Religion in diese Richtung zu wechseln. Aber ich brauche genaue Informationen darüber. Ehrlich gesagt würde ich auch lieber den Dalai Lama treffen als den Papst.

MfG

Micha

12 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    Re: Wer hier ist Buddhist?

    Hallo,

    gleich zu Anfang: ich bin kein Buddhist bzw. überhaupt Angehöriger irgendeiner religiösen Gemeinschaft. Interessiert mich aber... Ich hab mir viele Texte über den
    theoretischen Teil des Buddhismus
    durchgelesen. Aber ich weiß nicht wie ein
    Buddhist sein praktisches Leben aussieht.
    Schau mal hier: http://www.bell.bellnet.de/suchen/religion/buddhismu...

    Sehr viele Links zu allen möglichen Aspekten des Buddhismus. Ich spreche nicht von den Mönchen. Ich
    spreche von den Jüngern, so wie es sie im
    Christentum auch gibt. Gibt es so was
    auch im Buddhismus?
    Ich denke, das das nicht vergleichbar ist, da der Buddhismus eigentlich keine Religion, sondern eher eine philosophische Richtung ist.

    Viele Prominente in Hollywood sind anscheinend Buddhisten.
    Ich denke aber das sie das nur machen
    wegen de Kirchensteuer.
    Da liegst Du sicher falsch. Meines Wissens nach ist Deutschland das einzigste Land, in dem Kirchensteuer erhoben wird. Überall anderswo (auch z. B. in Italien) finanzieren sich religiöse Gemeinschaften durch Spenden oder Einkünften aus Verkäufen/Arbeit/Grundstücken etc. Gerade in den USA gilt eine strikte Trennung von Staat und Religion, der Regierung würde es nie einfallen, Religionsgemeinschaften via Steuern zu finanzieren.

    Aber das ist ein anderes Thema. Wie sieht der Alltag eines
    Buddhistischen Gläubigers aus?

    Nun zu meiner Person ist zu sagen, das
    ich eigentlich Christ bin. Dennoch sehe
    ich das Christentum nicht als die eine
    Religion an.
    Dafür werden Dir die Christen wahrscheinlich die Hölle heiss machen... Eigentlich haben alle
    Religionen Wahrheit in ihren Lehren.
    Das ist sicher richtig. Darum frage ich mich, warum Du Dich eigentlich auf irgendeine Richtung festlegen willst? Universelle Wahrheiten gibt es nicht. Ehrlich gesagt würde ich auch lieber den
    Dalai Lama treffen als den Papst.
    Ich auch. Der Mann hat wenigstens Humor.

    Gruss
    Peter

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re^2: Wer hier ist Buddhist?

      Hallo Peter,

      gleich zu Anfang: ich bin kein Buddhist
      bzw. überhaupt Angehöriger irgendeiner
      religiösen Gemeinschaft. Interessiert
      mich aber... Ich hab mir viele Texte über den
      theoretischen Teil des Buddhismus
      durchgelesen. Aber ich weiß nicht wie ein
      Buddhist sein praktisches Leben aussieht.
      Schau mal hier:
      http://www.bell.bellnet.de/suchen/religion/buddhismu...

      Sehr viele Links zu allen möglichen
      Aspekten des Buddhismus. Ich spreche nicht von den Mönchen. Ich
      spreche von den Jüngern, so wie es sie im
      Christentum auch gibt. Gibt es so was
      auch im Buddhismus?
      Ich denke, das das nicht vergleichbar
      ist, da der Buddhismus eigentlich keine
      Religion, sondern eher eine
      philosophische Richtung ist.

      Viele Prominente in Hollywood sind anscheinend Buddhisten.
      Ich denke aber das sie das nur machen
      wegen de Kirchensteuer.
      Da liegst Du sicher falsch. Meines
      Wissens nach ist Deutschland das
      einzigste Land, in dem Kirchensteuer
      erhoben wird. Überall anderswo (auch z.
      B. in Italien) finanzieren sich religiöse
      Gemeinschaften durch Spenden oder
      Einkünften aus
      Verkäufen/Arbeit/Grundstücken etc. Gerade
      in den USA gilt eine strikte Trennung von
      Staat und Religion, der Regierung würde
      es nie einfallen, Religionsgemeinschaften
      via Steuern zu finanzieren.
      O.K. Gekauft!
      Aber das ist ein anderes Thema. Wie sieht der Alltag eines
      Buddhistischen Gläubigers aus?

