G´tt- orthodoxe Schreibweise?

Hallo Almavet,

warum nur sperrst Du Deinen Artikel fuer das Archiv? Jetzt erscheinen Antworten im Archiv auf eine Anfrage, die niemand mehr lesen kann, es sei denn, man wuerde Deinen Wunsch nicht respektieren und Deine Worte hier wieder selbst einfuegen.

Warum im Deutschen von juedischer Seite gerne nur G’tt geschrieben wird, ist nicht nur bei orthodoxen Juden der Fall. Mir ist das auch schleierhaft, die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Zur Antwort kam: Es ist Minhag, also gebraeulich geworden. Da es einmal ein Gebrauch geworden ist, wird der Gebrauch nicht mehr gebrochen … no further comment *g*

Im Englischen hingegen ist es nicht der Fall, dort findet man sehr haeufig die Schreibweise God.

viele gruesse, peter

Hallo Elisabeth,

ob in von jüdischen Autoren verfaßten Texten die Schreibweise Gott, G-tt oder G’tt (bzw. im Englischen god, g-d oder g’d) verwendet wird, ist nicht eine Frage, welcher Richtung des Judentums sich die Verfasser zuordnen.

Wesentlich ist, daß der G-ttesname - das Tetragramm - nicht ausgeschrieben wird. Alles andere ist eine Frage der persönlichen Einschätzung / Deutung.

G-tt ist nicht Name, sondern Funktionsbezeichnung. Es steht nirgends in der jüdisch-religiösen Literatur (weder Torah, Talmud noch sonstiger Auslegungsliteratur), daß man „Gott“ nicht schreiben dürfe.

Viele Juden - auch ich gehöre dazu - vermeiden es dennoch das Wort vokalisiert auszuschreiben. Es ist ein Zeichen des Respekts (wobei ich nicht sage, daß andere, die es anders machen respektlos seien, sondern es ist eben meine Form Respekt auszudrücken, andere mögen das anders tun).

Diese Form beruht auf einer Tradition, die nicht unbedingt logisch zu begründen ist. Aber es ist eben nicht alles im Leben logisch :wink:

Wenn ich „Tisch“ ausschreibe, dann wird jeder, der hier liest, eine bestimmte Vorstellung von Tisch verbinden. „Tisch“ steht für was, was unendlich viele Varianten des Einzeltypus „Tisch“ repräsentieren kann. Wir machen uns - ein jeweils unterschiedliches - Bild. Trotzdem ist „Tisch“ begrenzt, es ist eben nicht „Stuhl“.

Um deutlich zu machen, dass man G-tt nicht in eine begrenzte menschliche Vorstellung reinholen will, sondern er/sie immer der/die ganz Andere - also unverfügbar - ist, gibt es diese symbolische Möglichkeit das über „G-tt“ oder „G’tt“ auszudrücken.

Vom Alltagspraktischen kommt noch der Aspekt dazu, daß man sich bemüht, keine Bezeichnung für G-tt in eine Form zu bringen, in der sie beschmutzt werden könnte (Abfall).

Da gedruckte Bücher gewöhnlich nicht nach Gebrauch weggeworfen wird, findet man in Gebetbüchern unterschiedlicher religiöser Richtungen in den Übersetzungen durchaus „Gott“ ausgeschrieben.

In der jüdischen Tradition werden Texte, in denen das Tetragramm vorkommt (Torahrollen, Gebetbücher etc.) bestattet. Dafür gibt es auf jeden jüdischen Friedhof einen Platz.

Ich habe mal vor ein paar Jahren ein hebräisch/englisches Torahlernprogramm ins Deutsche übersetzt und bearbeitet.
Es gab auch die Möglichkeit, die Torahtexte auszudrucken. Die CD-Rom war so programmiert, daß - vor der Vorgang des Ausdruckens in Gang gesetzt wurde - der Nutzer ein Fenster zu sehen bekam, das in darauf aufmerksam machte, daß in dem auszudruckenden Text der G-ttesname vorkommt und dieses Papier dann entsprechend zu entsorgen sei.

Erst nach einem Bestätigungsklick wurde dann der Druckvorgang eingeleitet.

Viele Grüße

Iris

Viele Gruesse

Iris

Gtt ist tt, the lrd is frt owT
*SCNR*

Hallo Iris,
Deine Antwort ist ja wirklich wertvoll.
Sehr gut erklärt.
Richtig:

Hallo Elisabeth,
Diese Form beruht auf einer Tradition, die nicht unbedingt
logisch zu begründen ist. Aber es ist eben nicht alles im
Leben logisch :wink:

Diese Form beruht auf einer Tradition, die nicht unbedingt
logisch zu begründen ist. Aber es ist eben nicht alles im
Leben logisch :wink:

G-tt ist nicht Name, sondern Funktionsbezeichnung. Es steht
nirgends in der jüdisch-religiösen Literatur (weder Torah,
Talmud noch sonstiger Auslegungsliteratur), daß man „Gott“
nicht schreiben dürfe.

Diese Form beruht auf einer Tradition, die nicht unbedingt
logisch zu begründen ist. Aber es ist eben nicht alles im
Leben logisch :wink:

Das muss man auch respektieren(auch wenn man selbst das so nicht
sieht).

Viele Juden - auch ich gehöre dazu - vermeiden es dennoch das
Wort vokalisiert auszuschreiben. Es ist ein Zeichen des
Respekts

Daher danke dafür:

(wobei ich nicht sage, daß andere, die es anders
machen respektlos seien, sondern es ist eben meine Form
Respekt auszudrücken, andere mögen das anders tun).

