Gott und der freie Wille des Menschen

Von: , Frage gestellt am Sa, 6. Dez 2008

Guten Morgen,
wenn ich annehme das Gott mich geschaffen hat, frag ich mich, wo ist die Variable woran sich entscheidet ob ich an ihn glaube oder nicht und wie "gerecht" ist dies?
Oder entscheidet nicht Gott bereits ob ich glaube oder nicht?


Um es näher zu erläutern:
Ich bestehe aus einem Körper, einer Seele und meiner Persönlichkeit.
Ob mein Körper normal ist oder nicht ist für die Entscheidung an Gott zu glauben unwichtig. Ein Ungläubiger wird es als sein Schicksal oder als Ungerechtigkeit annehmen und ein Gläubiger als Gnade oder Aufgabe Gottes. Das Urteil über meinen Körper fällt also erst nach der Glaubensentscheidung.

Seele,mh... Seele müsste man erstmal genau definieren. Ich würde davon ausgehen das die Seele fix ist. Gute Seele, Böse Seele etc. Alles veränderliche würde ich lieber der Persönlichkeit zuschieben.
Also wenn mir Gott eine gute Seele gibt werde ich in den Himmel kommen und bei einer bösen halt in die Hölle. Eine Wahl hat ich in beiden Fällen nicht.

Als letztes meine Persönlichkeit. Wenn ich davon ausgehe das sie durch meine Erbanlagen und meine Erziehung/Umgebung bestimmt ist, entscheidet Gott doch bereits dadurch, wo er mich ins Leben schickt, ob ich an ihn glaube oder nicht.
-Ein extremes Beispiel: Wenn ich in einer Kultur geboren werde wo an keinen Gott geglaubt wird, wo mir nichtmal die Möglichkeit eines Gottes gezeigt wird, wie soll ich da an Gott glauben?
______________
PS: Oder sollte diese Frage besser zu den Philosophen?

mfg

13 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    Hallo Zenon,

    dazu eine kleine logelei:

    Gott ist allwissend - also müsste er von Anfang an über jedes und alles was geschieht bescheid gewusst haben. Er wusste also von Angang an auch wie jede meiner Entscheidungen ausfallen würde.

    Gott ist allmächtig - er kann alles so gestalten wie er es will, wenn also irgendetwas geschieht könnte er es auch ändern und sogar von anfang an nicht dazu kommen lassen, wenn er wollte.
    Gott könnte die Welt also auch so gestaltet haben, dass kein Unglück geschieht und jeder Mensch richtige Entscheidungen fällt. Er hat die Welt aber so geschaffen, dass es auch zu Unglücken und Fehlentscheidungen kommt. Dies könnte man also als seinem Willen entsprechend betrachten, auch jede meiner Entscheidungen auch die "schlechten". Damit würde sich auch meine Schuld und mein Verdienst auflösen, denn dies wären ja von Gott so konstruiert worden.
    Auch die Frage wie und ob du Gott begegnest und zum Glauben findest oder nicht, wäre damit in Gottes Entscheidungsgewalt.

    Allerdings ist Gott ja immer noch allmächtig, also sollte es ihm auch möglich sein uns echte Entscheidungsfreiheit zu gewähren und sich von uns Menschen überraschen zu lassen. Dann müssten wir annehmen, dass Gott aus eigenem Entschluss seine Allwissenheit beschränkt hat. Das ist aber zugegebenermaßen irgendwie eine argumentative Notbremse.

    (Außerdem können wir natürlich auch annehmen, dass Gott doch nicht alles regeln kann. Nur was wäre das für ein Gott der Regeln unterliegt die er nicht beeinflussen kann. Müssten wir dann nicht noch einen Gott hinter dem Gott annehmen?)

