Die Braut Christi

Von: , Frage gestellt am Mi, 31. Okt 2001

Wo steht in der Bibel, wer die Braut Christi ist?

Ich kenne zwar viele Stellen, wo die Gemeinde mit einer Braut (meist: "Jungfrau") verglichen wird - aber andere Hinweise deuten darauf, dass die Gemeinde in Wirklichkeit NICHT die Braut Jesu ist.

Wer ist die Braut Christi wirklich?

wer weiss was?

Hanna

29 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 16 Minuten 1 hilfreich
    Re: Die Braut Christi

    Eph 5, 25-32 ist der Grundtext für diese Gleichnisrede.
    Gruß,
    Pietro

    • Antwort von nach 27 Minuten 1 hilfreich
      Re^2: Ja, aber...

      Hallo Pietro,

      ich habe mich mit dem Thema "Braut Christi" beschäftigt und habe in meiner Konkordanz nach dem Stichwort "Brautgemeinde" gesucht, denn dieser Begriff ist mir sehr geläufig.

      Dieses Wort kommt in der Bibel aber nicht vor.
      Also hab ich nach "Braut" gesucht und bin in der Offenbarung (Kapitel 21,2 + 9-10) fündig geworden.

      Das hat mich stutzig gemacht, ich hatte doch was in Erinnerung von "ohne Flecken und Runzel", und hab das dann im Epheserbrief gefunden.
      Da sagt Paulus aber, dass das hier sein persönliches Gleichnis ist ("Ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde") - wobei in der Offenbarung nicht steht, dass die dort erwähnte Braut nur gleichnishaft zu verstehen sei...

      Lieben Gruß

      Hanna

      • Antwort von nach 8 Stunden 2 hilfreich
        Re^3: Ja, aber...

        Hallo Hanna,

        über den Gleichnisbegriff müssen wir sicher nicht diskutieren. Ich habe ihn nur erwähnt, um möglichwerweise verkrustetes Terrain etwas aufzulockern. Selbstverständlich kann die Bezeichnung eines Kollektivs von Menschen (=Gemeinde/Kirche) als "Braut" in jedem Fall "nur" Gleichnis sein (auch in der Offb).

        (Deutero-)Paulus benutzt im Eph.-Brief dieses Gleichnis ("Braut" sagt er nicht, sondern "Ehefrau", aber mit Braut ist auch sonst immer die "heimgeführte" Braut gemeint). Es ist von daher in jedem Fall legitim und biblisch begründet (wenn auch nicht zwingend), dieses Gleichnisbild weiter zu verwenden.
        Für heutiges Reden von der Kirche hat es aber doch im Grunde nur noch historische Bedeutung, auch im katholischen Kontext, weil es gegenwärtigen Christen wenig sagt. Dein Interesse an gerade diesem Sprachspiel ist darum für mich erstaunlich!

        Es grüßt dich
        Pietro

        • Antwort von nach 9 Stunden 2 hilfreich
          Re^4: Ja, aber...

          Hallo Pietro, (Deutero-)Paulus benutzt im Eph.-Brief dieses Gleichnis
          ("Braut" sagt er nicht, sondern "Ehefrau", aber mit Braut ist
          auch sonst immer die "heimgeführte" Braut gemeint). Es ist von
          daher in jedem Fall legitim und biblisch begründet (wenn auch
          nicht zwingend), dieses Gleichnisbild weiter zu verwenden.
          hier muss ich Dich leider enttäuschen.

          Paulus benutzt weder das Wort Braut noch das Wort Ehefrau.
          Im griechischen Urtext steht Ekklesia also Gemeinde.

          Ich hätte persönlich auch darauf geschworen, dass da Braut steht. Aber einer genauen Überprüfung zufolge, steht da wirklich Gemeinde. Und auch Luther übersetzt hier Gemeinde.

          Gruss Harald

          • Antwort von nach 10 Stunden 2 hilfreich
            eindeutig

            Du enttäuscht mich nicht im geringsten. "Paulus" schreibt: Ein Mann wird Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau (tén gynaika autou) binden, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche. Eph 5, 31f
            Das ist eindeutig. Ob "Paulus" richtig exegesiert und ob und was uns das heute unter veränderten soziologischen Bedingungen sagen kann, ist eine andere Frage. Mich macht schon neugierig, welches Interesse Hanna und du an dieser recht peripheren Frage habt?!
            Gruß,
            Pietro

            • Antwort von nach 11 Stunden 1 hilfreich
              Re: eindeutig

              Hallo Pietro! Mich macht schon neugierig,
              welches Interesse Hanna und du an dieser recht peripheren
              Frage habt?!
              Ui, das ist eine lange Geschichte...
              Also, da gab es ein großes Fest, bei dem einige Kirchengemeinden sich zusammenfanden. Die Mitglieder aus allen Gemeinden waren aufgefordert, Beiträge für den Gottesdienst zu bringen.
              Ich wollte nun, da ich ein Talent zum Dichten habe, ein Gedicht schreiben und nach einigem Nachdenken und Beten kam mir folgende Idee:
              Ich erzähle ein gereimtes Gleichnis von einem Puzzle.
              Jeder Puzzlestein ist eine Kirchengemeinde.
              Und alle zusammen ergeben ein Bild.
              Tja, und weil ich das recht anschaulich machen wollte, wollte ich natürlich ein großes Puzzle basteln, das ich während des Vortrages zusammensetzen wollte.
              Aber was sollte das Puzzle für ein Bild zeigen? Richtig! Eine Braut! Die Ecclesia als die Braut Christi!
              Das Gedicht war schon fast fertig, die letzte Strophe fehlte noch, da nahm ich meine Konkordanz zur Hand, um noch in der Bibel nach Aussagen, die Braut Christi betreffend, zu suchen.

