Jüdin werden - Zeremonie

Von: , Frage gestellt am Di, 18. Okt 2005

Hallo,

da erzählte mir jemand, er habe gestern im Fernsehen ein Gespräch zwischen Domian un Bärbel Schäfer, die kürzlich zum Judentum übergetreten ist, gesehen. Dabei sei gesagt worden, bei der Zeremonie hätte sie sich fast nackt ausziehen und in ein Wasserbecken tauchen müssen.

Sich auszuziehen kenne ich bisher nur von abstrusen Sekten, kann ich mir bei keiner der großen Religionen vorstellen.

Ins Wasser eintauchen entspricht doch der Taufe, die aber ist doch rein christlich, meine ich.

Oder habe ich da Kenntnislücken?

Grüße
Carsten

15 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 35 Minuten 0 hilfreich
    Re: Jüdin werden - Zeremonie

    Hallo,

    da wird es sich wohl um die Mikwe, das rituelle Tauchbad handeln. Daran sollte sie sich gewöhnen, das muss sie jetzt regelmäßig.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mikwe

    Gruß,

    Myriam

    • Antwort von nach 9 Stunden 1 hilfreich
      Re^2: Jüdin werden - Zeremonie

      Hallo Myriam, Daran sollte sie sich gewöhnen, das muss sie jetzt
      regelmäßig.
      Wie meinst Du das?
      http://de.wikipedia.org/wiki/Mikwe
      Oh meine Güte, der Artikel fängt schon falsch an:
      "Mikwe hebr. lebendiges Wasser" erfahren wir da. Lebendiges Wasser heißt "majim chajim". Und genauso ungenau mit vielen Fehlwahrnehmungen geht es weiter.

      Ich erspare mir weitere Kommentierungen, sonst sitze ich bis morgen um 2.00 h da. Aber Wikipedia ist wirklich keine seriöse Quelle.

      Viele Grüße

      Iris

      • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Jüdin werden - Zeremonie

        Hallo, Wie meinst Du das?
        Das war ein Scherz. Ich erspare mir weitere Kommentierungen, sonst sitze ich bis
        morgen um 2.00 h da. Aber Wikipedia ist wirklich keine seriöse
        Quelle.
        Dann frisch auf, korrigiere den Mist ;-)

        Danke für die Hinweise.

        Gruß,

        Myriam

        • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
          Re^4: Jüdin werden - Zeremonie

          Hallo Myriam, Das war ein Scherz.
          Gut zu wissen, aber das Witzebrett ist weiter unten.

          Bemerkungen wie
          "Daran sollte sie sich gewöhnen, das muss sie jetzt
          regelmäßig"

          bringen Atmosphärisch Negatives rüber und bleiben auf der Ebene der Andeutung verhaftet. Fair ist das nicht. Ich erspare mir weitere Kommentierungen, sonst sitze ich bis
          morgen um 2.00 h da. Aber Wikipedia ist wirklich keine seriöse
          Quelle.
          Dann frisch auf, korrigiere den Mist ;-)
          Nö, denn bei Wikipedia entscheidet nicht Kompetenz, was drin steht, sondern die Mehrheit bzw. die Wahrnehmung der Mehrheit, was sie dort lesen möchten.

          Datafox hat mehrfach korrigiert, das wurde aber wieder verändert. Warum soll ich oder andere Juden sich daran abarbeiten.

          Ich empfehle zu kompetenten Quellen zu gehen. Wiki mag ein Gemeinschaftserlebnis sein.

          Viele Grüße

          Iris

          • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
            Re^5: Jüdin werden - Zeremonie

            Hallo, Bemerkungen wie
            "Daran sollte sie sich gewöhnen, das muss sie jetzt
            regelmäßig"

            bringen Atmosphärisch Negatives rüber und bleiben auf der
            Ebene der Andeutung verhaftet. Fair ist das nicht.
            Ich muss doch sehr bitten. Die Bemerkung bezog sich auf die (laut http://www.hagalil.com/judentum/torah/rabbi-waskow/r... offenbar nur bei streng orthodoxen Juden befolgte) Vorschrift, nach der Menstruation die Mikwe zu nutzen. Was bitte ist daran negativ?

            Deine Zurechtweisung bezüglich Wikipedia nehme ich gerne hin, aber so etwas lasse ich mir nicht sagen.

            Gruß,

            Myriam

            • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
              Re^6: Jüdin werden - Zeremonie

              Hallo Myriam, Ich muss doch sehr bitten. Die Bemerkung bezog sich auf die
              (laut
              http://www.hagalil.com/judentum/torah/rabbi-waskow/r...
              offenbar nur bei streng orthodoxen Juden befolgte) Vorschrift,
              nach der Menstruation die Mikwe zu nutzen. Was bitte ist daran
              negativ?

              Deine Zurechtweisung bezüglich Wikipedia nehme ich gerne hin,
              aber so etwas lasse ich mir nicht sagen.
              Eine Zurechtweisung war es von meiner Seite nicht, sondern ein Hinweis, die "Frag-würdigkeit" von Wikipedia in Betracht zu ziehen.

