Eine Frage zu Jehovas Zeugen

Von: , Frage gestellt am Mi, 11. Apr 2001

Hi!
Die Zeugen Jehovas haben sich offensichtlich meine Tochter als potentielles Opfer ausgeguckt. Manchmal habe ich den Eindruck,
dass meine Tochter es reizt, mit diesen Leuten zu diskutieren,
andererseits denke ich, die glauben: steter Tropfen höhlt den Stein. So vergeht kaum ein Monat, in dem die Damen nicht vor unserer Haustür stehen. Ich bin eigentlich ein höflicher Mensch, aber Hinweise wie: tut mir leid, ich habe kein Interesse - nein danke ich habe keine Lust das zu lesen und bitte, ich bin in Eile und habe wirklich keine Zeit - scheint die Damen überhaupt
nicht zu interessieren. Freunde von mir sagen: Einfach Tür vor
der Nase zuknallen. Das muss doch aber auch anders gehen.

33 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 9 Minuten 0 hilfreich
    Re: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

    Freunde von mir sagen: Einfach Tür vor der Nase zuknallen. Das muss doch aber auch anders gehen.
    Ich fürchte, Deine Freunde haben da absolut Recht! Anders lassen sich die ZJ wohl wirklich nicht abwimmeln, und mit freundlichem Gerede erreicht man in den seltensten Fällen was. Das sind zumindest MEINE Erfahrungen mit ZJ an meiner Haustür (eigentlich teilen alle meine Freunde und Bekannte diese Erfahrungen)! Mittlerweile bin ich sogar soweit, dass ich relativ schnell mit der Polizei drohe, damit werde ich diese (in meinen Augen; ich möchte damit niemanden in diesem Forum zu nahe treten) lästigen Störenfriede am schnellsten los! Traurig, aber wahr...

    Gruss, Orestes.

    • Antwort von nach 21 Stunden 0 hilfreich
      Re^2: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

      Hi!
      Danke für die Antworten. Natürlich meine ich mit dem kein Interesse, dass ich kein Interesse an diesem Weltuntergangs-
      gerede habe. Das habe ich auch so deutlich artikuliert, dass ich meinen Glauben habe und kein Interesse an Jehovas Zeugen. Es nutzt wirklich nichts. Sie reden und reden immer weiter....
      Angst, dass meine Tochter Opfer werden könne, habe ich nicht.
      Die Damen haben ihr zu ihrer Empörung erklärt, dass wenn sie vor
      der Hochzeit mit ihrem Freund schlafen würde, sei das Hurerei ...
      Als Opfer meine ich eher, "Gesprächsopfer" - und immer wieder.
      Vielleicht gibt es halt unter diesen Damen und Herrn hartnäckige und weniger hartnäckige.
      Liebe Grüße
      Uschi

  2. Antwort von nach 44 Minuten 3 hilfreich
    Re: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

    Hallo Uschi, Einfach Tür vor
    der Nase zuknallen. Das muss doch aber auch anders gehen.
    Natürlich geht es auch anders. Du hast gesagt, dass du höflich bist und das sind viele Menschen. Probiere es doch mal mit ehrlicher Klarheit.

    Du sagst den beiden Damen, daß du keine Zeit hast. Du sagst auch, dass du kein Interesse hast (an was eigentlich? an den Zeitschriften?, an ein bestimmtes Thema?).
    Also werden sie bei der Durchforstung des Wohngebiets wieder klingeln, da es sein kann, dass du dann Zeit oder Interesse hast.

    Wenn du dagegen möchtest, dass sie dich nicht mehr besuchen, dann muß du nur sagen: "Ich will von Ihnen nicht mehr besucht werden, notieren Sie das bitte".
    Z.J. sind von ihrer Religionsgemeinschaft dazu angehalten diesen Wunsch zu respektieren. Seltsamerweise wird dieser Wunsch nur selten geäußert.

    Die Drohung mit der Polizei ist natürlich lächerlich, da es keinen Hausfriedensbruch darstellt, wenn jemand bei dir Klingelt um dich auf ein religiöses Thema anzusprechen, dir Zeitschriften oder ein Bibelstudium anbietet.
    Dies wäre es nur, wenn es eine eindeutige und klare Anweisung gäbe, dass ein bestimmter Mensch dein Grundstück, bzw. deine Wohnung nicht betreten darf (siehe oben).

