Religion, Rechtfertigung zum Mord?????

Von: , Frage gestellt am Di, 20. Feb 2001

Hallo Leute,

vielleicht ist dieser Artikel ein wenig provokant, ist mir auch egal, Eure Meinung interessiert mich einfach.
Also an alle religiösen Menschen und jene, die sich angesprochen fühlen. Rechtfertigt Glauben den Mord an unschuldigen Menschen???
Ist Glaubenskrieg in irgendeiner Weise zu verantworten?????
Als Beispiel vielleicht der nahe Osten, bei dem es auch um territoriale Streitigkeiten geht.
Also ich persönlich kann es nicht gutheissen, sich wegen irgendeinem Religionskram gegenseitig nieder zu metzeln. Wozu das viele Leid, die vielen toten Menschen (besonders die Kinder) für etwas, an das man nur glaubt, es aber nie gesehen, geschweige denn bewiesen hat??????
In vielen religiösen Gruppierungen ist doch Fanatismus an der Tagesordnung, sog. religiöse Führer nutzen die Naivität ihrer Untergebenen aus um Selbstmordanschläge ausführen zu lassen, um Massenselbstmord zu befehlen oder, wenn sie Glück haben, ihnen nur das Geld aus der Tasche zu ziehen (siehe Scientology)....
Verblödung der Massen auf eine andere Art.....

Was haltet Ihr davon, oder bin ich da alleine mit meiner Meinung????

Gruß INDY der selbst eher Realist ist......

25 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 9 Stunden hilfreich
    Re: Religion, Rechtfertigung zum Mord?????

    Hallo Indy,

    mal vorweg gesagt, ich kein Anhänger irgendeiner Religion.

    So weit ich weiß, ruft vom Grundsatz und von ihren Wurzeln her keine der großen Religionen zum Mord auf. DA wird er eigentlich immer abgelehnt. Die Begründer der Religionen waren wohl eher friedliche Leute.
    Etwas völlig anderes ist es, was im Laufe der Zeit hineininterpretiert wurde. Religiöse Führer, auch wenn sie es nicht zugeben, sind meist entweder Realpolitiker oder Fanatiker, da ist dann in beiden Fällen Mord und Krieg oft ein ligitimes Mittel. Übrigens hat sich da keine Religion was vorzuwerfen, da sind wohl alle gleichermaßen versaut. Schließlich hatte auch die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg ihre Divisionspfarrer und auch die Bundeswehr hat ihre Geistlichen, die im Ernstfall den staatlich sanktionierten Mord absegnen.

    Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im jüdischen Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als auserwähltes Volk ja angeblich automatisch alleinigen Anspruch auf Israel haben, sind sie in dieser Beziehung schlicht weg in einer Zwangslage. Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat verhindern und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die seit 1000 und mehr Jahren dort wohnen. Sicherlich ließe sich auch hier eine Lösung finden, zumindest aus religiöser Sicht. Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen. Denn letztlich führt ein Nachgeben immer zu einem Verzicht an Macht und Reichtum, man müßte teilen.


