Warum und wann schuf 'Gott' die Welt?

Von: , Frage gestellt am Fr, 19. Jun 2009

Hi zusammen.

FuF schrieb: Gott erschuf doch angeblich die Welt, aber wer erschuf dann ihn?
Ich denke, die eigentlichen brisanten Fragen müssten aber lauten: warum schuf "Gott" (ein hypothetisches Wesen) die Welt? Und wann geschah das?

Denn diese Fragen werfen ein großes logisches Problem auf.

Wenn denn "Gott" nicht in Zeit und Raum ist und wenn er allmächtig und vollkommen ist, dann ist überhaupt kein Grund denkbar, warum er nicht "schon immer" eine Welt geschaffen hatte.

Schöpfung - das heißt doch: es gibt einen Zustand v o r der Schöpfung. Denn durch die Schöpfung geschieht oder wird etwas Neues.

Logischerweise kann aber in einem Jenseits von Raum und Zeit kein Vorher und Nachher bestehen. Also kann "Gott" nicht ein Gott ohne Welt gewesen sein, b e v o r er die Welt schuf. Denn diese Annahme - es gab mal einen 'Gott` ohne Welt - setzt voraus, dass "Gott" in der Zeit ist.

Wenn er aber nicht in der Zeit ist, dann muss er dies jenseits von Raum und Zeit getan haben. Es kann also k e i n e n Anfang der Welt gegeben haben, da "Gott" nicht in der Zeit besteht.

Gab es aber doch einen Anfang, so muss gefragt werden, warum ein vollkommenes Wesen bis zu diesem Anfang n i c ht das tat, was es dann tat. Die Schöpfung würde also auf die Unvollkommenheit "Gottes" schließen lassen.

Bin gespannt auf euere Überlegungen dazu.

Gruß Horst

19 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 2 Stunden 0 hilfreich
    Re: Warum und wann schuf 'Gott' die Welt?

    Tach,

    warum? - einfach so. Er hatte halt Bock drauf.
    wann? - irgendwann Denn diese Fragen werfen ein großes logisches Problem auf.
    Nöö, das ist kein Problem der Logik. Da sollte man nicht drüber nachdenken; man kann vielleicht nachglauben.

    Pit

  2. Antwort von nach 4 Stunden 0 hilfreich
    Re: Warum und wann schuf 'Gott' die Welt?

    Hallo, Wenn er aber nicht in der Zeit ist, dann muss er dies jenseits
    von Raum und Zeit getan haben. Es kann also k e i n e n Anfang
    der Welt gegeben haben, da "Gott" nicht in der Zeit besteht.
    geht auch nicht,denn indem er etwas g e t a n hat,ist er schon wieder in der Zeit..

    denkbar wäre:
    Es gibt keine Zeit.

    Wie könnte Gott jenseits vom Raum existieren?
    Wäre Gott nicht-materiell(nicht als Wesen oder Energie räumlich eingrenzbar),so wäre er überall.Außer im Raum?
    Wieso verdrückt der sich?;)
    Wäre Gott Materie(räumlich begrenztes Wesen),was läge zwischen Gott und Raum?
    Wie weit sollte die Entfernung sein?

    denkbar wäre:Gott ist in aller Materie Gab es aber doch einen Anfang, so muss gefragt werden, warum
    ein vollkommenes Wesen bis zu diesem Anfang n i c ht das tat,
    was es dann tat.
    Planungsunsicherheit? Die Schöpfung würde also auf die
    Unvollkommenheit "Gottes" schließen lassen.
    was spräche dagegen,dass er unvollkommen ist?

    lg
    Heidi

    • Antwort von nach 5 Stunden 0 hilfreich
      Logisches Dilemma des Schöpfungsmythos

