Re: Dietrich Bonhoeffer--->Verbindung zu Jesus?
Tach Pzentor,
alle Deine Fragen und Gedankensplitter möchte ich nicht beantworten. Deswegen nur einiges Grundsätzliches.
Natürlich war Bonhoeffer "christlich geprägt"; ohne diese Prägung hätte er wohl kaum Theologie studiert.
Er war überzeugter Christ, aber er war kein Fanatiker! Dazu war er nämlich viel zu klug, hatte einen viel zu weiten Horizont, viel zu viele internationale Bekannte, Freunde und Verbindungen.
Kompromissloser Widerstand gegen ein verbrecherisches Regime wird wohl kaum die Bezeichnung "Fanatismus" verdient haben.
Aber er war lutherischer Christ und Theologe, und das Luthertum hatte eine sehr viel größere Nähe zum Staat als z.B. die reformierte Kirche. So waren alle lutherischen Landeskirchen bis zum Ende des Kaiserreichs Staatskichen gewesen. Und für lutherische Theologie und lutherische Christen war der Staat als Ordnung Gottes grundsätzlich erst einmal gut. Da wirkt der Brief des Paulus an die Römer, Kap 13, 1-7. Bis also ein lutherischer Theologe sich gegen den Staat wndet, muss schon einiges passieren.
Bonhoeffer war aber hell- oder klarsichtiger als die meisten anderen und wust schon sehr früh, wohin der Weg des Staates und der Kirche gehen würde. Schon 1933 schrieb er "Die evangelische Kiche vor der Judenfrage" (Datum und genauen Titel hab ich jetzt nicht im Kopf).
Von der "Ergebung" in staatliches Handeln kam er dann zum "Widerstand" - "Widerstand und Ergebung" ist ja der Titel, unter dem Eberhard Bethge (Bonhoeffers engster Mitarbeiter und Freund in der Bekennenden Kirche) seine Briefe, Gedichte, Schriften und Gedanken aus der Tegeler Haft herausgegeben hat.
Seine Haft und seinen endlichen Tod im Apil 1945 in Flossenbürg hat er verstanden als Nachfolge Christi: Wenn Jesus Christus leiden musste, können seine Jünger und Nachfolger nicht erwarten, dass es ihnen besser geht.
Dies wiederum, wie zur anderen Frage, in aller Kürze.
Wenn Du weitere oder tiefergehende Fragen hast, dann per mail, bitte.
Gruß - Rolf