Halloween und Christentum

Von: , Frage gestellt am Fr, 28. Okt 2005

Hallo Allerseits,

der Handel und Erziehende haben in den letzten Jahren Halloween für sich entdeckt. Wenn man versucht herauszufinden, worum es vom Ursprung her geht, stellt man fest, dass sich das gar nicht so genau fest machen lässt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Halloween

Das Halloween, wie es heute verstanden wird, ist ein Fest für Geister, Hexen und Dämonen. Es geht um Grusel und Horror. Irgendwie passt es nicht zum Christentum, Judentum oder Islam, wo solche Gestalten sehr negativ besetzt sind.

Wie kommt es, dass ein solches Fest in den formal christlichen USA eine solche Popularität erlangt hat?

Inwieweit ist eurer Meinung nach Halloween mit einem monotheistischen Glauben vereinbar?

Gruß
Carlos

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 47 Minuten 3 hilfreich
    Re: Halloween und Christentum

    Lieber Carlos,

    mit dem Christentum ist so unendlich viel vereinbar: Kapitalismus, Diktaturen, Verfolgung anders Denkender, schlechte Predigten, verkniffene Gesichter und vieles andere. Warum also nicht auch Halloween?

    Aber Spaß beiseite!

    Es mag ja sein, daß Halloween den Hintergrund hat, den Du beschreibst. Das Thema hat mich nie sonderlich interessiert, und soweit ich den Vormarsch dieses Festes mitbekommen habe, begann das alles mit dem Siegeszug der Peanuts, die zu Halloween ihren Kürbis aushöhlten und das Fest des "Großen Pumpkin" feierten.

    Inzwischen ist es zu einem Fest für Kinder geworden, zu dem sie sich verkleiden und an den Haustüren klingeln und Süßigkeiten einsammeln können. Es macht ihnen Freude und Vergnügen.

    er von Dir beschriebene Hintergrund ist (fast) niemandem mehr bewußt, und selbst, wenn er das sein sollte, spielt er keine Rolle. Dieser erste November also ist seines alten Inhalts vollkommen entkleidet, und das bedeutet: er kann auch keine Inhalte mehr transportieren. Kann er das aber nicht, so kann er auch zum Inhalt des Christentums nicht in Gegensatz stehen.

    Im übrigen gibt es zahlreiche nun christliche Feiertage, die ehemals einen durchaus heidnischen Inhalt hatten. Jetzt sind sie mit neuem Gehalt gefüllt und werden von Kirchen und Christen alljährlich und ernsthaft begangen. (Bitte, bitte, jetzt keine Diskussion über Kirchen und Christen!) Das zeigt: der ursprüngliche Inhalt eines Festes kann unwesentlich werden.

    Was mich bei Halloween viel mehr stört, ist die Raubrittermentalität mancher Kinder, die, wenn sie nicht sofort mit Süßigkeiten bedacht werden, höchst ungnädig reagieren.

    Gruß - Rolf

    • Antwort von nach 13 Stunden 3 hilfreich
      Re^2: Halloween und Christentum

      Hai, Rolf, Was mich bei Halloween viel mehr stört, ist die
      Raubrittermentalität mancher Kinder, die, wenn sie nicht
      sofort mit Süßigkeiten bedacht werden, höchst ungnädig
      reagieren.
      ich denke, Deine Verstimmung liegt daran, daß diese Kinder den Sinn des Spiels begriffen haben, Du aber nicht...

      Eigentlich ziehen die Kinder ja rum, um Leute zu erschrecken und Streiche zu spielen (in Vertretung der Geister, die in der Nacht zu Allerheiligen angeblich spuken). Mit den Süßigkeiten ist nur die Möglichkeit geschaffen, sich von solcherlei Schabernack freizukaufen - es heißt: "Trick or Treat", "Streich oder Bonbon", und nicht umgekehrt...

      Was Du als "ungnädige Reaktion" bezeichnest, ist der ursprüngliche Sinn der Aktion.

      Gruß
      Sibylle

      • Antwort von nach einem Tag 3 hilfreich
        Re^3: Halloween und Christentum

        Hallo,

        das mag ja sein.
        Nur - was hat Halloween hier zu suchen? Wir haben schließlich in Deutschlannd im Allgemeinen und in den einzelnen Regionen im Besonderen genügend eigene Bräuche - und einige geraten langsam in vergessenheit. Wieso also muß ich mitspielen, wenn hier irgendwelche Kids denken, es wäre chic, irgendwelchen Amikram einzuführen?
        Für mich ist so was schlichtweg kulturelle Okkupation.


        Gernot Geyer

        • Antwort von nach einem Tag 2 hilfreich
          Re^4: Halloween und Christentum

          Servus Gernot,

          ich glaube nicht, dass Du mitspielen musst.

          Du spielst als einigermaßen aufrichtiger Monotheist ja auch nicht bei Fassnacht, Funkensonntag und auch nur bedingt bei den ziemlich oberflächlich "getauften" Saturnalien und/oder Rauhnächten mit. Und dass Christi Auferstehung "in Gottes Namen" zum Frühlingsmond der Ostara gefeiert wird, nimmst Du eher billigend in Kauf.

          Im Marienmonat Mai unbedingt zu heiraten (Deutschland) oder auf keinen Fall zu heiraten (Provence) wird Dich auch nicht unbedingt daran denken lassen, was Maria Mutter Gottes mit M. Magdalena und was die beiden mit phönizischer Schiffahrt auf dem Mittelmeer zu tun haben sollen.

          Der Reiter St. Martin und sein Cousin Wotan ist noch ein Kapitel extra.

          Ich glaube, mann kann ihnen allen einen christlichen Aspekt abgewinnen, wenn man sich nicht von dem ganzen Fassadenklamauk überrennen lässt.