Hier fängt es bei mir an:

Wesentlich ist, daß der G-ttesname - das Tetragramm - nicht
ausgeschrieben wird.

Nun,nicht das Ausschreiben des G-ttesname - das Tetragramm ,
sehe ich als respektlos,sondern der „respektlose“ Gebrauch des
G-ttesname ,ausgedrückt durch das das Tetragramm und in div.
Sprachen übertragen,etwa JHVH,Jehova,Jahwe,Jahve…
(Gemäss einem der 10 Gebote).

Hier bist Du wahrscheinlich anderer Meinung.

Gruss Gerhard

Hallo,

Wieso wird im orthodoxen Judentum IMMER G’tt geschrieben?
Ich weiss, dass es im Hebräischen viele Umschreibungen für יהוה :frowning:JHWH) gibt, dass aber auch auf das deutsche Wort für Gott zu :übertragen erscheint mir komisch.

Ich sehe diese Schreibweise v.a. als einen Stolperstein, der einen dazu anhalten soll, an den einen Gott zu denken. In vielen dt. Bibelausgaben wird dieser Stolperstein durch HERR dargestellt.
Gerade was du dann später schreibst (nicht nur ein Gott) wird dadurch aufgehoben. Gott ist eine profanere Anrede, HERR ist der eine Gott.

Cioa maxet.

Nun,nicht das Ausschreiben des G-ttesname - das Tetragramm ,
sehe ich als respektlos,sondern der „respektlose“ Gebrauch des
G-ttesname ,ausgedrückt durch das das Tetragramm und in div.
Sprachen übertragen,etwa JHVH,Jehova,Jahwe,Jahve…
(Gemäss einem der 10 Gebote).

Hier bist Du wahrscheinlich anderer Meinung.

Gruss Gerhard

Hallo Gerhard,

das ist nicht so einfach zu beantworten, weil hier - meiner Erfahrung nach die christliche Annäherung sich von der jüdischen unterscheidet.

Das Ausschreiben des Tetragramms ist schon - aus jüdischer Sicht - eine Respektlosigkeit. In diesem Forum gab es vor 2 - 3 Jahren mal eine Diskussion, wo sich die jüdischen Teilnehmenden darum gebeten haben, das bitte zu unterlassen, weil es bestimmte Schmerzgrenzen überschreitet (selbst wenn man sich dem liberalen Spektrum zuordnet).

Das geschah nicht, daraufhin haben sich zwei jüdische Diskutanten auf Dauer aus diesem Forum verabschiedet.

Das wurde dann von einigen der nichtjüdischen Diskutanten als intolerant bewertet.

In Wissenschaftstexten muss man manchmal deutlich machen, was im Hebräischen da steht. Da kann man dann das Tetragramm durch „jod-he-waw-he“ (so werden die hebräischen Buchstaben ausgesprochen) kenntlich machen.

Natürlich ist das Hauptanliegen das, respektlosen Gebrauch auszuschließen.

Nur muss man innerhalb der jüdischen Tradition über bestimmte Sachverhalte nicht diskutieren, weil sie nicht vorkommen.

Formulierungen, wie man sie im südbayerischen Raum gelegentlich hört, die bei irgendwelchen Alltagslappalien den G-ttesnamen gebrauchen, verwendet man in jüdischen Kontexten nicht, also z.B. „Himmi-…-Sakrament“ (Habe hier den G-ttesnamen durch Pünktchen ersetzt.

Ich hoffe, das ist einigermassen verständlich.

viele Grüsse

Iris

1 „Gefällt mir“

Hallo,

es müssen hier mehrere unterschiedliche Fälle betrachtet werden, welche leider oft vermischt und so zu Missverständnissen führen.

  1. Auslöschung seines Namens

Es ist und Verboten seinen Namen auszulöschen und aus diesem Grund gehen wir mit Texten, welchen diesen Namen enthalten besonders um. Wir bewahren diese Texte auf, sammeln sie, wenn sie ausser Gebrauch kommen und beerdigen diese letztlich. Dieses gilt nur für seine hebräischen Namen.

  1. Heiligung

Wir sollen seinen Namen heiligen. Aus diesem Grund tragen wir dann auch keine Texte mit seinem Namen an unheilige Orte (z. B. Toiletten) oder nutzen sie dort. Auch dieses gilt nur für den hebräischen Text.

  1. Liebe zu haSchem

In vielen Punkten versuchen wir auch unsere Liebe zu Ihm auszudrücken, in dem wir Ihm so weit es geht, immer eine besondere Ehre zuteil werden lassen.

  1. Erkennen von G’tt

Nach jüdischer Vorstellung ist G’tt einzig und einer. Dieses läßt sich in anderen Sprache nicht ausdrücken und aus diesem Grund lassen wir hier immer einen Buchstaben (oft einen Vokal) weg.

Und im Gegensatz zu den Punkte 1. und 2. betrifft dieses nur uns selbst und unser Verhältnis zu G’tt. Wenn andere hier also in deutsch (oder anderen Sprachen) diese Bezeichnung ausschreiben, haben fromme Juden damit kein Problem. Punkt 1 und 2 betrifft uns Juden jedoch auch, wenn es von anderen gemacht wird, weswegen wir hier immer darum bitten, dieses uns zu Liebe zu unterlassen.

A guten Schabbes, schönes Wochenende,
Eli