      Nun zu meiner Person ist zu sagen, das
      ich eigentlich Christ bin. Dennoch sehe
      ich das Christentum nicht als die eine
      Religion an.
      Dafür werden Dir die Christen
      wahrscheinlich die Hölle heiss machen...
      Genau weil sie mir die Hölle heiß machen würden, denke ich, ist es nichts für mich. Eigentlich haben alle
      Religionen Wahrheit in ihren Lehren.
      Das ist sicher richtig. Darum frage ich
      mich, warum Du Dich eigentlich auf
      irgendeine Richtung festlegen willst?
      Universelle Wahrheiten gibt es nicht.
      Meine persönliche Erfahrung, Lebenseinstellung und Meinung sagen mir einfach das der Buddhismus nicht falsch ist. Und der Buddhismus hat meiner Erfahrung nach noch keine Mängel in seiner Lehre hervorgebracht.´

      Mfg


      Micha

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re^3: Wer hier ist Buddhist?

        Hallo!

        also ich beschäftige mich seit ca. 3 Jahren mit tibetischem Buddhismus.
        Und ich bin zu der Auffassung gelangt, daß Buddhismus kein Glauben ist, sondern Wissen.
        Man muß alles was gelehrt wird selbst überprüfen und erfahren, es ist die Logik der Liebe.
        Ich kann Euch das Buch von Sogyal Rinpoche "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" sehr empfehlen.
        Grundsätzlich gibt es im Buddhismus kein "ismus". Es geht um die Wahrheit, und die ist: Liebe, Weisheit, Mitgefühl

        Gruß
        Andrea [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

        • Antwort von nach 10 Tagen hilfreich
          Re^4: Wer hier ist Buddhist?

          Hallo Andrea,
          ich habe das Buch im Haus(!) und werde es demnächst lesen, versprochen ;-))
          Manchmal muß man nicht buddistische Religion leben oder Bücher lesen, man kann - wenn man Glück hat- die Logik der Liebe und Mitgefühl...und (wenn auch nicht immer) Weisheit (grins) auch mit Kopf und Herzen erfahren...oder praktizieren.


          Liebe Grüße,
          Maja

    • Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
      Re^2: Wer hier ist Buddhist?

      Da liegst Du sicher falsch. Meines
      Wissens nach ist Deutschland das
      einzigste Land, in dem Kirchensteuer
      erhoben wird. Überall anderswo (auch z.
      B. in Italien) finanzieren sich religiöse
      Gemeinschaften durch Spenden oder
      Einkünften aus
      Verkäufen/Arbeit/Grundstücken
      Nur kurze Anmerkung: in Österreich wird ebenfalls Kirchensteuer eingehoben.
      schönen abend noch
      thomas

