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Re:Kirche und Verfasser der Bibel/Homosexualität
Hallo Barbara.
"Man soll die Bibel ernst, aber nicht wörtlich nehmen."...Die Schrift ist inspiriert meint nicht eine Verbalinspiration( d. h. die Bibel ist von Gott oder einem Engel dem Schreiber wortwörtlich diktiert worden).Inspiration meint vielmehr, dass es einen Raum der Begegnung gegeben hat zwischen Gottes Geist und dem bibl. Schreiber: So ist die Bibel Gottes Wort in Menschen Wort getaucht. Gottes Geist sorgt dafür( so denken wir Gläubige), dass keine groben Irrtümer geschehen, dass die Botschaft von der Liebe Gottes zu uns Menschen erhalten bleibt. Trotzdem können kleinere Irrtümer geschehen: geographische Fehler zum Beispiel, damaliges Weltbild etc.
Auch der griechische Sprachstil der 4 Evangelisten ist unterschiedlich.
Oder ein Beispiel aus dem AT: Lots Töchter verführen ihren Vater und werden schwanger von ihm.( Gen. 19/30-38). Die Kinder dieser inzestuösen Beziehung hiessen MOAB und Ben-Ammi, die Stammväter der Moabiter und Ammoniter.......Natürlich ist das nicht Gottes Offenbarung: Das Volk Israel hatte etwas gegen die Ammoniter und Moabiter und in dieser Geschichte wurden sie gleichsam von ihrem Ursprung her schon verächtlich gemacht.
Oder Paulus im 1 Kor.11.....die Frau soll ein Kopftuch tragen, wenn sie betet... auch das ist nicht göttliches Gebot, sondern die Meinung des Paulus: daher haben sich die Kirchen nie daran gehalten: nur ab und zu sieht man noch in Italien und Spanien, Frauen die schöne Kopftücher anziehen, bevor sie in die Kirche gehen. Man muss unterscheiden zw. göttl. Gebot und menschl. zeitbedingter Ansicht, die in den Text eingeflossen ist.
Zu Lev. 18 und 20: Der Horizont solcher Bestimmungen ist zunächst die kultische und ethische Situation des damaligen Volkes Israel. Das Verbot der Homosexualität( WOBEI DER BIBL. AUTOR NICHTS VON HOMOSEXUELLER PARTNERSCHAFT MIT GEGENSEITIGER LIEBE; ANZIEHUNG WEISS ), gehört zum Heiligkeitsgesetz: es soll Götzendienst abwehren und gegen Andersgläubige abgrenzen. Da es im Umkreis Israels Fruchtbarkeitskulte gab mit Tempelprostitution( auch homosex.), hat sich Israel gegen alles gewehrt, was nur irgendwie den Anstrich von Polytheismus hatte.HOMOSEXUALITÄT war den Juden nur aus dem Fruchtbarkeitskult bekannt.( die altkanaanitische Religion verband Tempelkult und Sexualität.)
Der Ausdruck:.....ist für den Herrn ein GREUEL.. muss aus dem Hebr. Kontext betrachtet werden: Greuel meint nicht Abscheu sondern kult. Tabu, das die Reinheit des Jahweglaubens gefährdet, also ein Verhalten, das in Israel aus Kulten für fremde Gottheiten bekannt war und im Verdacht des Götzendienstes stand. Fatal ist, dass man dieses kult. Gesetz immer wieder zitiert, um beweisen zu wollen, dass auch die Hl. Schrift etwas gegen Homosexualität sagt(so wie wir sie heute verstehen.) Dem ist aber nicht so. Lies einmal den ganzen Abschnitt: Lev. 19. Da steht auch....DU sollst deinen Bart nicht stutzen.....Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden....Ihr dürft euch keine Zeichen einritzen lassen............wer würde sagen: dies hat auch heute noch zu gelten??? Man darf nicht Stellen aus dem Kontext herausreissen. Es gäbe noch viel zu sagen dazu: ein andermal: wenn dich die Problematik Homosexualität und Bibel interesssiert: ich bin gerne bereit darauf einzusteigen.
2) Jesus sagt bei MT: Ich bin nicht gekommen das Gesetz aufzuheben, sondern um es zu erfüllen. Die Gebote des At gelten auch im NT. Der Bund, den Gott mit Noah und Abraham geschlossen, gilt immer noch. Jesus, als der Herr, nahm sich aber die Freiheit korrigierend einzugreifen, wo nötig: ...Zu den Alten ist gesagt worden......., ICH aber sage euch.......
Die Kirche(so Paulus), ist das neue Israel,dass aus der Wurzel des alten hervorgegeangen ist. Das AT ist also nicht passe für uns Christen.
Gruss ACHILL ( ein bißchen lang geworden)