      Hi tumiart. Wenn er aber nicht in der Zeit ist, dann muss er dies jenseits von Raum und Zeit getan haben. Es kann also k e i n e n Anfang der Welt gegeben haben, da "Gott" nicht in der Zeit besteht.
      geht auch nicht,denn indem er etwas g e t a n hat,ist er schon wieder in der Zeit..
      Der christliche Weltschöpfungsmythos steckt eben voller Paradoxien und Ungereimtheiten. Ich hoffe, mir ist es gelungen, auf ein paar davon hinzuweisen. Auch dir scheint das Problem klar zu sein. denkbar wäre:
      Es gibt keine Zeit.
      Bleiben wir einfach i n n er h a l b des christlichen Denkens, um dessen Widersprüche aufzuzeigen (man nennt so etwas eine "immanente Argumentation", d.h. man widerlegt die angezweifelte Theorie durch ihre eigenen Widersprüche). Und innerhalb dieses christlichen Denkens g i b t es Zeit, denn die Welt hat für die Christen einen Anfang und ein lineares Hinstreben auf ein Ende. Die Schöpfung würde also auf die
      Unvollkommenheit "Gottes" schließen lassen.
      was spräche dagegen,dass er unvollkommen ist?
      Die Theologie natürlich, die von Vollkommenheit spricht. Widerlegen wir aber die Vollkommenheit Gottes, dann widerlegen wir auch die Theologie - und "Gott".

      Horst

  3. Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
    Re: Warum und wann schuf 'Gott' die Welt?

    Die islamische Sichtweise hierzu:
    Gott existierte schon, als es kein davor und danach gab. Also beginnt der Punkt 0 der Zeit erst mit der Schöpfung der Zeit. Wenn diese mit dem Urknall geschah, dann muss für Wesen die Zeit als eine feste größe kennengelernt haben,der Urknall der Anstoss zur Erschaffung der Welt gewesen sein.

    Gruß Aqib

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Was war zuerst - Zeit oder Beginn?

      Hi Aqib. Die islamische Sichtweise hierzu:
      Gott existierte schon, als es kein davor und danach gab. Also
      beginnt der Punkt 0 der Zeit erst mit der Schöpfung der Zeit.
      Soweit klar. Nur stellt sich dann die Frage, wieso man von einem "Beginn" sprechen kann, wenn es noch keine Zeit gibt? Der Beginn setzt doch Zeit bereits voraus. Durch Zeit wird ein "Beginn" doch erst möglich.

      Ein Gott muss also erst "Zeit" schaffen, damit "Beginn" überhaupt möglich ist.

      Erkläre mir bitte, wie man aus dieser Zwickmühle rauskommt. Wenn diese mit dem Urknall geschah, dann muss für Wesen die
      Zeit als eine feste größe kennengelernt haben,der Urknall der
      Anstoss zur Erschaffung der Welt gewesen sein.
      Urknall - das ist nicht mein Ding. An so etwas glaube ich nicht, jedenfalls nicht im Sinne einer Creatio ex nihilo.

      Gruß

      Horst

      • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
        Re: Was war zuerst - Zeit oder Beginn?

        Hallo Horst!

        Der Beginn ist ein durch den Menschen festgelegter Begriff, welcher die Stunde 0 beschreibt. Gott gibt es schon bevor der Beginn bzw. Die Schöpfung des Universums begann. Alsp gibt es ihn während der Zeit und davor.

        hoffe dir damit gedient zu haben

        gruß aqib

  4. Antwort von nach 5 Stunden 1 hilfreich
    Re: Warum und wann schuf 'Gott' die Welt?

    Hi Horst, Ich denke, die eigentlichen brisanten Fragen müssten aber
    lauten: warum schuf "Gott" (ein hypothetisches Wesen) die
    Welt?
    ich denke du weisst genau, dass es darauf keine Antwort
    gibt. Wir können ja noch nicht einmal mit Bestimmtheit
    beantworten, warum ein anderer Mensch genau das oder jenes
    tut. Wie sollten wir da Gottes Plan durchschauen? Und wann geschah das?
    Zu keiner Zeit jedenfalls. Denn diese Fragen werfen ein großes logisches Problem auf.

