Haager landkriegsverordnung / II.WK

Von: , Frage gestellt am Di, 4. Jan 2000

Die beiden Luftangriffe der Deutschen Luftwaffe auf Warschau und Rotterdamm 1939 und 40 wurden durch die Haager Landkriegsverordnung als rechtens erklärt, da beide Städte zum Zeitpunkt der Bombadierung als belagert galten und die Luftangriffe in diesem Falle der Unterstützung der belagernden Truppen galt.

Ich würde gern wissen, ob es ähnliche oder gleiche Feststellungen des damaligen Völkerbundes (bzw. ähnlicher Institutionen) gab, als die englischen und amerikanischen Bomber-Verbände (unbelagerte) Städte auf dem europäischen Festland in Grund und Boden bomadierten und dies mit dem Wort Vergeltung rechtfertigten.

Einzelne Äusserungen von Philosophen, Schriftstellern oder britischen Christen sind mir bekannt, ich suche Parallelen zu den Verhalten zwischen Warschau, Rotterdam und sämtlichen anderen Städten in Mitteleuropa in Bezug auf die Haager LKV.

Ich danke für jedwedige Hilfe.

Thanks
Reiko

10 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
    Re: Haager Landkriegsordnung

    Hallo Reiko Die beiden Luftangriffe der Deutschen
    Luftwaffe auf Warschau und Rotterdamm
    1939 und 40 wurden durch die Haager
    Landkriegsverordnung als rechtens
    erklärt, da beide Städte zum Zeitpunkt
    der Bombadierung als belagert galten und
    die Luftangriffe in diesem Falle der
    Unterstützung der belagernden Truppen
    galt.
    Ach wie niedlich.

    Das würd mich doch mal sehr interessieren, WER auf die Idee gekommen ist, die Angriffe auf Warschau und Rotterdamm mit Berufung auf die Haager Landkriegsordnung für ok zu befinden, die auf die besagten deutschen Städte hingegen nicht.

    Apropos: es heisst Landkriegsordnung, nicht VERordnung. Hier soll der Landkrieg ja schliesslich geordnet und nicht verordnet werden :-)

    Gruss
    Marion

    • Antwort von nach 3 Stunden hilfreich
      Nachtrag

      Die beiden Luftangriffe der Deutschen
      Luftwaffe auf Warschau und Rotterdamm
      1939 und 40 wurden durch die Haager
      Landkriegsverordnung als rechtens
      erklärt, da beide Städte zum Zeitpunkt
      der Bombadierung als belagert galten und
      die Luftangriffe in diesem Falle der
      Unterstützung der belagernden Truppen
      galt.
      Wo in der Haager Landkriegsordnung soll denn ein Artikel stehen, der obiges für "rechtens" erklärt ?

      fragt sich
      Marion, *suchsuch*

    • Antwort von nach 13 Stunden hilfreich
      Kleine Feinheiten vergessen...

      Hallo Flatterviech,
      erstmal frohes Neues und nun zu Deinem Statement :-)

      Sowohl Rotterdam als auch Warschau waren zuvor von den Verteidigern offiziell als Festungen deklariert worden. Insofern waren beide Luftangriffe kriegsrechtlich völlig legal, zumal in beiden Fällen auch noch vorher Zeit zur Kapitulation der jeweiligen Festung angebotebn und gelassen wurde.
      Im Falle Rotterdams handelte es sich bei der Bombardierung ( von einem Luftangriff kann nämlich keine Rede sein! ) auch um ein Versehen - die Holländer hatten die angebotene ehrenvolle Kapitulation erst abgelehnt, sie dann jedoch kurzfristig angenommen als die Bomberverbände bereits unterwegs waren. Daraufhin wurde alles Menschenmögliche versucht, die anfliegenden Maschinen zurückzuholen bzw. umzuleiten.
      Bei ca. der Hälfte ist das auch gelungen, die anderen konnten jeoch die Leuchtsignale etc. durch starke Rauchentwicklung nicht sehen und haben leider abgeladen - hauptsächlich über dem Hafen. Interessanterweise hat der holländische Stadtkommandant nach Kriegsende FÜR den deutschen Verantwortlichen ausgesagt, der dafür auch nicht belangt wurde!!

      Wenn man das also mit z.B. der Bombardierung Dresdens vergleicht, dann ergen sich doch feine Unterschiede...Dresden ist z.B. NICHT als Festung, sondern als sog. offene Stadt deklariert worden, also eine Flüchtlingsstadt...Merkwürdigerweise hat's - bis heute - keinen interessiert, daß DER Angriff garantiert völkerrechtswidrig war...

