Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

Von: , Frage gestellt am Do, 12. Apr 2007

Hallo Miteinander!

Ich habe vor gar nicht langer Zeit in der Kirche das Evangelium mit Jesus und Maria Magdalena (der Ehebrecherin) gehört. Das Evangelium handelt davon, dass Maria Magdalena beim Ehebruch erwischt wurde und sie nach dem Gesetz gesteinigt werden müsste. Sie wurde zu Jesus gebracht doch dieser sagte "Wer von Euch ohne Sünde ist werfe den ersten Stein und so entkam Maria Magdalena der Strafe des Steinigens (Das wäre ihr sicherer Tod gewesen).

Meine Frage dazu lautet "Warum wurde nur die Frau beim Ehebruch verurteilt und der Mann der das ebenfalls getan hat nicht? Schließlich gehören zum Ehebruch ja immer zwei dazu. Welche Stellung hatte die Frau zur Zeit Jesu eigentlich wirklich? Und warum wurde der Ehebruch gleich mit einer Steinigung bestraft? Hätte es dafür nicht andere Mittel und Wege geben können?

Gruss

Petra H.

30 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 50 Minuten 2 hilfreich
    Re: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

    Hallo Petra! Meine Frage dazu lautet "Warum wurde nur die Frau beim
    Ehebruch verurteilt und der Mann der das ebenfalls getan hat
    nicht? Schließlich gehören zum Ehebruch ja immer zwei dazu.
    "Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat." (3.Mose 23,10)

    Dass die Pharisäer nur die Frau zu Jesus brachten, zeigt schon, wie genau sie es mit dem Gesetz nahmen. ;-( Welche Stellung hatte die Frau zur Zeit Jesu eigentlich
    wirklich?
    Welche Stellung könnte sie gehabt haben? Lies Sprüche 31!
    "Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler als die köstlichsten Perlen." Und warum wurde der Ehebruch gleich mit einer
    Steinigung bestraft? Hätte es dafür nicht andere Mittel und
    Wege geben können?
    Immerhin hat Mose es im Gesetz geboten.
    Aber es gab sicherlich "mildernde Umstände".
    Es wurden ganz sicher nicht viele EhebrecherInnen tatsächlich gesteinigt.
    Nur wollten ja im gegenständlichen Beispiel die Pharisäer Jesus eine Falle stellen.

    Gruss Harald

    • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

      Hallo Harald!
      Dann widerspricht sich das NT mit dem AT. Moses hat doch von Gott selbst die 10 Gebote bekommen. Das 5. Gebot lautet"Du sollst nicht töten". Bei der Steinigung wird aber getötet. Das kannst du bei der Steinigung des Stephanus nachlesen. Also auf der einen Seite führen wir ein Gesetz ein, dass wir dann auf der anderen Seite brechen. Total sinnlos, finde ich.

      Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und
      Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe
      gebrochen hat." (3.Mose 23,10)

      Möchte nicht wissen, ob sie nicht selbst auch die gleiche Sünde begangen haben aber über eine schwache Frau ihr Urteil sprachen, weil sie sich nicht wehren konnte. War so ein Gedankengang.

      Dass die Pharisäer nur die Frau zu Jesus brachten, zeigt schon, wie genau sie es mit dem Gesetz nahmen. ;-(
      Hört sich für mich so an, als ob die Frau nur zum Arbeiten und Kinderkriegen auf der Welt ist.

      Welche Stellung könnte sie gehabt haben? Lies Sprüche 31! "Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler
      als die köstlichsten Perlen.
      "
      Danke für deine Antwort.

      Gruss

      Petra H.



      Hallo Petra! Meine Frage dazu lautet "Warum wurde nur die Frau beim
      Ehebruch verurteilt und der Mann der das ebenfalls getan hat
      nicht? Schließlich gehören zum Ehebruch ja immer zwei dazu.
      "Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten,
      so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und
      Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe
      gebrochen hat.
      " (3.Mose 23,10)

      Dass die Pharisäer nur die Frau zu Jesus brachten, zeigt
      schon, wie genau sie es mit dem Gesetz nahmen. ;-( Welche Stellung hatte die Frau zur Zeit Jesu eigentlich
      wirklich?
      Welche Stellung könnte sie gehabt haben? Lies Sprüche 31!
      "Wem eine tüchtige Frau beschert ist, die ist viel edler
      als die köstlichsten Perlen.
      " Und warum wurde der Ehebruch gleich mit einer
      Steinigung bestraft? Hätte es dafür nicht andere Mittel und
      Wege geben können?
      Immerhin hat Mose es im Gesetz geboten.
      Aber es gab sicherlich "mildernde Umstände".
      Es wurden ganz sicher nicht viele EhebrecherInnen tatsächlich
      gesteinigt.
      Nur wollten ja im gegenständlichen Beispiel die Pharisäer
      Jesus eine Falle stellen.

