Wer darf segnen?

Von: , Frage gestellt am Di, 4. Okt 2005

Mich interessiert die Frage: wer darf segnen? Nur getaufte Menschen, weil sie Gottes Segen erst einmal erhalten haben oder auch Menschen, die nicht getauft sind, ab und an aber doch eine Nähe zu Gott spüren?
Freue mich auf Antworten. Gruss Enni

21 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 22 Minuten 1 hilfreich
    Re: Wer darf segnen?

    Hallo,

    eigentlich ist die Frage recht sinnlos.
    Es gibt kein gesetz, daß es irgend jemanden verbietet, die Worte "ich segne Dich" o.ä. zu sprechen.
    Und wer nicht getauft ist - der ist nicht gläubig im Sinne der Kirchen, für den gelten irgendwelche kirchlichen oder sonstige religöse Regeln nicht, der kann sich das Recht zu zugen sonstwoher leiten.
    Insofern ist die Frage falsch gestellt, denn segnen kann erst einmal jeder. Unklar ist nur, ob der Gesegnete , sofern er Mitglied einer Kirche ist, diesen Segen für gültig oder wirksam halten darf nach den Regeln seiner Kirche.


    Gernot Geyer


    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wer darf segnen?

      eigentlich ist die Frage recht sinnlos.
      Hallo,

      wenn die Frage so sinnlos ist, dann hättest du gar nicht antworten müssen.
      Diese Frage wurde im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung gestellt. Von einem Geistlichen. Wahrscheinlich dann doch nicht so sinnlos.

      Gruß Enni

      • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Wer darf segnen?

        Hallo, wenn die Frage so sinnlos ist, dann hättest du gar nicht
        antworten müssen.
        Diese Frage wurde im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung
        gestellt. Von einem Geistlichen. Wahrscheinlich dann doch
        nicht so sinnlos.
        mit Sicherheit so lange sinnlos, wie nicht erwähnt wird, in welcher Gruppe (Religion/Kirche/Gemeinde etc.) sie beantwortet werden soll.

        Ich könnte mir z.B. gut vorstellen, daß Katholiken das anders sehen als Evangelen und diese widerum anders als Moslems und diese widerum anders als bspw. Satanisten.

        Gruß,

        Malte

      • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Wer darf segnen?

        Hallo,

        das ändert aber nichts an der unklaren Fragestellung und am Problem an sich.
        Denn wenn jemand einen christlichen glauben hat - dann wird er auch getauft sein bzw. dies anstreben. Schon deshalb, weil die Taufe ja fundamental dazugehört. Was sollte das für ein Christ sein, der die Taufe ablehnt? Nach meinem Verständnis doch wohl gar keiner.

        Du bist Christ. Dazu gehört aber nach dem Glaubensbekenntnis nicht der Glaube an irgendeinen Gott - sondern an den dreifaltigen Christengott und der Glaube an Christus als Gottes Sohn.
        Und nur ein Segen in dessen Namen kann wirksam sein für Dich - weil Du ja an einen anderen Gott nicht glauben darfst.
        Aber wenn einer in dessen Namen segnt - dann wird das immer nur einer sein, der selbst an diesen Gott glaubt - und der ist dann auch getauft.
        Denn wie sollte ein Nichtchrist die Nähe des christlkichen Gottes spüren und daran glauben, ohne selbst per Taufe Christ zu werden? Er würde ja dann bewußt bewußt seiner eigenen inner Überzeugung zuwider handeln müssen.

        Oder andersherum: Ein Moslem mag u.U. den Segen Allahs für mich erflehen können. Nur ist dieser Segen nach christlicher Auffassung dann unwirksam, weil ja Allah nach dem christlichen Glaubensbekenntnis kein Gott sein kann.
        Das Ganze ist aus rein theologischer Sicht eine sehr sehr spitzfindige Sache, weil es dann Anhänger eines anderen Glaubens berührt und von denen als Beleidigung aufgefaßt werden kann.

        Ofenbar war der Geistliche, der diese Frage gestellt hat, in diesem moment nicht sonderlich vom Heiligen Geist erleuchtet.... er hätte das lieber lassen sollen.


        Gernot Geyer


      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Wer darf segnen?

        Hallo Enni,

        wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht unbedingt das Gleiche. wenn die Frage so sinnlos ist, dann hättest du gar nicht
        antworten müssen.
        Diese Frage wurde im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung
        gestellt. Von einem Geistlichen. Wahrscheinlich dann doch
        Wenn ein uninformierter Mensch auf die Frage kommt, wer segnen darf, weil er / sie nicht weiß, was es mit dem Segnen auf sich hat, kann ich das noch verstehen.