    Was deine Tochter (das Opfer) betrifft, kann ich dich beruhigen.
    Z.J. verabreichen keine Drogen, sie plündern keine Konten aus und verschleppen keine Leute in Umerziehungslager.
    Auch der häufigere Kontakt mit Ihnen verläuft im allgemeinen ohne gefährliche Schäden.

    Gruß
    Carlos

  3. Antwort von nach 48 Minuten 0 hilfreich
    Re: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

    hallo, Uschi,
    Unhöflichkeit zeugt nur von schlechter Erziehung.
    Auch bei mir waren schon ein paar mal die Z.J. (übrigens auch andere). Ich habe bestimmt (vom Ausdruck der Rede)abgelehnt, mich mit ihnen zu unterhalten, da ich kein Interesse hätte. Ich muss sagen, bisher haben sie nicht weitergebohrt. Wäre auch gänzlich sinnlos bei mir (können hier einige bestätigen). Wenn ich aber unsicher bin, werden alle, die an der Tür läuten es weiter probieren.
    Zu Deiner Tochter: viele Jugendliche machen sich einen Spaß daraus, Missionierende "hochzunehmen". Sie versuchen sie in eine Glaubensfalle zu locken. Klappt in den seltensten Fällen. Denn einen Gläubigen kann man mit Logik nicht überzeugen.
    Grüße
    Raimund

  4. Antwort von nach 16 Stunden 1 hilfreich
    Re: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

    Hallo Uschi,

    ich habe auch meine Gesprächserfahrungen mit den Zeugen Jehovas - und leider gibt es im Umgang mit ihnen gleich mehrere Probleme:

    1.) Sie sind auf ihre Weise erschreckend bibelfest, beziehen sich dabei aber stets auf "ihre" Übersetzung, die haarsträubend falsch ist - Beweisversuche mit Hilfe von Originaltexten habe ich sogar schon versucht, aber das Wissen eines Studenten der katholischen Theologie hat für sie natürlich keinen Beweischarakter, denn sie betrachten ihn als Gefangenen einer Irrlehre

    2.) Sie sind mit einem gigantischen Fundus an Flosklen ausgestattet und wollen im Grunde keine Diskussionen führen, denn es geht ihnen nicht um Konsens-Findung, sondern um die Rekrutierung von Ja-Sagern

    3.) Sie provozieren durch groteske "Schleimerei" Gegenreaktionen,
    nehmen den Disput aber nicht an, sondern versuchen dem Gesprächspartner das Gefühl zu vermitteln, er sei ein bedauernswertes Geschöpf

    4.) Zwar nerven die ZJ auch mich, doch spreche ich gelegentlich mit ihnen, denn ich habe ganz einfach Mitleid, da sie in Herz und Geist völlig wirr sind

    Ehrlich gesagt kann ich mir kaum vorstellen, daß die ZJ, so wie ich sie bisher erlebt habe, tatsächlich einen aufgeweckten Jugendlichen inhaltlich "erreichen" oder gar gefährden können.
    Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre aus Interesse mit einigen Sekten beschäftigt - und verstehe gerade bei den ZJ nicht, warum sie so viele Leute in ihren Bann ziehen können, denn sie haben nichts zu bieten - besonders kein tragfähiges Glaubens- und Lebenskonzept.

    Gruß
    Raiko

  5. Antwort von nach 3 Tagen 3 hilfreich
    Re: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

    Hi Uschi,

    Menschen die von etwas überzeugt sind, können halt manchmal etwas nervig sein. Aber keine Angst. Beißen tun die nicht. Im allgemeinen sind die ZJ sogar ungefährlicher als die Radfahrer. Mit einigen bin ich schon über zwanzig Jahre befreundet. Nach klärenden Worten, wollte mich niemand mehr von dem Glauben überzeugen. Zumindestens haben die ZJ Charakter bewiesen im 1000jährigen Reich. Während die meisten Christen eifrig ihren rechten Führerarm trainiert haben, sind die ZJ für ihren Glauben in diversen KZs verreckt. Nicht falsch verstehen. Mir geht jeglicher "Glaube" kalt am Arsch vorbei. Respekt habe ich aber vor Menschen die für ihre Überzeugung eintreten.

