Alles nur zum Wohl der Kinder

Von: , Frage gestellt am Do, 6. Apr 2006

Hallo liebe Ethiker,

Männer, die nach langjährigem Eheterror ihrer Frauen (Alkohlsucht, äußerst gewalttätig in Form von Körperverletzung und Sachbeschädigung im Haushalt), sich endlich scheiden lassen wollen, erklären ihre Motive damit, dass sie den Entschluss und den Schritt dazu vor allem und vor allem nur (!) zum Wohl der Kinder getan hätten.

Dem halte ich als Vorwurf entgegen, dass diese Ehemänner den Kindern diese entwürdigenden und zermürbenden Gewaltszenen leider unentwegt zugemutet haben. Meist sind die Kinder schon schwer traumatisiert (Parallelwelt) bzw. schwerst depressiv.

Bin ich zu ungerecht, wenn ich bezweifle, dass diese Ehemänner für Ihre Kinder die besseren Bezugs- und Vertrauenspersonen in Hinblick auf Ihre weitere Zukunft sind? Was könnte man von diesen Ehemännern ansonsten bestmöglichstes verlangen?

guvo

16 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 8 Minuten 0 hilfreich
    Re: Betrifft Frauen genauso

    BS"D

    Hallo guvo. Männer, die nach langjährigem Eheterror ihrer Frauen
    Warum nimmst du hier nur die Männer? Frauen verhalten sich in dieser Frage (leider?) nicht viel anderes. Auch sie halten Ehen aufrecht, welche eigentlich mit einer partnerschaftlichen, liebevollen Beziehung nichts mehr zu tun haben. Und auch hier kommt oft die Begründung, dass dieses hauptsächlich wegen der Kinder so geschieht. Ich nehme einmal an, dass es dabei darum geht, den Kindern nicht den anderen Elternteil wegzunehmen, nur weil man selber mit ihm nicht klarkommt.

    Und wenn es keine anderen Lösungen gibt, dann hast du sicherlich recht, dass dieses ein tragischer Irrtum ist. Zum einen können auch nach Scheidung Kinder beziehungen zum anderen Elternteil aufrechterhalten und zum anderen hilft ein alkoholkranker Vater bzw. Mutter den Kindern nicht viel.

    Die Frage für mich aber wäre, ob es Zwischenlösungen gäbe, welche von einer Scheidung erst einmal absehen. Den Alkoholiker sind ja meistens erst durch ihre Krankheit so gewalttätig und unsozial geworden.

    Kol tuw,
    Eli

    • Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Betrifft Frauen genauso

      Hallo Eli Die Frage für mich aber wäre, ob es Zwischenlösungen gäbe,
      welche von einer Scheidung erst einmal absehen. Den
      Alkoholiker sind ja meistens erst durch ihre Krankheit so
      gewalttätig und unsozial geworden.
      Dein Gütlichkeitsansatz scheint mir grundsätzlich nicht umsetzbar zu sein. Denn das Risiko dafür würde auch wieder nur auf den Schultern der ohnehin schon seelisch gematerten und zermürbten Kindern ausgetragen.

      Das Beste dürfte sein, den Vater dafür zu gewinnen, präziser, d.h. verbindlicher gegenüber den Kindern und sich selbst zu werden. Ansonsten ist das, was er vorgibt doch nur im Sinn zu haben zu keiner Zeit glaubhaft: Die Kinder zu respektieren (Respekt), zu unterstützen (Solidarität), zu umsorgen (Toleranz) oder gar zu lieben.

      guvo

    • Antwort von nach 6 Stunden 4 hilfreich
      Re^2: Betrifft Frauen genauso

      Hallo Eli,

      ich bin Alkoholiker - und ich bin Kind eines Alkoholikers.
      Infofern weiß ich, wovon ich spreche.

      Natürlich ist Alkoholabhängigkeit eine Krankheit. Aber sie kann behandelt werden - und es hängt vom betroffenen ab, ob er sich behandeln läßt oder nicht. Und wenn er das nicht tut, dann muß er leider auch lernen, daß seine Sauferei Folgen hat - und wenn es die Folge ist, das er dabei seine Familie verliert. Denn es ist seine Aufgabe, etwas zu tun gegen seine Sucht und nicht die Aufgabe anderer menschen, unter seiner Sucht zu leiden und diese zu erdulden. Damit hilft man ihm nämlich am allerwenigsten.

      Das ist das eine.
      Das andere: Erwachsene Menschen können selber entscheiuden, was sie tun oder nicht. wenn ein Ehepaertner sich totsaufen will, dann ist es sein Problem. Und wennd er andere meint, den ganzen Irrsinn mit ertragen zu müssen, dann istdas auch sein Problem.
      Aber Kinder - die können nicht selber entscheiden. Die können auch nicht ohne uns überleben. Für die ist ein trinkender Elternteil. der seine Pflicht als Vater bzw. Mutter nicht wahrnimmt, eine Bedrohung der eigenen Existenz und wird auch so wahrgenommen. Di haben dann wahnsinnige Angst - weil es ja auch um ihr Leben geht dabei.
      Und für meine Begriffe hat KEINER das Recht, Kindern das zuzumuten. Dafür gibt es keine Entschuldigung, und da darf es auch kein Abwarten und probieren geben - so ein Zustand muß schnellstens beendet werden. Und deshalb kann und darf es da auch keine Zwschenlösung geben, die in irgendeiner Form zu Lasten der Kinder geht.


