Küster in der Synagoge?

Von: , Frage gestellt am Di, 18. Nov 2008

Hallo,

der Küster in einer Kirche ist doch wohl als eine Art Hausmeister.

Gibt es eine solche Person in Synagogen (Mindestgröße vorausgesetzt) auch? Wie heißt sie da?

Grüße
Carsten

18 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Küster in der Synagoge?

    Hallo Karsten,

    ich vermute mal, daß Du bei Küstern / Mesnern auf wenig Begeisterung stossen wirst, wenn Du ihre Funktion / Aufgabe auf den "Hausmeisterbereich" reduzierst.

    Ob es in einer jüdischen Gemeinde einen Hausmeister gibt, dürfte von der Größe und von der finanziellen Ausstattung abhängen.

    Ansonsten ist das, was KüsterINNEN machen auch von Landeskirche zu Landeskirche oder von Bistum zu Bistum unterschiedlich. Deshalb kann man es so allgemein nicht beantworten. Vielleicht kannst Du noch beschreiben, an welche Funktionen Du denkst.

    Viele Grüße

    Iris

    • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Küster in der Synagoge?

      Hallo Iris, ich vermute mal, daß Du bei Küstern / Mesnern auf wenig Begeisterung stossen wirst,
      wenn Du ihre Funktion / Aufgabe auf den "Hausmeisterbereich" reduzierst.

      Mag sein, ich habe deshalb auch vorsichtshalber "eine Art" Hausmeister geschrieben. :-) Ob es in einer jüdischen Gemeinde einen Hausmeister gibt, dürfte von der Größe
      und von der finanziellen Ausstattung abhängen.
      Das ist mir klar. Eine kleine Kirche oder ein Gemeindehaus wird sich auch keinen Küster leisten können, zumindest keinen hauptberuflichen. Vielleicht kannst Du noch beschreiben, an welche Funktionen Du denkst.
      Jemanden, der die Synagoge in Ordnung hält und Feiern oder Gottesdienste organisatorisch vorbereitet.

      Grüße
      Carsten

    • Antwort von nach 6 Stunden 2 hilfreich
      Re: ... an der Realität vorbei

      Hallo Julius,


      Ich kopiere mal den kurzen Abschnitt aus Wikip.dia hier rein:

      "Ein Schammes (hebräisch שׁמשׁ/schammásch "Diener") ist ein Synagogendiener. Er erfüllt die unterste Funktion in einer Synagoge. Daher wird der Begriff allgemein abwertend als "Laufbursche" gebraucht. Seine Aufgaben entsprechen denen der Messdiener. Der Ausdruck "Schammes" wird auch für die Kerze gebraucht, die zum Anzünden der übrigen Kerzen der Chanukkia verwendet wird."

      Was da steht ist in mehrerer Hinsicht dummes Geschwätz. Ich habe mich in diesem Forum schon desöfteren darüber ausgelassen, daß Beiträge in der deutschen Sektion von Wik... zu jüdischen Themen meist von ziemlich schlechter Qualität sind. Ändern kann man es nicht, denn hier gilt das Prinzip: "die Mehrheit setzt sich durch".

      Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie gehört, daß der Ausdruck "Schammes" abwertend gebraucht worden wäre. Ich habe auch noch nie eine Verwendung, die mit "Laufbursche" vergleichbar wäre, gehört. Und da mein Großonkel ein Schammes war, wäre das sicher nicht an mir vorbeigegangen.

      Da eine Synagoge nicht hierarchisch strukturiert ist wie eine Kirche wird ein Schammes auch nicht als jemand in unterer Funktion gesehen. Es gibt bestimmte Dinge, die getan werden müssen, und dafür sucht man die Leute, die entsprechende Begabungen mitbringen.

      Ein Meßdiener / Ministrant hat Funktionen in liturgischen Vollzügen, hat Verantwortlichkeiten, die mit dem Ablauf des G-ttesdienstes zusammenhängen. Die hat ein Schammes nicht. Deshalb weiß ich nicht, wo hier eine Vergleichbarkeit gegeben sein soll.