    Gernot Geyer

    • Antwort von nach 11 Stunden hilfreich
      etwas differenzieren

      Hallo Gernot So weit ich weiß, ruft vom Grundsatz und von ihren Wurzeln her
      keine der großen Religionen zum Mord auf. DA wird er
      eigentlich immer abgelehnt. Die Begründer der Religionen waren
      wohl eher friedliche Leute.
      zustimmung. Etwas völlig anderes ist es, was im Laufe der Zeit
      hineininterpretiert wurde. Religiöse Führer, auch wenn sie es
      nicht zugeben, sind meist entweder Realpolitiker oder
      Fanatiker, da ist dann in beiden Fällen Mord und Krieg oft ein
      ligitimes Mittel. Übrigens hat sich da keine Religion was
      vorzuwerfen, da sind wohl alle gleichermaßen versaut.
      Schließlich hatte auch die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg
      ihre Divisionspfarrer und auch die Bundeswehr hat ihre
      Geistlichen, die im Ernstfall den staatlich sanktionierten
      Mord absegnen.
      Ich würde eher sagen jeder Religion hat ihre Zeitalter, in denen sie Schuld auf sich geladen hat, weil sie sich in den Dienst der Politik spannen lassen hat. Fuer das Christentum ist es grob gesagt v.a. das Mittelalter mit den Kreuzzügen, Hexenverbrennungen, Mission in Afrika mit Feuer und Schwert.
      Im Christentum gibt es in der Neuzeit verschiedene Strömungen. So gab es im WKII auch die Bekennde Kirche (Barmer Theolog. Erklärung, Bonhoeffer), die sich gegen Naziideologie + Krieg gestellt haben. Auch andere Friedensbewegungen (v.a. Anfang des 20. Jh.) waren christlich motiviert. Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im
      jüdischen Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als
      auserwähltes Volk ja angeblich automatisch alleinigen Anspruch
      auf Israel haben, sind sie in dieser Beziehung schlicht weg in
      einer Zwangslage. Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat
      verhindern und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die
      seit 1000 und mehr Jahren dort wohnen.
      1. Nicht alle Juden leben in Israel bzw. wollen dahin. Auch die Zionist. Bewegung (Israel als Staat der Juden) wird nicht von allen Juden unterstützt.
      2. Auch unter den israelischen Juden gibt es Unterschiede. Du beschreibst meines Erachtens v.a. die Position der orthodox-religiösen (vieleicht kann ja Elimech was dazu sagen). Es gibt auch nicht-orthodox-religiöse und liberale Juden in Israel. Es existiert meines Wissens auch eine israelische Friedensbewegung. Sicherlich ließe sich
      auch hier eine Lösung finden, zumindest aus religiöser Sicht.
      auf jeden Fall (s Elimech) Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen. Denn
      letztlich führt ein Nachgeben immer zu einem Verzicht an Macht
      und Reichtum, man müßte teilen.
      Dort (im genuin menschlichen) liegt das Problem.

      Tschuess Marco.

      • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
        Re: etwas differenzieren

        Hallo Marco,

        klar muß man differenzieren.

        Es gibt auch heute in allen relgiösen bewegungen (hoffentlich) mehr friedliche Leute als wie Scharfmacher.
        Religiöse Grunde als Begründungen für Mord oder Krieg sind immer nur vorgeschoben und mit dem eigentlichen Anliegen der Religionen kaum vereinbar. Problematisch ist es aber immer, wenn solche Dinge dann auf uralte Traditionen und Begründungen zurückgehen, weil dann vieles vermischt wird.
        Dann wird plötzlich der Kampf gegen Andersdenkende angeblich "gottgewollt" und die Todesstrafe sowieso. Auslegungen lassen sich dann für alles und jedes finden, wenn man nur danach sucht.
        Übrigens: Na klar sind auch heute religiöse Führer meist knallharte Realpolitiker. Schau doch nach Isarael, da mischen sie kräftig mit. Und im fundamentalistischen Islam genauso. Und letztlich ist auch die Anmaßung des Papstes, die katholische Kirche als allein richtige und wahre Kirche auszugeben nichts anderes als Realpolitik. Wenn es anders wäre, müßten sich konsequenterweise die Geistlichen aus der aktiven Politik zurückziehen und dann dürften auch die Kirchen keine staatlichen Aufgaben im Sozialwesen übernehmen, jedenfalls nicht dort, wo dafür staatliche Gelder bezogen werden.
        Schau Dir den Schwindel doch an: Die Diakonie mach bei ihren Mitarbeiten die Zugehörigkeit zur Kirche zur Bedingung und trommelt feste damit rum. Aber bezajlt wird die Sozialarbeit aus Staatsmitteln am Ende.


        Gernot Geyer

        • Antwort von nach 12 Stunden hilfreich
          Re^2: differenzieren?

          Hallo Gernot. Übrigens: Na klar sind auch heute religiöse Führer meist
          knallharte Realpolitiker. Schau doch nach Isarael, da mischen
          sie kräftig mit...
          Könntest du mir einen nennen?