              Und da erlebte ich eine herbe Enttäuschung. Denn die Offenbarung spricht ganz deutlich davon, dass nicht die Ecclesia, sondern das neue Jerusalem die Braut ist.
              Ich hab das Gedicht dann nicht fertig gemacht, aber die Thematik lässt mich noch immer nicht aus.

              Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben.

              Gruß

              Hanna

            • Antwort von nach 23 Stunden 0 hilfreich
              Ich liebe Gedichte!

              Hallo Hanna,
              dein Gedicht / gereimtes Gleichnis würde mich sehr interessieren, auch unvollendet! Magst du es uns hier mitteilen?
              Du stehst ja damit in der Nachfolge keines Geringeren als Martin Luther (zitiert nach Aland):

              Ein Lied von der heiligen christlichen Kirche,
              aus dem 12. Kapitel der Offenb. Joh.
              Sie ist mir lieb, die werte Magd,
              und kann ihr nicht vergessen,
              Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt,
              sie hat mein Herz besessen.
              Ich bin ihr hold,
              und wenn ich sollt
              groß Unglück han,
              da liegt nicht an;
              sie will mich des ergetzen
              mit ihrer Lieb und Treu an mir,
              die sie zu mir will setzen
              und tun all mein Begier.
              Sie trägt von Gold so rein ein Kron,
              da leuchten inn zwölf Sterne,
              ihr Kleid ist wie die Sonne schon,
              das glänzet hell und ferne;
              und auf dem Mon
              ihr Füße stohn;
              sie ist die Braut,
              dem Herrn vertraut.
              Ihr ist weh und muß gebähren
              ein schönes Kind, den edlen Sohn
              und aller Welt ein Herren,
              dem sie ist unterton.
              Das tut dem alten Drachen Zorn
              und will das Kind verschlingen,
              sein Toben ist doch ganz verlorn,
              es kann ihm nicht gelingen.
              Das Kind ist doch
              gen Himmel hoch
              genommen hin
              und lässet ihn
              auf Erden fast sehr wüten.
              Die Mutter muß gar sein allein;
              doch will sie Gott behüten
              und der recht Vater sein.


              Da gehen die Bilder sehr heftig und unbefangen durcheinander (wie in den biblischen Texten selbst), aber kreativ!
              Grüße,
              Pietro

            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              Re: Hier ist mein unvollendetes Gedicht

              Hallo Pietro, dein Gedicht / gereimtes Gleichnis würde mich sehr
              interessieren, auch unvollendet! Magst du es uns hier
              mitteilen?
              Du stehst ja damit in der Nachfolge keines Geringeren als
              Martin Luther (zitiert nach Aland):
              ich werde wohl Luther nicht das Wasser reichen können!
              Seine überschwängliche Ausdrucksweise reißt einen ja völlig mit; gleichgültig, wieviele Bilder er hier auch vermischt zu einem neuen phantasievollen Gebilde!

              Zur Erklärung des Gedichtes muss ich einiges vorausschicken, denn das Gleichnis ist ja nicht nur zum Hören, sondern auch zum Ansehen!

              Also:
              1. Der Hintergrund, auf dem ich die Puzzleteile zusammenbaue, muss schwarz sein.
              2. Ich beginne mit einem völlig weißen Puzzlestein, der aus dem Rockteil des Brautkleides stammt.
              3. Ich setze das Puzzle während des Vortrages zusammen, achte aber darauf, dass bis zur 4. Strophe in der Mitte ein Loch bleibt.

              Ich habe einen Puzzlestein,
              darauf ist nichts zu sehen.
              Doch nimmt er seinen Platz hier ein,
              wird bald ein Bild entstehen.

              Und wenn Du meinst: "Ganz farblos ist
              auch meine Kirchgemeinde!"
              So denk dran, dass Du wertvoll bist
              für alle Deine Freunde!

              Denn: Jeder Teil hält and're zwei
              und wird von zwei gehalten.
              Und unbemerkt, wie nebenbei,
              hilft er ein Bild gestalten.

              Kein Stein ist hier bedeutungslos!
              Das Bild wär nicht vollkommen,
              Ein Loch blieb übrig, schwarz und groß
              wär er nicht hergekommen!

              So, das war das Unvollendete.
              Bis hierher habe ich mich ja nur auf das Puzzle bezogen, aber nun, wo man das Bild schon erkennen kann, wollte ich auf das Motiv zu sprechen kommen.
              Deshalb wollte ich eine Stoffsammlung mit möglichst vielen Aussagen der Bibel über die Braut Christi machen, damit ich dann als Krönung des Gedichtes die heilige reine Brautgemeinde beschreiben kann...

              Hanna

            • Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
              Das ist ja wirklich...

              ...ein verheißungsvoller Anfang, leicht und witzig gemacht, trotzdem schon mit Inhalt.
              Schade, dass es nicht weitergeht!!
              Danke,
              Pietro



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