Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehmen?

Von: , Frage gestellt am So, 11. Jun 2006

Hallo,

ich bin überzeugter Atheist.

Ich werde immer ein wenig schief angesehen, wenn ich an diesen Zeremonien nicht teilnehme.

Ich aber meine, dass es respektlos vor dem Glauben der Leute wäre, sozusagen "just for fun" mitzumachen, ich gehe also wirklich aus Respekt vor dem Glauben nicht mit.

Ich empfinde es auch als eine Art "geistlicher Vergewaltigung" wenn Kinder getauft werden, sie können sich doch später entscheiden, ob sie im Glauben ihre Heimat finden.

Vielleicht könnt ihr mir ja eine Empfehlung geben, wie ich mich verhalten soll.

Gruß Volker

34 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 6 Stunden 2 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Hi ho,

    wenn es Deiner Überzeugung widerspricht, dann mach es nicht.

    Gegenfrage: Was sind das für Gläubige, die lieber einen Heuchler unter sich haben, als einen ehrlichen und konsequenten Menschen?

    Wenn es dann mal wieder soweit ist, dass Nicht-Beten lebensgefährlich ist, dann vergiss was ich oben geschrieben habe ;)

    Gruss,

    Herb

  2. Antwort von nach 11 Stunden 4 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Hallo,
    m.E. gehört eine solche Frage in den Bereich des sozialen Miteinanders bzw. der Frage, inwieweit kann ich mich auf etwas anderes einlassen.
    Die Frage stellt sich ja auch nicht nur einem Atheisten, sondern auch einem gläubigen Menschen, wenn er der Frage gegenübersteht, ob er an einer Zeremonie o.ä. einer anderen Religion teilnehmen soll und kann.
    Man kann natürlich daraus eine Art Glaubensbekenntnis machen.
    Man kann es aber auch lassen.
    Man kann sein Gegenüber stattdessen zu Wort kommen lassen und sich dann fragen, warum will er, dass ich als "Fremder" (bzgl. einer Religion / Weltanschauung) teilnehme und was wird von mir erwartet.
    Eine Hochzeit oder Taufe: Klar, es geht (oder sollte) bei beidem um den Segen Gottes, den ein überzeugter Atheist sicherlich so nicht mit erbitten kann. Aber es geht auch um die beteiligten Menschen, um ein zentrales Ereignis in ihrem Leben, vielleicht verbunden mit einem weiteren wichtigen Aspekt, ihrem Glauben.
    Wenn ein Gläubiger einen überzeugten Atheisten zu einer religiösen Feier einlädt, so scheint doch dieser ausreichend Respekt und Toleranz diesem Gläubigen gegenüber zu haben (Fanatiker würden sich sicherlich nicht mit einem Atheisten abgeben). Also warum nicht mit in die Kirche (z.B.) gehen, sich in die letzte Reihe setzen, um durch die eigene - völlig legitime - Haltung nicht zu provozieren.
    Ein showmäßiges Mitmachen ist sicherlich unangemessen, Zeichen des Respekts vor dem zu geben (also: kein Walkman hören, nicht halbnackt in der Kirche auflaufen, Augen verdrehen oder sonstiges), was einem anderen viel bedeutet, ist eine selbstverständliche Tugend des sozialen MIteinanders. Ich empfinde es auch als eine Art "geistlicher Vergewaltigung"
    wenn Kinder getauft werden, sie können sich doch später
    entscheiden, ob sie im Glauben ihre Heimat finden.
    Hier scheint mit Deinerseits doch etwas Respekt zu fehlen. Wieso ist es eine "Geistliche Vergewaltigung", sein Kind taufen zu lassen - das Gegenteil steht genauso in Gefahr, eine solche zu sein, wenn ich mein Kind vielleicht in Folge zu einem fanatischen Atheisten erziehe?
    Ich wundere mich manchmal, welche Wunderkräfte dem Taufwasser von Nicht-Christen zugesprochen werden. Vielleicht könnt ihr mir ja eine Empfehlung geben, wie ich
    mich verhalten soll.
    Mal salopp: NIcht so viel Gewese machen;)
    Oder: Verhalte Dich so, wie Du es von einem Gläubigen erwarten würdest, den Du zu Deiner rein standesamtlichzen Hochzeit oder zur Jugendweihe Deines Kindes einladen würdest.

    Grüße,
    Taju Gruß Volker

    • Antwort von nach 11 Stunden 2 hilfreich
      Warum nicht?

      Mal salopp: NIcht so viel Gewese machen;)
      ...dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe bei kirchens gearbeitet und es war vor jeder Sitzung / Zusammenkunft üblich zu singen und oft schloß sich ein Gebet an.

      Das Singen fand ich eine super Einstimmung auf oft hitzige Diskussionen. Es hat alle zu einer gemeinsamen Tätigkeit zusammengebracht. Würde das gern an meinem jetztigen Arbeitsplatz einführen - da ist schon manchmal vor der Sitzung jeder gegen jeden...

      Egal, beim Beten blieb ich ebenfalls stehen, habe mir eine gedankliche auszeit genommen. Die Hände vor dem Körper hängen lassen. Den Blick hatte ich meist gesenkt und fertig. Es wäre mir absurd erschienen, den Raum zu verlassen oder mich hinzusetzen.