          Schalom,
          Eli

          • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
            Re^3: differenzieren?

            Wozu?
            Erstens sitzen dort ja wohl religiöse Parteien im Parlament. Und zweitens neehmen die ganzen orthodoxen Juden ja schon genug Einfluß. Wer schreit denn am lautesten gegen jeden Ausglaich mit dem Arabern? Ämter brauchen die ja nicht, die müssen ja nicht mal zur Armee. Das Sterben für die jüdische Sache haben sie ja vornehm den weltlich eingestellen Vetretern ihres Volkes überlassen.

            Gernot Geyer

            • Antwort von nach 21 Stunden 3 hilfreich
              Re^4: differenzieren?

              Hallo Gernot,

              es ist schon erschreckend, mit welchen Vorwürfen hier immer wieder rücksichtslos gehandelt wird, obwohl nur ein ziemlich mageres Halbwissen zugrunde liegt.

              Sie fragen: Wozu? (auf die Frage von Elimelech, welchen konkreten religiösen Führer Sie nun meinen)
              Eben dazu, dass wir alle wissen, auf welcher Basis Sie Ihre Vorwürfe erheben. Wenn ich eine Behauptung aufstelle, muss ich sie zumindest belegen können. Erstens sitzen dort ja wohl religiöse Parteien im Parlament.
              Und zweitens neehmen die ganzen orthodoxen Juden ja schon
              genug Einfluß.
              Wieviel Einfluss nehmen denn die orthodoxen Juden? 60% der israelischen Juden leben nicht religiös, die restlichen 40% teilen sich in orthodoxe, konservative, liberale und sonstige Richtungen auf. Selbst bei sehr hoch gerechneten Zahlen, komme ich auf nicht mehr als maximal 15% orthodoxe Juden. Wer schreit denn am lautesten gegen jeden
              Ausglaich mit dem Arabern?
              Ja, wer? Können Sie mir das sagen? Die israelische Friedensbewegung ist es nicht! Ämter brauchen die ja nicht, die
              müssen ja nicht mal zur Armee. Das Sterben für die jüdische
              Sache haben sie ja vornehm den weltlich eingestellen Vetretern
              ihres Volkes überlassen.
              Und dass diese sterben liegt an den orthodoxen Juden? Greifen sie denn die weltlichen Juden mit Steinen, Brandgeschossen, Bomben und Gewehren an? Ich glaube nicht, dass das so ist. Äußerst kritisch ist allerdings die ganze Geschichte im jüdischen :Selbstverständnis zu sehen. Das die Juden als auserwähltes Volk ja :angeblich automatisch alleinigen Anspruch auf Israel haben, sind :sie in dieser Beziehung schlicht weg in einer Zwangslage.
              Ich fürchte, Sie missdeuten den Begriff „auserwähltes Volk“. Auserwählt heißt nicht, dass die Juden mehr Rechte haben, als die anderen Völker, es heißt lediglich, dass sie sich an die Gebote der Torah zu halten haben. Der Bund G-ttes mit dem Volk Israel ist kein Privileg sondern eine verantwortungsvolle Pflicht. Denn sie müssen dazu einen arabischen Staat verhindern
              Das ist ein Irrtum, denn G-tt hat niemals verlangt, dass Israel keine andersgläubigen Menschen in seinen Toren wohnen lässt. Und es ist nicht das Ziel Israels, einen Staat Palästina zu verhindern. Die Palästinenser selbst haben es abgelehnt, einen autonomen Staat zu gründen, als unter britischem Mandat die Aufteilung des Landes stattfand, weil es für die Palästinenser einer Anerkennung des Staates Israel gleichgekommen wäre und das wollten sie unter allen Umständen verhindern. und das paßt logischerweise den Arabern nicht, die seit 1000 und :mehr Jahren dort wohnen.
              Ja, sie wohnen seit 1000 Jahren dort, genau wie die Juden. Dazu eine Zeittafel, die Ihnen die Rechtsansprüche verdeutlichen soll:

