Re^2: außergewöhnliches Verhalten des Papstes
Hi Wolfgang,
Ich bin mit Sicherheit kein Papst-Anhänger,
aber das was der allein auf dieser Reise gemacht hat, ließ
mich Bauklötze staunen. Kann kaum mehr alleine gehen und
bittet die Orthodoxen um Vergebung und geht in eine
Moschee....
Ja, da staune ich auch, was dieser alte Mann noch leistet und wie er sich abmüht, auch welche großartigen Schritte er tut, die sicher noch lange in der Kirchengeschichte nachhallen werden.
Aber gerade das lässt ihn mir so zwiespältig erscheinen. Mit Moslems und Orthodoxen kann er reden, aber die verheirateten Priester in seiner eigenen Kirche würdigt er keines Wortes, Geistliche exkommuniziert er wegen abweichender Meinungen, Frauen erklärt er zur "weiheunfähigen Materie" und mit den härtesten und sektiereristischen Gruppen (Opus Dei, Movimenti) ist er auf Du und Du.
Achja, zum Thema Allah und Gott: Abraham ist ja sozusagen
Stammvater der Moslems und der Juden, damit auch der Christen.
Insofern ist der Gott Abrahams der Gott der Christen, Moslems
und der Juden. OK, die Moslem hatten ihren Propheten, wir
Christen wurden vom Sohn Gottes "heimgesucht". Dennoch geht
alles zurück auf diesen einen Gott.
Nein, da muss ich dir widersprechen. Im Christentum ist nun einmal Christus die zentrale Figur, was Juden und Muslime nicht akzeptieren können, weil sie es als einen Verrat am einzigen Gott erleben. Das ist der "Stein des Anstoßes", der sich bei allem Dialog und Respekt nicht wegschieben lässt, und ich sehe keinen Sinn darin jetzt so zu tun als ob alles Wonne und Waschtrog wäre, weil der Papst eine Moschee betreten hat.
gruß,
bb