Warum zur Schau stellen ?

Von: , Frage gestellt am Fr, 21. Jan 2005

Liebe Gemeinde,

da gibt es ja nun diese Fische für die Kraftautomobile, an das Heck zu kleben zum Auszeichnen der Angehörigkeit zur Christenheit.

Als ich gestern wieder einmal mit meinem eigenen Kraftwagen zu den meinen Schäflein unterwegs war, kam so eine Kraftwagenkiste, etwa Bj. 1985 nicht von der Kreuzung weg, obwohl alles frei war. Während ich überlegte, ob den Vordermann durch ein Hupkonzert zum Losfahren animieren könnte, studierte ich das Fahrzeugheck:

Links ein ICHTHYS, Länge Kopf--->Schwanzflosse mind. 40 cm, dazischen ein Riesenaufkleber "SHALOM", rechts daneben ein etwas kleinerer Davidstern und wiederum rechts daneben ein weißer Aufkleber mit blauer Aufschrift "Solidarität mit Israel !". Rechts unten ein weiterer kleiner Fisch.

WAS, so frage ich Euch, liebe Gemeinde, um Himmelswillen, veranlasst einen Menschen zu einer solchen Zurschaustellung ? Gegen einen Fisch am Auto ist ja nun prinzipiell nichts einzuwenden, aber muss er gleich so groß sein, ja dass auch der Letzte im Stau begreift "Im Wagen vor mir fahren junge Christen". Wozu dann noch - ja gut,. Friede, gegen "Friede" ist im Prinzip nichts einzuwenden, aber was in Gotts Namen qualifiziert den Staat Israel dazu, dass man mit ihm Solidarität üben müsse ? Solidarit, gewiss, brauchen alle rechtschaffenden Menschen in Israel, aber auch Selbige unter den Palästinensern, unter den Kurden, unter allen Völkern im Morgen- und Abendlande einschließlich Spandau und Georgsmarienhütte.

WAS, so frage ich Euch, hätte Jesus dazu gesagt ? Du sollst den Namen des Herrn nicht unnütz führen, und dazu gehört sicher auch seine aufdringliche Zurschaustellung bei allen sich bietenden Gelegenheiten.

"Sei kein scheinheiliger Heuchler ! Da hilft auch nicht, wenn du noch mehr Roststellen an deiner Seifenkist mit Aufklebern überdeckst !"

Oder was meint Ihr, liebe Gemeinde ?

Ups, mein Kaffee ist alle, ich muss wieder an die Arbeit.

Mit freundlichem und gütigem Gruß

HM

46 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 20 Minuten 2 hilfreich
    Re: Warum zur Schau stellen ?

    Hi, Links ein ICHTHYS, Länge Kopf--->Schwanzflosse mind. 40 cm,
    dazischen ein Riesenaufkleber "SHALOM", rechts daneben ein
    etwas kleinerer Davidstern und wiederum rechts daneben ein
    weißer Aufkleber mit blauer Aufschrift "Solidarität mit Israel
    !". Rechts unten ein weiterer kleiner Fisch.

    WAS, so frage ich Euch, liebe Gemeinde, um Himmelswillen,
    veranlasst einen Menschen zu einer solchen Zurschaustellung ?
    Mein Senf:

    Identifikation statt Identität. Das Grundübel unseres Zeitalters.
    Wir folgen einem Führer viel lieber als unseren eigenen Ideen.
    Wir panzern uns mit den Utensilien einer Macht, die wir für
    stärker halten, als unsere eigene ...