      Bei Taufen oder Hochzeiten liebe ich z.B. die Orgelmusik. Überhaupt welch großartige Musik ist für Gott geschrieben wurden. Ich wäre empört, wenn ich erst ner Kirche angehören müßte, um sie zu hören. Oft bewundere ich auch die Architektur der sakralen Bauwerke.
      Und dann, gerade der kath. Gottesdienst ist doch ne Show für sich.
      Soviel zu meinen persönlichen Vorteilen aus der Teilnahme.

      Zum weiteren sehe ich das ähnlich wie mein Vorschreiber, es ist ne Frage der Tolereanz (was ja Anerkennung beinhaltet, sonst wäre es Ignoranz) der Einstellungen meiner Freunde und anderer Menschen. Die Kirche in Dt. ist offen und heißt vausdrücklich jeden willkommen, also wäre es unhöflich diese Einladung demonstrativ auszuschlagen.
      PP

  3. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Hallo,

    ja, grundsätzlich gemeint, warum nicht?!

    Du bist doch nicht minder religiös, auch wenn Du dich zu der christlichen Heilslehre nun einmal nicht hingezogen fühlst, ja sogar atheistische Überzeugung erlangt hast?

    Deine Überzeugung steht allemal gleichwertig neben jedem theistischen Glauben.

    Wäre trotzdem schön, nicht minder zugänglich zu bleiben.

    Überzeugt sein, heißt ja auch nichts anderes als es eigentlich auch nicht viel besser zu wissen (Spaß).

    guvo

  4. Antwort von nach 12 Stunden 1 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Moin, Ich werde immer ein wenig schief angesehen, wenn ich an diesen
    Zeremonien nicht teilnehme.

    Ich aber meine, dass es respektlos vor dem Glauben der Leute
    wäre, sozusagen "just for fun" mitzumachen,
    Ich meine: Teilnehmen ja, Mitmachen nein, es sei denn, es kommt von Herzen.
    Gruß
    Marion

  5. Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Hallo!
    Deine Einstellung, dass Du anderen nicht etwas vorspielen möchtest, was Du nicht vertrittst, finde ich sehr gut. Wenn Du schief angesehen wirst, rede doch mal mit denen, die das tun, damit sie Dich und Deine Auffassung verstehen.
    Außerdem: wahrscheinlich hast Du sowieso nicht den sonntäglichen Gottesdienst gemeint, sondern Kasualien aus Deinem Verwandten- und Bekanntenkreis. Hier würde ich sagen, dass Du ja nicht um des Glaubens willen an den Feiern teilnimmst, sondern weil sie DIch eingeladen haben, an ihrer Freude teilzuhaben.
    Aber wie auch immer: Entscheiden, was Du tun sollst,kannst nur Du alleine. Das kann DIr keiner abnehmen.
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

  6. Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
    Re: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilnehm

    Hallo Volker ich bin überzeugter Atheist
    Ich auch. Doch da ich immer an der Erweiterung meines Horizontes interessiert bin, habe ich auch schon öfter mal überreden lassen, zu Zeremonien diverser Glaubenkonstrukte zu gehen. Bei einer davon (irgendwas christliches, aber kein Hauptzweig) gab´s auch dieses dünne Eßpapier. Als ich an der Reihe war, hat mir der Pfarrer(?) irgendeine längere Geschichte erzählt und ich dachte, ich müßte sie wiederholen. Natürlich hatte ich nichts von seinem Gemurmel verstanden, also improvisierte ich was von ähnlicher Länge: "Hmhmlmhmbla blablahmhmla lalablahmhmhm blahm. Ich bekam so eine Hostie(?), also mußte ich alles richtig gemacht haben.

    Mit mir zufrieden fragte ich hinterher meinen Bekannten, wie ich mich denn geschlagen hätte und was ich hätte sagen sollen. Darauf er: "Du hättest ´Danke´ sagen sollen". :)

    Also, wenn Du wirklich hingehst: der Typ in Frauenkleidern ist nicht, was Du denkst ;)

    MfG

    Tai

    • Antwort von nach 15 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilne

      Eßpapier
      also improvisierte ich was von ähnlicher Länge: "Hmhmlmhmbla
      blablahmhmla lalablahmhmhm blahm.
      *fg* Immerhin besser als den Kelch mit dem Wein auszusaufen. Das ist laut einer Anekdote einem unbedarften "Gast" nämlich passiert.

      Aber das ist alles nix gegen den ähnlich unbedarften Gast auf einer jüdischen Hochzeit, der orientierungslos herumstehend beglückwunscht wurde auf die Mazaltows mit "angenehm" und seinem Nachnamen antwortete.

      :-)

      Gruß
      dataf0x

      • Antwort von nach 20 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Soll ein Atheist an Gebeten/Kirchgang teilne

        Hallo dataf0x Immerhin besser als den Kelch mit dem Wein auszusaufen.
        Was denn - das hätte ich auch nicht gedurft?! ;)

        *schäm*

        Tai



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