Buddhismus vs Christentum

Von: , Frage gestellt am Do, 30. Jun 2005

Hallo Zusammen!

Auf Grund einer Diskussion wollte ich eure Meinung hören!
Sind der Buddhismus und das Christentum zu vereinbaren?
(Glauben und/oder verstandesmäßig)
Also mit einfachen Worten gesagt:
Kann man als Buddhist Christ sein, oder vielleicht umgekehrt, als Christ die buddhistische Lehre integrieren?
Ich weiss, dass sich das absurd anhören könnte, der Hintergrund ist aber ein ganz ernsthafter.

Gruß
Panrilk

51 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 25 Minuten 2 hilfreich
    Re: Buddhismus vs Christentum

    Hallo Panrilk,

    so abwegig ist Dein Gedanke gfar nicht .

    hier eine kurze Passage über Hugo M. Enomiya-Lasalle, einem Jesuitenpater.

    Aus: http://www.buddhismus-heute.de/content/35_baum.htm

    Jahre später waren es ausgerechnet zwei Christen, die im Zuge ihrer Missionsarbeit in Japan die Methoden des Zen kennen bzw. schätzen lernten und in Zentraleuropa Interesse weckten: der Jesuit Heinrich Dumoulin (1905-?), der sich in Tokio als Religionswissenschaftler einen Namen machte und gute Bücher zur Kulturgeschichte des Zen verfasste, sowie Hugo M. Enomiya-Lasalle (1898-1990). Pater Lasalle, als Vikar von Hiroshima Überlebender des ersten Atombombenabwurfs am 6. August 1945 und späterer Erbauer der dortigen Weltfriedenskirche, sah in fernöstlicher Meditation ein großes Potenzial für den Westen. Nachdem ihn seine Zen-Lehrer ermächtigt hatten seine Erfahrungen in gewissem Umfange weiter zu vermitteln, gab er ab 1968 Zen-Kurse in Benediktiner-Abteien sowie an anderen Stellen. Sein Versuch einer Synthese zwischen christlicher Religion und buddhistischen Meditationsmethoden trug ihm viel Anerkennung, bisweilen aber auch den Ruf einer „fünften Kolonne“ des Vatikan ein.


    Des weiteren dürften Dir Quellen über Karlfried Graf von Dürckheim weiterhelfen, der auch im oben genannten Artikel erwähnt wird.

    Gandalf

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Buddhismus vs Christentum

    Moin, Auf Grund einer Diskussion wollte ich eure Meinung hören!
    Sind der Buddhismus und das Christentum zu vereinbaren?
    (Glauben und/oder verstandesmäßig)
    Also mit einfachen Worten gesagt:
    Kann man als Buddhist Christ sein, oder vielleicht umgekehrt,
    als Christ die buddhistische Lehre integrieren?
    Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.

    Was Gandalf angesprochen hat, ist im Bezug auf Zen als Methode der Meditation hingegen zutreffend. Oder anders gesagt: Man kann eine Art Zazen praktizieren, ohne Buddhist sein zu müssen. Dann gibt es auch keinen Konflikt mit dem christlichen Glauben.

    Gruß
    Marion

    • Antwort von nach einer Stunde 2 hilfreich
      Re^2: Buddhismus vs Christentum

      Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein
      Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.
      Ach du gute Güte, was für ein Quark.
      Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach egal.
      Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus Sohn eines / des Gottes wäre oder eben "nur" ein erleuchteter Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus ist sein Sohn dann beißt sich das mit keiner elementaren buddhistischen Glaubensaussage, was du aber offensichtlich anzunehmen scheinst.
      Umgekehrt sieht das beim (gegenüber anderen Religionen) doch recht wehrhaften Christentum aus, aber selbst da sehe ich keine extrem offensichtlichen Widersprüche. Da könnte man den Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.

