Re^3: Treffen sich 2 Sektenmitglieder
Hallo,
ich kann bei der Frage jetzt nur historisch auf die polytheistischen Religionen eingehen. Die polytheistischen Religionen haben und hatten ja einen sog. Pantheon, also eine Götterfamilie. Diese war in der Antike aber stark mit der Gegend, in der sie verehrt und angebetet wurden, verknüpft und war dann auch nur für dieses Gebiet zuständig. Ein antiker Grieche, der Zeus, Hera, Aphrodite usw. gehuldigt hat, hätte niemals bestritten, dass auch Odin, Freya, Thor und co. oder Isis, Re, Hator usw. existieren. Aber Odin und seine Familie war halt für Germanien, Isis und ihre Familie für Ägypten zuständig. Bekannt ist auch, dass durch Reisende, Händler, Eroberungen usw. Götter anderer Gebiete in fremde Pantheons integriert, oder eigene Götter angeglichen wurden, z.B. die römischen Götter den griechischen Göttern, oder die Verehrung von Isis auch im griechischen und germanischen Kulturraum.
Für Polytheisten war und ist es also kein Problem die Existenz anderer Götter zu akzeptieren. Viele der heutigen sog. Neuheiden (Wicca usw.) stellen sich ja ihren eigenen Pantheon aus den Gottheiten verschiedener Gegenden zusammen.
Mit der Akzeptanz wird's ja erst dann schwierig, wenn eine Gruppe nur an die Existenz eines Gottes glaubt, denn dann muss in ihrer Auffassung ja automatisch jeder Vielgötterglaube falsch sein.