Dort war es ja so, dass ebenfalls die nichtdeutschen Völker (Tschechen, Italiener, Ungarn, usw…) einen gewissen Nationalgedanken hatten, den sie erreichen wollten durch eine Revolution.
Aber wenn sie eine Revolution dagegen planten, dann ist ja die Frage:
Wogegen wollten sie eine Revolution beginnen?
D.h.: welche Gründe hatten diese nichtdeutschen Völker, eine Revolution zu beginnen. Was hat Österreich also getan, um diese nichtdeutschen Völker zu unterdrücken.
Nach der Niederlage Frankreichs war Österreich unter Metternich* („Metternichsches System“) dominierende Festlandsmacht neben Rußland. Österreich erhielt den Vorsitz im Deutschen Bund, und Metternich suchte den nationalen und demokratischen Bestrebungen durch Aufrechterhaltung der alten Sozialordnung zu begegnen. Im Innern wurde Österreich nach den Grundsätzen der Hl. Allianz restaurativ-absolutistisch mit polizeistaatlichen Methoden regiert. Nach der französischen Februarrevolution kam es zur Revolution in Wien (13. 3. 1848): Metternich mußte fliehen, eine liberale Verfassung für die nichtungarischen Länder wurde erlassen und die Einberufung eines Reichstags erzwungen. Gleichzeitig brach in Ungarn zwischen den kaiserlich gesinnten Kroaten und den Magyaren ein Bürgerkrieg aus. In Italien hatten sich Mailand und Venedig erhoben, in Prag die Tschechen. Fürst Windischgrätz schlug den Aufstand in Wien nieder, Kaiser Ferdinand I. dankte ab und Franz Joseph I.* übernahm die Regierung. Mehrere Volksführer (u. a. R. Blum) wurden standrechtlich erschossen. Am 4. 3. 1849 wurde eine konstitutionelle Gesamtverfassung oktroyiert. Die Ungarn wurden mit russischer Hilfe unterworfen. In Italien schlug Graf Radetzky die Aufstände nieder.
An den Wahlen zur Frankfurter Nationalversammlung 1848 waren noch die österreichisch-böhmischen Kronländer beteiligt gewesen, bei den Verfassungsberatungen bildete sich jedoch immer mehr der Gegensatz zwischen der großdeutschen Lösung unter Österreichs Führung und der kleindeutschen (deutscher Bundesstaat unter Preußens Führung) heraus.
Das war wieder einmal ein kleiner Ausschnitt aus einem Bertelsmann Lexikon.
da ich nicht den vollen Durchblick habe wies zur Zeit der Monarchie war, bin ich mir gar net sicha ob ich dazu was schreibn sollte aber ich versuchs Mal- grundsätzlich hat in Österreich niemand das Bewußtsein gehabt in einer Nation zu lebn- der Begriff Österreich war auch nicht gebräuchlich. Daher sah jedes Volk IMHO nur sich und vor allem in Konkurrenz zu den anderen Völkern- jede Volksgruppe wollte mehr Rechte (ging auch bis zum Wunsch nach Unabhängigkeit)- im Großen und Ganzen „unbedeutende“ Völker wie die Italiener haben oft am lautesten geschrien. Keineswegs darf man aber meinen, dass die Deutschen nur am Erhalt der Monachie interessiert gewesn wären- viele wollten auch den Anschluss der deutschsprachigen Gebiete damals schon ans deutsche Reich. Eher komplizierter wurde es noch mit dem Ausgleich von 1868- viele Völker beneideten von da an die weitgehende ungarische Autonomie- hätte der Kaiser dann den Tschechen das gleiche gewährt, hätten die Slawen wiederum dasselbe gefordert…
Die Staatsform wurde ab 68 dann beibehalten obwohl dass von Natur aus schon zum scheitern führen mußte wegen der neuen Verhältnisse…
Das nur die Deutschen das Heft in der Hand gehabt hätten stimmt übrigens so nicht- die hocharistokraten mit denen sich der Kaiser umgab waren zum guten Teil auch Nichtdeutsche.
