Re^3: Buddhismus vs Christentum
Moin,
Ach du gute Güte, was für ein Quark.
Soll das ein Argument sein oder Pöbelei ?
Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
egal.
Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar "Glauben" an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen Lehre. Somit kannst du nicht an Gott glauben oder nicht und dich innerhalb der buddhisstischen Lehre bewegen. Für das Christentum ist das Glaube an Gott jedoch eine notwendige Voraussetzung.
Ein zweiter zentraler Punkt ist der Glauben des Christentums an eine Seele, die den Tod überdauert. Dies wird vom Buddhismus grundsätzlich abgelehnt. Ich zitiere: "Der Buddhismus lehnt die Theorie eines Selbst (atman) ab, das sozusagen als konstanter Wesenskern eines Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod und der Wiedergeburtslehre zufolge über seinen Tod hinaus in einem nächsten Leben existiert. Der Buddhismus geht grundsätzlich davon aus, dass es überhaupt keine konstanten Dinge oder Gegebenheiten gibt, sondern dass ein ständiger Prozess des Entstehens und Vergehens stattfindet."
Quelle: Peter Gäng, "Buddhismus" s. 118.
Ich mag ja kein Experte fürs Christentum sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Konzept einer "Seele", also eines konstanten Wesenskern eines Menschen essentiell ist, und dass sich das Christentum ganz sicher nicht mit der Vorstellung anfreunden kann, sein Gott sei wie alles dem Prozess des Entstehens und Vergehens nach buddhistischer Lehre unterworfen.
Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus
Sohn eines / des Gottes wäre oder eben "nur" ein erleuchteter
Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus
ist sein Sohn ...
Du kannst grundsätzlich glauben was du willst und der Buddhismus wird dir hier nicht reinreden. Es gibt überhaupt keine Religion auf dieser Welt, in die der Buddhismus hineinreden würde. Nur hier ging es um die Frage, ob die Lehre des Christentums und die des Buddhismus gleichzeitig vereinbar ist, und das ist sie nicht.
Da könnte man den
Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon
passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.
Ja, passt sicher bestimmt fast genau so wie die Vorstellung vom Osterhasen. Nichts für ungut, aber mit Karma im buddhistischen Sinne und der christliche Vorstellung von Gott hast du zwei Aspekte herausgegriffen, wie sie gegensätzlicher kaum sein können. Der Christliche Gott ist eine feste Konstante, die sich jedem menschlichen Handeln und Tun entzieht, ja die allenfalls ihrerseits Einfluss auf das menschliche Handeln haben kann. Der buddhistische Begriff von Karma betrifft genau das Gegenteil, nämlich dass alles was der Mensch denkt, macht, redet etc. eine Ursache darstellt, die irgend eine Form von Wirkung hervorrufen wird, also den Menschen als handelndes Wesen in das Geflecht von Ursache und Wirkung mit einflicht. Von einem Gott der lenkt, waltet oder gar außerhalb dieses Geflechts steht, ist beim Buddhismus nichts zu sehen.
Gruß
Marion