  2. Antwort von nach einer Stunde hilfreich
    gar nicht so einfach

    Ich hab mir viele Texte über den
    theoretischen Teil des Buddhismus
    durchgelesen.
    Zen-Meister sagen gerne, daß das Lesen über den Buddhismus der falsche (umstänlichste, verwirrenste etc.) Weg ist, sich dem Buddhismus zu nähern. Er läßt sich nur durch praktische Übungen erfahren. Wenn´s aber ein Buch sein soll (so schon nicht gelesen) "Zen in der Kunst des Bogenschießens" von Eugen Herigel. Aber ich weiß nicht wie ein
    Buddhist sein praktisches Leben aussieht.
    Das ist, wie bei allen anderen Glaubensrichtungen, nicht festlegbar. Von larifari bis fanatisch (wobei m.E. die Fanatiker bei den Buddhisten relativ dünn gesät sind). Ich spreche nicht von den Mönchen. Ich
    spreche von den Jüngern, so wie es sie im
    Christentum auch gibt. Gibt es so was
    auch im Buddhismus?
    Der Ausdruck "Jünger" amüsiert mich. Also ich kenne keinen Christen der sich selber so bezeichnet. Viele Prominente in
    Hollywood sind anscheinend Buddhisten.
    Ich denke aber das sie das nur machen
    wegen de Kirchensteuer. Aber das ist ein
    anderes Thema.
    Warte mal ein paar Jahre, dann ist diese Mode auch wieder weg. Im Moment ist es vermutlich total in sich Buddhist zu schimpfen, der Dalai Lama ist ja auch so toll etc. Ob dem Buddhismus damit allerdings ein guter Dienst getan wird, möchte ich allerdings bezweifeln. Wie sieht der Alltag eines
    Buddhistischen Gläubigers aus?
    Ich möchte mal wetten, daß in Deinem Umkreis einige Menschen leben, die Buddhisten sind. Du merkst nichts? - eben! Mein Alltag unterscheidet sich erst mal nicht von anderen Menschen in meiner Umgebung; ich gehe arbeiten, bin in Vereinen, habe eine Familie...
    Meinen Glauben praktiziere ich, ohne viel Aufhebens. Der
    Buddhismus interessiert mich sehr. Ich
    erwäge auch die Möglichkeit die Religion
    in diese Richtung zu wechseln. Aber ich
    brauche genaue Informationen darüber.
    In fast jeder großen Stadt gibt es inzwischen, wie soll ich sagen(?), buddhistische Gemeinden/Gemeinschaften. Wenn Du Dich genauer umhörst, wirst Du schon was finden. Aber der Buddhismus ist genausowenig homogen wie z.B. auch das Christentum. Es gibt ettliche verschiedene Strömungen. Der Lamaismus dürfte dabei im Westen die bekannteste sein, aber längst nicht die einzige. Mein Weg (Zen) unterscheidet sich doch deutlich davon. Aber auch Zen ist nicht homogen! Ehrlich gesagt würde ich auch lieber den
    Dalai Lama treffen als den Papst.

    Da stimme ich Dir auf jeden Fall zu.

    Gandalf

    • Antwort von nach 2 Stunden hilfreich
      Re: gar nicht so einfach


      Hey Gandalf, Zen-Meister sagen gerne, daß das Lesen
      über den Buddhismus der falsche
      (umstänlichste, verwirrenste etc.) Weg
      ist, sich dem Buddhismus zu nähern. Er
      läßt sich nur durch praktische Übungen
      erfahren. Wenn´s aber ein Buch sein soll
      (so schon nicht gelesen) "Zen in der
      Kunst des Bogenschießens" von Eugen
      Herigel.
      Gerade vom Lesen bekomme ich ja keine richtigen Informationen. Daher sind persönliche Erfahrungen wesentlich lehrreicher!
      Der Ausdruck "Jünger" amüsiert mich. Also
      ich kenne keinen Christen der sich selber
      so bezeichnet.
      Ich bezeichne mich auch nicht so, aber es trifft es wohl am ehesten.
      Wie sieht der Alltag eines
      Buddhistischen Gläubigers aus?
      Ich möchte mal wetten, daß in Deinem
      Umkreis einige Menschen leben, die
      Buddhisten sind. Du merkst nichts? -
      eben! Mein Alltag unterscheidet sich erst
      mal nicht von anderen Menschen in meiner
      Umgebung; ich gehe arbeiten, bin in
      Vereinen, habe eine Familie...
      Meinen Glauben praktiziere ich, ohne viel
      Aufhebens.
      Genau das ist der Kernpunkt. Ich will wissen was der Unterschied zwischen dir und der Rest der Welt ist. Mußt du jeden Tag beten, hast du bestimmte Nahrung vorgeschrieben, gerade solche Glaubendetails möchte ich gerne wissen. Du kannst mir auch Links schicken auf denen das beschrieben ist. Da ich in nem kleinen Städtchen wohne, glaube ich wohl kaum das es hier Buddhisten gibt. Nur Kathos und Evangs. Welche Gesetzte,Regeln oder sonst irgendwas muß man einhalten um guter Buddhist zu sein? In fast jeder großen Stadt gibt es
      inzwischen, wie soll ich sagen(?),
      buddhistische Gemeinden/Gemeinschaften.
      Wenn Du Dich genauer umhörst, wirst Du
      schon was finden. Aber der Buddhismus ist
      genausowenig homogen wie z.B. auch das
      Christentum. Es gibt ettliche
      verschiedene Strömungen. Der Lamaismus
      dürfte dabei im Westen die bekannteste
      sein, aber längst nicht die einzige. Mein
      Weg (Zen) unterscheidet sich doch
      deutlich davon. Aber auch Zen ist nicht
      homogen!
      Das du Zen machst, verrät mir, das du auch versch. Kampfsportarten vertraut bist. Da ich mich auch in diese Richtung bewege, kannst du mir wahrscheinlich auch etwas über Zen erzählen. Zen ist also auch Buddhistisch?