    Nein, tun sie nicht. Wenn denn "Gott" nicht in Zeit und Raum ist und wenn er
    allmächtig und vollkommen ist, dann ist überhaupt kein Grund
    denkbar, warum er nicht "schon immer" eine Welt geschaffen
    hatte.
    Und hat er das nicht? Woher willst du wissen, dass
    dem nicht so ist? Die Frage, was war vor dem Urknall, ist ja
    an sich schon unlogisch, weil/wenn mit dem Urknall
    die Zeit begonnen hat! Es könnte auch lediglich eine
    Transformation gewesen sein. Schöpfung - das heißt doch: es gibt einen Zustand v o r der
    Schöpfung. Denn durch die Schöpfung geschieht oder wird etwas
    Neues.
    "Vor" wäre in der Zeit, wenn Gott aber ausserhalb der
    Zeit existiert, dann brauchst du eine Metaebene.
    Wenn du das Problem veranschaulichen willst, dann
    reduziere die Frage. Drei- und Zweidimensionalität
    beispielsweise. es gab mal einen 'Gott` ohne Welt - setzt
    voraus, dass "Gott" in der Zeit ist.
    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Es gab mal
    einen Gott ohne Zeit. Wenn er aber nicht in der Zeit ist, dann muss er dies jenseits
    von Raum und Zeit getan haben. Es kann also k e i n e n Anfang
    der Welt gegeben haben, da "Gott" nicht in der Zeit besteht.
    Das ist nun wirklich unlogisch! Es könnte höchstens
    andersrum sein: Gott kann nicht der erste unbewegte
    Beweger sein, wenn er in der Zeit existiert. Gab es aber doch einen Anfang, so muss gefragt werden, warum
    ein vollkommenes Wesen bis zu diesem Anfang n i c ht das tat,
    was es dann tat. Die Schöpfung würde also auf die
    Unvollkommenheit "Gottes" schließen lassen.
    Schliesst hier nicht eher die Schöpfung in Form des
    [Edit: Name entfernt] auf seine eigene Unvollkommenheit?
    Ob etwas unvollkommen ist, kann man erst dann erkennen,
    wenn es beendet oder fertig ist. Solange die Schöpfung
    expandiert, solange die Zeit existiert, wird sich die
    Schöpfung entwickeln, wird ihrer Tendenz zur Transzendenz
    von Formen höherer Komplexität folgen.

    Ob es wirklich einen Gott gibt, weiss ich natürlich nicht
    und ich kann auch nicht behaupten, dass ich daran glaube,
    aber so einfach ist "ER" nicht auszuhebeln.

    Unser Vorstellungsvermögen scheitert an den Dimensionen.
    Wenn man einen Physiker fragt, wie man sich die 4. oder
    5. Dimension vorstellen soll, erhält man gerne die Antwort:
    Das kann man sich nicht vorstellen, aber man kann gut damit
    rechnen! ;-)

    Sei gegrüsst
    ST

    • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
      Die Unlogik des zeitlosen Schöpfungsgottes

      Hi Sun Tsu. Ich denke, die eigentlichen brisanten Fragen müssten aber lauten: warum schuf "Gott" (ein hypothetisches Wesen) die Welt?
      ch denke du weisst genau, dass es darauf keine Antwort
      gibt.
      Allerdings. Aber das nur, weil es keinen Gott gibt.

      Übrigens gibt es für einige durchaus eine Antwort: Gott schuf die Welt aus Liebe. Ich halte diese Antwort für extrem fragwürdig. Denn ein vollkommenes Wesen braucht keine Liebe. Es ruht vollkommen in sich. Warum soll es ein Anderes schaffen? Wir können ja noch nicht einmal mit Bestimmtheit
      beantworten, warum ein anderer Mensch genau das oder jenes tut. Wie sollten wir da Gottes Plan durchschauen?
      Mir scheint, du hast das Christentum ein bisschen verinnerlicht. Du vermenschlichst "Gott" wie ein Christ. Wieso soll ein angeblich vollkommenes Wesen einen Plan haben? Pläne hat nur jemand, der Probleme hat oder eines lösen will. Hatte "Gott" ein Problem? Und wann geschah das?
      Zu keiner Zeit jedenfalls.
      Also k a n n es nie stattgefunden haben. Wenn denn "Gott" nicht in Zeit und Raum ist und wenn er allmächtig und vollkommen ist, dann ist überhaupt kein Grund denkbar, warum er nicht "schon immer" eine Welt geschaffen hatte.
      Und hat er das nicht? Woher willst du wissen, dass
      dem nicht so ist?
      Weil man sonst nicht behaupten kann, er habe die Welt geschaffen. Eine Schöpfung - das setzt ein Vorher und ein Nachher voraus. Was in der Zeitlosigkeit keinen Sinn macht. Also ist die Welt n i e geschaffen worden.