              - seit der Altsteinzeit besiedelt
              - 7. Jhtsd. v. Z.: Jericho besitzt städtischen Charakter mit
              Befestigungsanlagen.
              - Anfang 3. Jhrtsd. v. Z. viele Stadtstaaten in Palästina, Bewohner: semit. Einwanderer und nichtsemit. Bevölkerung
              - zw. 2000 und 1550 v. Z.: höchste Blüte kanaanitischer Stadtkultur
              - während des 2. Jhrtsd. v. Z. : Einflußnahme der Hethiter, Ägypter u.a.
              - zw. 14. und 12. Jh. v. Z.: Einwanderung der Juden ins Landesinnere und der Philister in die Küstengebiete
              - 10. Jh.: israelitisches Königtum entsteht
              - 926 v. Z.: Zerfall in die Teilstaaten Israel und Juda
              - 721 v. Z. Israel von den Assyrern erobert
              - 597 v. Z. Juda von den Babyloniern erobert
              - 63 v. Z.: Juda wird römische Provinz
              - 135 n. Z. nach dem Bar Kochba-Aufstand nennen die Römer ihre Provinz Judäa in Palästina um
              - nach der Teilung des Röm. Reichs gehört Palästina zum Byzantinischen Reich
              - 636 erobern die islamischen Araber das Land
              - 1099 gründen die Kreuzfahrer das Königreich Jerusalem
              - 1187 wird es von Saladin vernichtet
              - seit 1291 gehört Palästina zu Ägypten
              - seit 1517 gehört es zum Osmanischen Reich
              - das Land hatte immer arab.-islam. und jüdische Bewohner, erstere waren
              mehr
              - seit Ende 19. Jh.: organisierte Einwanderung von Juden nach Palästina
              - WW I: Großbritannien erobert Palästina
              - 1922 Palästina steht unter britischem Mandat

              An dieser Zeittafel erkennt man, dass es niemals ein autonomes Palästina gab und dass es niemals nur von Nichtjuden besiedelt war, sondern beide Seiten eine Daseinsberechtigung im Land habe, da beide schon seit Menschengedenken dort leben. Sicherlich ließe sich auch hier eine Lösung finden, zumindest aus :religiöser Sicht. Die Frage ist nur, ob das die Beteiligten wollen.
              Die beteiligten Juden schon, bei den Palästinensern habe ich manchmal allerdings noch Zweifel.

              Woher meine Zweifel kommen? Weil ich mich nicht auf die TV-Berichterstattung alleine verlasse, weil ich nicht mit Raimund Brendle konform gehe, und mir erzählen lasse, dass die armen Palästinenser von den bösen Israelis ja so gequält werden.

              Wussten Sie, dass es der Palästinensichen Autonomiebehörde bekannt war, dass Sharon mit seinen Mannen den Gang zum Tempelberg machen wollte? Sie erhob keinen Einspruch dagegen. Als dann aber Sharon auf dem Weg war, da nahmen sie es als einen Affront, als bewusste Provokation von Seiten Israels.

              Wussten Sie, dass die Bilder, die im TV zeigten, wie ein 14-jähriger palästinensischer Junge von einem Israeli getötet wurde, nicht zeigten, ja, es sogar bewusst ausblendeten, dass gleichzeitig mehrere Scharfschützen auf palästinensischer Seite auf den Israeli schossen? Nein, woher sollten Sie es wissen, Sie sehen ja nur „bereinigtes“ TV, nicht die Bilder, so wie sie wirklich sind. Um mir nicht die Finger wund zu schreiben, hier ein Link: http://www.juergen-elsaesser.de

              Vielleicht werden Sie nach dem Artikel die Sache etwas differenzierter sehen.

              Viele Grüße!
              Inge

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^5: differenzieren?

