Meinung zur Kirche

Von: , Frage gestellt am Mo, 4. Jun 2012
Halloo :)
In einer Woche muss ich meine Präsentationsprüfung im Fach Religion über das Thema "Kirche in der Krise?" halten.
Dafür wollte ich einige Meinungen einholen.
Worin seht ihr persönlich denn den Grund, dass immer mehr Menschen aus der Kirche austreten?
Was glaubt ihr, sollte die Kirche ändern, um mehr Menschen dazu zu bewegen, ihr wieder beizutreten, bzw. überhaupt erst nicht auszutreten?

Danke schonmal im voraus, ich würde mich über ein paar Antworten sehr freuen! :)

96 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 18 Minuten 2 hilfreich
    Re: Meinung zur Kirche
    Hallo, In einer Woche muss ich meine Präsentationsprüfung im Fach
    Religion über das Thema "Kirche in der Krise?" halten.
    es ist hier üblich, dass, wenn es um Schularbeiten geht, der Fragesteller zunächst seine eigenen bisherigen Ergebnisse präsentiert. Worin seht ihr persönlich denn den Grund, dass immer mehr
    Menschen aus der Kirche austreten?
    Welche Gründe siehst Du? Was glaubt ihr, sollte die Kirche ändern, um mehr Menschen
    dazu zu bewegen, ihr wieder beizutreten, bzw. überhaupt erst
    nicht auszutreten?
    Welche Vorschläge hast Du?

    Gruß
    Kreszenz
    • Antwort von nach 45 Minuten 0 hilfreich
      Re^2: Meinung zur Kirche
      Ja, ich weiß, dass das hier so üblich ist. :)
      Allerdings wollte ich eben nicht einfach von euch Argumente und Fakten hören, die ich dann in meine Arbeit einbaue, sondern eben die eigene Meinung, was Menschen denken. Ich dachte da wäre meine eigene Meinung jetzt nicht so gefragt...
      Vorallem wollte ich eher eine "spontane Antwort". Ich habe mich schon länger mit dem Problem befasst und weiß, dass man darauf wohl keine eindeutige Antwort finden kann.
      Das größte Problem ist wohl, dass unsere Gesellschaft sich in ständigem Wandel befindet, wohingegen die Kirche in gewisserweiße still steht. Habe mir auch schon einige Umfragen angeschaut. Über die Hälfte der Befragten(selbst regelmäßige Kirchengänger) wünschen sich Reformen.
      Nachrichten über Missbrauchsfälle haben die Lage der Kirche sicherlich nicht verbessert. (Dies wäre spontan wohl mein erster Einfall gewesen, sehe ich nun aber eher als Sahnehäubchen auf dem Törtchen an).
      Lösungsvorschläge sollten also sein, dass sich die Kirche unserer heutigen Gesellschaft besser anpasst und mit den "Menschen ins Gespräch" kommt. Der Katholikentag in Mannheim fand ich schonmal einen guten Anfang und mit 80000 Teilnehmern wohl auch ein Erfolg.
      Ebenfalls sollte man sich wohl damit abfinden, dass die Kirche "schrumpft" und somit neue Schwerpunkte setzen. Weniger tun, dafür aber besser.

      So, das sind mal grob meine Hauptpunkte :)
      • Antwort von (abgemeldet) nach 5 Stunden 1 hilfreich
        Re^3: Meinung zur Kirche
        Lieber qweqwe,
        Ja, ich weiß, dass das hier so üblich ist. :)
        Allerdings wollte ich eben nicht einfach von euch Argumente
        und Fakten hören, die ich dann in meine Arbeit einbaue,
        sondern eben die eigene Meinung, was Menschen denken. Ich
        dachte da wäre meine eigene Meinung jetzt nicht so gefragt...
        Vorallem wollte ich eher eine "spontane Antwort". Ich habe
        mich schon länger mit dem Problem befasst und weiß, dass man
        darauf wohl keine eindeutige Antwort finden kann.
        Dann will ich mal meine spontane Antwort in den Ring werfen:
        Die Kirche steht mit ihrem Hierarchie-Verständnis der gesellschaftlichen Perspektive im Weg. Das größte Problem ist wohl, dass unsere Gesellschaft sich in
        ständigem Wandel befindet, wohingegen die Kirche in
        gewisserweiße still steht. Habe mir auch schon einige Umfragen
        angeschaut. Über die Hälfte der Befragten(selbst regelmäßige
        Kirchengänger) wünschen sich Reformen.
        Klar - nur bringen diese nichts, denn die Kirche repräsentiert eine Vertikale und ihr Sinn liegt im Gehorsam gegen Gott. Nachrichten über Missbrauchsfälle haben die Lage der Kirche
        sicherlich nicht verbessert. (Dies wäre spontan wohl mein
        erster Einfall gewesen, sehe ich nun aber eher als
        Sahnehäubchen auf dem Törtchen an).
        Das macht die wahren inneren Schwierigkeiten der Kirche sichtbar. Dass sie sich schon immer die Menschen als Opfer suchte, an denen sie ihre inneren Probleme ablädt. Lösungsvorschläge sollten also sein, dass sich die Kirche
        unserer heutigen Gesellschaft besser anpasst und mit den
        "Menschen ins Gespräch" kommt. Der Katholikentag in Mannheim
        fand ich schonmal einen guten Anfang und mit 80000 Teilnehmern
        wohl auch ein Erfolg.
        Das einzige was hilft ist Transparenz und Öffnung. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz hat ungemein den Schaden beklagt, den Vatileaks verursache - hingegen hat er bei den Missbrauchsfällen in keiner ähnlichen Betroffenheit reagiert.Das macht die Schieflage doch deutlich. Die Hierarchie fürchtet die Transparenz, wie der Teufel das Weihwasser. Ebenfalls sollte man sich wohl damit abfinden, dass die Kirche
        "schrumpft" und somit neue Schwerpunkte setzen. Weniger tun,
        dafür aber besser.