      mfg
      Simon

      • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Buddhismus vs Christentum

        Definitiv Nein. Es sei denn, du kannst dir ein
        Christentum ohne den Glauben an Gott vorstellen.
        Ach du gute Güte, was für ein Quark.
        Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
        relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
        egal.
        Das mag so sein, aber aus Sicht des Christentums ist es eben relevant, ja sogar entscheidend!!!!!
        "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das leben, niemand (!!!!!!) kommt zum Vater als Duch mich." Dies ist nur eine Aussage von vielen. An anderen Stellen wir klar ausgesagt, dass der christlioche Gott existiert und der einzige ware Gott ist. Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus
        Sohn eines / des Gottes wäre oder eben "nur" ein erleuchteter
        Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus
        ist sein Sohn dann beißt sich das mit keiner elementaren
        buddhistischen Glaubensaussage, was du aber offensichtlich
        anzunehmen scheinst.
        Möglich aber die buddistischen Aussagen, zB die der selbsterlösung und wiesdergeburt bzw die dass alles eins ist, mit der christlichen Lehre. Umgekehrt sieht das beim (gegenüber anderen Religionen) doch
        recht wehrhaften Christentum aus, aber selbst da sehe ich
        keine extrem offensichtlichen Widersprüche. Da könnte man den
        Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon
        passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.
        èberhaupt nicht. das eine ist ein begriff und das andere ist eine "Person". Da Jesus die Sünden aller die ihn annehmen getragen hat, ist auch das Karma im christlichen glauben irrelevant, selbst wenn es existieren würde. Im Buddismus ist aber das Karma eine sehr wichtige Sache


        mfg
        Beat

      • Antwort von nach 3 Stunden 4 hilfreich
        Re^3: Buddhismus vs Christentum

        Moin, Ach du gute Güte, was für ein Quark.
        Soll das ein Argument sein oder Pöbelei ? Ob es einen Gott gibt ist im Buddhismus an sich schlicht nicht
        relevant. Es gibt weder ein Für noch ein Wider, es ist einfach
        egal.
        Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar "Glauben" an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen Lehre. Somit kannst du nicht an Gott glauben oder nicht und dich innerhalb der buddhisstischen Lehre bewegen. Für das Christentum ist das Glaube an Gott jedoch eine notwendige Voraussetzung.

        Ein zweiter zentraler Punkt ist der Glauben des Christentums an eine Seele, die den Tod überdauert. Dies wird vom Buddhismus grundsätzlich abgelehnt. Ich zitiere: "Der Buddhismus lehnt die Theorie eines Selbst (atman) ab, das sozusagen als konstanter Wesenskern eines Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod und der Wiedergeburtslehre zufolge über seinen Tod hinaus in einem nächsten Leben existiert. Der Buddhismus geht grundsätzlich davon aus, dass es überhaupt keine konstanten Dinge oder Gegebenheiten gibt, sondern dass ein ständiger Prozess des Entstehens und Vergehens stattfindet."

        Quelle: Peter Gäng, "Buddhismus" s. 118.

        Ich mag ja kein Experte fürs Christentum sein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das Konzept einer "Seele", also eines konstanten Wesenskern eines Menschen essentiell ist, und dass sich das Christentum ganz sicher nicht mit der Vorstellung anfreunden kann, sein Gott sei wie alles dem Prozess des Entstehens und Vergehens nach buddhistischer Lehre unterworfen. Genau so wenig wäre aus Sicht des Buddhismus relevant ob Jesus
        Sohn eines / des Gottes wäre oder eben "nur" ein erleuchteter
        Mensch. Wenn du glauben möchtest es gibt einen Gott und Jesus
        ist sein Sohn ...
        Du kannst grundsätzlich glauben was du willst und der Buddhismus wird dir hier nicht reinreden. Es gibt überhaupt keine Religion auf dieser Welt, in die der Buddhismus hineinreden würde. Nur hier ging es um die Frage, ob die Lehre des Christentums und die des Buddhismus gleichzeitig vereinbar ist, und das ist sie nicht. Da könnte man den
        Karmabegriff des Buddhismus mit Gott gleichsetzen und schon
        passt es aus diesem Blickwinkel auch schon fast.
        Ja, passt sicher bestimmt fast genau so wie die Vorstellung vom Osterhasen. Nichts für ungut, aber mit Karma im buddhistischen Sinne und der christliche Vorstellung von Gott hast du zwei Aspekte herausgegriffen, wie sie gegensätzlicher kaum sein können. Der Christliche Gott ist eine feste Konstante, die sich jedem menschlichen Handeln und Tun entzieht, ja die allenfalls ihrerseits Einfluss auf das menschliche Handeln haben kann. Der buddhistische Begriff von Karma betrifft genau das Gegenteil, nämlich dass alles was der Mensch denkt, macht, redet etc. eine Ursache darstellt, die irgend eine Form von Wirkung hervorrufen wird, also den Menschen als handelndes Wesen in das Geflecht von Ursache und Wirkung mit einflicht. Von einem Gott der lenkt, waltet oder gar außerhalb dieses Geflechts steht, ist beim Buddhismus nichts zu sehen.