      Im einfachsten Fall wäre der Schammes die Person, die Leuten, die neu in der Synagoge sind, hilft sich zurechtzufinden, was nicht nur bestimmte organisatorische Fähigkeiten erfordert. Er sorgt auch dafür, daß beispielsweise an Feiertagen die anderen benötigten Gebetbücher am richtigen Platz sind. In manchen Gemeinden ist er - für praktische Belange evtl. auch Sicherheit - der erste Ansprechpartner für nicht-jüdische Gäste. Sein Augabengebiet kann aber - wenn er den entsprechenden Background hat - auch noch komplexer sein.

      Wenn Du hier
      http://www.shaareyzedek.mb.ca/about_us/meet_clergy.htm
      nach unten scrollst, findest Du eine Beschreibung, was der Schammes der Shaarey Zedek Synagoge macht - ziemlich anspruchsvoll finde ich.

      Viele Grüsse

      Iris [Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

      • Antwort von nach 15 Stunden 1 hilfreich
        Re^2: ... an der Realität vorbei

        Hallo Iris, ... daß Beiträge in der deutschen Sektion von Wik...
        zu jüdischen Themen meist von ziemlich schlechter Qualität
        sind. Ändern kann man es nicht, denn hier gilt das Prinzip:
        "die Mehrheit setzt sich durch".
        Hast Du es denn schon mal probiert? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Änderungen, die zu (quantitativ) mehr Informationen führen und auch ausgiebig mit Literaturangaben gespickt sind (und das dürfte zumindest beim Schammes beides kein größeres Problem darstellen), ohne Zögern von der Wiki-Community angenommen werden. Der Schammes-Artikel war schon immer so kurz, ich hab gesehen, dass der herabsetzende Ausdruck in der noch ungesichteten Version entfernt ist (vielleicht warst Du das ja?), aber dadurch wird er nur noch kürzer. Eine bloße Entfernung einer Information wird bei Wiki meist skeptisch betrachtet - es könnte ja sein, dass sich jemand persönlich von einer (richtigen) Information angegriffen gefühlt hat und sie deswegen rausnahm. Also immer auch etwas dazuschreiben, damit man sehen kann, dass Du Dich auskennst - dann setzt sich auch nicht die Mehrheit durch.

        Liebe Grüße,
        Immo

        • Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
          Re^3: OT ... an der Realität vorbei

          Hallo Vokietis. Hast Du es denn schon mal probiert?
          Ja und bislang teile ich meine Erfahrungen mit allen JüddInnen, welche dieses ebenso versucht haben. Also immer
          auch etwas dazuschreiben, damit man sehen kann, dass Du Dich
          auskennst - dann setzt sich auch nicht die Mehrheit durch.
          Das Problem bei jüdischen Begriffen ist, dass dieses oft auch im christlichen Umfeld vorkommen und hier ganz anders besetzt sind, meistens sogar auf Vorurteilen und Antijudaismus beruhen. Die Mehrheit verfügt nun aber nur über dieses Halbwissen und drückt dieses durch. So wurden schon grossen Teile jüdisches Wissen gelöscht, weil die Mehrheit der Meinung war, der christliche Begriffe würde alles schon ausreichend erklären und Doppel-Informationen in Wikipedia nicht erwüsncht sind.

          Gruss,
          Eli

        • Antwort von nach 19 Stunden 0 hilfreich
          Re^3: ... an der Realität vorbei

