Re: wie setzt Ihr diese Bibelstelle um?
Hallo Ihr Lieben!
wie setzt Ihr eigentlich die Stelle aus Matthäus 5,39 in eurem
Leben um?
"Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. Mt 5,39 Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin."
Mt 5,45 ..."damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte."
Hi Lina,
vielleicht kann man fragen - warum so? Die Begründung steht bei 5,45. Der Vater liebt sie alle. Wieso? Weil er den ganzen Lebensweg des Menschen übersieht und versteht.
Für uns ist so eine Streßsituation die Momentaufnahme - jemand ist böse gegen uns. Vor 2000 Jahren waren gewisse Einsichten noch nicht Allgemeingut, z.B. dass jemand nicht ohne Grund in eine solche Situation gerät. (Das heißt nicht, er sei 'selber schuld'!) Morgen könnte er selbst in die Versuchung geraten, böse zu sein. Wie sollen wir je aus dem Teufelskreis von negativer Resonanz herauskommen, wenn nicht der Erste es wagt, die Waffen abzulegen? Ein großes Risiko. Jesus ist dafür aufgehängt worden. Aber dabei blieb es ja nicht. Die Geschichte von der Auferstehung soll ja (echt oder nicht) uns mitteilen: Gott verspricht, dass dieser Weg der Gewaltlosigkeit zunächst äußerlich ein Fiasko werden könnte, aber der einzig richtige ist auf Dauer gesehen. Es gehört mehr Mut dazu als zum Kämpfen. Es braucht ein gigantisches Gottvertrauen, dass er mich nicht in Situationen laufen läßt, denen ich nicht gewachsen bin. Jesus war der Situation gewachsen und nach ihm haben es viele bewiesen, dass es möglich ist, sauf diese Weise etwas zu verändern. Auch Nichtchristen wie Ghandi. Diese Information ist in der Welt, das war der Sinn der Sache.
Wenn wir uns mit der Liebe des Vaters ein wenig identifizieren können, dann übernehmen wir langsam mehr Verantwortung - auch gegen solche, die uns bös provozieren wollen; so wie eine Mutter oder ein Vater das Kind nicht bekämpfen werden, sondern auf Reifung durch Einsicht bauen. Dafür sind sie zu Opfern bereit, um das gute Beispiel zu leben, um ihre eigenen Ideale vorzuleben. Gott war dazu bereit. Jeder entscheidet selbst, wann er es auch so versuchen will. Mit Gottes Hilfe gelingt es.
Gruß, Geris