US-Sympathie für Zionismus?

Hallo,

lese mich gerade in die Geschichte Israels ein und frage mich, warum die USA Israel so beständig (auch nach der Suez-Krise, nach dem Sechs-Tage-Krieg, Waffenlieferungen in den 60ern, etc. etc.) unterstützt haben, gerade weil ja dadurch ihr Prestige in der arabischen Welt nicht gerade stieg in den langjährigen Versuchen, ihren Einfluß dort zu stärken…
Es kann nicht am Kalten Krieg gelegen haben (also da die Sowjetunion ja die Araber unterstützte), da sich die arabischen Staaten ja erst dann gen Osten gewandt haben, nachdem die USA schon früher Sympathie und Unterstützung für den Zionismus bekundet hatten, und weil die arabische Hinwendung zur Sowjetunion erst geschah, nachdem sich Amerika mit der Vorgeschichte des Suez-Krieges einiges verscherzt hatte. Welche Rolle spielten z. B. die reichen, einflußreichen Zionisten in den USA?
Dieselbe Frage für Großbritannien: Wie kam es, daß man die hohen britischen Politiker schon so früh von der zionistischen Idee überzeugen konnte? Es hieß auch mal, daß Weizmann mit seinem Einfluß einiges dazu beigetragen hätte, aber das kann doch so entscheidend nicht gewesen sein…?

Gruß,
Nona.

Ich weiss nicht, wie ausschlaggebend die Tatsache war oder ist,
dass es in den USA eine sehr große jüdische Lobby gibr, die auf
die politischen und wirtschaftlichen Geschehnisse in den USA
starken Einfluss hat. Ich denke aber dass, das zumindest ein
kleiner Teil einer möglichen Erklärung ist.

Michael

*Blümchenschenk* jewish fundamentalism !
Hallo Nona,

„Prestige“ ist irrelevant gegenüber „Strate-
gischem Vorteil“. Anders gesagt: Den Fuß in
den arabischen Raum gesetzt zu haben, ist wie
ein 9ner im Lotto…

Deine Interpretation des Zionismus ist mehr
als einfältig: „reiche, einflußreiche Zio-
nisten in den USA“ - ist ein Witz. Die antizi-
onistischen, jüdischen Fundamentalisten sind
das Problem. Shamir, Netanjahu, Sharon sind
das Problem - vorgestern, gestern und heute in
je derselben Person…

JITZHAK RABIN LEBT !

x-nada

Nachtrag

N A C H T - R A G
_________________

Karpin, Michael/Friedman, Ira:
Der Tod des Jitzhak Rabin.

Es gibt ein Kapitel 5 darin,
welches genau Deine Fragen
(in anderer Hinsicht) be-
handelt: „American Connec-
tion“…

x-nada

[MOD]Nettiquette
Hallo x-nada,

bitte halte dich an die Nettiquette: d.h. beleidige nicht andere User und halte dich mit Kraftausdrücken zurück. Ansonsten verteilen Edith und ich hier Blümchen (in alter Politikbrett-Tradition.:smile:)

Deinen Unwillen über diese Zensur in deinem Titel kannst du gerne äußern: entweder per E-Mail an mich oder an das Team: [email protected].

Beste Grüße,

barbara

Hallo,

lese mich gerade in die Geschichte Israels ein und frage mich,
warum die USA Israel so beständig (auch nach der Suez-Krise,
nach dem Sechs-Tage-Krieg, Waffenlieferungen in den 60ern,
etc. etc.) unterstützt haben, gerade weil ja dadurch ihr
Prestige in der arabischen Welt nicht gerade stieg in den
langjährigen Versuchen, ihren Einfluß dort zu stärken…
Es kann nicht am Kalten Krieg gelegen haben (also da die
Sowjetunion ja die Araber unterstützte), da sich die
arabischen Staaten ja erst dann gen Osten gewandt haben,
nachdem die USA schon früher Sympathie und Unterstützung für
den Zionismus bekundet hatten, und weil die arabische
Hinwendung zur Sowjetunion erst geschah, nachdem sich Amerika
mit der Vorgeschichte des Suez-Krieges einiges verscherzt
hatte.

Welche Rolle spielten z. B. die reichen, einflußreichen

Zionisten in den USA?

Schau den Link unten.