    Grüße

    • Antwort von nach 4 Tagen 2 hilfreich
      Re^2: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

      Hi Mousehunter Während die meisten
      Christen eifrig ihren rechten Führerarm trainiert haben, sind
      die ZJ für ihren Glauben in diversen KZs verreckt.
      Das wird so von der WTG verbreitet, stimmt aber höchsten für einzelne Personen. Ist nicht anders als bei Katholiken oder Protestanten gewesen, einzelne haben sich widersetzt andere sind mit dem Strom geschwommen. Die Organisation hat eher den Konsens mit Hitler und dem Dritten Reich gesucht: http://www.infolink-net.de/docs/3reich/hellmund.htm

      mfg Sylvia

      • Antwort von nach 4 Tagen 0 hilfreich
        Re^3: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

        Hallo Sylvia, Während die meisten
        Christen eifrig ihren rechten Führerarm trainiert haben, sind
        die ZJ für ihren Glauben in diversen KZs verreckt.
        Das wird so von der WTG verbreitet, stimmt aber höchsten für
        einzelne Personen. Ist nicht anders als bei Katholiken oder
        Protestanten gewesen, einzelne haben sich widersetzt andere
        sind mit dem Strom geschwommen.
        Ich möchte dir hier deutlich wiedersprechen. Ungefähr die Hälfte der Z.J. kamen damals in Gefängnisse und Konzentrationslager.
        Ein Teil hatte sich in Deutschland und nahem Ausland versteckt. Kinder und Jugentliche wurden größtenteils in streng nationalsozialistische Familien und Heime gesteckt.

        Bedauerlicherweise gab es Z.J., die mit dem Strom schwammen, wenn sie auch nur einen kleine Teil ausmachten. Die Organisation hat eher den
        Konsens mit Hitler und dem Dritten Reich gesucht:
        http://www.infolink-net.de/docs/3reich/hellmund.htm
        Wenn du denn Link selber aufmerksam gelesen hast, wird du keinen Widerspruch zu obigen feststellen.
        In den ersten Monaten des dritten Reiches gab es von Seiten der deutchen Leitung der WTG einen anbiederischen Brief. Die Aussage lief darauf hinaus, dass man keine Gegner der deutschen Regierung sei und dass nur weiterhin seiner Religion nachgehen.
        Es stimmt also, dass man einen Konsens gesucht hat.

        Niemals aber haben die Z.J. den Nazis gegenüber Kompromisse gemacht. Weder die Organisation, noch die überwiegende Zahl der Gläubigen.
        Z.J. haben nicht in der Wehrmacht gedient, sie haben keine Waffen hergestellt oder das Militär unterstützt (auch nicht im KZ). Sie haben nicht einmal den Hitlergruß geleistet.
        Mit dem Konsens konnte es also nichts werden.

        Und wenn man dagegen das Verhalten der Kirchen und der überwiegende Mehrzahl ihrer Gläubeigen betrachtet, ist deine obige Behauptung falsch und irreführend.

        http://www.standhaft.org/forschung/verfolgung/index....

        Gruß
        Carlos

        • Antwort von nach 5 Tagen 0 hilfreich
          Re^4: Eine Frage zu Jehovas Zeugen

          Hallo Carlos,

          ich habe gar nichts zu den offiziellen Kirchen geschrieben, deshalb kann in dem Sinne auch nichts irreführend gewesen sein. Den Inhalt meines Links habe ich sehr genau gelesen und jetzt noch zur Untermauerung meines Beitrags zwei weitere hinzugefügt. Es ist schon so, dass die offizielle WTG gezielt Lügen verbreitet und ihre „unteren Chargen“ systematisch verdummt und ausnutzt.

          Nochmal zurück zur Anbiederung und offenen Kompromissbereitschaft der ZJ an bzw. gegenüber Hitler:
          Im Anschluss an die Tagung der ZJ in Berlin am 25.06.1933 wurde unter dem 2. Präsidenten der ZJ, J.F. Rutherford, ein Schreiben mit einer beigefügten Erklärung an den damaligen Reichskanzler Adolf Hitler gerichtet. Das war zu einem Zeitpunkt, als die ZJ noch überhaupt keiner Verfolgung also Organisation ausgesetzt waren. Erst als die Dienstverpflichtung für über 18-Jährige eingeführt war, fielen einige, wenige ZJ dadurch auf, dass sie den „Deutschen Gruß“ und den Wehrdienst verweigerten. Sie wurden also deshalb verfolgt und nicht als Angehörige der Organisation.

