Hi!
Ich habe mich in der letzten Zeit ein wenig mit der Zeit der Völkerwanderung befaßt. Zumeist wird der Einfall der Hunnen (375 n.Chr) als Auslöser genannt, der eine massive Verschiebung von diversen Volksstämmen in Europa zur Folge hatte. Immer wieder kam es zu Gründungen verschiedener Reiche, die dann auch wieder schnell untergingen.
Genau hier setzt meine Frage an. Meist wird der Untergang ganzer Reiche an einer einzigen Schlacht festgemacht.
u.a.:
534 Ende des Vandalenreiches in Nordafrika (Schlacht von Tricamarum)
553 Ende des Ostgotenreiches in Italien (Schlacht am Mons Lactarius)
575 Ende des Swebenreiches in Nordwestspanien
711 Ende des Westgotenreiches in Spanien (Schlacht am Rio Barbate)
Wie muß ich mir den Untergang eines Reiches vorstellen? Wurde nur die Herrscherkaste ausgeschaltet (im Kampf getötet / gefangengenommen / hingerichtet) bzw. das Heer in der Schlacht vernichtet? Fand nach der Entscheidungsschlacht eine Art Genozid oder Massenvertreibung statt oder wurde die Bevölkerung des eroberten Reiches quasi „assimiliert“? Kurzum: Wo blieb die Bevölkerung eines untergegangenen Reiches (z.B. was wurde aus den Gepiden, den Herulern, den Hunnen, den Sweben, den Westgoten usw.)?
Grüße
Heinrich