Dieselbe Frage für Großbritannien: Wie kam es, daß man die
hohen britischen Politiker schon so früh von der zionistischen
Idee überzeugen konnte? Es hieß auch mal, daß Weizmann mit
seinem Einfluß einiges dazu beigetragen hätte, aber das kann
doch so entscheidend nicht gewesen sein…?

Sehr komplex dieses Thema; schau hier was ueber das Verhalten der USA & GB realitiv neutral gesagt wird, mit ansich guten kurzen Fakten:

http://www.unet.univie.ac.at/~a9125689/seite23.html

MfG.
zapriano

Hi „barbara“,

ich denke zwar nicht einen User „be-
leidigt“ zu haben, sehe aber prinzi-
piell Deinen Standpunkt ein (zumal
mein „Gefluche“ ja keiner inhalt-
lichen Option folgt. In dem Sinne
gebe Ich „Euch“ recht. Wo kämen
wir sonst hin…).

x-nada

„Prestige“ ist irrelevant gegenüber „Strate-
gischem Vorteil“. Anders gesagt: Den Fuß in
den arabischen Raum gesetzt zu haben, ist wie
ein 9ner im Lotto…

„Prestige“ war zur Zeit des Kalten Krieges überhaupt nicht irrelevant. Und der strategische Vorteil Israels für die USA mehr als zweifelhaft, da er den strategischen Vorteil, mit dem der gesamte blockfreie arabische Raum lockte, unerreichbar machte.
In den 50er/60er Jahren konkurrierten USA und Sowjetunion massivst um Nasser, und zwar nicht als Präsident des wirtschaftlich relativ unbedeutenden Ägypten, sondern als Sprecher fast der gesamten arabischen Welt mit erheblichem Einfluß auf die umliegenden Länder und v.a. auch auf die im Ost-West-Konflikt neutralen Länder der Dritten Welt.
Somit war Nasser das Zünglein an der Waage, der das zerbrechliche Mächtegleichgewicht umstürzen konnte, nämlich indem er diesen neutralen Block gen eine Richtung, Ost oder West, beeinflussen konnte… daß er das nicht wollte, konnte im übrigen die USA nicht akzeptieren. Da Nasser gleichzeitig Israel als Feindbild sah, als Landbarriere innerhalb des arabischen Raumes und als Überbleibsel der verhaßten europäischen Kolonialmächte, sah sich die USA vor einem bösen Dilemma (v.a. nach dem selbst verschuldeten, ungünstigen Verlauf der Finanzierung des Assuan-Staudammes 1955):
Zum einen der zum Scheitern verurteilte Versuch, Nasser für sich zu gewinnen, dabei aber das von ihm verhaßte Israel weiter zu unterstützen. Zum anderen schwoll die Angst vor einem Übergriff der Sowjetunion in den arabischen Raum so sehr an, daß man diese letzte „westliche“ Bastion Israel im Nahen Osten unbedingt halten und militärisch stärken mußte.

Deine Interpretation des Zionismus ist mehr
als einfältig: „reiche, einflußreiche Zio-
nisten in den USA“ - ist ein Witz. Die antizi-
onistischen, jüdischen Fundamentalisten sind
das Problem. Shamir, Netanjahu, Sharon sind
das Problem - vorgestern, gestern und heute in
je derselben Person…

Es tut mir leid, wenn du mich für „einfältig“ hältst. Aber ich denke, wenn alles nur an _einem_ Grund festzumachen wäre, würden wir es uns sehr einfach machen…

außerdem meinte ich v.a. die Sympathie vor den sechziger Jahren, also die Grundstimmung. Und ich denke, daß da die Israellobby im amerikanischen Kongreß (entschuldige die platte Bezeichnung „reiche, einflußreiche Zionisten“) zumindest mal nicht gar nix zu sagen hatte.
Ich habe hier auch nicht nach dem Problem an sich oder einer Lösung gesucht…! du bist etwas über das Ziel hinaus geschossen; keine Angst, mir ist schon klar daß es tausend Gründe für das Nahostproblem gibt (und daß einer der Dringlichsten und Verheerendsten im Moment Sharon ist, soweit käme ich in meiner Naivität auch noch). Das wollte ich hier aber gar nicht ergründen, denn das wäre ein Faß ohne Boden…

Schönen Sonntag,
Nona.

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