An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

Von: , Frage gestellt am So, 26. Nov 2000

Hallo,

kennt jemand von Euch Webseiten, die sich mit der o.g. Fragestellung auseinandersetzen und pro und contra zu den verschiedenen Auffassungen darlegen? Aufgrund von Mt 12,40 behaupten ja einige, Jesus wäre am Donnerstag gekreuzigt worden, weil er ja sonst keine drei Nächte im Grab gewesen wäre. Manchen legen die Kreuzigung sogar auf Mittwoch, während man traditionell den Ausdruck "drei Tage und drei Nächte" für eine Redefigur hält, die lediglich besagt, daß drei Tage in der betreffenden Zeitspanne involviert sind.

Liebe Grüße
Michael

20 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Minuten hilfreich
    Re: An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

    hallo, Michael,
    Wenn Du das geschichtliche Datum willst: das gibt es nicht. Jesus ist keine geschichtliche Figur. Es gibt in der gesamten Geschichtsschreibung keinen Hinweis auf Christus.
    Was die Bibel sagt, ist etwas anderes. Da gibt es hier genügend, die Dir darauf eine bibelfundierte Antwort geben können.
    Grüße
    Raimund

    • Antwort von nach 10 Stunden hilfreich
      Re^2: An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

      Es gibt in der gesamten
      Geschichtsschreibung keinen Hinweis auf Christus.
      Doch: Die Annalen des Tacitus
      Oder bei Josephus Flavius.
      Bei Plinius auch noch.
      Das waren noch nicht alle, aber die ersten, die mir einfielen.
      Zugegeben, die Hinweise sind eher Randbemerkungen, eben doch vorhanden, so dass obige Bemerkung eindeutig falsch wird. Die Bedeutung der vorkommenden Hinweise lässt sich natürlich unterschiedlich beurteilen.

      Gruß
      Stefan

      • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
        Re^3: An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

        hallo!

        in der tat gibt es mehrere außerbiblische quellen, die von jesus berichten. mir erscheint es aber fraglich, die bibel selbst als ungeschichtliche quelle anzusehen. viele der berichte dort stammen in der tat von augenzeugen und sind nur wenige jahrzehnte nach jesu leben aufgeschrieben worden. wenn wir z.b. heute, 5 jahrzehnte nach dem 2. weltkrieg, augenzeugen zum krieg befragen, dann tun wir diese aussagen auch nicht als ungeschichtlich ab.
        wieso sollten die äußerungen eines griechischen arztes z. b. (lukas) weniger geschichtlich sein als cäsars de bello gallico?
        ich weiß, dass die bibel nicht in erster linie geschichtsschreibung betreibt, aber sie ist dennoch eine ernstzunehmende historische quelle.

        elmar

        • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
          Re^4: An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

          wieso sollten die äußerungen eines griechischen arztes z. b.
          (lukas) weniger geschichtlich sein als cäsars de bello
          gallico?
          Da gebe ich Dir recht. Die Art, wie Lukas Zeitangaben macht, erinnert auch eher an Geschichtsschreibung als an theologisch Lehrbriefe.
          Dann kommt noch das Problem der Überlieferung. Auch Cäsars gallischen Krieg musste man immer wieder von Hand abschreiben. Das älteste Manuskript davon ist aber irgendwo aus dem frühen Mittelalter, während die sehr viel zahlreicheren Bibelmanuskripte bis in die späte Antike zurückreichen. Dennoch zweifelt keiner am Ablauf des gallischen Krieges.

          Gruß
          Stefan

        • Antwort von nach 15 Stunden hilfreich
          Re^4: An welchem Tag wurde Jesus gekreuzigt?

          da die Bibel von einer Sekte geschrieben wurde (waren nichts anderes), verlasse ich mich lieber nicht auf solche Aussagen. Die Gefahr, dass die Wahrheit so gedreht wurde, dass sie passt, ist sehr, sehr groß!
          Für mich zählt damit nur die Bibelaussage, die "aktenkundig" ist. Also die akuraten Römer geschrieben haben.
          Wozu bibelgläubigkeit führt, erkennt man an der Meinung, dass die Welt erst seit 6.000 Jahren existiert. Oder die schöne Geschichte vom ersten Liebespaar: Adam und Eva! Genauso die Geshichten, die von den Engeln und Luzifer und.. Das erinnert mich immer an die schönen Göttergeschichten bei den Griechen und Germanen.
          Grüße
          Raimund