      Grüssle

      Hugin Ach wie niedlich.

      Das würd mich doch mal sehr
      interessieren, WER auf die Idee gekommen
      ist, die Angriffe auf Warschau und
      Rotterdamm mit Berufung auf die Haager
      Landkriegsordnung für ok zu befinden, die
      auf die besagten deutschen Städte
      hingegen nicht.

      • Antwort von nach 18 Stunden hilfreich
        Re: Kleine Feinheiten vergessen...

        Hallo Krähe :-) Bombardierung Dresdens vergleicht, dann
        ergen sich doch feine
        Unterschiede...Dresden ist z.B. NICHT als
        Festung, sondern als sog. offene Stadt
        deklariert worden, also eine
        Flüchtlingsstadt..
        Wenn du die Haager Landkreigsordnung gelesen hast (und davon geh ich mal aus) dann solltest du wissen, dass JEDE Stadt, sofern sie verteidigungsbereit ist und sich nicht ergeben hat, selbst wenn sie ausschliesslich aus zu den Waffen eilenden Zivilisten besteht, zum Kriegsgegner erklärt werden kann

        .Merkwürdigerweise hat's - bis heute - keinen interessiert,
        daß DER Angriff garantiert
        völkerrechtswidrig war...
        Mit welchem Völkerrecht rechtfertigst du denn den Angriff Deutschlands auf die Niederlande überhaupt ? Und nun sag nicht, Deutschland fühlte sich durch die Niederlande betroht....
        Und womit rechtfertigst du die Zerstörung niederländischer Städte und die Verschleppung und Ermordung von Niederländern z.B. jüdischen Glaubens und anderer Zivilisten ?

        Du musst mir das nicht unbedingt beantworten, aber ich wollte dir nur mal zeigen, dass wenn man versucht zu hinterfragen, was überhaupt bei Kriegen völkerrechtlich i.O. ist (und es gibt ja nicht nur die Landverordnung sondern auch noch die Genfer Konventionen), dann wird man nicht sehr weit kommen. Im WWII sind ein zigfaches mehr Zvilisten als Soldaten ums Leben gekommen, und das sicher nicht nur auf deutscher Seite. Auch sollen ca. 2/3 der Russen in deutscher Kriegsgefangenschaft diese nicht überlebt haben. Aber ich denke, das weisst du ja eh alles...

        Grüssles*
        Drache

        • Antwort von nach 23 Stunden hilfreich
          Prinzipielle Sache

          Das moralisch anrüchige am Kriegsvölkerrecht ist, dass es auch für den Angreifer gilt. Klar war der Angriff auf Holland Unrecht.

          Aber das Kriegsvölkerrecht funktioniert eben nur, wenn sich alle unabhängig von der Kriegsschuldfrage daran halten. Das mag heutzutage schwer verständlich sein, aber ohne diese Bedingung, könnte man das KVR gleich in die Tonne treten.

          Andreas

          • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
            BINGO....!!!!!!

            ...hast den Nagel auf den Kopf getroffen!!

            Hugin

        • Antwort von nach 2 Tagen hilfreich
          Re^2: Kleine Feinheiten vergessen...

          Huhu Flatteviech
          Wenn du die Haager Landkreigsordnung
          gelesen hast (und davon geh ich mal aus)
          dann solltest du wissen, dass JEDE Stadt,
          sofern sie verteidigungsbereit ist und
          sich nicht ergeben hat, selbst wenn sie
          ausschliesslich aus zu den Waffen
          eilenden Zivilisten besteht, zum
          Kriegsgegner erklärt werden kann
          Da haste aber die Geschichte nicht richtig gelesen! Dresden war alles andere als verteidigungsbereit - und die Zivilisten hatten was ganz anderes zu tun als zu den Waffen zu eilen - das waren nämlich Flüchtlinge! Genau deswegen war es ja auch eien offiziell deklarierte OFFENE Stadt, d.h. von allen Kampfhandlungen auszunehmen! Got it???
          .Merkwürdigerweise hat's - bis heute - keinen interessiert,
          daß DER Angriff garantiert
          völkerrechtswidrig war...
          Wir reden hier nicht davon, ob ein Angriff rechtens ist oder nicht - sondern vom Verhalten während der Kampfhandlungen, unabhängig davon, wie es dazu kam... Und womit rechtfertigst du die Zerstörung
          niederländischer Städte und die
          Verschleppung und Ermordung von
          Niederländern z.B. jüdischen Glaubens und
          anderer Zivilisten ?
          1. war Rotterdam so ziemlich die EINZIGE Stadt die von den bösen Deutschen was abbekommen hat, 2. kommst Du vom Hölzken auf's Stöckchen, Schuppenviech!
          Guck' Dir mal an, was an Deutschen gekillt oder verschleppt wurde - dat kann sich durchaus auch sehen lassen...