    Tatsächlich gibt es auch noch die Eigenschaft der Unbegreiflichkeit Gottes. Unsere Kategorien wie Allwissenheit und Allmächtigkeit beschreiben anscheinend Gott nicht zutreffend, darum mag das alles noch ganz anders funktionieren. Jetzt hat man (vielleicht) die Wahl an welche Aussage man sich hält.
    Nehme ich in oben genannten Sinne die Macht Gottes an, dann ist das mit der versprochenen Freiheit zweifelhaft. Will ich meine Freiheit ernst nehmen, dann muss ich die Allmacht Gottes einschränken (oder annehmen er tut dies absichtlich selbst). Vielleicht gibt es ja sogar noch mehr Möglichkeiten.
    Mal sehen worauf andere noch kommen.

    Du hast anscheinend die Wahl.
    Gruß
    Werner

  2. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    "Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen"
    Dies hat angeblich Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller, 1904-1987 mal gesagt...
    Backs

    • Antwort von nach 10 Stunden 4 hilfreich
      Re^2: Gott und der freie Wille des Menschen

      Hallo Backs! "Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst
      zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm
      abzusehen"
      Dies hat angeblich Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller,
      1904-1987 mal gesagt...
      Offensichtlich war Ernst Wilhelm Eschmann dann wohl kein Atheist.
      Mich hat jedenfalls kein Hirngespinst erschaffen und ich begreife mich auch nicht als irgendwessen Kompliment.

      Ich bin einfach Sklave meiner Gene!

      Gruß Gernot

    • Antwort von nach 3 Tagen 0 hilfreich
      Eschmann und der Teufel

      Hi. "Der Atheist ist das größte Kompliment, das Gott sich selbst zollt: Er schafft ein Wesen, das stark genug ist, von ihm abzusehen"
      Dies hat angeblich Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftsteller, 1904-1987 mal gesagt...
      Er sagte aber angeblich auch folgendes:

      http://www.unmoralische.de/Zitate_Atheismus5.htm

      "Gott ist die gewinnendste Maske des Teufels."

      (Ernst Wilhelm Eschmann, dt. Schriftst., 1904-1987)

      Das hat e r gesagt, nicht ich.

      Gruß Horst

  3. Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    Guten Morgen,
    wenn ich annehme das Gott mich geschaffen hat, frag ich mich,
    wo ist die Variable woran sich entscheidet ob ich an ihn
    glaube oder nicht und wie "gerecht" ist dies?
    Oder entscheidet nicht Gott bereits ob ich glaube oder nicht?
    er entscheidet sogar, wer hier was wann worauf antwortet:-)

  4. Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    Hallo, wenn ich annehme das Gott mich geschaffen hat, frag ich mich,
    wo ist die Variable woran sich entscheidet ob ich an ihn
    glaube oder nicht und wie "gerecht" ist dies?
    Warum sollte ein Gott Dich /uns wohl erschaffen und auf Glauben hoffen? benötigt solch ein vollkommenes Wesen wirklich Anbetung und Huldigung?
    Existiert es nicht eher in sich, in seiner Vollkommenheit?
    Was sollte ihm daran liegen dass, im Gegensatz zu ihm, sehr niedere Existenzen an ihn glauben und anbeten.
    Wie gesagt, wir sprechen hier immerhin von einem Allmächtigen Gott.

    Daraus stellt sich die weitere Frage :
    Warum sollte solch ein Wesen überhaupt eine Welt erschaffen haben?
    Hat ihm was gefehlt,langeweile oder muss er sich was beweisen?

    Fragen über Fragen.

    Darf sich ein Gläubiger überhaupt dieselben stellen ohne sich zu versündigen?

    Sollte es jedoch tatsächlich, trotz aller Wiedersprüche, solch ein Wesen geben, wird es für uns so unmöglich sein dessen Absichten zu ergründen wie für einen Wurm unsere Sprache zu lernen.


    Viele Grüße
    Markus

  5. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    [...]

