Fragen betreffend Gott

Von: , Frage gestellt am Fr, 13. Jul 2007

Hallo zusammen!

Ab und zu sehe ich mir die Sendung Bibel TV an. Und da sehe ich mir betesda an.

Mir ist da etwas nicht ganz klar geworden. Ich habe ehrlich gesagt immer gehört und glaube es auch. Gott ist die Liebe und Gott will nur das Beste für uns.

Und das hat mich am Glauben immer wieder aufrecht gehalten. Jetzt aber hab ich gehört, dass Gottes Wege eben nicht immer so sind, wie wir sie uns vorstellen und dass uns diese manchmal nicht gefallen.

Das ist ein Widerspruch zu dem das Gott immer nur das Beste für uns will. Wenn Gott für uns wirklich das Beste will so muss es doch mir bzw. uns Menschen ganz bestimmt gefallen, denn auch ich will das Beste aus meinem Leben machen. Ich verstehe es einfach nicht.

Gruss

Petra H.

37 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 21 Minuten 2 hilfreich
    Re: Fragen betreffend Gott

    Hallo Petra, Mir ist da etwas nicht ganz klar geworden. Ich habe ehrlich
    gesagt immer gehört und glaube es auch. Gott ist die Liebe und
    Gott will nur das Beste für uns.
    Und das hat mich am Glauben immer wieder aufrecht gehalten.
    Jetzt aber hab ich gehört, dass Gottes Wege eben nicht immer
    so sind, wie wir sie uns vorstellen und dass uns diese
    manchmal nicht gefallen.
    Das ist ein Widerspruch zu dem das Gott immer nur das Beste
    für uns will. Wenn Gott für uns wirklich das Beste will so
    muss es doch mir bzw. uns Menschen ganz bestimmt gefallen,
    denn auch ich will das Beste aus meinem Leben machen. Ich
    verstehe es einfach nicht.
    Ich will versuchen, es dir an einem Beispiel ein wenig zu erklären.
    Als Du noch klein warst, hattest Du bestimmt manchmal solche Wünsche wie, ich möchte 1 Kilo Schokolade essen, oder ganz viel Eis. Wenn deine Mutter dir das dann nicht erlaubt hat, warst Du wahrscheinlich wütend oder traurig, weil Du damals noch nicht einsehen oder verstehen konntest, daß diese Wünsche unvernünftig und nicht gut für dich waren. Deine Mutter hat dir also das, was in deinen Augen "das Beste" war, verweigert, nicht aus Bosheit, sondern aus Liebe zu dir. Oder wie oft hattest Du keine Lust, in die Schule zu gehen oder die Hausaufgaben zu machen und deine Eltern haben dich trotzdem hingeschickt. Das fandest Du sicher manchmal ganz furchtbar, aber es war doch das Beste für dich.
    Oder ein anderes Beispiel: Du bist durch irgendwelche Umstände gezwungen, aus deiner geliebten Heimatstadt umzuziehen, woandershin, wo Du eh niemanden kennst und wo alles ganz furchtbar ist... Du haderst mit dir, Gott und der ganzen Welt. Und ausgerechnet durch diesen verhaßten Umzug lernst Du nach vier Jahren in der neuen Stadt deine große Liebe kennen, die Du so sonst nie kennen gelernt hättest.
    Das sind natürlich nur Beispiele, und es ist nicht immer so klar zu sehen. Aber Du erkennst vielleicht daran, daß wir nicht immer wissen können, was das Beste für uns ist. Deshalb gefällt uns manches im Moment nicht, was wir dann vielleicht im Rückblick doch noch als gut und sinnvoll ansehen.

    Viele Grüsse
    Klaus Bernstein

    • Antwort von nach 35 Minuten 1 hilfreich
      Re^2: Fragen betreffend Gott

      Hallo Klaus,
      die ganzen Kriege und Völkermorde waren also auch gut, wir verstehen das nur nicht?
      Grüße
      Ulf

      • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Fragen betreffend Gott

        Hallo Ulf, die ganzen Kriege und Völkermorde waren also auch gut, wir
        verstehen das nur nicht?
        Ich kann mich nicht erinnern, dass gesagt zu haben. Kriege und Völkermorde (und auch Konzentrationslager, Rassismus, Scheiterhaufen, überhaupt religiöser Fanatismus usw. usw.) sind weder von Gott gewollt noch gemacht. Das alles wurde von Menschen verbrochen. Wenn Du so willst, ist das ein Ausdruck unserer menschlichen Willensfreiheit. Wir sind keine Marionetten Gottes, sondern haben einen freien Willen, mit dem wir uns entscheiden können, für gut oder für böse und für alles was dazwischen liegt.
        Im übrigen habe ich auch keine Antwort auf die Theodizeefrage.