        So, das sind mal grob meine Hauptpunkte :)
        Mir fällt mal wieder die Einseitigkeit des Kirchenbildes auf. Was ist denn mit der Evangelischen Kirche? Ist das keine Kirche?
        Das sollte man auch mal in den Blick nehmen, wie sich die beiden Kirchen wechselseitig ja beeinflussen und abgrenzen.
        Klar schrumpft die Kirche, aber sie spaltet sich auch - denn die Spannungen werden in der Kirche ja größer und nicht kleiner. Ich finde - bei beiden Kirchen - ist es doch recht bedenklich, dass sie ihre Hoffnung auf die Laien bzw. das Ehrenamt setzen. Wer bitte soll denn das alles machen?
        Wer hätte denn noch die Zeit, neben seiner Arbeit, noch den kirchlichen Betrieb zu schmeißen?
        Der Rückzug der Kirchen in der Fläche bedeutet immer auch ein Rückzug an Personen.

        Do.
  2. Antwort von nach einer Stunde 1 hilfreich
    Re: Meinung zur Kirche
    Worin seht ihr persönlich denn den Grund, dass immer mehr
    Menschen aus der Kirche austreten?
    Der Bildungsstand steigt. Was glaubt ihr, sollte die Kirche ändern, um mehr Menschen
    dazu zu bewegen, ihr wieder beizutreten, bzw. überhaupt erst
    nicht auszutreten?
    Den Bildungsstand der Menschen wieder senken. Schulen und Schulpflicht abschaffen.
  3. Antwort von nach 2 Stunden 1 hilfreich
    Re: Meinung zur Kirche
    Moin, Worin seht ihr persönlich denn den Grund, dass immer mehr
    Menschen aus der Kirche austreten?
    wie schon gesagt, der allgemein höhere Bildungsstand.
    Dann der z.T. krasse Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Was glaubt ihr, sollte die Kirche ändern, um mehr Menschen
    dazu zu bewegen, ihr wieder beizutreten, bzw. überhaupt erst
    nicht auszutreten?
    Vielleicht kommt es zu einer Änderung, wenn Theorie und Praxis mehr in Einklang stehen, aber auch ich vermute, daß rationales Denken und Dogmatik zwei kaum vereinbare Pole sind.

    Allerdings wünsche ich mir nicht zurück, daß der allgemeine Bildungsstand gesenkt wird.
    So gesehen steht zu befürchten, daß Religion und andere dogmatische Ideologien Auslaufmodelle sind.

    Gandalf
  4. Antwort von nach 2 Stunden 3 hilfreich
    Durkheims Ansatz
    @qweqwe, meine Antwort an Dich:
    Als Sympathisant von Durkheim, würde ich Religion als etwas beschreiben, in der eine Gesellschaft nicht nur ein metaphysisches Wesen, sondern auch sich selbst verehrt. Durkheim nennt dieses "etwas" ein Totem. Wenn also jemand wie Safrael auf die Kirche schimpft, weil diese etwas für *vermeintlich* ungebildete ist, übersieht er, dass er selbst auch einem Totem anhängt und in dieser Hinsicht auch selbst religiös ist.