    Hallo zenon Zitat:Oder sollte diese Frage besser zu den Philosophen? Nein.
    In Bezug auf solche Fragen sind sogar Erwachsene ähnlich kleinen Kindern, diese betrachten ihre Eltern wahrscheinlich auch als „vollkommen“ und lassen sich von ihnen lenken. Wenn sie einmal was tun, was sie nicht dürfen, aber es nicht genau wissen rätseln sie auch herum ob sie vielleicht bestraft werden oder nicht. Wenn sie aber gleich Papa oder Mami fragen, wissen sie es sofort. Ähnlich ist es bei dem himmlischen Vater, er gab den Menschen dazu ein Buch, wo alles schon festgelegt wurde. So kann sich jeder selbst sein Ziel stecken, dazu hat jeder den freien Willen bekommen. Und Gott tötet auch nicht sofort sonst gäbe es uns Menschen vielleicht nicht- nicht mehr, was auch immer- da wir immer wieder sündigen.
    und zum Begriff Seele lies dazu in der BIBEL ONLINE:5. Mose 12:23 Allein merke, daß du das Blut nicht essest, denn das Blut ist die Seele; darum sollst du die Seele …24sondern sollst es auf die Erde gießen wie Wasser. 25Und sollst es darum nicht essen, daß dir's wohl gehe und deinen Kindern nach dir,… oder in Hesekiel 18:4- Denn siehe, alle Seelen sind mein; des Vaters Seele ist sowohl mein als des Sohnes Seele. Welche Seele sündigt, die soll sterben. 5Wenn nun einer fromm ist, der recht und wohl tut,usw... (ich war selbst erstaunt als ich diese Aussagen erfahren konnte- weil ich gar nie die Bibel fragte)
    herzl. gruss speedy two

    MOD: Vollzitat gelöscht

  6. Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
    Re: Gott und der freie Wille des Menschen

    @Werner Willmann
    Tja das ist ja die übliche Antwort die man erhält, wenn man an Gott zweifelt: "Gott kann das."
    Irgendwie komisch. Gott macht uns zu logisch denkenden Individuen, aber ist selber wider jedwegiger Logik.

    @Backs
    Der Atheist ist ein Beweis Gottes. Das kann wohl auch nur ein Gottesgläubiger akzeptieren. Obwohl...
    Da es Leute gibt die gegen Bush sind, macht er ja wohl doch alles richtig. Da jemand gegen die Vorstellung der flachen Erde wahr, muss sie ja wohl flach sein.
    Das lässt völlig neuen Schlüsse zu. Oder man darf es einfach nicht verallgemeiner bzw. es ist gänzlich falsch.

    @chatairliner
    Gott ist überall ! :-)

    @Markus
    Das war nicht meine Frage. Sie war eher "Erlaubt Allmacht die Erschaffung eines freien Willens?". Warum fällt mir das heute eigentlich erst ein?
    Warum Gott das alles macht ist noch viel unlogischer und absurder. Atheisten werden stehts sagen: "Das ist doch total unlogisch." und Theisten: "Gott ist vollkommen und nicht anzuzweifeln. Er liebt uns alle."
    *verallgemeiner*

    @speedytwo Und Gott tötet auch nicht sofort
    Gott tötet? Gott ist ein Mörder.
    Aber bei den Bibelzitaten muss ich dir recht geben. Ich bin auch sehr erstaunt.
    Seele = Blut , und meine Seele soll ich vergießen, wie Wasser, auf das es meinen Kindern (die ich übrigens nicht habe) gut gehe. Aufforderung zum Selbstmord? Ich geh dann mal Seele vergießen.
    ________________________________________________________________
    Aber um meine Frage abschließend noch zu ergänzen: 1. Mose 2,7: Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem :Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und :also ward der Mensch eine lebendige Seele. (Bibel Online)
    "Den lebendigen Hauch" lässt nur auf einen schließen. Ich als Gesamtheit bin dann die Seele. Kommt also nur darauf an aus welchem Dreck Gott mich geschaffen hat. Sehr gerecht.


    PS: Falls es nicht ganz klar wird. Nein, ich glaube nicht an einen mich liebenden Gott, der mich errettet und in den Himmel führen möchte. Nach dem Tod ist Ende. (mMn)



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