Hallo Francesco
du mußt jetzt aber nicht die Geschichte umschreiben, nur weil
es zur Zeit trendy ist, aus dem Islam die friedliebende
Religion schlechthin zu machen.
Die Geschichte umzuschreiben liegt mir fern - das tun schon genug andere. Ich halte mich an Fakten.
Ich mache auch aus dem Islam keine friedliebende Religion "schlechthin". Ich bemühe um eine vorurteilslose Darstellung, keine Wertung. Ich verabscheue Fanatiker, aus welcher Ecke sie immer auch kommen. Ich stelle mir aber immer die Frage nach der Ursache. So ist auch bei den Islamisten. Ich frage mich ebenso, wieso heute christliche Fundamentalisten, speziell Sekten, die mit Hölle, Fegefeuer und der Apokalypse operieren, immer noch Zulauf haben. Der Grad der Indoktrinierung dürfte derselbe sein, nur das (auch soziale) Umfeld ist sehr verschieden
Kennst Du eine, aber auch nur eine Religion, die friedfertig ist? Auch die immer wieder bemühten Buddhisten haben des öfteren den Pfad der Tugend verlassen (Sektenbildung!)
Weiter: Kennst Du eine Religion, die aus rein altruistischen Gründen ins Leben gerufen wurde? Dass Religionen nur in unmittelbarem Zusammenhang mit Macht, welcher Art auch immer, existieren können, scheint mir genügend bewiesen. Das haben Priester und Schamanen in allen Kulturen und Erdteilen schon in grauer Vorzeit kapiert.
Die Araber haben im 7. Jahrhundert ganz Nordafrika erobert
(mit dem Schwert und dem Zeichen Mohammeds, mit dem Koran in
der Hand), sind dann nach Spanien rüber und haben weite Teile
Spaniens besetzt, als Karl der Große lebte. Und da haben sie
die Christen vertrieben bzw. unterworfen. Kreuzzüge gab es da
noch nicht.
Zu diesen Eroberungsfeldzügen führten verschiedene Gründe: Nahrungsmittelmangel durch Bevölkerungsdruck und, wie heute auch üblich, Ablenkung von inneren Problemen (Trennung in Schiiten und Sunniten!) Dass neue Handelsgebiete erschlossen wurden und damit auch die eroberte Bevölkerung für die neuen Herren arbeiten musste, ist klar. Klar ist auch, dass Mohammed und seine Sippe Kaufleute waren, da bot sich die neuerfundene Religion geradezu für den Missbrauch zur Mehrung des eigenen Vermögens an. Die Missionierung diente, so zumindest meine Auffassung, als prächtiges Alibi. Den Beduinen interessierte vermutlich das üppige Paradies, der Rest war ihm egal. Das Paradies zu versprechen, kostete schon damals nichts. In dieser Beziehung habe es ja alle Religionen zur Meisterschaft gebracht!
Und die 9. Sure kann man auslegen, so oder so.
In der heutigen Zeit wird man dem Islam grundsätzlich genauso
viel Friedlieben zurechnen wie dem Christentum. Aber das liegt
an der Ausübung der jeweiligen Religion, nicht am wörtlichen
Inhalt der Glaubensbücher!
Auch die 9. Sure wird, je nach Bedarf, zurechtgebogen, und zwar von allen Seiten. Das fängt ja schon bei den jeweiligen Uebersetzungen an. Die christlichen Theologen sind in dieser Beziehung keinen Deut besser. Man müsste da auch von den Talmud-Schulen sprechen.
Ausübung der jeweiligen Religion: Es geht doch weitgehend nichts ohne Leithammel, die die Wahrheit gepachtet haben wollen.
Und zwar hüben wie drüben. Nur ist es bei uns nicht mehr so extrem, da der Bildungs- und Ausbildungstand rasant zugenommen hat, und das "tumbe" Volk nicht mehr jedem Heilsbringer auf den Leim geht. Man hinterfrägt! Man will Beweise! Die gibt's aber nicht, genau so wenig wie die 72 Jungfrauen. ( Wo hernehmen?!?)
Bei einer schriftliche Diskussion dieser ganzen Thematik können Ueberlegungen und eigene An- und Einsichten nur sehr schwer widergegeben werden, ausser man schreibt eine ellenlange Abhandlung. Gezielte Einzelfragen mögen noch hingehen, aber der ganze Riesenkomplex.............
Gruss + schönes Wochenende
Mäni, der sich nun "Die lustigen Weiber von Windsor" zu Gemüte führen wird.