Kain und Abel

Von: , Frage gestellt am So, 12. Jun 2005

Hallo,
ich beschäftige mich gerade mit dem Thema auch malerisch und stelle Fragen fest, die dabei aufkommen.

Hatte Gott die Opfergaben der Beiden gefordert, bzw. in welcher Form oder haben sie das von sich aus getan? Warum oder -hat Gott das Opfer des Abel bevorzugt? Ist doch verständlich, daß sich Kain verletzt fühlte, mußte das sein?
LG Patricia

21 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 52 Minuten 4 hilfreich
    Re: Kain und Abel

    Hallo Patricia, Hatte Gott die Opfergaben der Beiden gefordert, bzw. in
    welcher Form oder haben sie das von sich aus getan?
    die Opfergesetze sind zwar erst auf dem Berg Sinai ausgegeben worden, jedoch haben alle Patriarchen auf ähnliche Weise geopfert.
    Es ist daher anzunehmen, dass diese "Verordnung" von Gott an Adam und von diesem an seine Kinder durch mündliche Überlieferung weitergegeben wurde.

    Somit mußte Kain wissen, was Gott wollte.
    Basierend auf dem Umstand, dass - "Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und zog sie ihnen an." (Gen.3,21) - hier Tiere sterben mussten, und dem Wissen, dass "ohne Blutvergiessen keine Vergebung geschieht" (Hebr.9,22), war es völlig daneben Feldfrüchte zu opfern. Warum oder
    -hat Gott das Opfer des Abel bevorzugt? Ist doch verständlich,
    daß sich Kain verletzt fühlte, mußte das sein?
    Und wie hat Gott sich gefühlt, als er sah, dass es Kain nicht für nötig erachtete, ein Schaf von seinem Bruder zu kaufen?

    Es ist ein Bild für die Einstellung vieler Leute, die meinen, Gott müsste mit ihnen zufrieden sein, wie sie sind.

    Dabei geht es nicht darum, ob oder was wir opfern, sondern einzig um das warum.
    "Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten." (Ps.51,19)

    Gruss Harald

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Kain und Abel

      @ Harald, was heißt, daß der in der Bibel beschriebene Gott blutrünstig ist.

      • Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
        Re^3: Kain und Abel

        Hallo Antares, @ Harald, was heißt, daß der in der Bibel beschriebene Gott
        blutrünstig ist.
        ist wohl eine Frage der Definition oder der Sichtweise.

        Ich finde es gnädig, dass nicht Adam selber, sondern ein Schaf an seiner Stelle sterben musste.

        Und die Opfer im AT hatten alle eine besondere Bedeutung. Das solltest Du dir mal durchlesen.

        Sind eigentlich Metzger auch blutrünstig, wenn sie Dein Sonntagssteak herschneiden?

        Ist es nicht viel blutrünstiger, einen Hirsch abzuschiessen, um sein Geweih im Zimmer aufzuhängen?

        Gruss Harald

        • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
          Re^4: Kain und Abel

          Ähm, Harald, ich bin Vegetarier.

      • Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
        Unvergleichbar

        Hallo, es ist unsinnig Gott mit menschlichen Emotionen oder Verhaltensweisen vergleichen zu wollen, ER ist kein Mensch darum gelten alle Bezeichnungen für ein Mensch nie für IHN.

        Er ist einzig. Nur meint der Mensch immer wieder mit seinen Begriffen den Unbeschreiblichen erklären zu können das geht aber nicht und ist im Ansatz schon falsch und völlig unmöglich.

        Gruß Elia

        • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
          Re: Unvergleichbar

          Hallo,

          auch wenn ich Dir grundsätzlich zustimme, Hallo, es ist unsinnig Gott mit menschlichen Emotionen oder
          Verhaltensweisen vergleichen zu wollen, ER ist kein Mensch
          darum gelten alle Bezeichnungen für ein Mensch nie für IHN.
          Aber Er ist Mensch geworden... Mit allen Gefühlen und Emotionen, insofern kann
          man Ihn auch mit menschlichen Attributen belegen, denke ich. Gott ist sicherlich
          ein gütiger, verzeihender - aber denke ich, dass Er Gefühle wie Rache, Wut etc.
          kennt...