      Ist doch logisch, oder?

      Unlogisch ist nur der christliche Schöpfungsmythos. Die Frage, was war vor dem Urknall, ist ja
      an sich schon unlogisch, weil/wenn mit dem Urknall
      die Zeit begonnen hat!
      Ich habe nie von Urknall gesprochen, Sun Tsu. "Vor" wäre in der Zeit, wenn Gott aber ausserhalb der
      Zeit existiert, dann brauchst du eine Metaebene.
      Wenn du das Problem veranschaulichen willst, dann
      reduziere die Frage. Drei- und Zweidimensionalität
      beispielsweise.
      2, 3, 4 usw. Das ist doch alles noch weltlich. Gott aber soll unendlich sein. Und außerhalb aller Dimensionen. Weil ohne Grenzen. Das ist Absolutheit und hat mit Metaebenen nichts zu tun. es gab mal einen 'Gott` ohne Welt - setzt
      voraus, dass "Gott" in der Zeit ist.
      Umgekehrt wird ein Schuh draus: Es gab mal
      einen Gott ohne Zeit.
      Du schreibst: "Gab". Und zeigst damit, dass er d o c h in der Zeit war oder ist. Ich denke, ein Gott, der etwas Neues schafft, müsste in der Zeit sein. Dann aber ist er kein zeitloser Gott. Also stimmt der Schöpfungsmythos nicht, denn er ist unlogisch. Es kann also k e i n e n Anfang
      der Welt gegeben haben, da "Gott" nicht in der Zeit besteht.
      Das ist nun wirklich unlogisch! Es könnte höchstens
      andersrum sein: Gott kann nicht der erste unbewegte
      Beweger sein, wenn er in der Zeit existiert.
      Die Christen sagen: er ist zeitlos. Wir wollen doch die Christen widerlegen. Und nicht eigene Gott-Theorien schaffen.

      Gruß Horst
      Sei gegrüsst
      ST

      • Antwort von nach 7 Stunden 1 hilfreich
        Re: Die Unlogik des zeitlosen Schöpfungsgottes

        Hallo Horst, Allerdings. Aber das nur, weil es keinen Gott gibt.
        Du selbst bist in deinem Beitrag davon ausgegangen, dass Gott hypothetisch existiert. Nun belehrst du uns hier, dass es ihn nicht gibt. Sollen wir also nicht darüber reden? Übrigens gibt es für einige durchaus eine Antwort: Gott schuf
        die Welt aus Liebe. Ich halte diese Antwort für extrem
        fragwürdig. Denn ein vollkommenes Wesen braucht keine Liebe.
        Es ruht vollkommen in sich. Warum soll es ein Anderes
        schaffen?
        Wer sagt, dass Gott unseren Begriffen von Vollkommenheit entsprechen muss?
        Wer sagt das, dass ein vollkommenes Wesen in sich ruhen muss?
        Wer sagt, das göttliche Liebe ein Zeichen von Bedürftigkeit ist?
        Wer sagt, das ein Bedürfnis nach Liebe ein Ausdruck von Unvollkommenheit ist?

        Hinter all dem stehen Behauptungen, die unbeweisbar sind.
        Wenn du diese aber voraussetzt, denn kann man dir natürlich nur noch zustimmen.

        Gruß
        Werner



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