Hallo,
hier kann ich wieder mal nur sagen, wie ich es persönlich sehe/halte:
Auch ich bin seit meiner Firmung nicht mehr in der Beichte gewesen. Obwohl ich
mich danach, wenn ich mich recht erinnere, immer recht gut und befreit gefühlt
habe, weil ich mir endlich mal alles von der Seele reden konnte ohne Angst haben
zu müssen, dass es mir irgendwer nochmal irgendwann vorhält. Und darin besteht
glaube ich auch der wirkliche Sinn: es geht nicht darum, sich selber zu geißeln
oder die Neugierde des Priesters zu befriedigen, sondern darum, tatsächlich
jemanden vor sich zu haben, der einem zuhört und dem man auch das sagen kann, was
man vielleicht nichtmals seinem allerbesten Freund erzählen würde.
Andererseits: je älter ich wurde desto schwieriger fand ich es, anderen Menschen
die wirklichen Verfehlungen zu gestehen, auch wenn ich sie wirklich bereue. Nun,
ich gehe von Zeit zu Zeit in einen Selbstdialog, der manchmal auch gnadenlos
ehrlich sein kann - da das mehr oder minder aber auch ein Dialog mit Gott ist,
nimmt das für mich persönlich einen ähnlichen Stellenwert wie die Beichte ein,
wenn ich mir meine Fehler gestehe, sie bereue und versuche, mich zu ändern.
Nur: auch ich kann diesen Dialog nicht immer führen und ich glaube dass es sehr
viele Menschen gibt, die mit sich selber überhaupt nicht zurecht kommen und
dementsprechend auch nicht auf diese Weise in sich gehen können. Gerade für sie
ist es dann eine unheimliche Erleichterung und auch ein, wie ich finde, tollen
Angebot, zur Beichte gehen zu können.
Viele Grüße
Christian