              Daß sich Deine Bemerkung auf die Praxis orthodoxer Jüdinnen bezog, hatte ich schon vermutet, vermutlich den meisten Lesenden hier nicht - auch deshalb meine Rückfrage.

              Die Frage, was daran negativ ist, würde ich ja gern an Dich zurückgeben, aber Du verweist auf einen "Witz".

              Wenn jemand schreibt: "XY ist zum Christentum übergetreten, wurde getauft und hat anschließend das erste Mal am Abendmal teilgenommen"

              und jemand anderer würde dann kommentieren:
              "daran wird er sich jetzt regelmässig gewöhnen müssen", dann legt das nahe, dass es sich um etwas Negatives handelt, denn "sich gewöhnen m ü s s e n " tut man nicht gern und freiwillig.

              Meine Sicht ist, daß die Nutzung der Mikwe nichts Negatives ist - und damit habe ich praktische Erfahrungen, sowohl als Nutzerin wie auch als Balaniot für andere Frauen, die die Mikwe nutzen.

              Ich mag es schlicht und einfach nicht, wenn Leute, die meine Tradition nicht kennen, sie durch ihre Bemerkungen ("sich daran gewöhnen müssen") negativ belegen.

              Und da Bärbel Schaefer nicht religiös ist, stellt sich die Frage nach der regelmässigen Nutzung der Mikwe gar nicht. An dem Abend, wo sie im Promi-Talk bei Domian war, war nämlich ein jüdischer Feiertag (Laubhüttenfest), wo religiöse Juden (egal ob orthodox oder liberal geprägt) sicher nicht an live-Talkshows teilnehmen.

              Schönen Tag noch - und viele Grüße

              Iris

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^7: Jüdin werden - Zeremonie

              Wenn jemand schreibt: "XY ist zum Christentum übergetreten,
              wurde getauft und hat anschließend das erste Mal am Abendmal
              teilgenommen"

              und jemand anderer würde dann kommentieren:
              "daran wird er sich jetzt regelmässig gewöhnen müssen", dann
              legt das nahe, dass es sich um etwas Negatives handelt, denn
              "sich gewöhnen m ü s s e n " tut man nicht gern und
              freiwillig.
              Das ist Deine Interpretation. Ich würde an so einer Formulierung nichts negatives finden und möchte betonen, dass meine Äußerung auch nicht so gemeint war. Im umgekehrten Falle, wenn jemand geschrieben hätte "Bärbel Schäfer musste nach ihrer Konvertierung zum Christentum eine trockene Backoblate essen", hätte ich genau das selbe geschrieben, nämlich, dass sie sich an den Geschmack jetzt gewöhnen sollte. Ich mag es schlicht und einfach nicht, wenn Leute, die meine
              Tradition nicht kennen, sie durch ihre Bemerkungen ("sich
              daran gewöhnen müssen") negativ belegen.
              Kann ich verstehen, aber siehe oben. Und da Bärbel Schaefer nicht religiös ist, stellt sich die
              Frage nach der regelmässigen Nutzung der Mikwe gar nicht. An
              dem Abend, wo sie im Promi-Talk bei Domian war, war nämlich
              ein jüdischer Feiertag (Laubhüttenfest), wo religiöse Juden
              (egal ob orthodox oder liberal geprägt) sicher nicht an
              live-Talkshows teilnehmen.
              Das war ja der Sinn des (offenbar schlechten) Scherzes.

              Ich hoffe, die Sache ist jetzt aus der Welt.

              Gruß,

              Myriam

    • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
      Re^2: Jüdin werden - Zeremonie

      da wird es sich wohl um die Mikwe, das rituelle Tauchbad
      handeln. Daran sollte sie sich gewöhnen, das muss sie jetzt
      regelmäßig.
      die mikwe bei einer konvesion hat überhaupt nichts mit der mikwe zu tun, die verheiratete religiöse frauen monatlich besuchen. auch ein konvertiertender mann muß da rein.

      übrigens "müssen" tut bärbel das so sehr wie du zwischen aschermittwich und gründonnerstag kein fleisch essen darfst. (?) wieviele tun es denn tatsächlich??

      gruß
      dataf0x

  2. Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
    Re: Jüdin werden - Zeremonie

    Hallo Carsten,

    hier noch ein Link zur Mikwe
    http://www.berlin-judentum.de/mikwe/ Ins Wasser eintauchen entspricht doch der Taufe, die aber ist
    doch rein christlich, meine ich.
    Die christliche Taufe ist der Mikwe nachempfunden.
    Johannes der Täufer hat da nichts Neues erfunden, sondern sich an die jüdische Tradition der Reinigung gehalten.

    Bei jenen Teilen der Christenheit, die die Erwachsenentaufe pflegen, kann man das noch sehen.

    Die Kindertaufe verläuft natürlich anders. Aber diese Variante ist in der Bibel nicht erwähnt.

    Gruss Harald



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