        Mit freundlichen Grüssen
        Klaus Bernstein

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^4: Fragen betreffend Gott

          Wenn Du so willst, ist das ein Ausdruck
          unserer menschlichen Willensfreiheit. Wir sind keine
          Marionetten Gottes, sondern haben einen freien Willen, mit dem
          wir uns entscheiden können, für gut oder für böse und für
          alles was dazwischen liegt.
          Hallo Klaus,
          dann sollte aber auch auf jedes Dankesgebet verzichtet werden, wenn Menschen gutes vollbracht haben.
          Grüße
          Ulf

          • Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
            Re^5: Fragen betreffend Gott

            Hallo Ulf, Wenn Du so willst, ist das ein Ausdruck
            unserer menschlichen Willensfreiheit. Wir sind keine
            Marionetten Gottes, sondern haben einen freien Willen, mit dem
            wir uns entscheiden können, für gut oder für böse und für
            alles was dazwischen liegt.
            dann sollte aber auch auf jedes Dankesgebet verzichtet werden,
            wenn Menschen gutes vollbracht haben.
            Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Aber ich denke, Du meinst, wenn z.B. jemand einem anderen aus einer Notlage hilft, bei einer Autopanne, vorm Ertrinken rettet oder was immer, könnte man auf ein Dankgebet zu Gott verzichten? Na ja, warum nicht, könnte man. Es würde reichen, wenn man dem Betreffenden dankt, das ist wohl wahr. Schon das 2. Gebot "„Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz brauchen" würde ich auch in diese Richtung deuten. Aber warum man trotzdem auf ein zusätzliches (stilles) Dankgebet zu Gott verzichten sollte, erschliesst sich mir nicht so ganz. Aber ich glaube zu ahnen, was Du meinst: Was soll derjenige tun oder sagen, bei dem kein Helfer vorbeikommt, mit Gott hadern, mit Gott streiten? Ich weiß es nicht, ich kann da nur auf Hiob verweisen.
            Ich will und kann dich auch nicht überzeugen, das ist mir schon klar. Aber sieh es mal so, auch wenn es Gott nicht gäbe, wäre es nicht verkehrt, wenn wir so leben würden, als ob es ihn gäbe, trotz, oder gerade wegen, Kreuzzügen, Hexen- und Ketzerverbrennungen, Inquisition und Papstgeschichte und was für Scheusslichkeiten noch im Namen irgendeines Gottes begangen wurden. wir sollten uns nur nicht einbilden, dass wir sozusagen Gott gepachtet haben und dass nur wir wissen, was Gott will. Mit "wir" meine ich jetzt die einzelne Person, das einzelne Volk ("Gott mit uns" auf den Gürtelschnallen der deutschen Soldaten im 1. Weltkrieg), die einzelne Gruppe, Sekte, Kirche, was immer Du willst...Das ist dann religiöser Hochmut, pharisäerhaft und führt ziemlich schnell zu all diesen Gräueltaten, die im Namen Gottes begangen wurden und werden.

            Viele Grüsse
            Klaus Bernstein

        • Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
          Der größte Trick des Teufels war es, uns glauben

          zu lassen, es gibt ihn nicht? die ganzen Kriege und Völkermorde waren also auch gut, wir
          verstehen das nur nicht?
          Ich kann mich nicht erinnern, dass gesagt zu haben. Kriege und
          Völkermorde (und auch Konzentrationslager, Rassismus,
          Scheiterhaufen, überhaupt religiöser Fanatismus usw. usw.)
          sind weder von Gott gewollt noch gemacht. Das alles wurde von
          Menschen verbrochen.
          Hi !
          Nicht vom Widersacher?
          Ich bin da noch nicht so fit, gibt es jetzt eine fiese Gestalt in der Bibel? Einen Verführer? Eine Art Teufel? (Jetzt nicht der mit Hörnern und Hufen...)
          Wenn ja, warum ignoriert den heutzutage jeder? Ich war immer der Auffassung, wer an Gott glaubt, muss auch an einen Teufel glauben (oder Widersacher, oder wie man es nennen will).

          Ist das nicht so? Klar könnte man sagen die Menschen ruhen sich sonst drauf aus ("Ich wollte sie nicht töten, der Teufel hat mich geritten!"), aber das tun sie mit den Gesetzen jetzt auch schon genug... (Ich glaub nicht, das die Inquisition von Gott so gewollt war...).

          Also?

          (Für Buchempfehlungen zum Thema Widersacher im AT/NT bin ich auch dankbar)

          lg
          Kate

          • Antwort von nach 7 Stunden 0 hilfreich
            Re: Der größte Trick des Teufels war es, uns glaub

            Hallo Kate, zu lassen, es gibt ihn nicht?
            Da hast Du völlig Recht....!

            Es gibt ein dünnes Büchlein von Anselm Grün "Der Umgang mit dem Bösen" vom Vier-Türme-Verlag. Darin wird gut beschrieben wie der Widersacher arbeitet.

            Hier zwei Links dazu:

            http://www.vier-tuerme.de/anselmgruen/product_info.p...

            http://www.evbg.ch/fileadmin/downloads/buchzusammenf...

            Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen...
            Viele Grüße,
            Sally

          • Antwort von nach 10 Stunden 5 hilfreich
            Geschichte des Teufels - Teil 2

            Hi Kate, Nicht vom Widersacher?
            Nein. Im AT gibt es zwar die Schrift "Ijob", in der dem satan dieser Job übergeben wird. Aber der satan hat hier, wie auch sonst im AT, eine ganz andere Konzeption als der satan des NT: Er ist hier Gottes Verhandlunspartner in einer hochrangigen Stellung.

            Im Johannes-Evangelium, das für so manche christliche Begriffsbildung ausschlaggebend war, wird an einer Stelle von einem satan gesprochen:

            Joh. 13.27: "Als Judae das Brotstück genommen hatte, fuhr der satan in ihn hinein"

            D.h. hier ist satan bereits, wie in den nachexilischen Schriften, zu einem Dämon geworden, der Besitz vom einem Menschen ergreifen kann: Ein Erbstück babylonischer Dämonologie.

            Ansonsten hat Johannes dreimal den diabolos aus griechischem Erbe:

            Joh. 6.17: "und einer von euch ist ein diabolos"
            was sich auch auf Judas Iskariot bezieht, nur daß dieser hier selbst gemeint ist, und nicht als Besessener.

            Joh. 8.44: "Ihr habt den diabolos zum Vater, und nach dem Begehren eures Vaters wollt ihr handeln"
            Gleich danach wird dieser auch genauer bestimmt, nämlich als "Menschenmörder von Anfang an"

            Joh.13.2 "... als schon der diabolos ihm ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten ..."

            Spätestens hier ist nun die Rolle des satan mit der des diabolos identisch: Der also als Dämon den Willen des Menschen besetzt und unterminiert.

            Und weiter gibt es dann noch dreimal bei Joh. den archon tou kosmou, den "Herrscher der Lebenswelt", über den kosmologische Aussagen gemacht werden:

            Joh. 12.31 "jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden"
            Joh. 14.30 "... denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht"
            Joh. 16.7-11 "... daß der Herrscher der Welt gerichtet ist"

            Dann gibt es im sehr viel späteren Brief desselben Autors (1.Joh.) noch weitere, deutlichere kosmologische Aussagen:

            1. Joh. 3.8 "wer die Sünde tut [die bei Joh. ausschließlich darin besteht, daß jmd nicht an ihn glaubt!] ist aus dem diabolos, weil der diabolos sündigt von Anfang an [siehe oben]. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, damit er die Werke des diabolos zerstöre."

            1. Joh. 3.10 "Darin werden offenbar die Kinder des Gottes und die Kinder des diabolos"

            In beiden Passagen erkennt man deutlich sowohl zarathustrischen Einfluß, als auch die Verwandtschaft mit gnostischem und hermetischem Gedankengut. Wenn ja, warum ignoriert den heutzutage jeder?
            Du wirst im Gegenteil immer wieder erleben, daß Christen den "Teufel" zu Hilfe nehmen, um sich aus dem Problem der "Theodizee" herauszumogeln.

            Die "ungläubige" Formulierung dieses Problems weist ja nur auf einen Widerspruch:

            Da es das Übel in der Welt gibt, wie kann es dann einen allmächtigen liebenden Gott geben?

            Aber die "gläubige" Formulierung hat eine Aporie:

            Da es das Übel in der Welt gibt, wieso läßt Gott das zu, da er doch allmächtig und liebend ist?

            Und an dieser Stelle wird dann - als ausweichende 08/15-Lösung, der Teufel ins Spiel gebracht "der hat auch noch was mitzureden". Das widerspricht zumindest der johanneischen Theologie. Ich war immer der Auffassung, wer an Gott glaubt, muss auch an einen Teufel glauben.
            Da wirfst du unterschiedliche Begriffe von "Glauben an ..." durcheinander. Im eigentlichen Sinne des (ebenfalls johanneischen) Begriffs "glauben an/in ihn" dürften Christen nicht sagen, sie "glauben an" den Teufel. (Für Buchempfehlungen zum Thema Widersacher im AT/NT bin ich auch dankbar)
            Dafür haben wir FAQ:1518 [Kurze Geschichte des Teufels]

            Außerdem gibt es ganze Bibliotheken über die Geschichte des Teufelsglaubens. Ich werd mal sehen, das "Teufels-FAQ" damit anzureichern, im Augenblick fehlt mir die Zeit dazu.

            Gruß

            Metapher

            • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
              und → FAQ Religionswissenschaft

              (Für Buchempfehlungen zum Thema Widersacher im AT/NT bin ich auch dankbar)
              Dafür haben wir FAQ:1518 [Kurze Geschichte des Teufels]
              Und FAQ:1604 (Abteilung "Dämonologie") habe ich um einige Literatur-Angaben zum Thema "Teufel" usw. erweitert.

              Gruß

              M.



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