        Wenn ein Pfarrer innerhalb einer kirchlichen Veranstaltung eine solche Frage stellt, dann ist das eine Person, die sich - berufsbedingt - mit der Frage bereits befaßt hat. Es ist also keine Frage, auf die er keine Antwort weiß, sondern eine "didaktische" Frage, mit der er die Leute in eine bestimmte Denkrichtung bringen will.

        In diesem Zusammenhang von dieser Person finde ich die Frage nicht sinnlos
        sondern - freundlich gesagt - "didaktisch ungeschickt" und - etwas weniger freundlich gesagt - "dumm", weil der Herr Pfarrer da die Menschen in eine Richtung denken läßt, die nahelegt, Segen wäre etwas exklusiv Christliches.

        Viele Grüße

        Iris

  2. Antwort von nach 4 Stunden 5 hilfreich
    Re: Wer darf segnen?

    Mich interessiert die Frage: wer darf segnen? Nur getaufte
    Menschen, weil sie Gottes Segen erst einmal erhalten haben
    oder auch Menschen, die nicht getauft sind, ab und an aber
    doch eine Nähe zu Gott spüren?
    Freue mich auf Antworten. Gruss Enni
    Liebe Enni, das alles gibt es im google:

    Glaubens ABC: Segen Segnen

    Nicht Menschen segnen, sondern Gott segnet. Aber Christen dürfen sich im Namen Gottes gegenseitig den Segen zusprechen. Nicht nur Pfarrerinnen oder Pfarrer können das tun, sondern jeder Christ. "Der Herr segne dich", ist die kürzeste Form der Segenszusage.

    Indem sie die Form der Bitte hat ("segne" statt "segnet"), kommt zum Ausdruck, dass der Segen Gottes Sache ist, die man nicht erzwingen, um die man aber bitten kann. Durch die direkte persönliche Anrede ("dich") kommt zum Ausdruck, dass der Segen aber mehr ist als nur ein Wunsch: Der Gesegnete darf fest mit Gottes Segen, d.h. mit seiner Leben schaffenden Liebe und Nähe, rechnen.

    Bibelstellen zum Thema:
    3. Mose 9,23 :
    Der Herr segne Dich
    und behüte Dich,
    der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir
    und sei Dir gnädig,
    der Herr erhebe sein Angesicht über Dich
    und gebe dir Frieden.

    Von Guido Groß
    Sich segnen zu lassen hat mit einer Form von Demut zu tun, die darum weiß, dass man sein Leben einem Höheren verdankt. Der gesegnete Mensch weiß, dass nicht er selbst, sondern Gott sein Leben in der Hand hält. Das schließt das Wissen um die eigenen Stärken nicht aus. Aber ein solcher Mensch kann sich auch dann vertrauend auf das Leben einlassen, wenn seine Grenzen, Zweifel und Widersprüche übermächtig zu werden drohen. Wer sich segnen lässt, ist sozusagen von seinem inneren Podest herunter gestiegen. Er weiß: Das Entscheidende in meinem Leben kommt nicht aus mir selbst. Den wirklich tragenden Grund meines Lebens kann ich mir nicht selbst erschaffen.


