Warum eine Ungerechtigkeit von Gott gegenüber uns?

Von: , Frage gestellt am So, 14. Feb 2010

Guten Abend, liebe Forumteilnehmer,

Adam und Eva lebten im Garten Eden bei dem Gott. Sie haben die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen und der Gott hat sie bestraft, in dem er sie auf die Erde verbannte.
Das Leben auf der Erde bedeutet ursprünglich die Strafe.
Er hat Adam und Eva, aber eine Wahl gegeben. Entweder sie essen und sterben, oder sie essen nicht und leben weiter bei ihm im Garten Eden.
Wir sind keine Marionetten Gottes. Der Gott hat uns mit freiem Wille erschaffen.
Also frage ich mich: warum lebe ich eigentlich auf der Erde und leide?
Warum hat er mir im Garten Eden nicht vor der Wahl gestellt, ob ich die Frucht esse oder nicht? Warum diese Ungerechtigkeit? Warum soll ich, du und alle anderen Menschen leiden nur weil irgendwann mal Adam und Eva die Frucht gegessen haben. Wir konnten ja sie nicht überreden oder sie davon abraten oder auf sie Einfluss nehmen.
Warum kriegen wir nicht die gleiche Chance wie Adam und Eva? Denn schließlich sind wir keine Klone, die jetzt alle diesselbe Entscheidung treffen würden wie Adam und Eva. Es gäbe bestimmt Menschen, die entscheiden würden, die Frucht nicht zu essen.

Also aus der menschlicher Sicht fühle ich mich schon verarscht.

Was denkt ihr über diese Ungerechtigkeit?

Schöne Grüße,
Alex

27 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 5 Minuten 1 hilfreich
    Deine Entscheidung

    Hallo Alexander,

    nehmen wir mal an, Du hast die Möglichkeit, Dich von Neuem zu entscheiden.

    Genau das lehrt übrigens der christliche Glaube: Christus hat die Tür zum Paradies wieder geöffnet, und unsere Sache ist es, ob wir hineingehen wollen.

    Kannst Du Dir dann vorstellen, dass das Hingehen anstrengend ist und verlangt, dass Gott mit Hilfe des Menschen Natur und Gnade verbindet?

    Gruss
    Mike

    • Antwort von nach 29 Minuten 0 hilfreich
      Re: Deine Entscheidung

      Hallo, Mike,

      Leider antwortest mir auf meine Frage mit einer Gegenfrage. nehmen wir mal an, Du hast die Möglichkeit, Dich von Neuem zu
      entscheiden.
      Ich verstehe dich nicht. Was habe ich schon entschieden, dass ich jetzt neu entscheiden soll? Kannst Du Dir dann vorstellen, dass das Hingehen anstrengend
      ist und verlangt, dass Gott mit Hilfe des Menschen Natur und
      Gnade verbindet?
      Was für ein Hingehen? Was ist anstregend? Was für ein Gnade?

      Lese bitte nochmal meinen Startbeitrag.
      Warum gibt der Gott einfach uns einfach nicht genauso eine Chance wie er Adam und Eva sie gegeben hat?
      Mit Jesus und Öffnen irgendwelcher Türen und Gnade und noch sonst was, was du geschrieben hast, ist keine gleiche Chancen. Wir müssen ja schließlich für die Taten irgendwelcher Leute jetzt zur Strafe auf der Erde leiden, obwohl uns Gott freien Willen gegeben hat.

      Schöne Grüße,
      Alex

      • Antwort von nach 11 Stunden 0 hilfreich
        Re^2: Deine Entscheidung

        Hallo Alexander,

        also, ich hab Dir die katholische Theologie gewissermassen zusammengepresst und aufs Bleitablett gepackt, darum ist sie etwas schwer.

        Ich buchstabier's Dir gerne auseinander: Nehmen wir mal an, Du hast die Möglichkeit, Dich von Neuem zu
        entscheiden
        bedeutet: Adam und Eva hatten sich zu entscheiden. Die Möglichkeit, uns zwischen Paradies und Erde zu entscheiden, haben auch wir, nur mit dem Unterschied, dass wir anfangs auf der Erde sind, während sie anfangs im Paradiese waren. Was habe ich schon entschieden
        Du hast Dich noch nicht in vollem Mass für Gott entschieden, ebensowenig wie ich, der Papst und jeder andere Katholik, in vollem Masse kann man sich erst im Tod entscheiden, darum ist jene Stunde so wichtig, und keiner weiss genau, wie sich das anfühlt. Gegen Ihn entscheiden kann man sich jedoch in tausend kleinen Situationen, nämlich zum Beispiel aus dem Gefühl heraus, zu kurz zu kommen, nicht wie Er zu sein, evtl. sterblich zu sein oder sich für ein kleinstes Quentchen besser zu halten als andere.