          • Antwort von nach 17 Stunden hilfreich
            Verwirrung

            da die Bibel von einer Sekte geschrieben wurde (waren nichts
            anderes), verlasse ich mich lieber nicht auf solche Aussagen.
            Es ist in der Tat so, dass die Christen ursprünglich als jüdische Sekte betrachtet wurden. Das Judentum selbst wäre aber demnach keine Sekte. Aus deren Tradition stammt das AT. Deine Argumentation gegen die Geschichte von Adam und Eva kann also nihct mit dem Sektenargument funktionieren. Die Gefahr, dass die Wahrheit so gedreht wurde, dass sie
            passt, ist sehr, sehr groß!
            Hier stimme ich Dir zu. Diese Gefahr ist aber auch bei Geschichtsschreibern da, vor allem, wenn solch ein Schreiber die Biografie dessen verfasst, der für seinen Lebensunterhalt aufkommt. Für mich zählt damit nur die Bibelaussage, die "aktenkundig"
            ist. Also die akuraten Römer geschrieben haben.
            Paulus war römischer Bürger jüdischen Glaubens. Das macht die Sache doch recht interessant.
            Noch ein römischer Bürger: Ovid. Hat die Metamorphosen geschrieben. Komme gleich noch darauf zurück.
            Wenn es nicht gerade um Militär ging, griffen die Römer allerdings lieber auf griechische Bildung zurück. Wozu bibelgläubigkeit führt, erkennt man an der Meinung, dass
            die Welt erst seit 6.000 Jahren existiert. Oder die schöne
            Geschichte vom ersten Liebespaar: Adam und Eva! Genauso die
            Geshichten, die von den Engeln und Luzifer und..
            Ich stimme Dir zu, dass nicht jeder Teil der Bibel so zu interpretieren ist wie eine Geschichtsschreibung. Das erinnert
            mich immer an die schönen Göttergeschichten bei den Griechen
            und Germanen.
            Nachzulesen bei Ovid, der sehr penibel recherchiert hat und letztendlich neben der ganzen Mythologie auch historische Personen beschreibt. Sehr akkurate Arbeit von diesem Römer.
            Mir ist nicht bekannt, dass Ovid in einer Sekte war. Ist jetzt auf diese Aussagen verlass? Grüße
            Raimund
            Grüße
            Stefan

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re: Verwirrung

              da die Bibel von einer Sekte geschrieben wurde (waren nichts
              anderes), verlasse ich mich lieber nicht auf solche Aussagen.
              Es ist in der Tat so, dass die Christen ursprünglich als
              jüdische Sekte betrachtet wurden. Das Judentum selbst wäre
              aber demnach keine Sekte.
              Richtig. Nur die Christen zählten als Sekte. und davon haben (oder hatten) die Juden glaube ich genauso viele wie wir Christen. Aus deren Tradition stammt das AT.
              Deine Argumentation gegen die Geschichte von Adam und Eva kann
              also nihct mit dem Sektenargument funktionieren.
              War auch nur einhinweis, dass amn nicht alles wörtlich nehmen sollte. Adam und Eva sind ein Gleichnis Die Gefahr, dass die Wahrheit so gedreht wurde, dass sie
              passt, ist sehr, sehr groß!
              Hier stimme ich Dir zu. Diese Gefahr ist aber auch bei
              Geschichtsschreibern da, vor allem, wenn solch ein Schreiber
              die Biografie dessen verfasst, der für seinen Lebensunterhalt
              aufkommt.
              Da hast du wirklich Recht! Selbst (ich weiß es ist nicht ganz politisch korrekt) in neuerer Zeit wird so manches zurechtgdreht, damit´s passt! Aber das hat der mensch schon immer gemacht. Für mich zählt damit nur die Bibelaussage, die "aktenkundig"
              ist. Also die akuraten Römer geschrieben haben.
              Paulus war römischer Bürger jüdischen Glaubens. Das macht die
              Sache doch recht interessant.
              Ich halte zwar große Stücke von Paulus. Er hat erst das Christentum zu dem gemacht, was es heute ist. Hochgebildet, weit gereist (Indien). Manche behaupten sogar, dass unsere (Nur in der Bibel geforderte) Nächstenliebe nicht von den Urchristennist, sondern dass Paulus dieses Element dazu gegeben hat. Doch ich meine nicht ihn. Auch bei Ihm könnte man sagen: Interessenskonflickt. Nein, ich meine die Militärschreiber, Gerichtsschreiber...Also die unterste Ebene der Schreiber. Die waren meist sehr akkurat. Das erinnert
              mich immer an die schönen Göttergeschichten bei den Griechen
              und Germanen.
              Nachzulesen bei Ovid, der sehr penibel recherchiert hat und
              letztendlich neben der ganzen Mythologie auch historische
              Personen beschreibt. Sehr akkurate Arbeit von diesem Römer.
              Mir ist nicht bekannt, dass Ovid in einer Sekte war. Ist jetzt
              auf diese Aussagen verlass?
              Kannich nicht beurteilen. Ich habe von Ovid nur seine damals "anrüchigen" Texte gelesen. Leider.
              Es wurde meines Wissens nirgendwo ein Jesus von Nazaret erwähnt. Auch nicht, das da einer sich Messias nennt. Und ganz besonders nicht, dass ein Gekreuzigter wiederauferstanden ist. Richtig ist, dass einige Wanderprediger und Aufrührerische erwähnt wurden. Auch wurden Prozesse und Kreuzigungen erwähnt. Aber das war tägliche Arbeit und Vergnügen der Bevölkerung (Wäre es heute noch, wenn so etwas erlaubt würde. Die würden eine Art "Big Brother" d´raus machen). Auch Petrus wurde gekreuzigt. paulus entging dieser Art von Hinrichtung nur, weil er römischer Bürger war. Und so einer hatte "Anrecht" auf Köpfen. Eine furchtbare Zeit damals! Das Leben war keinen Pfennig wert.
              Grüße
              Raimund