      Gruss Harald

      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

        Hallo Petra! Dann widerspricht sich das NT mit dem AT. Moses hat doch von
        Gott selbst die 10 Gebote bekommen. Das 5. Gebot lautet"Du
        sollst nicht töten". Bei der Steinigung wird aber getötet.
        Was sich hier widerspricht ist die Übersetzung.

        Im Original lautet das Gebot: "Morde nicht!"
        Und die Todesstrafe gilt nicht als Mord. Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten,
        so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und
        Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe
        gebrochen hat." (3.Mose 23,10)

        Möchte nicht wissen, ob sie nicht selbst auch die gleiche
        Sünde begangen haben aber über eine schwache Frau ihr Urteil
        sprachen, weil sie sich nicht wehren konnte. War so ein
        Gedankengang.
        Der Gedanke liegt natürlich nahe ;-)

        Da gibt es noch ein Detail in der Geschichte:
        "Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde." (Joh.8,6)

        Was mag er da geschrieben haben?
        Wenn wir jetzt einen Text aus dem Propheten Jeremia bemühen:
        "und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden; (Jer.17,13),
        kann man viel spekulieren. Hört sich für mich so an, als ob die Frau nur zum Arbeiten und
        Kinderkriegen auf der Welt ist.
        Was genau meinst du damit?

        Gruss Harald

        • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

          Hallo Harald!
          Für mich ist und bleibt die Todesstrafe auch "Töten". Ich meine das jetzt nicht, wegen meiner Religion sondern rein logisch. Sobald ich Hand an einen Menschen anlege und ihn töte ob ihm Affekt oder weil er jemanden umgebracht hat und das vom Gesetz gedeckt ist. Streng genommen hat nur Gott die Entscheidungsgewalt und nicht der Mensch.

          Im Original lautet das Gebot: "Morde nicht!" Und die Todesstrafe gilt nicht als Mord.
          Hallo Petra! Dann widerspricht sich das NT mit dem AT. Moses hat doch von
          Gott selbst die 10 Gebote bekommen. Das 5. Gebot lautet"Du
          sollst nicht töten". Bei der Steinigung wird aber getötet.
          Was sich hier widerspricht ist die Übersetzung.

          Im Original lautet das Gebot: "Morde nicht!"
          Und die Todesstrafe gilt nicht als Mord. Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten,
          so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und
          Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe
          gebrochen hat." (3.Mose 23,10)

          Möchte nicht wissen, ob sie nicht selbst auch die gleiche
          Sünde begangen haben aber über eine schwache Frau ihr Urteil
          sprachen, weil sie sich nicht wehren konnte. War so ein
          Gedankengang.
          Der Gedanke liegt natürlich nahe ;-)

          Da gibt es noch ein Detail in der Geschichte:
          "Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die
          Erde.
          " (Joh.8,6)

          Was mag er da geschrieben haben?
          Wenn wir jetzt einen Text aus dem Propheten Jeremia bemühen:
          "und die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben
          werden;
          (Jer.17,13),
          kann man viel spekulieren. Hört sich für mich so an, als ob die Frau nur zum Arbeiten und
          Kinderkriegen auf der Welt ist.
          Was genau meinst du damit?

          Gruss Harald

          • Antwort von nach 7 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

            Hi, Für mich ist und bleibt die Todesstrafe auch "Töten".
            Ganz recht. Deshalb heißt sie ja so. Aber wieso "auch"? Was beinhaltet sie denn noch?

            Aber: Im Original lautet das Gebot: "Morde nicht!" Und die Todesstrafe gilt nicht als Mord.
            Viele Grüße
            WoDi

          • Antwort von nach 8 Tagen 0 hilfreich
            Re^5: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

            Hallo Petra! Für mich ist und bleibt die Todesstrafe auch "Töten".
            Natürlich ist es "töten", aber eben nicht "morden". Streng genommen hat nur Gott die
            Entscheidungsgewalt und nicht der Mensch.
            Aber sicher. Das Gesetz kommt aber von Gott.
            Wenn ER also jemanden damit beauftragt, was gibt es dann noch zu diskutieren? Im Original lautet das Gebot: "Morde nicht!"
            Und die Todesstrafe gilt nicht als Mord.
            Gruss Harald