      Gernot Geyer

  2. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Alles nur zum Wohl der Kinder

    Hallo Guvo,
    das ist mir viel zu Fallspezifisch.
    Allgemein, würde ich behaupten, Menschen die genügend Grips haben, nicht nur dauernd an sich selbst, sondern vor allem an die Situation ihrer Kinder zu denken, würden ihren Kindern einen von dir beschriebenen Fall niemals zumuten.
    Leider gibt es scheinbar zuviele egoistische Dummköpfe die Eltern sind.
    Gruß D.K.

    • Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Alles nur zum Wohl der Kinder

      Leider gibt es scheinbar zuviele egoistische Dummköpfe die
      Eltern sind.
      huhu

      das sind auch irgendwo nur Menschen mit Schwächen und Problemen.

      Ich will das nicht gutheißen, aber so würd ich die auch nicht über einen Kamm scheren...

      Grüße Dany

      • Antwort von nach 3 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Alles nur zum Wohl der Kinder

        Hallo Dany,
        ich schere ganz bewußt über einen Kamm.
        Probleme und Schwächen haben wir alle. Aber wenn ich nicht einmal bemerke wie mein Kind leidet, weil ich ja ach so sehr mit meinen Problemen und Schwächen beschäftigt bin, dann komme ich einfach zu diesem harten Urteil. Und ich rede ja nicht mal vom aggressiven Alkoholsüchtigen, sondern auch von der Frau die bei ihm bleibt. Und ich rede von den vielen Scheidungspaaren, die ihre Kinder, in dem Hass gegeneinander, wie Spielsteine hin und her schieben.
        Gruß D.K. [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: ...das sind auch nur Menschen

        hallo Dany, Leider gibt es scheinbar zuviele egoistische Dummköpfe die
        Eltern sind.
        ...mit Schwächen und Problemen...und, Dany, mit Macht. Und Menschen mit Problemen und Macht, das wird zum Problem. Bis die Kinder herangewachsen sind ... und es weiterreichen ...
        Die Hölle, das ist die Kindheit. Oft genug. Menschen, bei denen es so war, wollen sich oft nicht mehr erinnern oder äußern sich nie mehr darüber.Wenn sie es einmal tun, ist man fassungslos. Da genügt der Ausdruck "egoistische Dummköpfe" oft bei weitem nicht. Gruß, I.

  3. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Re: Alles nur zum Wohl der Kinder

    Hallo, Bin ich zu ungerecht, wenn ich bezweifle, dass diese Ehemänner
    für Ihre Kinder die besseren Bezugs- und Vertrauenspersonen in
    Hinblick auf Ihre weitere Zukunft sind?
    "nesser" als WER? Als die Frau in Deinem Beispiel? Ja, dann bist Du nicht nur ungerecht...

    Gruß,

    Malte

  4. Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
    Re: Alles nur zum Wohl der Kinder

    Hallo,

    ich habe nun viel mit Sucht uns Süchtigen zu tun - und eigentlich begegnet mir das viel häufiger der umgekehrte Fall. Da ist es nämlich dann die Frau, die sich vom saufenden und die Familie tyrannisierenden Ehemann nicht trennen will. Und das Motiv ist oft genug dann ganz einfach die Angst vor den finanziellen Einschränkungen bzw. die Angst, keinen Partner mehr zu haben (ja wenn er nicht getrunken hat, dann ist er ja eigentlich ganz ganz lieb).
    Ist das dann besser in deinen Augen? Siend diese Frauen deiner Meinung nach, wenn sich dann nach jahrelangem Terror doch scheiden lassen Deiner meinung nach auch zur weiteren Erieheung ungeeignet?

    Zuallerst stellt sich ja mal die Frage nach der möglichen Alternative. Denn irgendwo müssen die Kinder ja bkleiben - und ein Elternteil ist immer noch besser als gar keins.

    Natürlich wäre es in diesen Fällen besser, sich vorher zu trennen - gerade der Kinder wegen. Aber der Mensch ist nun mal nicht so. Da ist erst einmal die Hoffnung, daß der andere sein verhalten doch noch ändert und dann die Verpflichtung aus dem Eheversprechen "in guten wie in schlechten Zeiten..." .

    Und im Übrigen: Woher wilklst Du wissen, was die Kinder wirklich empfinden? ich habe tatsächlich schon Fälle erlebt, da hingen die trotzdem noch an beiden Elternteilen.


    Gernot Geyer



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