    Segen und Segnen
    nach jüdischem Glaubensverständnis
    Walter Homolka
    Rabbiner John D. Rayner, London, zum 80. Geburtstag gewidmet.
    Das Substantiv Segen heißt in der Hebräischen Bibel berakha. Baruch heißt also der Gesegnete. Die Worte baruch und berakha leiten sich beide von der hebräischen Wurzel Bet-Resch-Kaf ab, die Knie bedeutet.1 Kniebeuge und Verneigung sind Zeichen des Respekts. Nach hebräischem Verständnis segnet nicht nur Gott den Menschen, sondern auch der Mensch preist (segnet) Gott, wie es schon die Psalmen zum Ausdruck bringen: So will ich Dich preisen mein Leben lang, bei Deinem Namen erheben meine Hände (Ps 63,5).2
    Segen als Gottes Zusage
    Das hebräische Wort baruch wird damit zum Attribut, das Gott als die Quelle allen Segens beschreibt.3 Wer einen Segensspruch spricht, drückt Erstaunen und Verwunderung darüber aus, wie gesegnet das Handeln Gottes an uns Menschen ist. Als eine der ersten Verheißungen sagt Gott zu Abraham: „[...] durch dich werden alle Geschlechter des Erdreichs gesegnet werden” (Gen 12,3). Segen und Fluch sprechen nicht nur einen Wunsch aus, sondern wollen bewirken, was sie zusagen. Die Wirkung aber funktioniert nicht selbsttätig wie im Zauber. Sie hängt von Gott ab. Während Zauberei in der Bibel strikt abgelehnt wird, spielt der Segen eine zentrale Rolle. Der Segen sagt dem Menschen von Gott erbetene Dinge zu. Dies ist in der Bibel primär ganz Handfestes wie Nachkommenschaft, Fruchtbarkeit, gute Ernte und allgemeiner Wohlstand. Aber er sagt auch Abstraktes zu wie Frieden und Glück. Übergeordnet spricht aus dem Segen die Teilhabe am göttlichen Heilshandeln. Er ist somit eine sprachliche Ausdrucksform und Konkretisierung der Beziehung zu Gott.
    Segnen ist auch mehr als ein guter Wunsch oder die Kraft positiven Denkens. Als Sprachform des Glaubens lebt der Segen aus der Beziehung zu Gott, erhält aus dieser seine Kraft und Realität und findet in Gottes Willen seinen Rahmen und seine Grenzen. Der Segen sagt zu, was der Glaube von Gott annimmt. Vertrauen wider jede Vernunft zeichnet Ijob aus, der auch im Leid Gott nicht verflucht, sondern ihn noch preist: Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn (Ijob 1,21).


    "An der Eltern Segen
    ist alles gelegen."
    Volksweisheit

    Und meine persönliche Meinung:
    Jeder darf um den Segen Gottes für jeden bitten. Ob jemand die eigene Kraft und Vollmacht besitzt, um selbst einen wirksamen Segen zu erteilen, ist eine andere Sache. Ich habe aber nie davon gehört, dass es jemandem geschadet hätte zu segnen oder einen Segen entgegen zu nehmen.
    Gruß, Geris

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Wer darf segnen?

      Hallo Geris,
      danke für deine, für mich, sehr informative Antwort. Habe sie auch sogleich mit einem Sternchen bewertet. Danke. Schönen Abend Enni

    • Antwort von nach 21 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Wer darf segnen?

      Hallo, Nicht Menschen segnen, sondern Gott segnet. Aber Christen
      dürfen sich im Namen Gottes gegenseitig den Segen zusprechen.
      Nicht nur Pfarrerinnen oder Pfarrer können das tun, sondern
      jeder Christ. "Der Herr segne dich", ist die kürzeste Form der
      Segenszusage.
      Dies wird sehr deutlich im bayerischen "danke-bitte", vor allem ältere Menschen wollen kein "danke" hören, wenn sie einem Enkelkind etwas Geld geben, sondern sie wollen ein "Vergelt's Gott" hören, also ein "Vergelte Gott dir deine Gabe".

      Üblicherweise antwortet derjenige, der etwas gegeben hat auf das "Vergelt's Gott" dann nicht mit "bitte", sondern mit "Seng's Gott", also mit "Gott segne deinen Wunsch, es mir zu vergelten".

      Gerhard

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^3: Wer darf segnen?

        Hallo, Nicht Menschen segnen, sondern Gott segnet. Aber Christen
        dürfen sich im Namen Gottes gegenseitig den Segen zusprechen.
        Nicht nur Pfarrerinnen oder Pfarrer können das tun, sondern
        jeder Christ. "Der Herr segne dich", ist die kürzeste Form der
        Segenszusage.
        Dies wird sehr deutlich im bayerischen "danke-bitte", vor
        allem ältere Menschen wollen kein "danke" hören, wenn sie
        einem Enkelkind etwas Geld geben, sondern sie wollen ein
        "Vergelt's Gott" hören, also ein "Vergelte Gott dir deine
        Gabe".

        Üblicherweise antwortet derjenige, der etwas gegeben hat auf
        das "Vergelt's Gott" dann nicht mit "bitte", sondern mit
        "Seng's Gott", also mit "Gott segne deinen Wunsch, es mir zu
        vergelten".

        Hi Gerhard,
        sehr richtig. Wogegen ich meine, dass "Seng's Gott" heißt: Gott segne die Gabe, also 'Möge Gott diese meine Gabe zum Segen für dich machen.'
        Gruß, Geris



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