    Die Kirchengemeinde war ein bedeutender Pfeiler der Gesellschaft, der nicht nur spirituelle Bedürfnisse befriedigte, sondern auch gesellschaftlich das Leben der Menschen prägte. Man denke nur an die sog. Kirmess oder Fronleichnamsprozessionen oder Weihnachten! In all diesen Festen verehrt nach Durkgheim eine Gesellschaft nicht nur Gott sondern auch sich selbst, bzw. in Gott verehrt die Gesellschaft sich selbst.
    Gesellschaft und Kirche waren damals aber viel stärker verknüpft. Heute ist der Individualismus sehr stark. Ich würde das als neues Totem bezeichnen. Das Gegenteil des Totems ist das Tabu. Versuch heute mal den Individualismus einzuschränken - geht nicht. Da wirst Du von der Gesellschaft angefeindet. Im Individualismus verehrt die Gesellschaft von heute sich selbst: Bunjeejumping + Buddhismus + Disco = meine freie Entfaltung. Nur so als Beispiel.

    Das wäre aus meiner Sicht der Ansatz Durkheims das Absinken der Kirchenbesuche bzw. der Austritte zu erklären.
    • Antwort von nach 3 Stunden 1 hilfreich
      Re: Durkheims Ansatz
      Im
      Individualismus verehrt die Gesellschaft von heute sich
      selbst: Bunjeejumping + Buddhismus + Disco = meine freie
      Entfaltung. Nur so als Beispiel.
      Ich vermute mal, Du kennst persönlich keine Buddhisten und verstehst auch nicht allzuviel von buddhistischer Lehre und der entsprechenden religiösen Praxis. Die Buddhisten, die ich persönlich näher kenne (es sind ein paar Dutzend) haben weder mit Bungeejumping noch mit Disco sonderlich viel am Hut. Egozentrische Selbstbezogenheit (das ist es wohl, was Du mit 'Individualismus' meinst) scheint mir dort auch eher in unterdurchschnittlichem Ausmaß vorzukommen. Es handelt sich vielmehr um Menschen, die in aller Regel stark sozial engagiert sind (deutlich überdurchschnittlich auch entsprechende Berufe ausüben) und ernsthaft eine religiöse Praxis ausüben - etwas, das in den christlichen Kirchen ausgesprochen selten geworden ist.

      Es wäre erfreulich, wenn Du Dir solch pauschale Werturteile, die hart an religiöse Hetze grenzen, verkneifen würdest.
      • Antwort von (abgemeldet) nach 3 Stunden 5 hilfreich
        Re^2: Durkheims Ansatz
        Hallo!

        You made my day!

        Erst schreibst Du ... Es handelt sich
        vielmehr um Menschen, die in aller Regel stark sozial
        engagiert sind (deutlich überdurchschnittlich auch
        entsprechende Berufe ausüben) und ernsthaft eine religiöse
        Praxis ausüben - etwas, das in den christlichen Kirchen
        ausgesprochen selten geworden ist.
        ... und dann auch noch das, was ich Dir gerne darauf geantwortet hätte: Es wäre erfreulich, wenn Du Dir solch pauschale Werturteile,
        die hart an religiöse Hetze grenzen, verkneifen würdest.
        (Ersetze im vorangegangenen Posting das Wort "Buddhismus" durch "New Age" - und dann steckt da schon einige Wahrheit drin, wie ich finde).

        Michael
        • Antwort von nach 6 Stunden 0 hilfreich
          Re^3: Durkheims Ansatz
          Du empfindest allen Ernstes die Aussage, dass die Ausübung einer ernsten religiösen Praxis in den christlichen Kirchen ausgesproche selten geworden ist als "pauschales Werturteil"? Es ist im Gegenteil eine einfach zu beobachtende Tatsache - besuche einfach einmal an einem Sonntag den Gottesdienst. Ich will jetzt gar nicht von den Zeiten sprechen, als täglicher Kirchgang noch eine weit verbreitete Praxis war. Wieviel Prozent der 'Buchmitglieder' der großen Kirchen gehen denn noch wenigstens Sonntags in die Kirche? Wie viele überhaupt noch von Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen und ansonsten vielleicht noch Weihnachten abgesehen? Wie viele beten privat, z.B. vor den Mahlzeiten?

          Davon mal abgesehen - zwischen der Aussage, ernste religiöse Praxis sei in den christlichen Kirchen selten geworden und so etwas wie "in der Uniformität verehrt die Gesellschaft von heute sich selbst: Kegeln + Christentum + Musikantenstadl" - fällt Dir da ein Unterschied auf? So in Richtung pauschales Werturteil?

          Ein letztes noch - könntest Du mir mal bitte erläutern, was Buddhismus mit 'New Age' zu tun hat?


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