          aber ich wollte dir nur mal zeigen, dass wenn man versucht zu
          hinterfragen, was überhaupt bei Kriegen
          völkerrechtlich i.O. ist (und es gibt ja
          nicht nur die Landverordnung sondern auch
          noch die Genfer Konventionen),
          Von eben der hab' ich geredet - abgesehen davon mußte dann auch mal bei anderen Nationen anklopfen - immerhin haben die, die anno 1945 am lautesten "Nie wieder Krieg" geschrieen haben, danach weit über 80 Kriege angezettelt und die Welt von einem Blutbad in das nächste gestürzt....ganz ohne deutsche Beteiligung... Auch sollen ca.
          2/3 der Russen in deutscher
          Kriegsgefangenschaft diese nicht überlebt
          haben. Aber ich denke, das weisst du ja
          eh alles...
          Und Du weißt sicherlich, daß alleine auf den Rheinwiesen ca. 1,5 Millionen deutsche Gefangene der Amiländer krepiert sind...aber who cares, gell??

          Pfüeti

          Rabe

          • Antwort von nach 3 Tagen hilfreich
            Re^3: Kleine Feinheiten vergessen...

            Wenn du die Haager Landkreigsordnung
            gelesen hast (und davon geh ich mal aus)
            dann solltest du wissen, dass JEDE Stadt,
            sofern sie verteidigungsbereit ist und
            sich nicht ergeben hat, selbst wenn sie
            ausschliesslich aus zu den Waffen
            eilenden Zivilisten besteht, zum
            Kriegsgegner erklärt werden kann
            Da haste aber die Geschichte nicht
            richtig gelesen! Dresden war alles andere
            als verteidigungsbereit - und die
            Zivilisten hatten was ganz anderes zu tun
            als zu den Waffen zu eilen - das waren
            nämlich Flüchtlinge! Genau deswegen war
            es ja auch eien offiziell deklarierte
            OFFENE Stadt, d.h. von allen
            Kampfhandlungen auszunehmen! Got it???
            sorry wenn ich jetzt auch noch meinen senf dazugebe...

            ich denke, die verteidigungsbereitschaft ist definitionssache... auch in dresden waren schliesslich deutsche soldaten anwesend.
            ich halte es ausserdem für ein wenig seltsam, dass du erwartest, eine einseitige erklärung dresdens als "offene stadt" seitens der deutschen wäre von den alliierten einfach akzeptiert worden. das die bombardierung ein kriegsverbrechen darstellt ist für mich ohne frage. man muss aber meiner meinung zunächst einmal sehen, wie weit die deutschen gegangen sind, BEVOR die (westlichen) allierten mit ähnlicher härte zurückgeschlagen haben.
            das recht des stärkeren halt.
            und der stärkere legt auch die konventionen aus, wie sie ihm passen. Wir reden hier nicht davon, ob ein
            Angriff rechtens ist oder nicht - sondern
            vom Verhalten während der
            Kampfhandlungen, unabhängig davon, wie es
            dazu kam...
            hmm... 1. war Rotterdam so ziemlich die EINZIGE
            Stadt die von den bösen Deutschen was
            abbekommen hat, 2. kommst Du vom Hölzken
            auf's Stöckchen, Schuppenviech!
            Guck' Dir mal an, was an Deutschen
            gekillt oder verschleppt wurde - dat kann
            sich durchaus auch sehen lassen...
            stimmt. das war aber alles erst, als die deutschen im begriffe waren, diesen krieg zu verlieren.
            wer wind säht....
            bitte nicht ursache und wirkung im historische zusammenhang verwechseln. aber ich wollte dir nur mal zeigen, dass wenn man versucht zu
            hinterfragen, was überhaupt bei Kriegen
            völkerrechtlich i.O. ist (und es gibt ja
            nicht nur die Landverordnung sondern auch
            noch die Genfer Konventionen),
            Von eben der hab' ich geredet - abgesehen
            davon mußte dann auch mal bei anderen
            Nationen anklopfen - immerhin haben die,
            die anno 1945 am lautesten "Nie wieder
            Krieg" geschrieen haben, danach weit über
            80 Kriege angezettelt und die Welt von
            einem Blutbad in das nächste
            gestürzt....ganz ohne deutsche
            Beteiligung...
            da hingegen ist einiges dran... Auch sollen ca.
            2/3 der Russen in deutscher
            Kriegsgefangenschaft diese nicht überlebt
            haben. Aber ich denke, das weisst du ja
            eh alles...
            Und Du weißt sicherlich, daß alleine auf
            den Rheinwiesen ca. 1,5 Millionen
            deutsche Gefangene der Amiländer krepiert
            sind...aber who cares, gell??
            das war aber eine andere situation. gegen seuchen war man eben damals noch nicht so gewappnet. in flüchtlingslagern der allierten sind schliesslich auch (befreundete) zivilisten -z.b. Juden- an Ruhr, Typhus und ähnlichen Krankheiten gestorben.
            Die Russen higegen sind oftmals umgekommen, weil sie nicht versorgt wurden mit Essen und Trinken.