    Grüße

    CMБ

    • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
      fetische

      Das Grundübel unseres
      Zeitalters.
      Wir folgen einem Führer viel lieber als unseren eigenen Ideen.
      Wir panzern uns mit den Utensilien einer Macht, die wir für
      stärker halten, als unsere eigene ...
      moin sm,
      warum dieses zeitalter? wie weit fasst du den begriff?

      fetische und götzenbilder begleiten die gesamte
      menschheitsgeschichte.
      inzwischen krabbeln unsere roboter auf mars und titan herum, aber das
      grundbedürfnis nach schutz (und einverleibung desselben) durch
      diverse rituale hat sich seit homo erectus kaum verändert.
      die einen nehmen den leib des herrn zu sich in form eines
      schlabbrigen kekses, die andern fressen gleich den ganzen bösen
      fremden.
      was bleibt, ist die diffuse angst.

      gruß,
      frank

      • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
        Re: fetische

        Guten Abend, lieber Frank. die einen nehmen den leib des herrn zu sich in form eines
        schlabbrigen kekses,
        Ich muß rasch eingreifen, damit sich im Religiösen nicht ein weiterer schrecklicher Irrtum festsetzt: Dieser Keks ist eine Oblate und keinesfalls schlabbrig sondern im Gegentum pfurztrocken, klebt lange an der Mundschleimhaut fest, bevor sie sich zögernd unter Hinterlassung eines kleisterartigen Eindrucks auflöst. was bleibt, ist die diffuse angst.
        Ja, Frank. Aber ich bin da und ich freue mich, dass du es auch bist. Herzigliche Grüße von Geris

        • Antwort von nach 12 Stunden 0 hilfreich
          hurra!

          klebt lange an der Mundschleimhaut fest, bevor
          sie sich zögernd unter Hinterlassung eines kleisterartigen
          Eindrucks auflöst.
          geris!
          wie schön.

          "kleisterartig" ist natürlich besser gesagt als "schlabbrig".
          meine erinnerungen sind da etwas dunkel. Aber ich bin da und ich freue mich, dass du es auch
          bist.
          wo warst du denn? was macht das projekt? wie geht es joy?
          alles im griff?

          wie immer grüße aus dem orbit,
          frank

          • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
            Re: off t. hurra!

            [Dieser Artikel ist nicht fuer das Archiv freigegeben.]

            • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
              Raus hier !

              ;-)

              Zum Rumlabern bitte ins Plauderbrett und eine eigene Beitragskette aufmachen !

              Da will man mal völlig unernsthaft die inflationäre Anwendung religiöser Symbolik anprangern und was macht Ihr .... ?

              Im Übrigen mal würd ich alle Philosophen 2 Jahre lang auf´s Feld oder in die Fabriken schicken, damit die mal sehen, wie es im Leben zugeht.

              HM

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              MOD: Sag mal?

              Hallo Herr Meyer; Zum Rumlabern bitte ins Plauderbrett und eine eigene
              Beitragskette aufmachen !
              solche Anweisungen stehen nur dem MOD zu! Da will man mal völlig unernsthaft die inflationäre Anwendung
              religiöser Symbolik anprangern und was macht Ihr .... ?
              Genau das ;-) Im Übrigen mal würd ich alle Philosophen 2 Jahre lang auf´s
              Feld oder in die Fabriken schicken, damit die mal sehen, wie
              es im Leben zugeht.
              Sag das mal im Philisophie-Brett.

              Gruss Harald

      • Antwort von nach 14 Stunden 0 hilfreich
        Re: fetische

        Hallo commandante, Das Grundübel unseres Zeitalters.
        warum dieses zeitalter? wie weit fasst du den begriff?
        Naaa, eben unsere Zeit, die wir so schwer fassen können,
        weil wir eingehüllt sind. Nietzsche nannte sie die Zeit des
        "klassischen Nihilismus", Heidegger die "Zeit des Weltbildes"
        und der "Subjektivierung". Die Zeit, in der der Glaube an
        einen höheren Sinn, ein höheres Recht; unglaubwürdig geworden
        ist, in der sich echte Loyalität gegen Herkommen und Seines-
        gleichen erst "lohnen muss". Reich hat 1946 in "RADKM" einen
        interessanten (imho) Passus hinterlassen:

        Höre du nun, kleiner Mann! Ich sage dir Schlimmes voraus: Du trittst, 
        das weißt du schon und zitterst davor, die Herrschaft dieser Erde an. 
        Viele Jahrhunderte lang wirst du deine Freunde morden und deine Führer 
        aller Völker, Proletarier, Preußen und Reussen als deinen Herrn preisen. 
        Tag um Tag, Nacht um Nacht, Woche um Woche, Monat um Monat und Jahr um 
        Jahr in die Jahrzehnte und Jahrhunderte wirst du einen Herrn nach dem 
        anderen erhöhen, wirst du das Jammern deiner Säuglinge, das Stöhnen 
        deiner Halbwüchsigen, die zerrenden Sehnsüchte deiner Frauen und 
        Männer nicht hören, oder, wenn du es hörst, für bürgerliche Indi-
        vidualisterei halten. Durch die Jahrhunderte, sage ich, wirst du 
        Blut vergießen, wo Leben geschützt werden soll, wirst du glauben, 
        mit Hilfe des Henkers deine Freiheit zu begründen ... und du 
        wirst dich immer wieder im Dreck finden. Durch die Jahrhunderte 
        wirst du dem Großmaul nachrennen, seine bösen Lockworte in dich 
        ergießen lassen, wirst du blind und taub sein, wenn das Leben, 
        dein Leben dich ruft. Denn du hast Angst vor dem lebendigen Leben, 
        kleiner Mann, Todesangst! Du wirst es morden, glaubend, daß du den 
        »Sozialismus« baust, oder den »Staat«, oder die »nationale Ehre«, 
        oder den »Tarifvertrag«, oder die »Ehre Gottes«. Nur eines wirst 
        du nicht wissen und nicht wissen wollen: Daß du all deine Misere 
        selbst erzeugst, stündlich, täglich, ohne Unterlaß; daß du deine 
        Kinder nicht begreifst, ihr Rückgrat brichst, ehe sie es noch mutig 
        aufrichten konnten; daß du Liebe stiehlst; daß du geldgierig und 
        machttoll bist; daß du deinen Hund hältst, um auch »Herr« zu sein! 
        Durch die Jahrhunderte wirst du fehlgehen und irregehen, bis du und 
        deinesgleichen den Massentod der allgemeinen sozialen Misere sterben 
        werden; bis das Grauen deiner Existenz in dir einen ersten, schwachen 
        Lichtschimmer von Selbsteinsicht zünden wird. Dann wirst du ganz 
        allmählich und vorsichtig tastend deinen Freund, den Mann der Liebe, 
        der Arbeit und des Wissens zu suchen lernen, zu finden lernen, zu 
        begreifen lernen, zu achten und zu ehren lernen. Dann wirst du 
        begreifen, daß die Bücherei wichtiger ist für dein Leben als der 
        Boxkampf, gedankenvolles Wandeln im Walde besser als Paradieren, 
        Heilen besser als Töten, Selbstbewußtsein besser als nationales 
        Bewußtsein und Bescheidenheit besser als ein Maul voll von 
        patriotischem oder anderem Geschrei. ...
        fetische und götzenbilder begleiten die gesamte
        menschheitsgeschichte. inzwischen krabbeln unsere
        roboter auf mars und titan herum, aber das grundbedürfnis
        nach schutz (und einverleibung desselben) durch diverse
        rituale hat sich seit homo erectus kaum verändert.
        Ich denke, diese absolute Beliebigkeit, sich irgendeinem
        Herren, irgendeiner Sache absolut zu verschreiben -- und
        das noch als Massenerscheinung - ist schon etwas qualitativ
        Neues. Wenn man auch, (wo Du recht hast, hast Du recht),
        auf bestimmte Atavismen zurückgreifen kann.

        Grüße & Gute Nacht

        CMБ

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Warum zur Schau stellen ?

      Identifikation statt Identität. Das Grundübel unseres
      Zeitalters.
      Wo beginnt dieses Zeitalter bei dir??
      Das ist schon die ganze Menschheitsgeschichte über so.

      Gruß Ivo



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