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^2: Verwirrung

              Für mich zählt damit nur die Bibelaussage, die "aktenkundig"
              ist. Also die akuraten Römer geschrieben haben.
              Paulus war römischer Bürger jüdischen Glaubens. Das macht die
              Sache doch recht interessant.
              Ich halte zwar große Stücke von Paulus. Er hat erst das
              Christentum zu dem gemacht, was es heute ist. Hochgebildet,
              weit gereist (Indien).
              Hast Du dafür eine Quelle? Vielleicht von einem akkuraten römischen Geschichtsschreiber? Ich konnte das nämlich nicht verifizieren. Das erinnert
              mich immer an die schönen Göttergeschichten bei den Griechen
              und Germanen.
              Nachzulesen bei Ovid, der sehr penibel recherchiert hat und
              letztendlich neben der ganzen Mythologie auch historische
              Personen beschreibt. Sehr akkurate Arbeit von diesem Römer.
              Mir ist nicht bekannt, dass Ovid in einer Sekte war. Ist jetzt
              auf diese Aussagen verlass?
              Kannich nicht beurteilen. Ich habe von Ovid nur seine damals
              "anrüchigen" Texte gelesen. Leider.
              Es wurde meines Wissens nirgendwo ein Jesus von Nazaret
              erwähnt.
              Das wollte ich auch gar nicht behaupten, sondern Folgendes: Ovid war einer Deiner akuraten römischen Schreiber. Er hat auch die griechisch/römische Götterwelt beschrieben. Glaubst Du deswegen an die griechisch/römischen Götter?

              Auch wurden Prozesse und Kreuzigungen erwähnt. Auch Petrus wurde
              gekreuzigt. paulus entging dieser Art von Hinrichtung nur,
              weil er römischer Bürger war.
              Auch da möchte ich Dich wieder nach den Quellen fragen. Soviel ich weiß, steht über die Hinrichtung von Paulus und Petrus nur etwas bei christlichen Schriftstellern, die Du ja nicht so sehr anerkennen willst.
              Tacitus erwähnt zwar die entsprechende Christenverfolgung durch Nero, der den Brand Roms, den er selbst angeordnet hatte, ihnen in die Schuhe (oder waren es doch eher Sandalen) schieben wollte.
              Aber Tacitus erwähnt die Namen von Petrus und Paulus nicht.
              Tacitus bestätigt aber in sofern die christlichen Schriftsteller, weil sicher ist, dass diese die Christenverfolgung durch Nero nicht erfunden haben.

              Hier hat sich jemand mal die Mühe gemacht, einige frühe Quellen von nicht christlichen Schreibern zusammenzustellen.
              http://www.gemeinde-christi.org/buecher/artikel/glau...

              viele Grüße
              Stefan

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^3: Quellen?

              Hallo ihr beiden,

              ich lese ja jetzt schon länger mit Interesse mit und wundere mich doch etwas über die Aussage, dass die Figur Jesus als historische Persönlichkeit anerkannt ist.
              Dieses wäre mir neu und soweit ich informiert bin, sind die Forscher sich überhaupt nicht sicher, ob er überhaupt gelebt hat (von allem anderen einmal abgesehen). Viele der angeführten Quellen gelten heute doch als Fälschung oder sind einfach zu allgemein. So kännen die meisten der aufgeführten Quellen auch einfach auf das jüdische Volk zurückgeführt werden, welches auch zur damaligen Zeit natürlich den Moschiach erwartet hat :-) Oder ist man schon Christ, wenn man morgends gemeinsam betet und glaubt das der E'ige geboten hat, nicht zu stehlen, rauben, Ehebruch zu begehen, das Wort zu brechen etc.

              Aber das der Talmud sogar den Namen enthalten soll (natürlich geschmäht :-( , ist nun völliger Unsinn. Es gibt Stellen wo auf eine Person Bezug genommen wird, diese entspricht aber nicht der christlichen Vorstellung von Jesus ;-)

              Also was soll's. Die Figur Jesus ist und bleibt eine Glaubenssache, da wird Raimund (und mich) niemand überzeugen können.

              Schalom,
              Eli



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