  2. Antwort von nach 54 Minuten 0 hilfreich
    Re: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

    Hallo,

    ja - daran erkennst Du die Rolle, die die Frau damals wirklich hatte.
    Sie war nämlich mehr oder weniger ein rechtsloses Nichts. Nach dem römischen Recht zum Beispiel hatte das männliche Familienoberhaupt alleine das Kommando - Kinder und Frau waren rechtlich nicht wesentlich besser gestellt als Sklaven. Er konnte sie züchtigen und hatte die absolute weisungsbefugnis. Und stimmberechtigt wareb eh nur Männer überall. Du findest nicht eine einzige Frau im römischen Senat, auch nicht in untergeordneten Beamtenfunktionen, nicht einmal Schreiber oder so.
    Und natürlich durfte der Mann da fremdgehen. Das war überhaupt keine Frage, das stand außerhalb jeglicher Diskussion. Er war ein freier Mensch und konnte tun, was er wollte. Aber die Frau - die war nur Eigentum des Mannes, die hatte zu tun, was er wollte.
    Eine Frau konnte auch keine Rechtsgeschäfte tätigen - auch keine Witwe. Dann trat der älteste Sohn an diese Stelle oder es wurde ein Vormund von Seiten der Familie bestimmt.
    Erst gegen Ende des römischen Reiches setzte sich durch, daß eine alleinstehende Frau überhaupt Eigentum haben konnte und alleine leben konnte.
    Ja - und woanders sah es auch nicht anders aus. Auch nicht in Palästina.

    Man soll sich nichts vormachen - das Christentum entstand in einer Männergesellschaft - Frauen kamen nur am Rande vor. Und deshalb muß auch jede Berufung auf diese Zeit wieder ein frauenfeindliches Bild ergeben. Es konnte damals keine weiblichen Geistlichen geben - die Vorsteher der ersten christlichen Gemeinden wurden von den ausschließlich männlichen Familienoberhäuptern gewählt. Sie konnten nicht mal untergeordnete Funktionen im Gottesdienst übernehmen - sie durften ja nichts tun ohne Erlaubnis des Mannes. Das muß man einfach so hart sagen.


    Gernot Geyer

    • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
      Re^2: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

      Tach Gernot,

      kann es sein, daß Dir der Unterschied entgangen ist zwischen dem römischen Recht, das in Italien galt und dem jüdischen Recht - der Thora und der Halacha -, das in Israel galt?
      Die Römer haben den Juden einen großen Teil ihrer Autonomie gelassen, mindestens auf juristischem, kulturellen und kultischem Gebiet.
      Nun müßtest Du noch die Frage beantworten, warum eine jüdische Frau - die Szene spielt in Jerusalem, im Tempel gar - nach römischem Recht verurteilt werden sollte.

      By the way: nirgendwo steht etwas davon, daß die ertappte Ehebrecherin Maria Magdalena war. Diesen Zusammenhanf hat man aus verschiedenen Bibelstellen konstruiert; haltbar ist er deswegen nicht.

      Gruß - Rolf

      • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
        Re^3: Bibelstelle Ehebruch - Unklarheiten

        HAllo,

        ich habe mich auf das römische Recht bezogen, weil es einfach geläufiger ist.
        Von der Sache her waren die Unterschiede nämlich so groß nicht - auch in Palästina hatten die Frauen nicht allzuviel zu sagen. So ist zum Beispiel auch hier bei allen Berufsnennungen, Titeln usw. immer nur von Männern die Rede. Und auch das AT geht ja eindeutig von einer männlichen Vorherrschaft aus - in den ganzen Formulierungen ist das klar. Eine frau ist das Weib von dem oder dem - das ist keine Formulierung einer Gleichberechtigung, zumal wenn nie vom umgedrehten Fall die Rede ist. Die Apostel Jesu sind alles Männer - weshalb eigentlich? Und wieso wird das als natürlich hingenommen? Wieso wird von Gott nur in der männlichen Form gesprochen?
        Dahinter steckt ganz natürlich der Gedanke, daß nur ein Mann als bestimmender Akteur auftreten kann - das wird als so grundlegend gesehen, daß man das offenbar überhaupt nicht erst begründen muß.
        Man sollte wohl schon der Realität ins Auge sehen - die damalige Zeit war eine Männergesellschaft. Und das ändert sich auch nicht, wenn man versucht, da nachträglich irgend ein Mäntelchen drumzuweben, um unseren heutigen Vorstellungen zu genügen.


        Gernot Geyer



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