          Hallo Vokietis, Hast Du es denn schon mal probiert?
          Einmal? Mehr als das. Sonst würde ich es nicht sagen.
          Und wie Elimelech, der sich in völlig anderen jüdischen Kreisen
          bewegt als ich, teile ich die Erfahrung mit allen mir bekannten Jüdinnen und Juden, daß die Löschung nichts über Kompetenz bezüglich der Inhalte aussagen, sondern, was der Mehrheit zusagt oder nicht. Ich habe die Erfahrung
          gemacht, dass alle Änderungen, die zu (quantitativ) mehr
          Informationen führen
          In anderen Bereichen mag das der Fall sein, im Hinblick auf ethnische Minderheiten nicht. Und das betrifft nicht nur religiöse Fragen des Judentums, sondern auch "jüdisches Berlin". Ich habe da Texte schon mehrfach geändert mit Begründung der Änderung. Das geht soweit, daß ich die Behauptung klar widerlege, in einer bestimmten Strasse in Berlin habe es eine Synagoge gegeben. Da stand nie eine, aber für Wikiblödia spielt das keine Rolle. Für mich hat das teilweise schon irrationale Züge. und auch ausgiebig mit Literaturangaben
          In meinen Spezialgebieten habe ich schon reichlich publiziert, damit hätte ich auch keine Probleme, denn deshalb ist mir auch die gängige Fachliteratur geläufig. gespickt sind (und das dürfte zumindest beim Schammes beides
          kein größeres Problem darstellen), ohne Zögern von der
          Wiki-Community angenommen werden.
          Tja, das ist der springende Punkt. Wie laufen diese Prozesse bei der Wiki-Community, dass es dann eben in den genannten Teilbereichen nicht auf größere Kompetenz rausläuft. Der Schammes-Artikel war
          schon immer so kurz, ich hab gesehen, dass der herabsetzende
          Ausdruck in der noch ungesichteten Version entfernt ist
          (vielleicht warst Du das ja?), aber dadurch wird er nur noch
          kürzer.
          Ja und? Das ist in diesem Fall kein Kompetenzverlust. Und wie geht es weiter? Mußte die Person, die behauptet hat, beweisen, daß "Schammes" abwertend verwendet wird? Nö, es reicht völlig, wenn man irgendwelches Halbwissen - möglicherweise auch aus dem christlichen Bereich - auf jüdische Verhältnisse projiziert (wie bei dem blödsinnigen Vergleich mit dem Meßdiener). Eine bloße Entfernung einer Information wird bei Wiki
          meist skeptisch betrachtet - es könnte ja sein, dass sich
          jemand persönlich von einer (richtigen) Information
          angegriffen gefühlt hat und sie deswegen rausnahm. Also immer
          auch etwas dazuschreiben, damit man sehen kann, dass Du Dich
          auskennst - dann setzt sich auch nicht die Mehrheit durch.
          Da irrst Du Dich leider gewaltig. Da müßte schon ein enormer Bewußtseinsbildungsprozeß laufen, wie es zu bestimmten Endfassungen bei Wikip.dia kommt.

          Übrigens jetzt um 12:20 ist wieder die alte - falsche Fassung - drin.

          Und dass ein Artikel "gesichtet" ist, heißt nur, dass die sichtende Person einen bestimmten Umfang an Material für Wikip.dia erbracht hat, in welchen Bereichen und mit welchem Background spielt keine Rolle.

          Viele Grüße

          Iris

          • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
            Versuch zur Realitätsvermittlung ?

            Hallo Vokietis, Hast Du es denn schon mal probiert?
            Einmal? Mehr als das. Sonst würde ich es nicht sagen.

            Iris
            Hallo die Runde,

            Habe soeben die weitern Beiträge im Thread gelesen und finde, wenn das gebräuchliche Medium irreführende/falsche/mißverständliche Aussagen liefert, wäre vielleicht eine "Judapedia", von Fachleuten geleitet, redigiert und verfasst einer Überlegung wert - wen die Materie wirklich interessiert, der könnte kompetente Auskunft erhalten.

            Besten Gruß
            von Julius

            • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
              Re: Medienkompetenz

              Hallo Julius,

              eine "Judopedia" halte ich für überflüssig, denn es gibt kompetente Informationen über das Judentum unter
              http://www.hagalil.com
              http://www.talmud.de

              und einige andere Seiten. Und wer englisch kann, ist noch besser dran. Die Frage, warum auf diese Seiten nicht verlinkt wird, sondern auf wikip.dia ist nicht die, daß die Inhalte nicht da wären, sondern, daß es den Usern an Medienkompetenz mangelt, um die Spreu vom Weizen trennen zu können.

              Und dadurch, daß halt alle naslang auf wikip-dia verlinkt wird, kommen die halt in den Suchmaschinenrankings immer ganz oben.
              Aber um diese Mechenismen zu durchschauen, da braucht es auch wieder ? - richtig: Medienkompetenz

              Viele Grüße

              Iris



              Hallo die Runde,

              Habe soeben die weitern Beiträge im Thread gelesen und finde,
              wenn das gebräuchliche Medium
              irreführende/falsche/mißverständliche Aussagen liefert, wäre
              vielleicht eine "Judapedia", von Fachleuten geleitet,
              redigiert und verfasst einer Überlegung wert - wen die Materie
              wirklich interessiert, der könnte kompetente Auskunft
              erhalten.

              Besten Gruß
              von Julius



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