Lieber qweqwe,
Ja, ich weiß, dass das hier so üblich ist. :)
Allerdings wollte ich eben nicht einfach von euch Argumente
und Fakten hören, die ich dann in meine Arbeit einbaue,
sondern eben die eigene Meinung, was Menschen denken. Ich
dachte da wäre meine eigene Meinung jetzt nicht so gefragt...
Vorallem wollte ich eher eine "spontane Antwort". Ich habe
mich schon länger mit dem Problem befasst und weiß, dass man
darauf wohl keine eindeutige Antwort finden kann.
Dann will ich mal meine spontane Antwort in den Ring werfen:
Die Kirche steht mit ihrem Hierarchie-Verständnis der gesellschaftlichen Perspektive im Weg.
Das größte Problem ist wohl, dass unsere Gesellschaft sich in
ständigem Wandel befindet, wohingegen die Kirche in
gewisserweiße still steht. Habe mir auch schon einige Umfragen
angeschaut. Über die Hälfte der Befragten(selbst regelmäßige
Kirchengänger) wünschen sich Reformen.
Klar - nur bringen diese nichts, denn die Kirche repräsentiert eine Vertikale und ihr Sinn liegt im Gehorsam gegen Gott.
Nachrichten über Missbrauchsfälle haben die Lage der Kirche
sicherlich nicht verbessert. (Dies wäre spontan wohl mein
erster Einfall gewesen, sehe ich nun aber eher als
Sahnehäubchen auf dem Törtchen an).
Das macht die wahren inneren Schwierigkeiten der Kirche sichtbar. Dass sie sich schon immer die Menschen als Opfer suchte, an denen sie ihre inneren Probleme ablädt.
Lösungsvorschläge sollten also sein, dass sich die Kirche
unserer heutigen Gesellschaft besser anpasst und mit den
"Menschen ins Gespräch" kommt. Der Katholikentag in Mannheim
fand ich schonmal einen guten Anfang und mit 80000 Teilnehmern
wohl auch ein Erfolg.
Das einzige was hilft ist Transparenz und Öffnung. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat ungemein den Schaden beklagt, den Vatileaks verursache - hingegen hat er bei den Missbrauchsfällen in keiner ähnlichen Betroffenheit reagiert.Das macht die Schieflage doch deutlich. Die Hierarchie fürchtet die Transparenz, wie der Teufel das Weihwasser.
Ebenfalls sollte man sich wohl damit abfinden, dass die Kirche
"schrumpft" und somit neue Schwerpunkte setzen. Weniger tun,
dafür aber besser.
So, das sind mal grob meine Hauptpunkte :)
Mir fällt mal wieder die Einseitigkeit des Kirchenbildes auf. Was ist denn mit der Evangelischen Kirche? Ist das keine Kirche?
Das sollte man auch mal in den Blick nehmen, wie sich die beiden Kirchen wechselseitig ja beeinflussen und abgrenzen.
Klar schrumpft die Kirche, aber sie spaltet sich auch - denn die Spannungen werden in der Kirche ja größer und nicht kleiner. Ich finde - bei beiden Kirchen - ist es doch recht bedenklich, dass sie ihre Hoffnung auf die Laien bzw. das Ehrenamt setzen. Wer bitte soll denn das alles machen?
Wer hätte denn noch die Zeit, neben seiner Arbeit, noch den kirchlichen Betrieb zu schmeißen?
Der Rückzug der Kirchen in der Fläche bedeutet immer auch ein Rückzug an Personen.
Do.