Ein-Wurf

Von: , Frage gestellt am Mo, 13. Dez 1999

Mit der Hoffnung etwas anzuregen, werfe ich einen Aphorismus der deutschen Philosophie-Geschichte ein.

Achtung, hier kommt er:

Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu legen weiß, der legt wenigstens einen Sinn noch hinein: das heißt, er glaubt, dass ein Wille bereits darin sei (Prinzip des 'Glaubens').

Gut, nicht?

8 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 4 Stunden hilfreich
    Re: Ein-Wurf

    Hallo Paul,
    Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu
    legen weiß, der legt wenigstens einen
    Sinn noch hinein: das heißt, er glaubt,
    dass ein Wille bereits darin sei (Prinzip
    des 'Glaubens').

    Das galt vielleicht noch vor 2 Generationen. Heute heißt es ganz einfach "Alles Zufall".

    Gruß
    Carlos

    • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
      'Sinn des Lebens?'

      Hallo Carlos,

      dass ist ein Missverständnis. Es geht dabei nicht darum, wie z.B. ein Wirbelsturm entsteht.

      Es ist eine Entgegnung gegen alle die *überhaupt* die Frage stellen: "Was ist DER SINN des Lebens?" Und natürlich erst recht an die, die als Antwort auf diese Frage zu einem religiösen Glauben finden. (und die gibt es auch heute).

  2. Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
    (Verstaendnis-) Fragen

    Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu
    legen weiß,
    Erklärst Du mir bitte, was damit gemeint ist? Wenn ich meinen Willen in ein Ding lege, bedeutet das dann, daß ich dieses Ding für meine Ziele nutze?

    der legt wenigstens einen Sinn noch hinein: das heißt, er glaubt,
    dass ein Wille bereits darin sei (Prinzip
    des 'Glaubens').
    Meine Bildung läßt etwas / ziemlich / völlig zu wünschen übrig: von wem ist das?
    Gut, nicht?
    Eine Perle, sozusagen!

    Michael

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      (Unvollkommene) Antworten

      Hi Michael,
      (wo hast Du denn gesteckt, die ganze Zeit?) Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu
      legen weiß,
      Erklärst Du mir bitte, was damit gemeint
      ist?
      Schwierig. Wenn man's besser sagen könnte, wär's nicht gut gesagt (und es ist gut gesagt).

      Wenn ich meinen Willen in ein Ding lege, bedeutet das dann, daß ich dieses
      Ding für meine Ziele nutze?
      Ja, aber insgesamt meint sowas wie: "Wer weiß, was er will und selbstbewußt/frei/lebendig/stark/mutig genug ist, die Dinge demgemäß zu gestalten.." Meine Bildung läßt etwas / ziemlich /
      völlig zu wünschen übrig: von wem ist
      das?
      Sag ich nicht - aber noch'n Zitat, dann kommst Du drauf (seit es bei 2001 die 'Werke' für 15 Mark gab, hab' ich jede Menge davon):

      Man denkt das Weib sei tief - warum? Weil man bei ihm nie auf den Grunde sieht. Das Weib ist noch nicht mal flach.

      (Trotz der leicht misogynen Note auch nicht schlecht, gell?)

      • Antwort von nach einem Tag hilfreich
        Re: (Unvollkommene) Antworten


        Sag ich nicht - aber noch'n Zitat, dann
        kommst Du drauf
        Das wird dann wohl der gute Friedrich Nietzsche sein oder?

        Gandalf

        • Antwort von nach einem Tag hilfreich
          Exactement (oT)

          o.T. wie gesagt

  3. Antwort von nach einem Tag hilfreich
    Versuch einer Übersetzung

    Wer seinen Willen nicht in die Dinge zu
    legen weiß, der legt wenigstens einen
    Sinn noch hinein: das heißt, er glaubt,
    dass ein Wille bereits darin sei (Prinzip
    des 'Glaubens').

    Gut, nicht?
    Ich verstehe das so:

    Wer nicht fähig/Willens/in der Lage ist, den Dingen (?) seinen Willen (seinen Egoismus, seine persönlichen Ziele) aufzuzwingen (nicht egozentrisch ist), der läßt sich den Sinn (Ziel, Willen) von den Dingen (jemand anderem) aufzwingen.

    oder

    Wer an etwas glaubt ist ein Schwächling.

    Was soll daran gut sein?

    Gruß
    Thomas

    • Antwort von nach einem Tag hilfreich
      Re: Versuch einer Übersetzung

      Hallo Thomas

      Nein, ich denke nicht, dass es meint:
      "Entweder ich beherrsche andere Menschen oder die beherrschen mich - und dann bin ich ein Schwächling"
      Das wäre wirklich platt, dumm und hätte auch gar nichts mit 'Glauben' zu tun.

      Es ist aber natürlich eine Polemik gegen den Glauben und - ob letzten Endes zutreffend oder nicht(das wollte ich ja zur Diskussion stellen) - psychologisch scharfsinng (und vor allem elegant formuliert, wie ich finde).

      Um das Pferd von hinten aufzuzäunen:

      Es fragt: Wie komme ich überhaupt dazu zu Glauben? (an Gott, das Schicksal, den höheren Zweck der Evolution?. Glauben großgeschrieben als 'religiöser Glauben'.)

      Antwort: Der Glauben ist der Versuch einer Antwort auf die Frage "Was ist DER SINN von allem, des Lebens..?"

      Aber: Diese Frage ist eine 'falsche/sinnlose' Frage. Damit ist folgendes gemeint: Man stellt diese Frage, weil man das Gefühl hat, es fehle etwas, es *müsse* noch mehr geben (das bezeichnet man dann vage als 'Sinn'). Aber, so Nietzsche, dieses Gefühl (dem die Frage ihren Sinn verdankt) hat man nur, wenn man "seinen Willen nicht in die Dinge zu legen weiß". D.h. wenn man nicht mutig (frei) genug ist, seine Wünsche zu erkennen, dazu zu stehen und zu versuchen sie zu verwirklichen. (Sehr vereinfacht - und verfälscht - wenn man voll im Leben steht).

      (Das ist wenigstens meine Interpretation.)

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