          Gruß
          Christian

          • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
            Re^2: Unvergleichbar

            Hallo Christian,
            wenn du natürlich davon ausgehst ist es ein anderes Thema, ich bin absoluter Monotheist und aus der Sicht ist es nicht möglich dass Gott etwas "wird" er ist immer EINER, ich glaube nicht an eine Menschwerdung, Jesus war ein Mensch und Prophet für mich, nie Gott.
            Darum habe ich das so gesagt.
            Wenn du Gott mit Jesus vermischst gibt es natürlich solche Gedanken, was aber unjüdisch ist, nie ist Gott was anderes als das was er immer war, unberührbar und und unfassbar, er wandelt sich nicht oder erscheint als Mensch wie die Christen von Jesus sagen.

            Aber das ist meine Überzeugung und daraus kommend habe ich gesagt Gott hat keine Menschlichkeiten.
            Streng genommen kennt er sie, er hat sie ja erfunden als er den Mensch erschuf, aber er hat sie nicht inne, er ist einfach Gott.

            Nette Grüße Elia [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

    • Antwort von nach 13 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Kain und Abel

      Hallo Harald,
      ich bin mehr ein Laie auf dem Gebiet. Aber ich interessiere mich dafür. Die Geschichte birgt für mich viele Inhalte zu noch heutigen Mißverständnissen und Problemen.

      Es gingen also dem ganzen schon Ungereimtheiten in Kains Verhalten voraus, was hat er da alles falsch gemacht, hatte er das absichtlich anders gemacht?
      Er hat also absichtlich was falsches geopfert und warum, wenn er es doch wissen mußte?

      Falls möglich stelle ich noch eine (komische) Frage: warum hat Gott eigentlich Opfer verlangt mit welchem Zweck?
      Ist das auch heute noch so? Es ist ein Bild für die Einstellung vieler Leute, die meinen,
      Gott müsste mit ihnen zufrieden sein, wie sie sind.
      Das denk ich nicht, ich bin auch manchmal unzufrieden mit mir.

      LG Patricia

      • Antwort von nach 23 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Kain und Abel

        Hallo Patricia,

        der Text ist ja nicht sehr ausführlich.
        Es kommt also darauf an, was man herausliest bzw. hineininterpretiert. Es gingen also dem ganzen schon Ungereimtheiten in Kains
        Verhalten voraus, was hat er da alles falsch gemacht, hatte er
        das absichtlich anders gemacht?
        "Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick? Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie." (Gen.4,6-7)

        Gott ermahnt Kain und wirft ihm vor, "nicht fromm" zu sein. Also nicht so zu handeln, wie Gott es gerne sieht.

        Aber noch hätte Kain die Möglichkeit gehabt, seine Einstellung zu ändern. Gott rät ihm, über die Sünde zu herrschen (sich zu beherrschen). Stattdessen läßt Kain sich gehen und so beherrscht die Sünde ihn. Er hat also absichtlich was falsches geopfert und warum, wenn
        er es doch wissen mußte?
        Über das warum kann man nur spekulieren.
        Warum machen Menschen Dinge, von denen sie wissen, dass sie Gott nicht gefallen?
        Es ist meist Hochmut. "Ich lass mir nicht vorschreiben, wie ich Gott dienen soll." Die meisten Leute müssen sich aber vorschreiben lassen, wie sie eine Aufgabe an ihrem Arbeitsplatz zu verrichten haben. Das nehmen sie hin, weil die Auswirkungen sofort spürbar werden. Falls möglich stelle ich noch eine (komische) Frage: warum hat
        Gott eigentlich Opfer verlangt mit welchem Zweck?
        Ist das auch heute noch so?
        Zum einen war das Opfer zur Vergebung der Schuld (Sühnopfer), zum anderen war es ein Zeichen der Dankbarkeit (Dankopfer).

        Nach christlichem Verständnis ersetzt der Tod Jesu das Sühnopfer. Wir brauchen dieses Opfer nur noch ganz persönlich für uns in Anspruch nehmen.

        Dankbarkeit laßt sich vielfältig ausdrücken (z.B. Erntedank).

        Der Zweck ist ganz einfach. Es geht darum, dass wir nicht vergessen, wer wir sind und dass wir im Grunde von der Gnade Gottes abhängig sind.

        Gruss Harald



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