        Gruß
        Marion

        • Antwort von nach 4 Stunden 2 hilfreich
          Re^4: Buddhismus vs Christentum

          Da hast du wohl etwas falsch verstanden. Aufgrund der
          buddhistischen Lehre wäre spekulative Kontemplation oder gar
          "Glauben" an einen Gott schlicht aus dem Rahmen oder anders
          gesagt: Es bewegt sich außerhalb der buddhistischen
          Lehre.
          Und wenn du es noch 10 mal wiederholst, es ist Unsinn.
          Ganz im Gegenteil, Götter sind sogar ganz explizit Teil der ursprünglichen Erleuchtungslehre des Buddha bzw. in dieser als Bestandteil aufgeführt, auch wenn sie für den eigentlichen Glauben an sich weitestgehend unbedeutend sind.
          Er führt an dass die höchste Existenzebene auf der man wiedergeboren werden kann die Himmelswelt ist, wo die Götter wohnen. Jedoch auch diese sei nicht frei von Leid und somit ist auch ein Gott vor karmischen Auswirkungen nicht gefeit und seine Erlösung nicht garantiert.
          (Quelle: Hans Wolfgang Schumann, Der historische Buddha - Leben und Lehre des Gotama Seite 158ff)


          Der Rest deiner Aussagen ist eher eine Frage der persönlichen Interpretation von Seite eines Buddhisten oder Christen aus, rein substantiell beißt sich allerhöchstens der von dir auch korrekt angeführte Seelenbegriff.
          Wobei es mit Masse eher den Christen stören dürfte als den Buddhisten, der andere Religionen ja schon vom ureigensten Welt- und Glaubensbild her mit ganz anderen Augen betrachtet. Damit wäre also auch zu fragen von welchem Standpunkt aus man sich zum jeweils anderen bewegt, vom christlichen zum buddhistischen oder umgekehrt. Pauschal zu sagen die beiden gehen nicht zusammen ist schon dahingehend falsch, dass es eine Masse an guter Literatur zum Thema Gemeinsamkeiten von Buddhismus und Christentum gibt und das beide Glaubensgemeinschaften in vielerlei Hinsicht bereits voneinander profitiert haben. Aber das haben ja andere hier auch schon angesprochen.

          mfg
          Simon

          • Antwort von nach 19 Stunden 2 hilfreich
            Re^5: Buddhismus vs Christentum

            Hallo Simon, Er führt an dass die höchste Existenzebene auf der man
            wiedergeboren werden kann die Himmelswelt ist, wo die Götter
            wohnen. Jedoch auch diese sei nicht frei von Leid und somit
            ist auch ein Gott vor karmischen Auswirkungen nicht gefeit und
            seine Erlösung nicht garantiert.
            (Quelle: Hans Wolfgang Schumann, Der historische Buddha -
            Leben und Lehre des Gotama Seite 158ff)
            und genau diese Aussage steht in krassem Widerspruch zur christlichen Lehre.

            Der Christ glaubt, dass bei Gott kein Leid existiert.
            Deshalb ist es das Ziel des Christen, nach der Auferstehung eine Ewigkeit bei Gott verbringen zu können.

            Gott kann durch kein Karma beeinflusst werden.
            Er braucht auch keine Erlösung.
            Die Erlösung des Menschen jedoch kommt durch Jesus, den Sohn Gottes. Diese Erlösung ist einmalig und vollkommen. Der Mensch braucht nichts weiter zu seiner Erlösung beitragen.

            Im Gegensatz dazu kann der Buddhist durch sein Handeln seinen Status im nächsten Leben (?) beeinflussen.

            Gruss Harald

            • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
              Re^6: Buddhismus vs Christentum

              Der Mensch braucht nichts weiter zu seiner Erlösung beitragen.
              Ach... Warst Du nicht derjenige, der mir noch vor kurzem "schlechte Aussichten" prophezeit hat? ;-)

              Gruß,

              Malte.



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