              Hallo Leute,

              danke erst mal für die rege Teilnahme, allerdings ging es mir irgendwie um etwas anderes.
              Es ging mir hauptsächlich darum, warum Menschen sich wegen religiösen gegenseitig umbringen. Ich denke mal, im 3ten Jahrtausend sollte die Menschheit reif genug sein, sich wegen solcher Belanglosigkeiten nicht mehr die Köpfe einzuschlagen!
              Es soll hier jetzt nicht um Israel und Co. gehen, denkt globaler!!
              Ich verstehe es ja, wenn man im Mittelalter Hexen verfolgt hat....weil man es ja nicht besser wusste! Aber in unserer heutigen Zeit???
              Ich glaube nicht an Gott, soviel vielleicht dazu. Alleine die Tatsache, daß viele Völker früher sogar mehrere Götter hatten, zeigt doch genau, daß Götter Erfindungen von verzweifelten Menschen waren, die zu der Zeit einfach etwas wollten, an das sie glauben konnten.
              Naja, auf jeden Fall sind schon zig Millionen Menschen direkt, oder indirekt durch Religion gestorben, das ist es für mich nicht wert!!!

              Gruß INDY

              Ach ja, vielleicht noch ein Beispiel: Schaut Ecuh doch mal die Protestanten und Katoliken in Irland, oder England (keine Ahnung) an!!

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^6: differenzieren?

              Hallo Indy,

              ich begreife es ja auch nicht...

              Aber offensichtlich ist die Religion eben für viele Menschen doch nicht belanglos. Außerdem Indy, früher in der Antike war das so: Für die alten Römer war klar, daß für sie die römischen Götter zuständig waren. Das hat sie aber nicht gehindert, den anderen Völkern ihre eigenen Götter zuzubilligen. Für sie war das einfach. Ägypten war besetzt, also waren die römischen Götter stärker als doe ägyptischen. Sie erkannten aber die Existenz dieser Götter als solche an und auch die Tatsache, daß die Ägypter ihren Göttern treu blieben.
              Schwierig wurde es erst mit Auftreten der "modernen" Religionen. "DU sollst keine anderen Götter haben neben mir." -damit ist Gott der einzige und alle anderen sind Ungläubige und irren. Sie sind quasi Menschen zweiter Klasse. Darus läßt sich dann wunderbar eine Überlegenheit und ein recht auf Unfehlbarkeit konstruieren und alles, was sonst noch folgen kann. Das hat sich gehalten bis heute.


              Gernot Geyer

            • Antwort von nach einem Tag hilfreich
              Re^5: differenzieren?

              Hallo Inge,

              ich bemühe mich eigentlich meistens um Fainess.

              Was die unglückliche Geschichte mit dem Jungen angeht: Die isrelischen Soldaten haben nicht die Scharfschützen, sondern den palästinesischen Jungen erschossen. Das ist eine Tatsache.

              Die Geschichte mit der Autonomie soll wohl ein Witz sein? Es geht um einen unabhängigen palästinensichen Staat im Endeffekt, nicht um ein Autonomiegebiet. Schließlich würden die Juden ja auch keine Autonomie in einem arabischen Israel akzeptieren.

              Es geht auch gar nicht darum, wievile Tausend Jahre wer wo lebte. Es geht um die vertriebenen Palästinenser, die seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern hausen, weil sie aus ihrer heimat vertrieben wurden und es geht darum, daß immer noch durch neue israelische Siedlungen auch im Westjorganland Fakten geschaffen werden, die irgendwann eine Rückkehr der Palästinenser unmöglich machen sollen.

              Ich gebe zu, ich habe Verständnisprobleme. Mir ist einfach eine Definintion der Volkszugehörigkeit über die Religion schwer verständlich. Ich habe auch keine endgültige Lösung für das Problem. Aber eins weiß ich: Die Palästinenser werden nicht damit einverstanden sein, anstelle eines Staates ein paar zerstückelte Brocken als Reservat zugegwiesen zu bekommen. Die Methode, denen ein bißchen Land für Frieden zuzuweisen, daß man ihnen erst 1967 geklaut hat, funktioniert so nicht.
              Um das zu begreifen, muß ich keine Geschichte studiert haben. Das ergibt sich einfach aus der Tatsache, daß die vertreibung und Unterdrückung anderer Völker auf die Dauer nie auszahlen.


              Gernot Geyer



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