Antwort von
nach 5 Tagen
hilfreich
Re^2: Menschenrechte
Hai Gilbert !
die menschenrechte wurden 1948 verfasst,
was haben wir bis heute gemacht, dass die
menschenrechte nicht in allen
gesellschaften gültig sind und noch von
kulturkreisen bestimmt werden?
Wo und von wem wurden sie denn verfaßt ? Sicher nicht von Vertretern aller Kulturkreise. Sogar die "Idee" der "Menschen"rechte ist ein Kind unserer Kultur.
müssen wir uns nicht einsetzten, damit
die menschenrechte überall gueltigkeit
erlangen?
1) Warum ?
2) Welche Menschenrechte ? Die von uns definierten ? Oder andere ? Recht und Gerechtigkeit sind keine natürlichen Dinge, di unabhängig von unserer Sicht der Welt existieren. Sie sind Mensch gemacht und in eben diesem Maße abhängig von unserer Interpretation.
Zum Thema "Menschen-Recht" möchte ich eine Kurzfassung einer netten Anekdote zum Besten geben. Sie stammt aus der Zeit meiner Diplomarbeit, die ich beim damaligen Vorsitzenden des BUND angefertigt habe. In einem Kurs über die Simulation rückgekoppelter Systeme mit Bezug auf ökologische Fragestellungen stellte eine Studentin die Frage, ob denn der Mensch das Recht hätte, andere Arten auszurotten. Die verblüffende Antwort des Professors: Ja! Biologisch gesehen hat der Mensch "natürlich" das Recht, alles auszurotten, was ihm vor die Finger kommt. Die einzig objektive Rechtfertigung für dieses Recht ist seine Fähigkeit, das zu tun. Die Frage ist also nicht, ob jemand, der etwas tun kann, auch das Recht hat, das zu tun, sondern ob er in einer Welt leben will, in der dies getan wird.
Und genau hier kommen wir der Sache wieder näher: Es geht nicht um Recht, sondern um Willen. Während Recht aber etwas überindividuelles ist, ist der Wille im Kern etwas sehr subjektives, persönliches. Ich denke, das ist einer der Schlüssel zum Verständnis vieler ethischer Dilemmata (leider aber nicht die Lösung).
kannst du mir begruenden, wieso dass es
zum kulurellen sterben kommen soll?
Die Existenz von Kulturen ist an eine räumliche "Isolation" gebunden. Immer, wenn in größerem Maßstab "Völker" wanderten und andere Kulturen "infiltrierten", verschwanden die eigenen Kulturen und bildeten eine neue Mischkultur mit Elementen beider ursprünglichen Kulturen und ganz neuen kulturellen Momenten. Man braucht sich nur die Geschichte der Kelten, Normannen, Franken usw. anschauen. Etwas neuer sind die kulturellen Verschiebungen in Afrika oder die Amerikanisierung Europas.
Daß Kulturen sich wandeln, sterben und neue geboren werden ist ein natürlicher Prozeß. Da die räumliche Isolation heute aber immer weniger gegeben ist, können neue Kulturen nicht mehr entstehen. So weitergedacht bleibt letzlich eine "Einheitskultur" übrig.
Es ist eine interessante Frage, ob sich sowas wie "Subkulturen" durch andere isolative Prozesse innerhalb der Gesellschaft bilden (Isolation durch Verhaltensweisen, poltische Einstellungen, Mode, was weiß ich). Für diesen Fall würde ich die Gefahr sozialer Spannungen sehen.
gespannte Grüße
Jochen