        Mal angenommen, Du hast Dich in all diesen Situationen stets für Gott und nicht für die andern Dinge entschieden, so schwebst Du doch immer in der Gefahr, Dich später doch noch für anderes zu entscheiden, das hört dann in der Todesstunde allerdings endlich auf. Was für ein Hingehen?
        Das Hingehen zum Paradies, das Hineingehen in die offene Pforte, durch welche Adam und Eva vertrieben wurden, weil sie Gott nicht gehorcht hatten.

        Dieses Hingehen bedeutet eine gewisse Anstrengung: Das offene Tor zum Paradies bedeutet zum Beispiel, dass die hinein können, die Gottes Frieden lieben. Liebst Du immer den Frieden? Ich kann das auch von mir nicht behaupten. Und damit sind wir auch nicht im Paradies.

        Von Natur aus sind wir gut. Jedoch durch Egoismus und menschliche Schwächen sind wir gefährdet, aus dieser Gutheit der Natur zu fallen, die Natur trägt also trotzdem dass sie in gewisser Weise gut sein mag auch den Stachel der Gefahr in sich, dass die Seele fallen kann.

        Ein kleiner Auslöser wie z. B. eine schlaue Schlange bei einer frischen Frucht hat genügt, und schon fielen die ersten Menschen. Es ist richtig erkannt von Dir, dass wir nicht nur deswegen auf der Erde sind, weil die Menschen fielen, sondern auch deswegen so leicht fallen, weil wir auf der Erde sind.

        D. h. wir brauchen eine Hilfe von oben, eine Ahnung von Gott, zunächst mal das Wissen, dass das Paradies irgendwo irgendwann irgendwie vorstellbar da war; das Erahnen und Hören von einem Gesetz Gottes. An diesem erkennen wir dann unsere Schwachheit und Unvollkommenheit. Bereits diese Offenbarung ist eine Zuwendung Gottes an uns, ein Nicht-Vergessen, ein gütiges Herabschauen, eben ein Strahl der Gnade, d. h. der Zuwendung Gottes.

        Durch die Erkenntnis unserer Unvollkommenheit sind wir allerdings noch lange nicht erlöst. Es braucht zusätzlich die Einsicht, Reue, Umkehr und den Glauben, dass wir jetzt Besseres kennen als vorher, und dass dieses Bessere ein gangbarer Weg ist, auch für uns schwache Menschen gangbar. Dieser Weg muss von Gott vorgezeigt werden und wird vorgezeigt und grundgelegt im Leben, Leiden und Tod Christi auf Golgotha, stellvertretend eröffnet, sodass wir Menschen wie einst im Paradies wieder erkennen können, dass Gott wirklich da ist und Sich auch in Leiden oder Tod um uns kümmert und unser ganzes Wirken mit Gnade erfüllt, auch im Übel, also dass z. B. ein Übel keineswegs immer als Strafe Gottes aufgefasst werden muss und anderes mehr.

        Wenn ich Deinen Startbeitrag nochmals lese, dann sehe ich die Frage: Warum werden wir nicht einfach im Paradies geboren, sondern auf der Erde. Dazu kann ich nur sagen: Die Entscheidung haben wir sowohl dort (siehe Adam und Eva) als auch hier (siehe Christus und die Muttergottes) zu treffen. Dass wir zu leiden haben, ist nunmal Tatsache. Wir haben aber auch eine Chance, die Adam und Eva nicht hatten.

        Mag sein, dass die Entscheidung hier schwieriger wäre, als sie im Paradies war, weil hier mehr Gottvertrauen verlangt wird. Dafür ist sie uns ja ein schönes Stück weit abgenommen durch das, was wir von Gott vernehmen können, sofern wir wollen.

        Gott gibt uns also durchaus die Chance von Adam und Eva, ja sogar die grössere, weil wir von der Vorgeschichte wissen. Dass Du leidest, beengt Deinen freien Willen dann nicht, wenn Du annimmst und erkennst, dass da ein Gott ist, Der mitleidet.