            ciao

            • Antwort von nach 7 Tagen hilfreich
              Re^4: Kleine Feinheiten vergessen...

              sorry wenn ich jetzt auch noch meinen
              senf dazugebe...
              Oh - aber immer gerne :-)...dazu is dat Forum doch da...:-))) ich denke, die verteidigungsbereitschaft
              ist definitionssache... auch in dresden
              waren schliesslich deutsche soldaten
              anwesend.
              Na die Anwesenheit von Militär heisst noch lange nicht verteidigungsbereit. Sag' mir mal einen Platz in Europa, wo zu dieser Zeit KEIN Militär anwesend war... ich halte es ausserdem für ein wenig
              seltsam, dass du erwartest, eine
              einseitige erklärung dresdens als "offene
              stadt" seitens der deutschen wäre von den
              alliierten einfach akzeptiert worden.
              Neinneinnein, mein Bester! Die Deklaration einer "offenen Stadt" entspricht voll und ganz dem Kriegsrecht - und ist seitens der Deutschen auch immer respektiert worden. Das ist eben der feine Unterschied... das
              die bombardierung ein kriegsverbrechen
              darstellt ist für mich ohne frage.
              D'accord!! man
              muss aber meiner meinung zunächst einmal
              sehen, wie weit die deutschen gegangen
              sind, BEVOR die (westlichen) allierten
              mit ähnlicher härte zurückgeschlagen
              haben.
              Leider nicht korrekt! Es waren die Engländer, die im Mai/Juni 1940 mit der Bombardierung ziviler Städte und Einrichtungen begonnen haben auf Mönchengladbach und Berlin um genau zu sein. Und die Deutschen haben sie immerhin 3 Monate lang aufgefordert, mit dem - wörtlich: Unfug - aufzuhören, bevor man dann mit gleicher Münze zurückzahlte... das recht des stärkeren halt.
              und der stärkere legt auch die
              konventionen aus, wie sie ihm passen.
              DAS ist kein Recht.... stimmt. das war aber alles erst, als die
              deutschen im begriffe waren, diesen krieg
              zu verlieren.
              Nicht ganz: die Übergriffe seitens der Polen in Schlesien fanden schon langer vor September 1939 statt - und haben tausende von Toten gekostet. Für sowas würden die Amis heutzutage ganz flugs ein paar Divisionen Marines schicken - natürlich immer im Namen von Frieden und Freiheit...aber mit ähnlichen Resultaten... bitte nicht ursache und wirkung im
              historische zusammenhang verwechseln.
              Sorry - aber m.E. bin ich nicht der, der hier verwechselt... und die Welt von
              einem Blutbad in das nächste
              gestürzt....ganz ohne deutsche
              Beteiligung...
              da hingegen ist einiges dran...
              Naja - nur leider hat auch keiner die Verantwortlichen hinterher ala Nürnberg verurteilt...das ist halt immer der feine Unterschied: ob man im Namen der "Demokratie" killt oder einer "Diktatur" - und das Resultat ist ja nun mal für die Gekillten immer das selbe, abgesehen davon das "Demokratie" und "Diktatur" manchmal ganz schön nahe beieinander liegen... Die Russen higegen sind oftmals
              umgekommen, weil sie nicht versorgt
              wurden mit Essen und Trinken.
              Tja - glaubs oder nicht - aber genau DESWEGEN sind die deutschen Gefangenen der Amis am Rhein krepiert wie die Fliegen - weil man sie wissentlich nicht versorgt hatte...da gibbt hochinteressante Literatur drüber...

              Ciao

              Hugin



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