Re: Halloween und Christentum
Lieber Carlos,
mit dem Christentum ist so unendlich viel vereinbar: Kapitalismus, Diktaturen, Verfolgung anders Denkender, schlechte Predigten, verkniffene Gesichter und vieles andere. Warum also nicht auch Halloween?
Aber Spaß beiseite!
Es mag ja sein, daß Halloween den Hintergrund hat, den Du beschreibst. Das Thema hat mich nie sonderlich interessiert, und soweit ich den Vormarsch dieses Festes mitbekommen habe, begann das alles mit dem Siegeszug der Peanuts, die zu Halloween ihren Kürbis aushöhlten und das Fest des "Großen Pumpkin" feierten.
Inzwischen ist es zu einem Fest für Kinder geworden, zu dem sie sich verkleiden und an den Haustüren klingeln und Süßigkeiten einsammeln können. Es macht ihnen Freude und Vergnügen.
er von Dir beschriebene Hintergrund ist (fast) niemandem mehr bewußt, und selbst, wenn er das sein sollte, spielt er keine Rolle. Dieser erste November also ist seines alten Inhalts vollkommen entkleidet, und das bedeutet: er kann auch keine Inhalte mehr transportieren. Kann er das aber nicht, so kann er auch zum Inhalt des Christentums nicht in Gegensatz stehen.
Im übrigen gibt es zahlreiche nun christliche Feiertage, die ehemals einen durchaus heidnischen Inhalt hatten. Jetzt sind sie mit neuem Gehalt gefüllt und werden von Kirchen und Christen alljährlich und ernsthaft begangen. (Bitte, bitte, jetzt keine Diskussion über Kirchen und Christen!) Das zeigt: der ursprüngliche Inhalt eines Festes kann unwesentlich werden.
Was mich bei Halloween viel mehr stört, ist die Raubrittermentalität mancher Kinder, die, wenn sie nicht sofort mit Süßigkeiten bedacht werden, höchst ungnädig reagieren.
Gruß - Rolf