        Gruss
        Mike

        • Antwort von nach 16 Stunden 0 hilfreich
          Re^3: Deine Entscheidung

          Hallo Alexander,
          vielleicht ist deine Frage falsch gestellt. Du fragst, warum du auf der Erde leben "musst" und leidest.

          Dass Gott Adam und Eva aus dem Garten Eden rausgeschmissen hat, empfindest du als Strafe und das Leben auf der Erde als "Leid".
          Meine Professorin (ich studiere Jüdische Studien) spricht in diesem Fall immer vom "Inselkoller", der früher oder später im Paradis eingetroffen wäre. Gott hat, um diesen Inselkoller vorzubeugen dem Menschen den freien Willen gegeben, den Baum der Erkenntnis gepflanzt und die Schlange erschaffen. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis der Mensch von dieser Frucht isst.
          Die Konsequenz (nicht die Strafe) davon ist, dass wir auf der Erde leben. Aber wir haben die Option nach dem Tod (oder wenn der Messias kommt) wieder zu Gott zurück zu kehren. Im Gegensatz zu Adam und Eva haben wir aber die Erkenntnis, was "Gut" und was "Böse" ist, können Verbote (und Gebote) refeltieren und auf Grund dessen entscheiden.

          Bei meinem Fazit stimme ich also Dahinden zu: Wir haben die gleiche Wahl wie Adam und Eva, aber bessere Ausgangsbedingungen.
          Wir können uns sogar bewusst gegen das Paradis und die Nähe Gottes entscheiden, wenn wir einen "Inselkoller" befürchten :)

      • Antwort von nach einem Tag 0 hilfreich
        Re^2: Deine Entscheidung

        Hallo
        Zitat:Lese bitte nochmal meinen Startbeitrag.
        Warum gibt der Gott einfach uns einfach nicht genauso eine Chance wie er Adam und Eva sie gegeben hat?
        Mit Jesus und Öffnen irgendwelcher Türen und Gnade und noch sonst was, was du geschrieben hast, ist keine gleiche Chancen.Zitat Ende

        Schlachter 2000 zeigt Psalm 115:16… Der Himmel ist der Himmel des Herrn; aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. Lt. Bibel, gibt Gott jedem die Chance, das echte Leben zu finden Joh.17:3 aber er selbst bestimmt wie und wo, jeder kann/muss- einfach gesagt -selbst nachforschen. Er fordert von sündigen Menschen, die wir ausnahmslos alle sind an das Opfer Jesu zu glauben und es auch annehmen zu wollen, eine weitere Voraussetzung um bestimmten Fragen auf den Grund zu gehen - ist natürlich Privatsache- wäre,wie es oft der Fall ist,
        die Bibel nicht als Sagen/ Witz und Legendenbuch zu betrachten, das von irgendwelchen Hirten und Nomaden irgendwann ect. geschrieben wurde, denn dann wird es mit dem "Verstehen" schwierig,lehrt die Bibel an anderer Stelle. Speedy two

    • Antwort von nach 49 Minuten 0 hilfreich
      Re: Deine Entscheidung

      Zum Gruße, nehmen wir mal an, Du hast die Möglichkeit, Dich von Neuem zu
      entscheiden.
      Das war, wenn ich ihn richtig verstanden habe, nicht seine Frage.
      Seine Frage lautete (von mir abgeändert bzw. auf den Punkt gebracht): Warum werden Christen für das Versagen von Adam und Eva in Sippenhaft genommen?

      Gruß TL

      • Antwort von nach einer Stunde 0 hilfreich
        Re^2: Deine EntscheidungNEGM

        Warum werden Christen für das Versagen von Adam und Eva in Sippenhaft genommen?

        Gruß TL
        Weil dat damals so üblich war ;)

        SCNR

        • Antwort von nach 3 Stunden 0 hilfreich
          Re^3: Deine EntscheidungNEGM

          Weil dat damals so üblich war ;)
          Meinst du damit: damals bei Gott im Garten Eden?

          Schöne Grüße,
          Alex

          • Antwort von nach 17 Stunden 0 hilfreich
            Re^4: Deine EntscheidungNEGM

            Hi

            Nein, damals zur Entstehungszeit der biblischen Schöpfungsgeschichte, oder nimmst du das ganze wirklich wörtlich? Damit wärst du bei den Christen tatsächlich eine Minderheit.

            lg
            Kate



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