          Auch meinem Lieblingsheiligen Christophorus, der von der Catholica aus dem Kanon gestrichen wurde, weil er "historisch nicht nachweisbar ist" - als käme es darauf an. Was er getan hat, nämlich einem kleinen Buben ohne alle Bedenken - seis finanzieller, seis sonst irgendeiner Art - über den für ihn selber nicht ungefährlichen Fluss zu helfen, führt genau zu dem zurück, was von Christus zu lernen ist, wenn man will: Unbedingte, naive gegenseitige Hilfe ist nötig.

          Man darf aus den mehr oder weniger naiven Allerseelen-Bräuchen irgendwelcher Art, wenn man will, auch das zurückbehalten: Freundliches Andenken an die Verstorbenen. Materialisiert mit allerlei Völlerei - ihnen soll es auch nicht schlechter gehen, und der mittelalterliche Bauer, der sonst nichts Schönes kennt, drückt das halt mit Essen und Trinken oder heute Candybars aus.

          Es gibt sicherlich subtilere Ausdrucksweisen für das Totengedenken. Die hier kürzlich angesprochene Kerze ist wohl auch nicht unbedingt ein christliches Symbol, aber jedenfalls ein freundlicheres als die Erpressung von Candybars mit Sprengstoff...

          Und dass die Verstorbenen so furchtbar böse und grauenerregend sind, darf man wohl auch relativieren: Ein freundliches Andenken erntet sicherlich etwas anderes als Drohung und Grauslichkeiten...


          In diesem Sinne





          MM

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Halloween und Christentum

            Hallo,

            das Problem ist, denke ich, ein anderes.
            Ich mag irgendwie Halloween vom Gefühl her nicht - es kommt mir fremdartig vor und unpassend.
            Dieses Gefühl habe ich bei vielen anderen Dingen nicht. Ich z.B. auch nicht katholisch - habe aber überhaupt kein Problem mit den viuelen Kruzifixen, Schutzheiligen und den religiösen Bräuchen in katholischen gebieten. weil ich ich das Gefühl habe, das gehört dorthin.
            Ich bin auch kein Freund vom Fasching und Karneval (es kommt mir unnormal vor, auf befehl fröhlich sein zu müssen). Aber trozdem gehört für mich der Karneval nach Köln und ohne ihn wäre Köln nicht komplett. Wobei dieses beispiel eigentlich gut ist.
            Denn es gibt (ich bin ja Ostdeutscher) auch Bestrebungen und Versuche, diese Tradition im Osten in gegenden wieder einzuführen, wo sie nie zu Hause war oder wo diese Traditionen in den letzten 50 Jahren verschwunden sind. Und genau so sieht das dann auch aus - wie gewollt und nicht gekonnt und einfach nur peinlich. Das trifft aber nun wieder nicht auf die gegenden zu wie Wasungen, die auch zu DDr Zeiten Karnevalhochburgen waren - hier lebt das Ganze wirklich.
            Und Halloween ib Thüringen in Oßmannstedt wirkt genau so verboten. Einfach wie ein mißglückter Lampionumzug. Es paßt einfach nicht rgendwie...


            Gernot Geyer

        • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
          Re^4: Halloween und Christentum

          Hallo Gernot, Für mich ist so was schlichtweg kulturelle Okkupation.
          So aehnlich haben die Englaender auch gedacht,
          als ihnen via Albert, Prinzgemahl von Victoria, annodunnemals
          der Weihnachtsbaum aufoktroyiert wurde.
          Vielleicht fanden sie das geschmueckte gruene Ding auch
          einfach nur schoen.
          Und wenn meine Kinder sich uebermorgen zu Halloween ausstaffieren,
          heisst das ja nicht, dass sie nicht auch zu St. Martin mit
          einer Lampe rumgehen werden. Es ist erstmal kein Entweder-Oder,
          und danach wird sich einfach das ueber die Zeiten retten,
          was die Menschen mehr anspricht.
          Dass dich vielleicht andere Dinge ansprechen als die juengere
          Mehrheit, ist an sich nichts Verwerfliches.

          Gruesse
          Elke

        • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
          Re^4: Halloween und Christentum

          Hallo,

          sieh es okomenisch:

          Das an Halloween umgesetzte Geld steigert das Bruttosozialprodukt!

          Fritz

          • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
            Re^5: Halloween und Christentum

            Hallo Fritz,.
            sieh es okomenisch:

            Das an Halloween umgesetzte Geld steigert das
            Bruttosozialprodukt!
            Wenn ich mein sändig in den roten Zahlen stehendes Konto sehe, dann denke ich, daß ich mein Geld eighentlich auch gut und gerne selber ausgeben knn.

            Gernot Geyer

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re^6: Halloween und Christentum

              dann denke ich, daß ich mein Geld eigentlich auch gut und gerne selber ausgeben kann.
              Du hast, bester Gernot,

              das punctum saliens nicht so recht erfasst! Natürlich kannst du dein Geld nach deinem Gusto ausgeben.

              Wichtig ist, DASS du es ausgibst! Wenn du nichts Halloweenisches kaufen magst, so kaufe Pfefferkuchen, Nüsse und Mandelkerne, Mandarinen, Orangen, Lebkuchen, Plätzchen und Christstollen, Christbaumkugeln und Kerzen und Lametta und Krippenfiguren.
              Und einen neuen Mantel für den Weihnachtsmann!

              Ich habe - als meinen Anteil am Halloweengeschäft - eine Tüte Lakritzgummibonbons in Gestalt von Vampiren gekauft, und glaube, damit genug getan zu haben.

              Gruß Fritz



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