          In dem Schreiben und seiner beigefügten Erklärung ging es darum, Hitler mitzuteilen, dass die ZJ äußerst deutschfreundlich und national seien, es aber gegen ihre religiösen Überzeugungen verstoße, irgendwelche Tätigkeiten im Zusammenhang mit Staat oder Militär zu verrichten. Also kein Hitlergruß, kein Wehrdienst oder Polizeidienst und dergleichen. Man sei sich allerdings darin einig, dass Hitler als der Führer Deutschlands anzuerkennen sei und dass die Schuldigen an jedweden Missständen die Juden seien.

          Diese Äußerungen wurden getan, als es bereits KZs gab und Juden das Land verlassen mussten. Die ZJ unterstützten offen die antisemitischen Gedanken und Ziele Hitlers!! Dieses Schreiben wurde von 5000 (fünftausend) ZJ einstimmig angenommen und an Hitler gesandt. Abschließend enthielt dieses Schreiben eine Warnung an Hitler, sich nicht an den ZJ zu vergreifen, weil er sonst Gottes Werk selbst angreife und somit Gottes Zorn auf sich ziehen werde. Erst diese Drohungen gegen Hitler, die dann 1934 nochmal wiederholt wurden, führten dazu, dass die ZJ Deutschlands als Organisation verfolgt wurden.

          Wenn jetzt in dem Video „Standhaft trotz Verfolgung“ davon die Rede ist, wie standhaft und tapfer die ZJ sich gegen die Nazis wehrten, so muss man das erst einmal relativieren. Die Inhaftierten weigerten sich (dazu genaueres unten), den Hitlergruß zu benutzen und Wehrdienst zu leisten, ansonsten waren sie durchaus gern gesehenes Personal bei den Offizieren der Nazis, weil sie dort willig und gut zivile Arbeiten verrichteten, denn das stand nicht im Widerspruch zu ihren religiösen Überzeugungen und ebenfalls nicht im Widerspruch zu ihren ideologischen, nationalistischen, antisemitischen Überzeugungen.

          Dass die ZJ sich mit den anderen Opfern des Nationalsozialismus vergleichen und sich als genauso verfolgt bezeichnen wie Sinti, Roma, Schwule oder Juden, ist m.E. sehr dreist, denn keine der anderen Gruppen hat jemals Hitler mit dem Zorn und der Strafe Gottes gedroht, wenn er sie nicht in Ruhe lässt. Es ist vor allem Rutherford selbst zu verdanken, dass deutsche ZJ als Organisation verfolgt wurden!

          Was die Kompromisse angeht, so hat man sie gemacht! Z.B. waren viele ZJ, die in KZs waren, als Haushaltskräfte bei hohen Offizieren fleißige und willfährige Dienstboten. Sie haben zwar keine Waffen angefasst, aber sie haben sich nicht geweigert, die persönlichen Wünsche der Nazischergen zu befriedigen und dafür besseres und mehr Essen bekommen, als alle anderen Häftlinge sonst.

          In den KZs saßen tatsächlich ca. 6000 ZJ vorübergehend ein, ca. 1200 von ihnen wurden ermordet. Die übrigen 19000 ZJ Deutschlands blieben unbehelligt. Viele von ihnen waren in der Armee, es ist also eine glatte Lüge, wenn behauptet wird, die ZJ hätten sich so tapfer dem Regime widersetzt und vor allem, sie hätten keinen Militärdienst geleistet!

          Ein Beispiel ist die Erklärung der Vereinigung der ZJ der Schweiz aus dem Jahre 1943, in der es heißt:

          "Wir stellen ausdrücklich fest, daß unsere Vereinigung weder gebietet, noch empfiehlt, noch sonst in irgendeiner Weise nahelegt, gegen militärische Vorschriften zu handeln. Derartige Fragen werden weder in unseren Versammlungen noch in den von der Vereinigung herausgegebenen Schriften behandelt. Hunderte unserer Mitglieder und Glaubensfreunde haben ihre militärischen Pflichten erfüllt und erfüllen sie weiterhin. Wir haben uns nie angemaßt und werden uns nie anmaßen, in dieser militärischen Pflichterfüllung eine Zuwiderhandlung gegen die Grundsätze und Bestrebungen der Vereinigung Jehovas Zeugen ... zu erblicken."

          Im Ersten Weltkrieg waren übrigens auch viele ZJ in der Armee.

          Quellen: http://www.muenchnernotizen.de/Religion/Zeugen_Jehov..., http://www.infolink-net.de/docs/politik/wolf16.htm

          mfg Sylvia



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