Dort war es ja so, dass ebenfalls die nichtdeutschen Völker
(Tschechen, Italiener, Ungarn, usw…) einen gewissen
Nationalgedanken hatten, den sie erreichen wollten durch eine
Revolution.
Aber wenn sie eine Revolution dagegen planten, dann ist ja die
Frage:
Wogegen wollten sie eine Revolution beginnen?
D.h.: welche Gründe hatten diese nichtdeutschen Völker, eine
Revolution zu beginnen. Was hat Österreich also getan, um
diese nichtdeutschen Völker zu unterdrücken.
Es ist ein bisserl schwierig so ein komplexes Thema zusammen zu fassen.
Im 19. Jhd. entdeckten praktisch alle europäischen Völker ihr Nationalgefühl. Viele Gruppen haben sich dabei gegenseitig hochgeschaukelt.
Vor allem die Bürgerschicht (Kaufleute, Industrielle, Bildungschicht)fand zu einem neuen Selbstbewusstsein. Sie forderte Mitspracherecht bei den politischen Entscheidungen und ein liberaleres System. Sie war eine (nicht ganz) neue Kraft neben dem bisher dominaten Adel.
1848 gab es schließlich innerhalb der deutschsprachigen Bevölkerung erhebliche Konflikte
In weiterer Folge forderten die nicht-deutschen Völker (bzw. deren Bürgerschicht) ebenfalls mehr Mitsprache innerhalb der Monarchie. Auch die Sprachenfrage gewann mehr und mehr an Bedeutung (welche Amtssprache gilt, etc? Lange war Latein die geltende Amtssprache und wurde Mitte des 19. Jhd. durch Deutsch ersetzt).
Lange Zeit war die deutschsprachige Bevölkerung deutlich bevorzugt, die österr. Monarchie war sehr zentralistisch ausgerichtet. Reformbemühungen wurden stets rasch abgewehrt, im falle von größeren Unruhen wurde auch mit militärischen Mitteln reagiert.
Die Ungarn haben im Zuge des Ausgleichs als einzige Volksgruppe eine Angleichung der Rechte erreicht (Die sie dann wiederum den ihnen untergeordneten Volksgruppen, wie z.B. die Kroaten, vorenthielten. - Das sind die Dinge, die mich an der Menschheit leicht verzweifeln lassen).
Die Unabhängigkeit war interessanterweise für die meisten bis zum 1. Weltkrieg kaum eine Option. In der Regel strebten alle eine Lösung innerhalb der Monarchie an, also ein Föderation gleichberechtigter Völker (obwohl es vereinzelt immer wieder radikalere Ansätze gab).
Die Wiener Zentralregierung - bzw. die ungarischen Mitregierenden - zeigten aber bis zuletzt eine bemerkenswerte Unflexibilität.
Erst als die Monarchie in den letzten Zügen lag, setzte ein Umdenken ein.
Grüße,
Mike
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danke, auch wenn es wenig (wie unten bei der USA-Geschichte)
wenig als Antwort dient
Bitte scön!
Auch wenn es Dir nicht viel sagt, anderen hilft es sicher weiter, auch wenn es nicht meine tiefgründigen Gedanken und Erinnerungen enthält!
Max
vielleicht eine klein4e Statistik-
Cisleithanien-sprich österreichischer Teil-
ca. 10 Millionen Deutsche
ca. 6,5 Millionen Tschechen+ Slowaken
ca. 5 Millionen Polen
ca. 3,5 Millionen Ruthenen (Ukrainer)
1,25 Millionen Slowenen
ca. 800000 Serbokroaten
770000 Italiener
275000 Rumänen
Transleithanien-
49% Ungarn, 13% Deutsche, 17% Italiener, 13% Slowaken,4% Serbokroatisch,2% Polen, rest Sonstige bei ca. 19 Mio. Einwohner
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