      MfG


      Micha

      • Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
        Re^2: gar nicht so einfach

        Gerade vom Lesen bekomme ich ja keine
        richtigen Informationen. Daher sind
        persönliche Erfahrungen wesentlich
        lehrreicher!
        Sag ich doch!






        Genau das ist der Kernpunkt. Ich will
        wissen was der Unterschied zwischen dir
        und der Rest der Welt ist.
        Kein prinzipieller! Bin weder besser noch wächst mir Gras aus der Nase. Ich bin ein ganz normaler Mensch. Mußt du jeden
        Tag beten,
        Wenn jemand beten muß, ist er/sie ein armes Schwein (tschuldigung an die Schweine) :-)
        Aber im Ernst; nein hast du bestimmte Nahrung
        vorgeschrieben,
        Nein, aber viele Buddhisten sind Vegetatier (ich nicht), auch wenn es keine Pflicht ist. Du kannst mir auch Links schicken auf
        denen das beschrieben ist.
        Sorry, kann ich nicht mit dienen. Da ich in nem
        kleinen Städtchen wohne, glaube ich wohl
        kaum das es hier Buddhisten gibt. Nur
        Kathos und Evangs. Welche Gesetzte,Regeln
        oder sonst irgendwas muß man einhalten um
        guter Buddhist zu sein?
        Sooo weit kann die nächste Stadt nicht sein, oder?!

        Das du Zen machst, verrät mir, das du
        auch versch. Kampfsportarten vertraut
        bist.
        Das ist aber kein Automatismus. Es ist sicher so, daß viele, die eine Kampfkunst erlernen und sich mit den Hintergründen beschäftigen sich auch mit Buddhismus beschäftigen, aber die Mehrheit der Budokas, die ich kenne, machen "nur" Judo, Aikido, Jiu Jitsu etc. Ich selber habe mich schon viele Jahre mit Zen beschäftigt, bevor ich eine Kampfkunst erlernte. Da ich mich auch in diese Richtung
        bewege,
        Wenn Du, wie das jetzt verstehe, eine Kampfkunst erlernst, wirst Du sicher auch auf Seminare und Lehrgänge fahren. Dort triffst Du dann sicher Leute, die Dir Deine Fragen besser beantworten könen, als ich es hier je könnte. kannst du mir wahrscheinlich auch
        etwas über Zen erzählen. Zen ist also
        auch Buddhistisch?
        Zen ist eine Richtung des Buddhismus, die aus China nach Japan kam. Dort wurde Zen über die Jahrhunderte weiterentwickelt. Aber über Zen hier zu referieren würde den Rahmen sprengen. Das Buch von Herigel, das ich Dir empfohlen hab ist sicher ein sehr guter Einstieg.

        Gandalf

    • Antwort von nach 6 Tagen hilfreich
      Jünger

      Hallo Gandalf, Ich spreche nicht von den Mönchen. Ich
      spreche von den Jüngern, so wie es sie im
      Christentum auch gibt. Gibt es so was
      auch im Buddhismus?
      Der Ausdruck "Jünger" amüsiert mich. Also
      ich kenne keinen Christen der sich selber
      so bezeichnet.
      Weil Du es hier ausdrücklich ansprichst, will ich es Dir gerne sagen.
      Ich bin ein Jünger von Jesus Christus.

      Christsein ohne ein Jünger zu sein, kann ich mir auch gar nicht vorstellen. Wo doch der Auftrag Jesu lautet: "...und machet zu Jünger alle Völker der Erde." Matthäus 28,19

      Gruß Harald



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